Ausgabe 
14.12.1889
 
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1 Beilage.

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Aus Stadt und Land.

C. T. Friedberg. Gemeinderathssitzung vom 2. und 9. Dec. Die erste wurde mit Mittheilungen des Vorsitzenden über das Nebenbahn-Projeet Hungen Fried⸗ berg eröffnet, dessen Comité vor Kurzem in Reichelsheim getagt hat. Unter Festhaltung der einmal beschlossenen Linie soll demnächst zur Betreibung der Angelegenheit eine Deputation nach Darmstadt entsandt werden. Die Beschlußfassung über den Geländeerwerb, welcher an der Fauerbacher Straße zur Anlegung eines erhöhten Banketts bis zum Friedhofe nothwendig ist, wurde ausgesetzt. Der Vorstand der hiesigen israelitischen Gemeinde wünscht die Anstellung eines tsraelitischen Lehrers an der Stadt schule und hat sich in Verfolgung dieser Angelegenheit an Großh. Ministertum des Innern, Abtheilung für Schul sachen, gewandt. Von diesem ist die Kreisschuleommission des Kreises Friedberg zum Bericht aufgefordert worden; hierdurch wurde der Gemelnderath neuerdings veranlaßt, sich mit der Sache der Gesuchstelle zu befassen. Dieselbe wurde wie im März d. J. im ablehnenden Sinne be schteden. Vertreter verschiedener Behörden haben in letzter Zeit die hiesigen Schlachtstätten besichtigt, wobet da und dort Nichtachtung der erlassenen Poltzei- Vor schriften zu Tage getreten sind. Indem Großh. Kreis amt hiervon Kenatniß gibt, ersucht es den Gemeinderath um Stellungnahme in Bezug auf die Errichtung eines öffentlichen Schlachthauses. Die Angelegenheit geht zunächst an die Schlachthaus Commission. Sitzung am 9. Dee. Eine andere Fassung der Getränksteuer-Verordnung, welche die zu Tage getretenen Wünsche der hiesigen Bierbrauer berücksichtigt, wird von dem Vorsitzenden vorgelegt und von dem Gemeinderath genehmigt. In der den Rest des Abends ausfüllenden Vorbesprechung des städtischen Vor⸗ anschlags 1890,91 wurden von Stadtbaumeister Zörb Kosten⸗Ueberschläge betr. Kanalisirung und Pflasterung verschledener Straßen vorgelegt.

J. Petterwell. Bei der am 11. d. M. dahier statt⸗ gehabten Beigeordneten-Wahl ging es sehr rührig her. Die Gegner der Feldbereinigung hatten nochmals alle Mann an die Wahlurne gebracht, damit der seitherige Beigeordnete Emmerich nicht wieder gewählt würde und zwar nur deßwegen, weil Beigeordneter Emmerich in hiesiger Gemeinde viel für das Zustandekommen der Feld⸗ bereinigung gewirkt hat. Allein auch dieser Anlauf half nichts, die Gegner ver Feldberelnigungen unterlagen auch diesmal. Emmerich wurde mit großer Majorttät wieder als Beigeordneter gewählt.

Allerlei.

Berlin. Hler ist in der Nacht auf den Sonntag wieder ein scheußlicher Raubmord verübt worden. Der Bauwächter Karl Meißner, ein 62 Jahre alter Mann, wurde auf dem Neubau Eberwalderstraße 29 von einem zur Ablösung erscheinenden Lehrling am Sonntag früh als Leiche aufgefunden. Die rechte Seite des Gesichtes und des Kopfes war gänzlich zertrümmert. Dem Er⸗ mordeten ist seine Baarschaft in die Höhe von 34 M. geraubt worden. Die Polizei ist dem muthmaßlichen Thäter bereits auf der Spur.

Spandau, 10. Dee. Im Feuerwerkslaboratorium sind über 100 Personen an der Influenza erkrankt. Die Influenza ist eine aus Rußland eingeschleppte, zwar nicht tödtliche, aber sehr quälende Art der Grippe.

Hamburg, 7. Dee. Das auf der Fahrt von hler nach Sidney begriffene englische SchiffBritish Monarch ist auf hoher See verbrannt. 16 Personen sind gerettet, ein Boot mit 6 Mann wird vermißt.

Kopenhagen, 10. Dee. Die als Influenza be⸗ zeichnete Epidemie ist hier in mehreren Kasernen ausge⸗ brochen; die Halfte der Garnison ist von derselben ergriffen worden.

Warschau, 10. Dec.

Die Influenza nimmt einen bedenklichen Charakter an. Die Spitäler sind überfüllt. Chinin, wie andere Medieamente sind wirkungslos. Die Fabriken mußten geschlossen werden. In Sebastopol ist ebenfalls die Influenza zum Ausbruch gekommen.

Newyork, 11. Dec. In Johnstown entstand gestern Abend während der Opernvorstellung ein blinder Feuer⸗ lärm. In dem durch die panikartitze Flucht der Theater- besucher herbeigeführten Gedränge wurden mehrere Personen getödtet und gegen 50 verletzt.

Berlessungen. ssisc 40 Thr.⸗Loose von 1845. Serien⸗ ee 1. December 1889. Nr. 33 40 86 142

1 1 361 454 474 535 545 568 717 742 797 879 99 962 1006 1044 1198 1261 1284 1317 1324 1344 1383 1429 1438 1481 45111517 152216881641 1667 1775 1879 1886 1899 1946 1988 2428 2446 2375 2546 2613 2614 2622 2730 2908 2962 2965 3002 3145 3081 34269 3321 3327 3344 3372 3538 3563 3565 3573 3618 3650 3734 3842 3852 3861 4049 4188 4255 4261 4483 4554 4556 4598 4600 4669 4683 4744 4772 4818 4836 4854 4930 5023 5156 5774 5329 5380 8443 5643 5650 5691 5712 5824 5898 6113 6358 6400 6402 6422 6437 6475

5 75 6261 6277 . Die Gewinn Ziehung findet

3540 6548 6552 fen 6657. m 1. Juli 1890 statt.

5 5 5 Serien⸗Zi 2. December 0

822 57654 865 1242 1325 j74 4384 4385 43867529

2695 2722 2818 1850 3033 3185 3274 3288 3345 3466 3493 3582 3820. Die Gewinnziehung findet am 2. Januar 1890 statt.

Köln⸗ Mindener 100 Thlr.⸗Loose von 1871. Serien⸗Zlehung vom 2. December 1889. 6 51 253 304 508 371 568 675 984 1078 1242 1276 1447 1454 1535 1542 1795 2025 2044 2181 2306 2402 2433 2451 2487 2636 2725 2875 2878 2906 2984 3010 3042 3226 3289 3377 3460 3560 3589 3697 3780 3963. Die Gewinn Ziehung findet am 1. Februar 1890 statt.

Oesterreichtsche fl. 100 Loose von 1864. Serien⸗ und Gewinnziehung vom 2 December 1889. Heimzah lung am 1. März 1890. Serien: Nr. 26 248 282 295 389 705 924 1050 1157 1205 1312 1443 1738 1776 1894 1953 2007 2213 2430 2797 3167 3201 3333 3364 3647 3777 3928. Gewinne: S. 248 Nr. 14 à 150,000 fl. S. 2213 Nr. 72 à 20,000 fl. S. 1205 Nr. 92 10,000 fl. S. 389 Nr. 42, S. 1443 Nr. 62 à 5000 fl. S. 248 Nr. 29, S. 924 Nr. 25 à 2000 fl. S. 1157 Nr. 94, S. 3167 Nr. 60, S. 3201 Nr. 71 à 1000 fl. S. 26 Nr adde er d, 8 295 f 89 Nr. 2 28 60 69, S. 705 Nr. 8 76, S. 924 Nr. 7188, S. 10 N i, S is N e, S 3d N dl, S. 1443 Nr. 27, 1053 Nr. 56 77, S. 2007 Nr. 2 90 94 100, S. 2213 Nr. 53, S. 2430 Nr. 12 85, S. 3167, Nr. 43 67, S. 3333 Nr. 6 13 16 38, S. 3334 Nr. 100, S. 3647 Nr. 100, S. 3777 Nr. 5 11, S. 3928 Nr. 3 28 31 73 86 à 400 fl. Auf alle übrigen in vor⸗ stehenden Serien enthaltenen und hier nicht aufgeführten Nummern entfällt der geringste Gewinn von je 200 fl.

Weihnachtssendungen. Das Reichs Postamt richtet auch in diesem Jahre an das Publikum das Ersuchen, mi den Weihnachtsversendungen bald zu beginnen, damit die Paketmassen sich nicht in den letzten Tagen vor dem Feste zu sehr zusammendrängen, wodurch die Pünkt lichkeit in der Beförderung leidet. Die Packete sind dauerhaft zu verpacken. Dünne Pappkasten, schwache Schachteln, Cigarrenkisten ꝛc. sind nicht zu benutzen. Die Aufschrift der Packete muß deutlich, vollständig und haltbar hergestellt sein. Kann die Aufschrift nicht in deutlicher Weise auf das Packet gesetzt werden, so empfiehlt sich die Verwendung eines Blattes weißen Papiers, welches der ganzen Fläche nach fest angeklebt werden muß. Am zweckmäßigsten sind gedruckte Auf⸗ schrüften auf weißem Papier. Dagegen dürfen Formu lare zu Post-Packetadressen für Packetaufschriften nicht verwendet werden. Der Name des Bestimmungs⸗ orts muß stets recht groß und kräftig gedruckt oder geschrieben sein. Die Packetaufschrift muß sämmt⸗ liche Angaben der Begleitadresse enthalten, zu treffendenfalls also den Frankovermerk, den Nachnahme betrag nebst Namen und Wohnung des Absenders, den Vermerk der Eilbestellung u. s. w., damit im Falle des Verlustes der Begleitadresse das Packet auch ohne die selbe dem Empfänger ausgehändigt werden kann. Auf Packeten nach größeren Orten ist die Wohnung des Empfängers, auf Packeten nach Berlin auch der Buchstabe des Postbezirks anzugeben. Zur Beschleunigung des Betriebes trägt es wesentlich bei, wenn die Packete frankirt aufgeliefert werden. Das Porto für Packete ohne angegebenen Werth nach Orten des Deutschen Reichs- Postgebiets deträgt bis zum Gewicht von 5 Kilogramm: 25 Pf. auf Entfernungen bis 10 Meilen, 50 Pf. auf weitere Entfernungen.

Die Statistik des Todes. Von Heinrich Lagler.

Welche Antwort ertheilt uns die Statistik auf die Frage nach der Dauer des menschlichen Lebens? Daß es in der vielgepriesenen guten alten Zeit schlimmer stand als in der vielgeschmähten Gegen wart, daß sich die mittlere Lebensdauer des Menschen in den letzten Jahren wesentlich ge bessert, daß je mehr ein Volk sich geistig hebt, je mehr es fortschreitet in Sittlichkeit, Kunst und Wissenschaft, je größer sein Wohlstand wird, es desto mehr im stande ist, die bösen Einflüsse, welche das Leben verkürzen, zu erkennen und die Ursachen des Krankwerdens zu vermindern. Also aus eigener Kraft! Wie tröstlich klingt dies doch! Welches sind nun die schädlichen Einflüsse, welche das Leben verkürzen? Sie kommen her von dem Klima, dem Wohnorte, dem Wohlstande, der Armuth, dem Berufe, dem Geschlechte, der Sitt lichkeit, den politischen Verhaͤltunissen ic. Was sagt uns nun die Statistik vom Einfluß des Klimas? Die mittlere Lebensdauer ist im ge mäßigten und kalten Klima eine größere als im heißen. In Europa kommt auf je 36 Einwohner ein Sterbefall, in Afrika schon auf 29, in Suͤd amerika auf 33, in Nordamerika auf 41. Die größte Sterblichkeit herrscht im Gouvernement Perm 1: 20, die kleinste in der Provinz Leon 1: 67. Wir Bewohner Mitteleuropas sind so-

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wandelnden Mitmenschen. Welchen Einfluß hat der Wohnort? Im allgemeinen ist der Aufent halt auf höher gelegenen Orten gesünder als in der Ebene, jener auf dem Lande gesünder als in der Stadt. Unter den Städten selbst nehmen wir einen wesentlichen Unterschied wahr. Die gesündeste Stadt in Europa ist Genf(1: 44), die ungesündeste Perm(1: 14). Welchen Ein⸗ fluß hat der Beruf auf die Lebensdauer der Menschen? Dabei sind von selbst jene Menschen ausgeschlossen, die ohne Beruf dahinleben und des Lebens Güter genießen können. Einen Be ruf hat, wer arbeitet. Arbeit kräftigt und stählt den Körper, sie ist kein Fluch, sondern ein Segen, wenn sie unter entsprechenden Verhältnissen statt finden kann. Arbeit in übermäßiger Anstrengung unter schädlichen Einflüssen schwächt den Körper und reibt ihn auf. Das höchste durchschnittliche Lebensalter hat man bei den protestantischen Geistlichen gefunden: nach ihnen kommen die Landleute, Förster, Gärtner und Fischer. Ein viel geringeres Alter ist zugemessen den Berg leuten, Anstreichern und Schrifsetzern. Das mör derischste unter den Gewerben ist das der Schleifer. Die Schleifer von Sheffield erreichen nur ein Alter von 20 Jahren. Der feine Staub des Stahls richtet sie zu Grunde. Ihre Krankheit wird die Schleiferfäule genannt. Auch der un aufhörlich aufregende und die physischen und geisti gen Kräfte rasch aufreibende Beruf des Jour nalisten kürzt die Lebensdauer bedeutend ab, so daß dieser Stand unter den geistigen Arbeitern, nächst den Bühnenkünstlern, die größte Sterb lichkeitsziffer aufweist. Welchen Einfluß auf die Sterblichkeit übt das Geschlecht aus? Das maͤnn liche Geschlecht ist gegenüber demschwachen bedeutend im Nachtheile. Die durchschnittliche Lebensdauer des Mannes wird auf 3340 Jahre veranschlagt, die des Weibes auf 3642. Und dieses für das weibliche Geschlecht günstige Ver hältniß trotz der mannigfachen Krankheiten, denen das Weib vom Jungfrauen- bis zum Matronen alter unterworfen ist! Obwohl mehr Knaben als Mädchen geboren werden(auf 1000 Maͤdchen kommen z. B. in Preußen 1296 Knaben, in Bayern 1367, in Frankreich 1448), so über⸗ wiegt doch, mit sehr geringen Ausnahmen, über⸗ all das weibliche Geschlecht. Auch Armuth und Wohlstand sind von Einfluß auf die Sterblich keit. Armuth und Reichthum zwei inhaltsschwere Worte! In ihnen liegt der größte Theil des irdischen Glückes und Unglückes verborgen. Wohl dem, der im Schoße des Wohlstandes das Licht der Welt erblickt. Zarte, sorgsame Pflege um gibt seine Wiege; er lebt in lichten, wohlgelüf⸗ teten Räumen, seine Nahrung ist gut und reich⸗ lich, seine Kleidung den jeweiligen Bedürfnissen entsprechend. Wie unendlich traurig dagegen ist zumeist das Loos der Armen! Schon sein Ein⸗ tritt ins Leben wird nicht immer bewillkommt, sehr häufig erscheint er als ein Gegenstand ver mehrter Sorge und mit Seufzern der bekümmer ten Eltern wird er aufgenommen. Die arme Mutter kann ihm nur karge Nahrung reichen; im kalten, unfreundlichen Raume erwacht er zum Bewußtsein und was er zuerst erblickt, das sind die trüben Gesichter seiner sorgenvollen Eltern. Ueberall bemerkt er Mangel, Noth und Elend! Sobald es seine Kräfte nur halbwegs zulassen, den Kinderschuhen kaum entwachsen, wird er zur Arbeit angehalten. Dürftig ist der Unterricht, der seinem Geiste leuchtet und sein Herz nie recht erwärmt. Die Freuden des Lebens kreisen um ihn her, nicht für ihn. Grollend und zürnend steht er nicht selten abseits und ist leicht Lehren zugänglich, die Tod und Verderben den viel be⸗ neideten Reichen predigen. Ein früher Tod macht dem Trauerspiel ein Ende. Von tausend Kindern reicher Eltern sind nach fünf Jahren erst 57 gestorben, von tausend armen Kindern