Ausgabe 
17.1.1889
 
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Betreffend: Die Prüfung der Bewerber um die Berechtigung zum einjährig⸗freiwilli

Diejenigen jungen Leute, welche beabsichtigen, sich der im Frühjahr 1889 stattfindenden rubricirten Prüfung zu unterziehen, werden hier⸗ durch aufgefordert, ihre deßfallsigen Gesuche um Zulassung bei Mei⸗

dung des Ausschlusses von dieser Prüfung

spätestens bis zum 1. Februar 1889 bei der unterzeichneten Commission einzureichen. Hinsichtlich der An⸗ bringung der Gesuche wird im Speziellen das Folgende bemerkt: 1. Das Gesuch ist bei der unterzeichneten Prüfungs⸗Commission nur dann anzubringen, wenn der sich Meldende im Großherzogthum

Hessen seinen dauernden Aufenthaltsort hat.

2. Die Zulassung zur Prüfung kann nicht vor vollendetem 17.

Lebensjahr erfolgen.

3. Das Gesuch muß von dem Betreffenden selbst geschrieben sein. Auch erscheint es zweckdienlich, wenn stets die nähere Adresse ange⸗ geben wird. 4. Dem Gesuche sind folgende Papiere beizufügen: a. Geburts⸗ zeugniß; b. Einwilligungs⸗Attest des Vaters oder Vormundes, mit der

Erklärung über dessen Bereitwilligkeit und Fähigkeit, den Freiwilligen

während einer einjährigen activen Dienstzeit zu

und zu verpflegen; in diesem Attest darf die Erklarung des Vaters oder

Betreffend: Das Vormundschaftswesen.

Das Großherzogliche Amtsgericht Friedberg an di Wir sehen der Einreichung der Rechenschafts berichte un

Bekanntmachung.

bekleiden, auszurüsten

Einlagebüchlein, bis längstens 1. Februar 1889 entgegen.

Die für das Jahr 1889 zu stellenden Vormund

einhaltung dieser Fristen hat unnachsichtlich eine

Geldstrafe von 3 Mark zur Folge. Sellheim.

gen Militärdienst. 1889. 3 Vormundes, daß er in der Lage sei, den Freiwilligen während des ein⸗ jährigen Dienstes unterhalten zu können, nicht fehlen, auch muß die Unterschrift des Vaters oder Vormundes beglaubigt sein; e. ein Unbe⸗ scholtenbeitszeugniß, welches von der Polizeiobrigkeit oder der vorge⸗ setzten Dienstbehörde auszustellen ist; d. ein selbstgeschriebener Lebenslauf.

5. In dem Gesuche ist außerdem anzugeben, in welchen zwei fremden Sprachen(Französisch, Englisch, Lateinisch oder Griechisch) der sich Meldende geprüft sein will.

6. Ist bereits früher ein Gesuch um Zulassung zur Prüfung ein⸗ gereicht worden, so bleibt dem erneuten Gesuche nur ein Unbescholten⸗ heitszeugniß beizulegen.

Ueber die Anforderungen, welche an die zu Prüfenden gestellt werden, gibt die Prüfungsordnung(Anlage 2 zur Ersatzordnung I. Theil der Wehrordnung vom 28. September 1875 Regierungs- Blatt Nr. 55 von 1875) Aufschluß. Bezüglich des Prüfungstermins, sowie des Locals, in welchem die Prüfung stattfindet, erfolgt eventuell weitere Bekanntmachung; auf spezielle Ladung kann nicht gerechnet werden.

Darmstadt den 2. Januar 1889.

Großherzogliche Prüfungs⸗Commission für einjährig Freiwillige. Der Vorsitzende: Dr. Zeller.

Friedberg den 29. Dezember 1888.

e Vormünder und Curatoren im Amtsgerichtsbezirk. d des Nachweises der Zinsenbeischreibung, unter Vorlage der

schafts rechnungen sind längstens bis zum 30. April 1889 einzureichen. Nicht⸗

Weber.

Ausschreiben. Um Ermittelung des Aufenthaltsorts des Balthasar Bonifar, Korbflechter aus Muͤnster, zuletzt in Diensten des Andreas Grein zu Ober Erlen⸗

bach, wird ersucht. Homburg v. d. H., 15. Januar 1889.

Der Stellvertreter der Staatsanwaltschaft: Schwarz, Oberförster.

Deutsches Reich.

Darmstadt. DasBerl. Tagbl. bringt dem officiellen Dementi derDarmst. Zeitung gegenüber eine Meldung aus Petersburg, wo nach dort als sicher gilt, daß bei dem Besuch des Großherzogs die Verlobung des russischen Thronfolgers mit der Prinzessin Alix erfolgen werde.

Darmstadt. Der Realgymnasial-Lehrer Mitzenius zu Gießen wurde auf Nachsuchen in den Ruhestand versetzt.

Berlin. Die Nachrichten über angebliche Verhandlungen mit dem Herzog von Cumber land bezeichnet dieNordd. Allgem. Ztg. als welfische Intriguen und Schwindeleien.

Es taucht wieder das Gerücht auf, daß der Kriegs Minister Bronsart von Schellendorf die ernste Absicht hege, nach Schluß der Reichs tagssession von seinem Posten zurückzutreten.

15. Jan. Reichstag. An Stelle Trönd lin's wird auf Antrag Windthorst's Meyer(Jena) durch Acclamation zum Schriftführer gewählt. Der Gesetzentwurf betr. die Controle des Reichs haushaltes und Landeshaushaltes von Elsaß Lothringen für 1888/89 wird in dritter Lesung endgiltig genehmigt. Es folgt die zweite Be rathung des Reichshaushalts⸗Etats für 1889/90 und zwar bei dem Specialetat des Auswärtigen Amtes. Die Commission beantragt die unver änderte Bewilligung der sämmtlichen Summen. Die von Richter beantragte Verweisung an die Commission wurde abgelehnt. Die Position für den Viceconsul von Sansibar und die folgenden Positionen werden genehmigt. Bei der Position: Besoldungen der Beamten in Kamerun bringt Woermann die Mißbräuche zur Sprache, welche durch das Verhalten derRoyal Niger Company eingerissen seien und durch welche die deutschen Handelsinteressen ungemein geschädigt würden. Staatssekretär Graf Herbert Bismarck bemerkt, es sei festzuhalten, daß dieNiger-Company die hier vorgebrachten Bedenken bestreite. Die englische Regierung könne eben die Company nur anhalten, ihre vertragsmäßigen Verpflich tungen zu erfüllen.Wir haben, um diesen Zweck wirksamer zu erreichen, jetzt einen eigenen Beamten nach Lagos entsendet. Es beißt, die englische Regierung wolle ein gleiches thun. So werde sich wenigstens die Erfüllung der vertragsmäßigen Verpflichtungen derNiger⸗ Company überwachen lassen. Fürst Bismarck erwiederte Richter, welcher wegen der Sklaven⸗

arbeit angefragt hatte: man müsse sich doch auf den Boden realer Verhältnisse stellen, nicht Ge⸗ waltstreiche gegen Dinge führen, die Jahrtau sende lang bestehen. Man könne die Sklaven arbeit dort nicht mit einem Male unterdrücken. Man würde nicht nur die deutschen Interessen gefährden, sondern auch das Ausland gegen Deutschland aufbringen. Dies könne doch nicht die Absicht des Vorredners sein,wenn auch die Presse, die ihn unterstütze, für fremde Intriguan⸗ ten und Reichsfeinde eintrete und alles patro nisire, was dem Vaterlande Verlegenheit und Verwicklungen zu bereiten geeignet sei. Die Besoldungen für Kamerun, sowie die übrigen Positionen des Ordinariums werden sodann bewilligt.

Die ostafrikanische Gesellschaft hat an den Reichstag eine Eingabe gerichtet, worin der Gesammtverlust der Gesellschaft auf 650,000 M. berechnet wird. Sie bittet den Reichstag zu der mit der Bekämpfung des Sklavenhandels Hand in Hand gehenden Wiederherstellung der Ordnung in dem Küstengebiete, wie zur Geltend machung gerechter Entschädigungsansprüche, seine Mitwirkung zu leihen.

14. Jan. Die Eröffnung des preußischen Landtags fand heute statt. Dem Exöffnungs acte ging ein Gottesdienst voran. Der König empfing aus den Händen des Staatsministers v. Bötticher die Thronrede und verlas dieselbe. Die Hoffnung, welche die Rede auf die Er haltung des Friedens ausspricht, wurde mit lebhaftem Beifall begrüßt, ebenso die Ankün⸗ digung von der Verbesserung der Lage der Volksschullehrer und der Gehaͤlter der Pfarrer. Nach Beendigung der Verlesung erklärte Staats minister v. Bötticher den Landtag für eröffnet. Das Herrenhaus wählte sein bisheriges Präsi dium wieder.

Bückeburg, 15. Januar. Der Kaiser kam heute hier an und wurde auf dem Bahnhof von dem Fürsten, den Prinzen und den Spitzen der Behörden empfangen. Morgen wird eine Hirsch jagd im Schaumburger Walde abgehalten werden.

Ausland.

Belgien. Brüssel. Bezüglich der genann⸗ ten Flugschrift über die Zukunft Belgiens mel det dasFr. J, daß dieselbe den Obersten Lahure, den vertrautesten Rathgeber des Königs, zum Verfasser habe. Daß der König der Veröffent- lichung nahestand, ist wohl nicht zu bezweifeln.

Frankreich. Paris, 14. Jan. Die Kammer nahm die Berathung des Rekrutirungsgesetzes wieder auf.

Großbritannien. London. Dufferin, wel⸗ cher gegenwärtig in Rom weilt, soll mit Crispi die Bestimmungen eines förmlichen Bündnisses zwischen England und Italien regeln, auf Grund⸗ lagen, welche auch die Zustimmung des eng⸗ lischen Parlaments finden dürften.

Amerika. New Vork, 15. Jan. Admiral Kimberley, der Befehlshaber des Geschwaders in der Südsee, erhielt den Befehl, mit der Cor⸗ vetteTventon, die sich gegenwartig in Panama befindet, nach Samoa zu gehen. Mehrere andere Schiffe sind nach Panama gesendet, da daselbst der Ausbruch von Unruhen befürchtet wird.

Aus Stadt und Land.

a. Friedberg. Wir sind bereits heute in der an⸗ genehmen Lage, mitthellen zu können, daß Sonntag den 10. Februar d. J. die Kapelle des 116. Inf.⸗Regiments aus Gießen unter Leitung des Gr. Musikdirektors Krause ein Concert im Hötel Trapp veranstalten wird. Die vorzüglichen Leistungen dieser Kapelle sind hinreichend bekannt, um dem in Aussicht stehenden Kunstgenuß im Voraus die gebührende Aufmerksamkeit zuzuwenden.

7 Rendel. Am 9. Januar fand die zahlreich be⸗ suchte General⸗Versammlung des hiesigen Kriegervereins statt. Nach dem Rechenschaftsbericht zählt der Verein 45 active, 15 passive, sowle 2 Ehrenmitglieder. Neu aufgenommen wurden im Jahr 1888 zwei, ausgeschlossen ein Mitglied. Die 1888er Rechnung schloß ab mit einer Einnahme von 225 M., gegenüber einer Ausgabe von 160 M. ab; verzinslich angelegt wurden in diesem Jahre 50 M. Das Vermögen des Vereins in baaren Gelde beläuft sich auf nahezu 500 M., welche Summe in hle⸗ siger Sparkasse verzinslich angelegt ist. An Unter⸗ stützungen wurden in 1888 gezahlt 70 M.; seit Bestehen des Vereins 700 M. Der seitherige Vorstand wurde bis auf zwei Mitglieder wiedergewählt. Hierauf wurden Beiträge zur Errichtung eines Kaiser⸗Wilhelm⸗Denkmals gesammelt.

1. Okarben. Nachdem Okarben der Kriegerkamerad⸗ schaftHassia beigetreten, findet der dies jährige Be⸗ zirkstag des Bezirks Vilbel im Monat Mai dahler statt.

Allerlei.

Würzburg, 15. Januar. Heute Nacht ist bei einem Zimmerbrand in der Saalgasse der Meßzgermeister Hell⸗ muth verbrannt. Wahrscheinlich hat der alte Mann im Schlafe die brennende Lampe umgeworfen.

München. Der Prinzregent nahm das Protektorat über die Bayreutber Festsplele mittelst Handschreibens an Frau Cosima Wagner an.

Berlin. DiePost warnt vor der Auswanderung nach Brasillen und macht darauf aufmerksam, daß Ver sprechungen von Agenten auf fortlaufende Unterstützung der Ausgewanderten durch die brafillanische Regierung Schwindeleien seien.

Lübeck. Der DampferGinevra, von Windau (Rußland) nach Lübeck mit Spiritus und Espenholz