wäre. Die Einnahme des Etats wurde ge— nehmlgt.
Zu Delegirten Deutschlands bei der Afrika-Conferenz in Brüssel sind ernannt worden;: außerordentlicher Gesandter und bevollmächtigter Minister v. Alvensleben, Generalconsul Arend und Gesandtschafts-Secretär von Mentzingen.
Hamburg. Die hiesigen Schiffszimmer— leute streiken; sie beanspruchen an Wintertagen einen ebenso hohen Tagelohn, wie im Sommer. Die Werften bewilligten dies nicht, infolge dessen stellten gegen 1000 Zimmerleute die Arbeit ein. Die Werften sind eventuell geneigt, im Winter einen hoheren Tagelohn zu bezahlen, wenn die Zimmerleute dafür die gleiche Zeit wie im Som⸗ mer arbeiten.
Friedrichs ruh, 5. Nov. Kaluoky ist heute Nacht abgereist. Geheimrath Brauer begleitete den Minister bis zum Bahnhöfe. Er ist zunächst nach Berlin gereist und im Hotel Royal abge— stiegen, von wo er morgen nach Wien zurückreist.
Coblenz. Wie die„Cobl. Ztg.“ hoͤrt, soll in Aussicht stehen, daß der Kaiser um die Mitte dez Monats Coblenz besucht. Es wird dem Blatt der 18. November als muthmaßlicher An kunftstermin genannt.
Baden-Baden, 4. Nov. Die Kaiserin Augusta hat heute Baden-Baden verlassen, um sich nach Coblenz zu begeben.
München, 5. Nov. Das Abgeordneten— haus genehmigte die Anlage von Doppelgeleisen auf den Strecken Fürth-Rottendorf, Fürth Wam— berg, Lichtenfels und Hochstadt-Untersteinach, München ⸗Ingolstadt-Treuchtlingen und Augsburg— Neu- Offingen, lehnte aber nach langer Debatte das von Murnberg erbetene Doppelgeleise auf der Strecke Nürnberg-Treuchtlingen, welches der Verkehrsminister beim nächsten Landtage 1891/92 durchzuführen versprach, ab.
Ausland.
Oesterreich- Ungarn. Wien, 4. Nov. Der Kaiser relste heute nach Goͤdoͤllö, die Kaiserin von Triest nach Corfu.
Innsbruck, 56. Nov. Der Landtag nahm den Antrag Schuhmacher's, auf diplomatischem Wege auf die Aufhebung der Viehsperre gegen Deutschland hinzuwirken, an.
Belgien. Mons, 4. Nov. Der Ausstand in Borinage scheint abzunehmen. Im Lütticher Gebiete sind alle Werke im Betrieb. Im Cen tralbecken ist der Ausstand der Grubenarbeiter zunehmend. In mehreren Versammlungen wurde heute der Streik beschlossen.
Frankreich. Paris, 5. Nov. Die Ge— sandtschaft des Sultans von Sansibar wurde heute von Spuller und sodann von Carnot empfangen.
Großbritannten. London, 5. Nov. Die Lichterschiffer der Londoner Docks begannen gestern einen Massenausstand infolge eines Zerwürfnisses mit den Arbeitgebern bezüglich der Auslegung des Schiedsspruches Brassey's.
Portugal. Lissabon. Ein amerikanisches hier eingetroffenes Ultimatum soll mit Waffen gewalt drohen, wenn Portugal die von der Unton im Interesse der amerikanischen Actionäre der Delagoabahn gestellte Forderung nicht be— willige.
Türkei. Konstantinopel, 3. Nov. Heute Vormittag 1 Uhr begab sich das Kaiserpaar in die protestantische Kirche Die zur Kirche führenden Straßen füllte eine ungeheure Menschen menge; Militaͤr bildete Spalier, vor der Kirche war eine Ehrenwache mit Musik aufgestellt. Die Majestäten wurden vom Botschaftsprediger Suhle mit einem Segenswunsch begrüßt; derselbe dankte für alle Wohlthaten, welche diese Kirche vom Hause Hohenzollern empfangen, und sagte, er sei glücklich, diese Gefühle ausdrücken zu konnen am 350. Jahrestage der Einführung der Refor mation in Brandenburg. Nach dem Eintritt in die Kirche und der Liturgie Suhle's hielt Hof prediger Koͤgel die Predigt über den Brief an die Hebräer, Kap. 13 V. 8. Nach dem Schluß gesang verließ das Kaiserpaar die Kirche und
nahm den Weg durch die große Straße Peras zur Botschaft. Eine große Menschenmenge be— grüßte die Majestaͤten mit griechischem„Bito.“ Vor und hinter dem Wagen bildete eine Schwadron Kavallerie das Geleite. Im Botschaftspalais überreichte eine Deputation der deutschen Colonie eine reichgeschmückte Adresse. Um 12½ Uhr fand ein Frühstück in der Botschaft zu 30 Ge: decken statt. Um 2½ Uhr Nachmittags besuchte die Kalserin das deutsche Hospital und verblieb dort eine volle Stunde. Sodann besuchten die Majestäten das Palais Dolma-Bagdsche, die kalserliche Schaßkammer und das alte Serail. Der Kaiser hatte Stambul bereits um 8 Uhr Morgens besucht, von dessen Schönheit der Monarch außerordentlich, entzückt war. Der Abends von der deutschen Colonie veranstaltete Commers verlief auf das glänzendste. Dabei wurde auf den Kaiser ein„Salamander“ gerieben, auf den Sultan toastirt.— 4. Nov. Der Kaiser ritt heute Vormittag mit Gefolge nach den„süßen Wässern“, besuchte die Militärschule, wohnte dem Exercltium der Truppen bei und umritt spaͤter die alte Stadtmauer von Stambul. Die Maje— staͤten sprachen wiederholentlich ihre große Ge— nugthuung über die glänzende Gastfreundschaft des Sultans aus, der die Majestäten gebeten, den Aufenthalt um einen Tag zu verlängern. Nachmittags um 2½ Uhr begaben sich der Kaiser und die Kaiserin zu Schiff nach Therapia, be suchten unter Führung des Botschafters von Radowitz den Park und das Botschaftspalais und besichtigten den von der deutschen Colonie errichteten Obelisken mit dem Medaillonportrait Moltke's. Um 5 Uhr fuhren die hohen Herr— schaften nach Konstantinopel zurück; der ganze Bosporus war feenhaft beleuchtet. Nach der Ankunft im Pildizpalast fand Tafel beim Sultan statt. Die Hauptstraße von Pera war glänzend illuminirt. Die Majestaͤten wurden bei der An— kunft in Therapia und bei der Rückkehr von der Volksmenge in den Straßen jubelnd begrüßt Der Besuch der Katserin im kaiserlichen Harem unter Führung des Sultans und unter Beglei— tung der Frau v. Radowitz und anderer Damen dauerte ¾ Stunden. Zwei Töchter des Sultans trugen auf Wunsch der Katserin auf dem Flügel Musikstücke von Chopin und die preußische Volks hymne vor.— 5. Nov. Bei der gestrigen Tafel überreichte der Kalser dem Sultan die Kette des Großkomthurs des Hausordens der Hohenzollern und legte sie ihm persönlich um den Hals. Der Sultan war aufs höoͤchste erfreut. Das Kaiser— paar reist Mitte dieser Woche nach Venedig zurück. Das Gefolge reist nach Berlin per Bahn. Graf Herbert Bismarck beabsichtigt einen kurzen Aufenthalt in Pest zu nehmen.
Egypten. Kairo, 5. Nov. Der Prinz von Wales ist nach Alexandrien abgereist, wo er sich morgen einschifft.
Aus Stadt und Land.
Friedberg. Eingetretener Hindernisse halber muß die für den 10. November angekündigt gewesene Eröffnung des„Feterabends für Lehrlinge“ auf Sonntag den 17. November verschoben werden.
Friedberg. Auf die Bitte des hlesigen Vorstandes des ev. Bundes hat der Eo. Kirchenvorstand beschlossen, zum Gedächtniß des Geburtstags Luther's am 10. Nov. einen Festgottesdienst um 10 Uhr Vormittags in der Stadtkirche zu veranstalten, während der Gottes dienst in der Burgkirche ausfallen soll. Die. Predigt wird Professor Dr. Weiffenbach balten. Abends findet wie bereits in voriger Nummer d. Anz. mitgetheilt, im Casino Saale eine allen Gliedern der ev. Gemeinde offenstehende „Lutherfeter“ statt, wobei Prosessor Dr. Köstlin einen kurzen Vortrag halten und der Seminartsten-Chor wieder in dankenswerther Welse mitwirken wird.
: Frtedberg, 4. Nov. Nachdem am ganzen Vor mittag trostloser Regen herntedergestroͤmt war, hellte sich gegen Mittag der Himmel auf und konnte die Enthüllung des Peter Müller Denkmals bel leidlichem Wetter statt finden. Um 1 Ubr bewegte sich der Festzug von der Stadtkirche aus in die Burg. Eine Abtheilung Feuer- wehr voran, folgten die oberen Klassen der Musterschule; die Musik; die Angehörigen der Familie Müller; Ver treter der Behörden, darunter Prälat Hablcht und Ober schulrath Greim; ehemaliges Schüler und Verehrer Müllers; Stadtvorstand, Beamten, Comité und sonstige Festtheil nehmer; Prediger- und Schullehrer Seminar; die Lehrer des Kreises; die hiesigen Vereine und zum Schluß wleder
eine Abtheilung Feuerwehr. Nachdem der Zug sich um
das Denkmal aufgestellt hatte, sang die Versamihlung „Brüder reicht die Hand zum Bunde“, worauf Schul rath Schmidt die Rednertribüne bestleg und elne schwüng
volle, der Feler angemessene Festrede blelt und das Denkme!*
der Obhut der Stadt übergab. Während dessen war die
Hülle gesunken und das Denkmal zeigte sich in selner ganzen Schone. Die Semlnarssten sangen sodann einen Mäller'schen Chor, worauf Bürgermeister Stelnhäußen im Namen der Stadt dankte und den Schutz des Denk 1 mals gelobte. Nachdem die Stadtschüler„Goldne Aehlt
du mußt fallen“ gesungen, dankte Oberförster Müller von
Krofdorf im Namen der Familie, worauf die Stadt schüler„Wenn in der Ferne“ sangen. Hierauf legte en fremder Dichter mit einigen Strophen einen Kranz ag
Denkmal nieder, worauf Pfarrer Bernbeck von Stadeg
einen Kranz im Namen der Gemeinde darbrachte. Zun
Schlusse sangen die Seminaristen abermals einen Mülle schen Chor. Die Feier verlief in würdiger Welse ohn irgend eine Störung. Bel dem nun folgenden Festessen im Hotel Trapp, an dem 250 Personen theilnahmeg, toastete Kreisrath Dr. Braden auf Kaiser und Groß herzog Seminardirektor Schäfer auf die Vertreter den Regierung, Geh. Schulrath Greim auf das Schullehre seminar, Prälat Habicht auf die Stadt Friedberg, Geh,
Kirchenrath Dr. Diegel auf die Familie Müller, woran
Decan Müller von Alsfeld dankte, Prof. Dr. Köstig auf Müller als Compontsten, Oberamtsrichter Langs dot von Langen auf den das Denkmal ausführenden Künstles, Lehrer Backes auf die Schule, und Lehrer Rahn sprat im Namen der ehemaligen Schüler Müllers. Mustkalischt Vorträge von Gliedern der Famtlie Müller und ein Streich quintett von Darmstadt verschönten die Feler wesentlich, Das schöne Fest wird noch lange im Gedächtniß allg Thellnehmer bleiben.
r. Bad Nauheim. In der am Sonntag Nach, mittag unter dem Vorsitz des Grafen Ortola stattge habit Sitzung des Wetterauer Obstbauvereins im Langs dorf'schch Saale wurde die Gründung eines Zweigverelns Bad Nauheim und die angrenzenden Orte beschlossig und wurde Bürgermeister Wörner von hier zum Vor, sitzenden gewählt, an welchen auch fernere Beltestih erklärungen erfolgen können.
Butzbach. Nach Mittheilung der Bürgermelsten ist ein Schreiben des Ministertums eingetroffen, nat welchem es nicht gestattet wurde, daß dle durch den Au, bruch der Maul- und Klauenseuche in Gießen verboten Viehmärkte vorübergehend in Butzbach abgehalten werde,
Darmstadt, 3. Nov. Aus dem hiesigen Arx hause sind in vergangener Nacht zwei Gefaagene aus brochen. Wie dieselben die Flucht bewerkstelligten, noch ziemlich unklar. Der Eine der Ausbrecher ist eng Bursche, welcher vor einiger Zeit eine Kellnerin du Messerstiche schwer verletzte
Allerlei.
Weßlar. Der aus dem hlesigen Gefängnssse en flohene Einbrecher Heinrich Kimpel aus Liederbach, Krelg Alsfeld, ist am 30. Oet. Abends in Cleeberg wieder eln/ gefangen worden. Die auf densel ben fahndende Polihh wurde von dortigen Einwohnern auf einen fremden, de dächtig aussehenden Menschen, der sich in eine Scheun geschlichen, aufmerksam gemacht. In derselben wurde unter dem Stroh nach längerem Suchen gefunden.
Köln, 4. Nov. Im Cuorterzug Paris Köln ist zwischeg Rothe Erde und Aachen im Damen⸗Schlafeoupe eg Lampe explodirt, wodurch die Betten in Brand geseh! wurden. Die Carpenter-Bremse brachte den Zug zu Stehen. Die im Coupé befindlichen Damen wurden g reitet; zwel derselben fuhren nach Berlin weiter, zw sind hier verblieben, damit der große Schaden, den fit erlitten haben, festgestellt wird.
Peking. Von einer großen Feuersbrunst ist, wie der „Ostas. Ll.“ berichtet, am 6. Oetober die Stadt Tsching, Tschu,(in der Provinz Hunan in China) gelegen, heimge sucht worden; es verbrannten dabel etwa 12,000 Häuset und verloren 150 Menschen ihr Leben. Der angerichtelt
Schaden soll sich auf über eine Million Taels belaufen
Die Pflicht.
„Willst du von zwelen Dingen wissen, welches
Das Rechte?— Nimmer ist es das Bequeme!
Was dir die meiste Mühe macht, das ist es!
Das würde dir's sogar! Denn du besiegst
Dabel der Stoffe alte Trägheit, du
Besiegst dein eigen Herz.—— L. Schefer.
Zwischen Recht und Unrecht liegt oft eil
weites Labyrinth.— Nur der vermag sich zurecht zu finden, der sich gewohnt hat, auf die, mahnende Stimme in seinem Busen zu achten und na Pflicht und Gewissen zu handeln.„Pflicht iß der erhabene Beweggrund des Weisen, das ut sterbliche Wort, das über Abgründe hinwegträgt und über Schrecknisse siegt.“ All unser Wünschen unser Streben und Hoffen, ja selbst die Tugend loͤsen sich auf in den göttlichen Begriff der Pflicht. „Die Tugend, sie dient sich selbst zum Lohne,“ und was ist der Lohn der Pflicht anders, als gut sein? Gewiß kein Gott kann einen höheren Preis aufstellen. Darum liegt in dem Bewußl⸗ sein, unsere Pflicht erfüllt zu haben, das hoͤchste seligste Genießen. Für den Pflichttreuen gibt es kein Schwanken zwischen Recht und Unrecht. Er kennt nut einen hellen Punkt, vor dem alls
ne Re ice sich 0 1 lodikran Wien nachz 0— sie ihne hin, sch sortse sinten Fr At es de adkumniß 1% Gut, ur I Strafe 0 dat Ur In Tod. sumasse, d lach beacht den Brü ac Pflicht Aigen, zu m Iaen die Jaan mit d es verrüc der Erke. Ausübung sopfert ha Gedürfn zu sor
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