Ausgabe 
14.12.1889
 
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345! Die mittlere Lebensdauer beträgt bei den Reichen 50, bei den Armen 32 Jahre. Der Zufall, der ein Kind auf dem weichen Polster der Reichen geboren werden ließ, gibt ihm also ein Geschenk von vollen achtzehn Jahren mehr mit auf den Weg, als dem auf dem Strohlager des Armen zur Welt gekommenen Kinde.

Die überwinternden Vögel.

Sehr viele liebliche Sänger treten im Herbste von uns aus recht weite, überseeische Reisen an, um in Ländern, wo Schnee und Eis unbekannte Dinge sind, ihren Unter⸗ halt zu finden. Aber auch eine recht große Anzahl von den gefiederten Sängern ziehen es vor, bel uns den strengen Winter mit kümmerlicher Nahrung zu verbringen, und das müssen wir lobend anerkennen, denn obschon die meisten stumm und traurig umherfliegen, so gewähren sie doch inmmerhin unserer öden, stillen, winterlichen Gegend ein lebendigeres Aussehen Wir beobachten jetzt gewiß mit Freuden die kleinen, niedlichen Meisen, denn wir sehen ja, wie emsig diese niedlichen Thierchen die Rinde der kahlen Bäume nach Maden, Larven und Puppen durch⸗ suchen, und wir denken dabei auch wohl an den großen Nutzen, den sie uns dadurch bringen, und wir wissen, daß ja sonst im Frühlinge viele Blätter und Blüthen der Obstbäume nicht zum Vorschein kommen würden. Ganz nahe und daher genau können wir, wenn tiefer Schnee Feld und Wald bedeckt, den Edelfink, den schönen, gelben Goldammer in steter Begleitung der Haubenlerche betrachten, denn der bittere Hunger zwingt auch diese armen Vögel chen, die Scheu vor Menschen fast ganz abzulegen; sie hüpfen traurig auf Straßen und Höfen herum, nach jedem Körnlein suchend, um ihr armes Leben zu fristen. Der bittere Hunger nöthigt auch manchmal die Blutfinken und Zeisige, ihren Wald zu verlassen, um in der Nähe von Städten und Dörfern mit allem fürlieb zu nehmen, was nur genteßbar ist. Sobald Thauwetter eintritt, be⸗ geben sich alle diese Vögel eiligst wieder nach ihren früheren Aufenthaltsorten; sie sind keine gewöhnlichen Wegelagerer, denn sie nehmen die Mildthätigkeit der Menschen nur in der äußersten Noth in Anspruch, und kaum haben sie ihren Hunger gestillt, so lassen sie, noch ehe die Sonne wärmer scheint, ihre Stimme erschallen. Wir bitten nun recht inständig alle Bewohner in Städten und Dörfern, be nannten Vöglein, die nicht blos in den schöneren Jahres zeiten bel uns verweilen, sondern auch bei Schnee, Els und Duft uns nicht verlassen, ihren Beistand nicht zu versagen und denselben ein Almosen zu verabreichen. Nach unserem Gefühle würden wir es tief beklagen und für recht hartherzig halten, wenn Jemand in dieser Zeit einen von diesen Vögeln fangen und tödten wollte.

Herberge zur Heimath.

Bis heute gingen ferner ein durch Frau Gräfin zu Solms Rödelheim in Assenheim gesammelt M. 16.73; Gemeinde Nieder Florstadt M. 0; Kugelbaus-Fonds in Butzbach M 10; Kirchenrath Buchhold in Ossenheim M. 5; Kirchenkasse Schwalheim M. 14; Kirche Nieder-Roßbach

M. 1; Gemeinde Wobnbach M. 1; Gemeinde Schwal⸗

heim M. 5; Kirchen Colleete hier M. 13.603 N. N. 1 Korb Gemüse. Wir sagen den freundlichen Gebern unseren besten Dank und bitten um weitere Gaben. Friedberg den 9. December 1889 Der Vorstand. 7 Decan Meyer, Vorsitzender, G. Schwarz, Rechner.

* Bitte.

Damit auch dieses Jahr eine Christ bescheerung für die hiesige Kleinkinder schule stattfinden kann, wird um gütige Bei steuer von Geld und sonstigen Gaben gebeten. Zum Empfange erklärt sich jede der Unterzeich neten gern bereit.

Bertha Becker.

Minna Diegel. Adele Braden. Johannette Klipstein. Hilda Dieff nbach. Elise Steinhäußer

Err

0 ronkurs-Verfahren.

Das Konkursverfahren über das Vermögen des ver lebten Lehrers August Bauer von Ober-Florstadt wird nach erfolgter Abhaltung des Schlußtermins hierdurch aufgehoben.

Friedberg den 10. Dezember 1889 Großherzoglichee Amtsgericht Friedberg.

Herzberger.

Gläubiger-Aufforderung. Forderungen an den Nachlaß des verstorbenen Wege wärters Adam Schmidt II in Bad Nauheim sind binnen

4497

8 Tagen bei unterzeichnetem Gerichte anzumelden, wenn

sie bei der Nachlaßtheilung berücksichtigt werden sollen Bad Nauheim den 9 Dezember 1889. Großherzogliches Amtsgericht Bad-Nauheim. Bauer.

4496 Schütz.

Ein junges Mädchen

Bekanntmachung.

Es wird hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß der Vorschuß und Creditverein zu Ober-Mörlen, E. G. seine Auflösung beschlossen und seine Vorstandsmitglieder Johannes Schmidt II., Caspar Hofmann und Philipp König VI. von Ober⸗Mörlen als Liquidatoren bestellt hat. Eintrag zum Genossenschaftsregister ist erfolgt. Bad⸗Nauheim den 11. Dezember 1889. Großherzogliches Amtsgericht Bad-Nauheim. Bauer. 4514 Schütz.

Holzversteigerung.

Donnerstag den 19. Dezember l. J., Vormittags

10 Uhr anfangend, werden im Gemeindewald versteigert:

6 Eichen⸗-Stämme, 3,90 ebm, 126 Lärchen und Kiefern-

Stämme, 104,3 ebm, 47 Erlen⸗Stämme, 18 ebm haltend.

Das Holz eignet sich theilweis zu Schnittholz.

Die Zusammenkunft ist auf der Holzwiesenschneise bei

Steinfurthswiese.

Gettenau den 11. Dezember 1889. Großherzogliche Bürgermeisterei Gettenau.

4495 Muth.

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