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ä Bekanntmachung. g Der Vorstand des Frankfurter landwirthschaftlichen Vereins wird aus Anlaß der im April und Oktober d. Is. zu Frankfurt a. M.
abzuhaltenden Pferdemärkte Verloosungen von Luxus- und Arbeits-Pferden, Equipagen, Fahr- und Reit-Requisiten ꝛc. veranstalten, bei welchen
je 40,000 Loose 3 3 Mark ausgegeben und Gewinnste im Gesammtwerthe von je 84,000 Mark verloost werden sollen.
Großherzogliches
Ministerium des Innern und der Justiz hat dem gedachten Vorstand auf sein Nachsuchen gestattet, die fraglichen Loose in dem Kreise Friedberg
und Offenbach zu vertreiben. Friedberg den 13. Februar 1889.
Großherzogliches Kreisamt Friedberg. Dr. Braden.
Dienstnachrichten aus dem Kreise Friedberg.
Ernannt und verpflichtet wurden: Peter Schmidt und Johann Georg König von Nieder-Mörlen als Wiesenvorstandsmitglieder.
Die Gesundheits⸗ und Sterblichkeits⸗Verhältnisse des Kreises Friedberg im Jahre 1888s.
Im Jahre 1888 sind im Kreise Friedberg 1388 Personen ge— storben; davon 207 im 1. Lebensjahr, 278 im Kindesalter(2. bis 15. Jahr), 903 Erwachsene. Die gleichnamigen Zahlen des Vorjahres betragen: insgesammt 1253, im 1. Lebensjahr 187, Kinder 217 und Erwachsene 849; diejenigen des Durchschnittes der letzten 5 Jahre: 1220 Gesammt, 206 im 1. Lebensjahr, 192 Kinder, 822 Erwachsene.
Die Sterblichkeit des Jahres 1888 ist somit recht groß, für alle Altersklassen erheblich größer als die des Vorjahres und übertrifft auch das Mittel der fünf letzten Jahre, mit Ausnahme der Altersklasse der kleinsten Kinder, um ein Bedeutendes.
Auf die einzelnen Monate des Jahres entfielen: April 156 Todesfälle, März 150, Dezember 132, Februar 124, Mai 121, Januar 120, Juni 114, Oktober 109, November 95, Juli 92, Sep— tember 92, August 83.
Nach größeren Zeitabschnitten zusammengefaßt, kommen auf das erste Vierteljahr 394 Todesfälle, das zweite 391, das vierte 336, das dritte 267; auf das erste Halbjahr 785, das zweite 603.
Diese Zeitvertheilung entspricht im Ganzen dem regelmäßigen Vorkommen in unsrem Kreise. Immer fordert das erste Halb jahr die größte Zahl von Opfern, und von den Jahres vierteln die beiden ersten, während das dritte am schonendsten ist..
Etwas ungewöhnlich ist die hohe Sterbeziffer des Dezember (99 im Vorjahre, 95 im 5jährigen Jahresmittel).
Durch welche Krankheiten war hauptsächlich diese hohe Sterb— lichkeit bedingt?
In dieser Beziehung stark hervortretend zeigen sich besonders die sogenannten ansteckenden Krankheiten und die Lungen- schwindsucht; doch tragen diese die Schuld nicht allein.
Die Gruppe der ansteckenden Krankheiten: Masern, Schar— lach, Rose, Diphtheritis, Keuchhusten, Unterleibstyphus, Wochenbettfieber und Eiterfieber(andere kamen nicht vor) brachten 192 Todesfälle(147 im Vorjahre, nur 95 im fünfjährigen Mittel). Einzeln betrachtet, erscheint die Diphtheritis mit der erschreckend hohen Zahl von 103 Todesfällen; sie trat während des ganzen Jahres sowohl vereinzelt an allen Orten wie auch in Epi— demien auf(Nieder-Erlenbach, Nieder-Wöllstadt, Harheim, Friedberg, Gambach, Büdesheim). Die von dieser tückischen Krankheit ausgehende Gefahr nimmt seit mehreren Jahren stetig zu(1883— 20 Todesfälle, 1884— 26, 1885— 34, 1886— 43, 1887— 81, 1888— 103). Dieser ernsten Thatsache gegenüber wird man es begreiflich finden, daß die Maßregeln gegen Uebertragung und Verschleppung von Diphtheritis, wie überhaupt von ansteckenden Krankheiten entschieden schärfere Form angenommen haben und noch weiter annehmen werden.
Auch Scharchlach, 30 Todesfälle, zeigt sich in letzterer Zeit zunehmend; er kam vielfach vereinzelt vor, bildete aber auch mehrere zum Theil recht bedeutende Epidemien(Nieder-Weisel, Gambach).
Masern, 17 Todesfalle, bildeten besonders im mittleren und nördlichen Theile des Kreises in vielen Gemeinde starke Epidemien.
Kenuchhusten war 20 Mal tödtlich in verschiedenen Gemeinden, ohne daß eigentliche Epidemien bekannt geworden wären.
Typhus, ausschließlich die einheimische Form des sogenannten Unterleibstyphus, im Ganzen 10 Todesfälle, bildete nur eine nennens— werthe Epidemie(Büdesheim); in einigen Faͤllen von Typhusausbruch wurde durch Schließung von Brunnen der weiteren Ausbreitung augen⸗ scheinlich Einhalt gethan.
Wochenbettfieber tödtete 4 Frauen; vergleichsweise mit anderen Zeiten ist diese Zahl nicht groß, doch immerhin höchst traurig,
wenn man bedenkt, daß diese Krankheit zu den vermeidbaren gehört Erst in jüngerer Zeit ist bekannt geworden, wodurch das Kindbettsieber
übertragen wird und wie es vermieden werden kann. Die
ganz neuerdings erschienene neue Dienstanweisung für die Hebammen
wird zweifellos großen Segen bringen, besonders wenn auch das Publikum sich an der Ueberwachung der strengen Einhaltung ihrer Vor⸗ schriften mit dem Ernste betheiligt, welcher dieser hochbedeutsamen An⸗ gelegenheit gebührt.(Vergl. Veröffentlichung im Oberhess. Anzeiger Nr. 17 und 18.)
Recht großen Antheil an der hohen Sterblichkeit des Jahres 1888 hat ferner, wie bereits oben angedeutet, die Lungenschwindsucht. Die Häufigkeit dieser Krankheit in unsrem Kreise mit so vorwiegend ackerbautreibender Bevölkerung ist bekanntlich von jeher eine auffallend
große; diesmal ist jedoch die mittlere Zahl der Todesfälle noch über
troffen worden(209 gegen 201).
Auch durch akute Entzündungen der Athmungswerk— zeuge starben mehr Personen als sonst, 151(135 im Vorjahre, 133 im ö jährigen Mittel).
Durch Gehirnschlagfluß endeten 47 Menschenleben(56 im Vorjahre, 43 im Mittel). Günstig erscheint das Absterbeverhältniß durch akute Darmkatarrhe besonders der kleinen Kinder(20 gegen 27 im Mittel).
Allen übrigen, hier nicht besonders aufgeführten Erkrankungsformen erlagen 728 Personen(670 im Vorfahr, 623 im öjährigen Mittel). Auch diese Zahl ist sehr groß, nur durch den Jahrgang 1886(717) übertroffen.
Groß war auch die Zahl der Selbstmorde, 21, bisher über⸗ haupt nicht erreicht(16 im Mittel); gewahlte Todesarten: Erhängen 16mal, Ertränken 1mal, Erschießen 2, Selbstverwundungen 2. Ver— unglückung brachte 12 Todesfälle; Amal Sturz mit Schaͤdel⸗ oder Wirbelsäulebruch, 4 Ertrinken, 2 Verbrennung, 1 Eisenbahnüberfahrung, 1 Erfrieren im Freien.
Verlust des Lebens durchMord und tödtliche Körperver— letzung kam nicht vor.
Nach üblich gewordener Berechnungsweise, Verhältniß der Zahl der Gestorbenen zu der der Lebenden, beträgt die Sterbeziffer des Kreises 22,0/, von je tausend Menschen sind 22 gestorben. Diese Ziffer ist verhältnißmäßig hoch, sie betrug im Vorjahre 19,8 und im Zjährigen Mittel 19,3%.
Die Ziffer der 4 größeren Orte betrug: Friedberg 22.80%, (ohne das Hospital 17,5), Vilbel 21,2%(ohne Hospital 20,7), Butzbbach 14,2%, Bad⸗Nauheim 28,5%(ohne die Kurgäste 20,7). Die Höchstbesteuerten Orte waren Nieder-Weisel mit 47,3% (Scharlach und Masernepidemie), Burg-Gräfenrode mit 41,7% Büdesheim 36,4%(Typhus⸗ und Diphtheritis-Epidemie), Rendel 35,3(Scharlach- und Diphtheritis⸗Epidemie). Die geringstbelasteten sind Maibach(5,4%), Ober-Wöllstadt(6,6%), Ober⸗ Flor⸗ stadt 7,1%) Nieder-Eschbach(7,6%).
Es muß übrigens bemerkt werden, daß das Promille- Verhältniß eines Jahres für die kleineren Orte des Kreises, ja fast für Alle, nur eine geringe Bedeutung hat. Die Zufälligkeit, daß in einem Hause Diphtherie oder Typhus einen oder zwei Kranke wegrafft, kann bei so geringer Einwohnerzahl schon sehr große Veränderungen der Verhältniß⸗ zahl bedingen.
Friedberg im Februar 1889.
Großherzogliches Kreis⸗Gesundheitsamt Friedberg: Dr. Lorenz.
Deutsches Reich. Kiel, 12. Febr. Prinz und Prinzessin Lud- wurde heute verhaftet. wig von Battenberg trafen heute hier ein und
trat, man solle sämmtliche Minister aufhängen,
und des Constitutionalismus und versichert, weder er noch die Regierung wollten die gegen⸗
nahmen im Schloß Wohnung.
Ausland.
Oesterreich-Ungarn. Wien, 14. Febr. Graf Kalnoky begibt sich heute nach Pest. Die Kronprinzessin Stefanie reist Montag nach dem Schlosse Miramare ab.
Pest, 12. Febr. Heute fanden neuerdings politische Kundgebungen statt. Tisza wurde beim Betreten und Verlassen des Reichstags„Abzug Tisza“ zugerufen. Der Raädelsführer bei der
gestrigen Laͤrmscene, Takacs, der die Ansicht ver⸗
— 14. Febr. Abgeordnetenhaus. Anläßlich des Berichtes des Präsidenten über seine gestrige Audienz beim Kaiser wirft der Abg. Ugron der Regierung vor, die Krone zu Auslassungen ver— anlaßt und die Trauertage für sich ausgebeutet zu haben und bezeichnet dies Vorgehen als einen Wahlkniff, was stürmische Proteste und Tumult auf der Rechten veranlaßt. Der Redner wird zur Ordnung gerufen. Tisza verwahrt sich auf das Entschiedenste dagegen, einer noch so lär— menden Minorität oder einem von außerhalb des Hauses kommenden Drucke nachzugeben. Er erinnert an die Gebote des Parlamentarismus
wärtige traurige Lage zu ihrem eigenen Vor— theile ausnutzen. Er bitte den Zwischenfall zu schließen und zur Tagesordnung überzugehen. Das Haus beschließt demgemäß.
Frankreich. Paris, 13. Febr. Der Senat nahm die Vorlage betreffend die Einführung der Bezirkswahlen nach kurzer Discussion mit 228 gegen 52 Stimmen an; jedoch sollen partielle Wahlen bis zur Vornahme der allgemeinen Wahlen nicht stattfinden.
Großbritannien.
London, 12. Febr.
Der nationalistische Deputirte Kelly wurde wegen Aufwiegelung von Pächtern zum Widerstande
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