unter lauten Hurrahs der akademischen Jugend und der zahlreichen Volksmenge den Hafen An Bord des Schiffes befanden sich der Cultus minister v. Goßler, der Oberpäsident von Schles⸗ wig⸗Holstein, der Viceadmiral Knorr, Professor Esmarch und Frau, der Curator der Universität und andere Professoren, sowie der Bürgermeister, welche alle bis Bülk mitfuhren. Auch der Dampfer „Frieda“ mit zahlreichen Passagieren begleitete den„National“ aus dem Hafen.
Essen, 15. Juli. Bei der gestern in Bochum stattgehabten Versammlung von Bergarbeitern, welche Delegirte aus den Bezirken Dortmund, Essen, Bochum und Gelsenkirchen besuchten, wurde einstimmig beschlossen, die in der Delegirten— Versammlung vom 19. Mai festgesetzte zwei⸗ monatliche Frist zur Regelung der Wünsche und Forderungen der Bergleute auf unbestimmte Zeit zu verlängern.
— 16. Juli. Nachdem auf der Zeche„Dahl⸗ busch“ in Rotthausen bei Gelsenkirchen der Dele⸗ girte Kampmann, welcher wiederholt sich un⸗ gebührlich gegen den Betriebsführer benommen, heute entlassen wurde, sind mehrere Belegschaften zur Nachtschicht nicht angefahren.
Karlsruhe, 15. Juli. Der Erbgroßherzog ist an einer katarrhalischen Erkältung mit ent— zündlicher Reizung der Luftröhre erkrankt. Der Großherzog und die Großherzogin haben deßhalb ihre Abreise nach der Mainau verschoben. 16. Juli. Das Befinden des Erbgroßherzogs hat sich ge bessert. Das Fieber ist im Abnehmen begriffen und die Eßlust ungestört. Die Erkrankung ist auf Erkältung bei einer militärischen Uebung zurückzuführen.
Stuttgart, 15. Juli. Bei dem Gewitter, welches sich am Samstag Nachmittag über Fried— richshafen entlud, schlug der Blitz dicht neben dem König, welcher sich auf der Veranda vor seinem Arbeitszimmer befand, ein. Der König blieb unversehrt.
Ausland.
Oesterreich-Ungarn. Gastein, 15. Juli. Kaiserin Elisabeth ist heute im besten Wohlsein hier angekommen.— 16. Juli. Der Kaiser traf heute ebenfalls in Gastein ein.
Schweiz. Bern. Der Bundesrath richtete au diejenigen Staaten, welche zur Arbeiterschutz— conferenz eingeladen wurden, den Vorschlag, die Conferenz bis zum Frühling zu vertagen, damit man das Programm vor Zusammentritt der Conferenz sämmtlichen Theilnehmern unterbreiten könne. f
Holland. Amsterdam. Königin Emma und Kronprinzessin Wilhelmine, welche Bad Kreuznach besuchen sollten, haben jede Badereise aufgegeben, da der Zustand des Koͤnigs wieder schwankend geworden ist.
Frankreich. Paris, 15. Juli. Der Senat nahm die Amnestievorlage mit einer Aenderung an und genehmigte das Budget in der zuletzt von der Kammer beschlossenen Fassung. Die Kammer genehmigte hierauf ebenfalls die Am— nestievorlage mit den Aenderungen des Senats. Der Präsident verlas darauf in der Kammer das die Session schließende Dekret.
— 16. Juli. Der Senat nahm die Sitzung gestern Abend wieder auf. Der Präsident Hum bert erklärte, daß in der Kammer ein Decret über den Schluß der Session verlesen worden, ohne daß der Senat unterrichtet worden sei. Der Senat könne deshalb nicht weiterberathen. Ministerpräsident Tirard protestirte hiergegen Der Praͤsident Humbert beruft sich auf den Text der Verfassung und weigert sich, den angemel— deten Rednern das Wort zu ertheilen; er er— klärte, er werde die Verfassung aufrechterhalten. Hierauf verlas der Ackerbauminister das Decret uber den Schluß der Session, worauf unter leb— hafter Bewegung die Sitzung aufgehoben wird.
— 15. Juli. An dem heute eröffneten Socialistencongreß nahmen 81 Pariser Dele— girte, 108 aus den Departements und 189 aus⸗ ländische theil. Unter den ausländischen Dele— girten befinden sich 82 deutsche, darunter die dem
sagte: Die Arbeiterschaft Deutschlands und Frank⸗ reichs vereinigt sich in dem Congreß, der nicht ein Congreß der Ideologen, vielmehr ein Alianz⸗ pakt ist, den wir abschließen und der Wirkung haben wird in der ganzen Welt.
— Der Kriegsminister Freycinet verhängte über den Obersten Vincent eine Arreststrafe von 30 Tagen wegen Verbreitung von Nachrichten in Zeitungen ohne Autorisation des Kriegsministers. — Dem„Temps“ zufolge lautet die An— klage gegen Boulanger auf Attentat, Complot und Veruntreuung. Chiffrirte Depeschen, wozu der Schlüssel kürzlich gefunden worden, hätten den Beweis des beabsichtigten Attentats gegen das Elysée erbracht, welchem mehrere höhere Officiere ihre Beihilfe zugesagt. Die Anklage wegen Veruntreuungen stütze sich auf Vorgänge bei Liefecungen für den Staat, namentlich bei Lieferungen von Kaffee und Militärbetten. Der „Temps“ erwähnt ferner die Unterschlagung von Geldern des Kriegsministeriums, welche Bou— langer für sich verwendet habe.
Türkel. Konstantinopel. Der Ministerrath beantragte die Absetzung des Gouverneurs von Erzerum. Djellaleddin, von Kreta zurückgekehrt und vom Sultan in längerer Audienz empfangen, soll unverzüglich nach Armenien geschickt werden, um über die dortige Verwaltung eine Enquete einzuleiten und der Pforte wirksamere Mittel behufs guter Verwaltung der Provinz vorzu— schlagen.
Serbien. Belgrad. Die Räuber sind durchweg mit Magazingewehren für 16 Patronen bewaffnet. Sie bekommen täglich Zuzüge; 27 Sträflinge aus der hiesigen Festung sind zu den Räubern geflüchtet. Aus den nächsten Ortschaften werden schreckliche Gräuelthaten gemeldet.
— König Milan trifft am Freit ig in Bel grad ein, die Königin Natalie demnächst in Jassy, von wo sie sich sodann nach Bukarest begibt. Der Regent Ristitsch ist nebst Familie in das Schwefelbad bei Vranja abgereist.
Egypten. Kairo, 15. Juli. Die Der⸗ wische befinden sich bei Abu-Simbel noch in der— selben Stellung wie am Freitag. Die englischen Truppen bestanden gestern mehrere kleine Gefechte, wobei der Gegner etwa 90 Todte verlor. General Grenfell ist in Assuan eingetroffen; derselbe be— absichtigt sofort nach Abu-Simbel abzugehen.
55 Aus Stadt und Land.
C. T. Friedberg. Gemeinderathssitzung vom 8. Juli Auf Grund der eingelegten Gebote erfolgte die Vergebung der Arbeiten in der Real- und Stadtschule und für den Ausbau des Westflügels der Pferdeställe. Der Voran schlag der Realschule für 1889/.0 gab keinen Anlaß zu Bemerkungen. Es folgte die Mittheilung einer Verfügung Großh. Ministertums bezüglich der Sätze der auf Ge⸗ tränke einzuführenden städtischen Abgabe und die Ver⸗ lesung eines Gesuchs der Johann Müller Wittwe wegen Rückvergütung der Getränksteuer bei Apfelwein. Wie bei Wein wird bei Apfelwein der Minimalgehalt der Fässer, auf welche bei Ausgang aus der Stadt Vergütung er folgt, auf 20 Liter festgesetzt; von allem Obstwein soll M. 1. pr. 100 Liter erhoben werden, von Wein M. 1. 21. Das am Platze gebraute Bier soll einer Abgabe von 65 Pf. pr. Heetoliter unterliegen; die Mehrheit des Gemeinde raths stimmte diesem Satze zu.— Sitzung vom 15. Juli. Nachdem das von Stadtbaumeister Zörb in einer früheren Sitzung vorgelegte Ortsbaustatut von den Mitgliedern der Baucommission geprüft worden war, wurde es heute paragraphenweise durchberathen und genehmigt. Ueber das Bepflanzen, die Pflege ze. von Gräbern auf dem Friedhofe faßte der Gemeinderath folgenden Beschluß: das Bepflanzen von Gräbern auf dem städtischen Fried— hofe soll, wenn es nicht durch Familienongebörige, oder deren Bedienstete, oder durch solche, welche die Anpflan zung gewerbsmäßig betreiben, geschieht, nur durch die Todtengräber, so lange sie diese Stelle bekleiden, ausge führt werden. Andere Personen bedürfen zur Zulassung der Genehmigung der Friedhofs Commission. Der Vor sitzende gab Kenntniß von dem abschlägigen Bescheid, welchen das preuß. Ministerium für öffentliche Arbeiten auf die Einpabe hessischer Gemeinden wegen deren Heran⸗ ziehung zu den Kosten des Landerwerbs der Friedberg⸗ Hanauer Eisenbahn ertheilt hat. Es beißt darin u. A.: Sofern deßhalb auf Grund des durch Vermittlung der dortigen Landesregierung diesseits gemachten Vergleichs vorschlags eine Verständigung nicht erzielt werden kann, wird nur die Erledigung des Streitfalls durch Anrufung der zuständigen Gerichte erübrigen. Die Rechnung der Realschule(Einnahmen und Ausgaben im Jahre 1888/89) geht zur Prüfung an die Finanz Commission.
b. Friedberg, 16. Juli. Heute fand bei schöͤnem
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hiesigen Badeanstalt statt; die Anstalt war v Zeit von 3—5 Uhr Nachmittags für Herren und geschlossen. Zu dem Wettschwimmen hatte sich wähltes Damenpublikum eingefunden, als Preisrichter fungirte die erste und beßte Schülerin unseres Schwimm lehrers Walter, die jetzige Frau D. Es war eine Lust, die Mädchen, denn leider betheiligten sich nur solche b der Action, schwimmen zu sehen. Sie sprangen vom hohen Brett und tummelten sich im Wasser, in welchem doch faß keine Grund hatte, herum, als seien sie am Lande und spielten, sie tauchten trotz den Fischottern ze. ꝛc. Dafür wurden die gewandtesten denn auch am Schluß m Blumensträußen bedacht. Hoffen wir, daß dle Schau stellung dazu beiträgt, unserem verehrten Schwimmleh rg als solchem immer mehr Anerkennung zu verschaffen; möge die Badanstalt immer mehr seitens unserer Mädchen und Frauen benutzt werden. Eine ganz stattliche Anzahl der letzteren hat in den letzten Jahren Schwimmunterricht genommen und es sind bereits sehr schöne Erfolge erzielt worden. Die sanitäre Seite des Badens und Schwimmenz wollen wir als bekannt gar nicht weiter berühren. Friedberg. Ueber die atmosphärischen Störungen am 12. 13. und 14. Juli lesen wir weiter: Binge, 12. Juli. Heute gingen über unsere Gegend, das Nahe thal und den Hundsrück zwischen 7 und 8 Uhr Abend aufs neue schwere Gewitter nieder. Zwischen Kreuznat und Bretzenheim tobte ein orkanartiger Wirbelsturm, ven, bunden mit massenbaftem Regen. Bei Bretzenheim wurd eine große Anzahl Bäume entwurzelt, ein Fuhrwerk auf der Landstraße umgeworfen und der Fuhrmann unte
Dach abgehoben. Die Wassermassen drangen in di Wohnungen, zerrissen die Felder und Weinberge und flößten die Ackerkrume fort. Das Unwetter, welches auch ein Haus durch Blitzstrahl entzündete, tobte voll 20 Minuten.— Oppenheim, 14. Juli. Ein schwerek Gewitter, begleitet von furchtbarem Hagelschlag, wie g seit langer Zeit nicht vorkam, suchte heute Vormittag die hiesigen und angrenzenden Gemarkungen auf das empfinde lichste heim. Was der wolkenbruchartige Regen verschontt, das vernichtete der Hagel.— Groß-Gerau, 15. Jul. Leider ist der gestrige Sonntag nicht vorübergegangen, obne ein schweres Unwetter zu bringen. Seine größt Heftigkeit entfaltete dasselbe in unserem Kreise, dee bekannt, in dem Strich Bauschheim Schönauer Hof Konig städten, der auch letztes Jahr an einem Sonntag durch Unwetter hart betroffen war. Der Schaden, der dung Hagelschlag dort angerichtet wurde, ist leider ein seht bedeutender. Von den noch ausstehenden Feldfrüchte haben namentlich Gerste und Hafer stark gelitten.— Groß-Umstadt, 16. Jult. Samstag Mittag gege⸗z 2 Uhr trieb der Gewittersturm aus südwestlicher Richtung die unablässig niederströmenden Wassermassen mit eing Gewalt gegen die nach Westen liegenden Häuser, daß dal Wasser durch die geschlossenen Fenster durchgepelscht wurd und bald die Zimmer überschwemmte Ebenso war g in den benachbarten Orten. Der Pferdebach war Nu zum reißenden Strom geworden, die nächstgelegeng Keller völlig unter Wasser gesetzt und Blitz und Donn
Juli. Eine Reihe heftiger Gewitter entlud sich scho Freitag Nacht über den Nordabhang der schwäbischg Jura mit mehr oder weniger Hagel, bis gestern Nach mittag mit rasender Geschwindigkeit von Nordwesten ha ein Unwetter zog, das für die Ortschaften Hemmendors, Hirrlingen, Ofterdingen, Nehringen, Mössingen ze. ves den bedenklichsten Folgen sein sollte. Unter furchtbaren Sturm fielen Eisstuͤcke aus den Wolken, die theilweise bis zu 7 Cmtr Durchmesser batten.— Gotha, 12. Juli Glücklich gingen heute mehrere schwere Gewitter über Ko⸗ burg, Meiningen, Etsenach und Gotha ohne erheblich Schaden dahin, ganz anders und zum Theil schrecklich wur den die nächsten Umgebungen von Weimar, Jena, Rod: und anderen Städten und sogar diese selbst durch wolken bruchartige Regenniederschläge und fürchterlichen Hagel schlag und Wirbelsturm heimgesucht. Aus dem Alten burgischen Städtchen Roda allein werden 22 Orte num haft gemacht, welchen die Ernte vernichtet oder mindesten arg geschädigt ist. dem Felde wurden durch Hagelschlag getödtet; stark Bäume wurden entwurzelt, Mauern eingestürzt, Fenin
Laasdorf, Gröben, Schiebelau, Lentra, Lobeda, Burdan; bis nach Rothenstein, Oelknitz aufwärts und bis Jen abwärts. An eine Ernte ist nicht zu denken. Nach des! Wetter waren ganze Strecken ordentlich in eine Gisdech! gebüllt, auch die menschlichen Wohnungen haben erheblich! Beschädigungen erlitten.
setzte. Vielfach drang dasselbe in die Keller, so doß mehreren Stellen die Herbeirufung die Feuerwehr erforder lich wurde.— Aus Glarus wird berichtet, daß aut Samstag Nachmittag zwischen Schwanden und Wulst in Folge eines Wolkenbruches ein Wildbach vom Glär. nisch stürzte. Die ganze Gegend ist meterhoch mit Steinen und Schutt überdeckt. Die Häuser stehen unter Wosseri mehrere Personen wurden getödtet. Gießen, 16. Juli. Gestern wurde im hiesigen Schlachthause durch den Fleischbschauer das leben trichinsse Schwein gefunden. Das selbe wurde durch einen Bauersmann aus Wißmar an einen hlesigen Wehen
tobten, daß Jung und Alt erbebte.— Hechingen, 141
Viele Vögel und andere Thiert auß
zerschlagen, Gärten und Felder verwüstet. Das Unwelte hauste im ganzen Rodathal, in Rutha, Sulza, Solln.
— Aachen Am Freitag Nac“ mittag gegen 5 Ubr brach über Aachen während en Gewitters ein wolkenbruchartiger Regen los, der n! balbe Stunde andauerte und viele Straßen unter Wassa!
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die Pferde geschleudert, an Häusern und Viebställen das.
im sein Fecoratle eise im Bopkolse
Die sohlen)
Buchen
verkauft. Darmstadt, 15. Juli. Heute verstarb dahler nal langjährigem schweren Leiden der seit geraumer Zelt in d
Reichstag angehörigen Socialisten. Liebknecht
Wetter das angekündigte Damenwettschwimmen in der
Ruhestand getretene Oberconsistortalrath Dr. Karl
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