Einzelbild herunterladen

Deutsches Reich.

Darmstadt. Der Erbgroßherzog wird mit Beginn des nächsten Sommersemesters, Ostern 1890, die Universität in Gießen besuchen. Am 15. October wird sich der Erbgroßherzog zur Wiederaufnahme seiner Studien nach Leipzig begeben.

Der Amtsgerichtsdiener Lenz in Wimpfen wurde zum Gerichtsvollzieher zu Wimpfen er nannt und dem Baurath Schöneck in Mainz und dem Bauunternehmer Holzmann zu Frank furt das Ritterkreuz I. Kl. des Philippsocdens verliehen.

Berlin, 11. Oct. Der Zar traf Punkt 10 Uhr auf dem festlich geschmückten Lehrter Bahnhofe hier ein. Zur Begrüßung waren an wesend Kaiser Wilhelm, die hier anwesenden Prinzen, der Reichskanzler, die Generalität, Staatssecretär Graf Bismark und die obersten Hofchargen. Der Zar begrüßte den Kaiser unte! wiederholter Umarmung und drückte den Prinzen, sowie dem Fürsten Bismark die Hand. Nach dem Abschreiten und dem Vorbeimarsch der Ehren wache bestiegen die Majestäten einen offnen Vierspänner und fuhren, während Kürassiere und Ulanen den Wagen eskortirten, im Trabe durch die Spalier bildenden Truppen nach der russi schen Botschaft. Während des Vorbeimarsches der Spaliertruppen, welcher dreiviertel Stunden dauerte, standen die Majestäten mit den Prinzen, dem Reichskanzler, dem Botschafter Schuwaloff, dem Gefolge und dem Chrendienst vor dem Portal der Botschaft. Darauf begaben sich die Majestäten in die Botschaft und erschienen am Feuster. An dem von dem Botschafter bierauf dargebotenen Frühstück nahmen Kaiser Wilhelm und die übrigen Füuͤrstlichkeiten theil. Nach dem Frühstück gegen 12 Uhr fuhren Kaiser Alexan der und Großfürst Georg in offenem Zwei spänner, gefolgt von dem Ehrendienst, nach dem Schloß und machten der Kaiserin Augusta Vie toria und darauf der Kaiserin Friedrich in deren Palais Besuche. Kurz nach Uhr fuhr der Reichskanzler in Garde-Landwehruniform mit dem blauen Bande des Andreas-Ordens vor und be gab sich zu dem Zaren. weilte 1 Stunde 20 Minuten bei demselben. Bei seinem Weggang gab der Botschafter, Graf Schuwaloff, dem Reichskanzler bis zum Wagen das Geleit. Bei der Prunktafel um 6 Uhr toastete Kalser Wilhelm auf den Zaren und der Zar auf Kaiser und Kaiserin. An der Tafel nahmen 140 Personen theil. Der Zar trank dem Reichskanzler zu, welcher sich erhob, stehend das Glas lehrte und sich tief verbeugte. Da rauf trank Kaiser Wilhelm dem russischen Bot schafter Graf Schuwaloff zu, der in gleicher Weise erwiederte. In dem festlich erleuchteten Opernhause fand sodann eine Prunkvorstel lung der zweiten Hälfte von Wagner'sRhein gold und des BalletsCoppelia statt. Als um 8 Uhr 20 Minuten die Majestäten die große Loge betraten, erhob sich die glänzende geladene Gesellschaft. Der Zar nahm zwischem dem Kalser und der Kaiserin Platz; links saßen Groß fürst Georg und Prinzessin Leopold, rechts die Prinzessin Friedrich Karl. Der Kaiser trug Garde-Kürassieruniform. Die Monarchen folgten höchst aufmerksam der großartigen Aufführung. In der Zwischenpause wurde Thee serviert; dann folgte das phantastische Ballet. Die Maje stäten verblieben bis um 11½ Uhr im Opern hause, dann fuhr der Zar mit dem Großfürsten Georg nach der russischen Botschaft, der Kaiser und die Kaiserin nach dem Schlosse. 12. Oet. Von dem Cercle, welcher gestern nach der Gala tafel im königlichen Schlosse stattfand, erzählt dieNordd. Allg. Ztg.: Kaiser Alexander sei auf den Reichskanzler zugegangen und habe ihn trotz des Widerstrebens des letzteren, sich in einem Fauteuil niederzusetzen, dazu genöthigt. Darauf beugte sich der Zar über die Lehne

und führte mit ihm eine wohl eine Viertel stunde währende Unterhaltung in der denk bar freundlichsten Weise. Heute früh trafen

Kaiser Wilhelm, Kaiser Alexander und Großfürst

Der Reichskanzler ver⸗

Georg mit kleinem Gefolge mittelst Extrazuges in Eberswalde ein und fuhren, von einer Ab theilung Königin-Kürassiere eskortiert, nach Hu bertusstock. Die bohen Herrschaften bestiegen um Uhr zusammen den Pürschwagen und

pürschten auf Roth- und Damhirsche. Die erste Pürschfahrt dauerte bis 2 Uhr. Bei der⸗

selben erlegte Kaiser Alexander einen kapitalen Zwölfender. Die zweite Jagd dauerte bis 5 Uhr. Bei dieser brachte Großfürst Georg einen Zehn ender zur Strecke. Auf dem Rückwege hatten hundert Kinder mit Pechfackeln Aufstellung ge nommen. Die Ortschaften, welche die Herr schaften passierten, waren illuminirt. Die An kuuft in Berlin erfolgte Abends 9 Uhr. Um Uhr fand ein Souper im engsten Familien kreise bei der Kaiserin Friedrich statt. Zugegen waren Kaiser Wilhelm, Kaiserin Augusta Vic toria, der Zar, Großfürst Georg, der Erbprinz von Meiningen mit Gemahlin, Prinz Albrecht mit Gemahlin, Prinz Leopold, Prinzessin Fried rich Karl und die Töchter der Kaiserin Friedrich. 13. Oct Der Kaiser von Rußland und Großfürst Georg begaben sich heute um Ubr in einem offenen Zweispänner nach Charlotten burg und legten daselbst im Mausoleum am Grabe Kaiser Wilhelm's J. einen prächtigen Lorbeerkranz mit weißen Rosen nieder. Nach der Rückkehr der Herrschaften fand in der Capelle der russischen Botschaft Gottesdienst statt. Wäh renddessen traf Kaiser Wülhelm auf der Botschaft ein, und fubren um 12 Uu die beiden Maje stäten in einem vierspännigen Galawagen mit Spitzreiter nach der Kaserne des Kaiser Al xander Garde-Grenadier-Regiments. Nach dem Ab schreiten der Front daselbst erfolgte der Parade marsch unter den Klängen des Alexandermalsches. Alsdann begaben sich beide Monarchen mit dem Gefolge, dem Ehrendienste und dem Officiercorps in das Kasino zum Frühstück. Gegen Nach⸗ mittags kehrten beide Kaiser nach der russischen Botschaft zurück Kaiser Wilbelm fuhr gleich darauf nach dem Schloß, wohin der Kaiser von Rußland um Uhr folgte, um sich von der Kaiserin Augusta Viktoria und alsdann von der Kaiserin Friedrich zu verabschieden. Darauf begab sich der Kaiser von Rußland direkt nach dem Lehrter Bahnhof, woselbst die Verabschiedung im Kaisersalon stattfand. Um 4 Uhr 15 erfolgte die Abfahrt nach Ludwigslust.

Kiel, 11. Oct. DieDerschawa und die Zarewna sind heute nach Kopenhagen zurück gekehrt.

12. Oct. Die englischen Admirale Baird und Tracey sind heute nach Berlin abgereist zur Audienz beim Kaiser und kehren Oienst ig Nach mittag zurück. Das Geschwader bleibt bis Mitt woch hier. Bei dem gestrigen Diner zu Ehren der englischen Officiere bei dem Stationschef toasteten Admiral Knorr auf den Kaiser und die Königin von England, Admiral Baird auf die gute Kameradschaft der englischen und deut schen Flotte. Das zu Ehren der Gäste veran staltete gestrige Ballfest in der Marineakademie verlief glänzend.

Dresden, 10. Oct. Die Gesandtfchaft des Sultans von Sansibar ist heute Morgen

nach Wien abgereist.

Ausland. esterreich-Ungarn. Pest, 12. Oct Dreihundert Arbeiter der Drasche'schen Ziegel fabrik streiken. In Folge der Weigerung der Direction, die Arbeitsbücher auszufolgen, be gannen einige mit Steinen zu werfen. Die Polizei beschwichtigte die Tumultuanten und nahm neun Verhaftungen vor.

Belgien. Brüssel, 12. Oct. Der Berg⸗ manusstreik im belgisch-französischen Grenzgebiete wächst; bisher streiken 10000 Bergleute.

Schweden. Stockholm. Nachdem die Regierung den Antrag des Reichstages auf Ver bot der Fabrikation von Magarinebutter abge lehnt hatte, beschloß der Reichstag ein Gesetz, betreffend die Controlirung der Fabrikation.

S

von Serbien ist heute hier angekommen. Großbritannien. Bristol, 11. Oet.

Die Gasarbeiter nahmen die Arbeit wieder auf. Spanien. Madrid.

in der Bai von Tanger. Türkei. Konstantinopel. Die kaiserliche VachtSultanieh geht mit dem Staatsraths⸗

Päses Aarifi Pascha und dem Oberceremonien⸗

meister Munir Pascha nach dem Piräus, um den deutschen Kaiser zu begrüßen und hierher zu ge⸗ leiten. Die Angehörigen der deutschen Colonie berathen heute über die Vorbereitungen zum fest⸗ lichen Empfang des Kaisers Wilhelm.

Zum Empfang des deutschen Kaiserpaares werden großartige Vorbereitungen getroffen. Der Harming-Kiosk, wo Kaiser Wilhelm Wohnung nimmt, wird feenhaft eingerichtet und die Stadt selbst durch gründliche Straßenreinigung und Wegeausbesserungen in Stand gesetzt.

Rumänien. Bukarest, 11. Oct. Der König reist morgen zu den Manövern bei Ba kan und verbleibt dasselbst bis zum 18. d. M. Dann begibt derselbe sich nach Jassy, von wo er am 25. d. M. in Sinaia eintrifft.

Serbien. Belgrad, 12. Oct. Jufolge der Vermittlung der Regentschaft und der Regierung bat Exkönig Milan eine Begegnung des Königs Alexander mit seiner Mutter gestattet. Die Antwort traf heute telegraphisch ein, worauf der König sofort in Begleitung seines Gouverneurs Dokitsch sich zur Königin Mutter begab.

Die Regierung verfügte die Ausweisung des Correspondenten desStandard und der Daily News wegen Verbreitung unwahrer tendenziöser Nachrichten.

Bulgarien. Sofia, 12. Oct. Prinz Ferdinand nebst Begleitern reiste gestern Abend von München im strengsten Incognito über Lindau nach Genf und begibt sich, dem Vernehmen nach, nach Paris.

12. Oct. Fuüͤrst Dolgorukoff, dem die beabsichtigte Abhaltung eines Requiems für den Zaren Alexander II. nicht gestattet worden war, reiste heute nach Belgrad ab.

Rußland. Petersburg. Bei der Rück⸗ reise des Kaisers Alexander von Berlin nach St. Petersburg wird die russische Eisenbahlinie von der preußischen Grenze bis St. Petersburg mit circa 50,000 Mann Militär besetzt.

Afrika. Sansibar. Die Deutschen be streiten die Rechte der englischen Gesellschaft auf die Inseln Manda und Patta und behaup⸗ ten, die Juseln hätten niemals dem Sultan von Sansibar gehört.

Aus Stadt und Land.

: Frledberg. Welche Sicherheit bietet eine in eine Aetien-Gesellschaft umgewandelte Spar- und Leihkasse? Es ist an der Zeit, daß diese Frage im allgemeinen, öffentlichen Interesse und ganz besonders im Interesse der Gläubiger, der vielen kleinen Spar⸗Einleger solcher Kassen, öffentlich und rückhaltslos zur Erörterung kommt. Einsender dieses weiß aus zuverlässiger Quelle, daß eine ganze Reihe ländlicher Spar und Leihkassen, Spar⸗ und Vorschuß Vereine, oder wie sie sonst alle heißen, in Actien⸗ Gesellschaften sich umwandeln wollen oder bereits unge wandelt haben. Aus einer dem Einsender vorliegenden, durch eine ganze Spalte gehenden, und naher viel Geld kostenden Veröffentlichung in der Darmstädter Zeitung, auch im Reichsanzeiger, geht hervor, daß in einem kaum 900 Einwohner zählenden Ort eine Spar- und Leibkasse in eine Aetien⸗Gesellschaft sich umgewandelt hat. Diese mit einem Gesammt-Aetlen-Kapital von 25,000 Mark gegründete Aelten Gesellschaft soll, eingezogener Erkundig⸗ ungen nach, rund 200, 000 Marl Anleben, meist Spar Einlagen, welche auf Grund der unbeschränkten soli⸗ darischen Haftbarkeit der Kasse geliehen wurden, über nehmen. Bisher hafteten sämmtliche Mitglieder dleser Vereins-Kasse solidarisch und mit ihrem ganzen Vermögen diesen Gläubigern gegenüber. Wer haftet denselben jetzt bet der Aetten Gesellschaft? Anlw: Das nicht mehr als 25,000 Mark betragende Actienkapital. Und wenn das: selbe aufgebraucht sein sollte, wer kommt den unbefriedigt gebliebenen Gläubigern, den meist kleinen Spar⸗Einlegern, für ihre Guthaben, für ihre groͤßtenthells mühselig ersparten Pfennige auf? Niemand! da nach dem Aetien Gesetz die sämmtlichen Gesellschafter sich nur mit dem Betrag der Aette betheiligen, für die Verbindlichkeitender Gesellschaft aber in keiner Hinsicht haftbar

Frankreich. Paris, 11. Oct. König Milan

Ein königliches De⸗ cret beruft die Cortes auf den 29. October ein.

Der Ministerrath beabsichtigt die Sta⸗ ö tionirung eines permanenten Uebungsgeschwaders

Un

allet 5 e 0 fle iu d per ihn

ein, N d ürfte

F 10 1 * 1 U 145 allet

an,, 0.

1

nige

* 10 bestthun

2 2 2

ö num, wahr n, zum V. 1. Jehrhun ö Jhell des A. 1 1 guns bruck, In die Flusse ine Dammbr. Amt und 90 un find gefe llerschwemmt veggesührt, Hain gelitten lagenfur b find infol 1 große S et sortwährel eldet. Lagram, 8. G. zufolg Ich die Sap schwemmte Daͤcher im serandrange uch die Ci Hen st. Otüssel, 1 ale Abtheilu am Congo Aüssel. i wurde au deris. D Ing am 6. 9 hen. Ir i sei im Pi u hnliche Un indemle sei

Beke

hn dem Ger Uscuß⸗ ut % Btzeich schraͤnkter 05 4

fedberg 9 Großher

dale

fummend gs 10 l A basant Le

0 0 dap wsbie l für

heit

Aben

13 aße