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Diese von Ihnen vor dem Revisionstermine vorzunehmende jährliche welchem ersichtlich ist, daß, wann und in Gegenwart welcher Ortsgerichtsmitgliede wurden, hat sich vorzugsweise auf mangelnde Beglaubigungen und Unterschriften, unvollständige Abschrift der amtsgerichtlichen Verfügungen,
oder Löschungen im Register,
Prüfung, worüber Sie ein Protokoll aufzunehmen haben, aus r sie geschehen und welche Einträge Ihrer Revision unterzogen fehlende oder wesentlich mangelhafte Einträge von Hypotheken wie Auslassung von Worten, unrichtige Angabe des
Datums der gerichtlichen Verfügungen und unterlassene Unterstreichung desselben, sowie nicht instructionsmäßig vollzogene Löschungen zu erstrecken.
Dieses von Ihnen aufzunehmende Nevisionsprotokoll haben Sie ii Die schuldvoll unterlassene Berichtigung vorbemerkter Mängel unterli
Steckbrief.
Friedberg am 28. Februar 1889.
Bohn, Johann, von Longkamp, Regierungsbezirk Trier, geboren am 2. September Großherzoglichen Amtsgerichts Butzbach vom 25. Februar, wegen der Anschuldigung am 1. Januar 1889 Großherzogthum Hessen betroffen, Großh. Amtsgericht Butzbach,
Erledigt: 1. Zimmer, Valentin, von Nieder-Mörlen,
Sellheim.
andernfalls dem nächsten Amtsgerichte vorzuführen. a 2. Vogt, Philipp, von Egenroth, durch Gendarm Hofmann in Bad Nauheim und Polizeildiener Fisch daselbst.
dem von uns abgehalten werdenden Revistonstermine vorzulegen. egt angemessener Ahndung(Verweis und selbst Geldstrafe).
Weber.
1848, Dachdecker, Wittwer, katholisch, ist auf Grund Haftbefehls zu Ostheim gebettelt zu haben, festzunehmen und, wenn in. dn Um sofortige Nachricht vor Zuführung wird ersu 01
Der Großherzogliche Amtsanwalt. 1 Krämer.
Ausland.
Oesterreich-Ungarn. Wien. Laut„Armee— verordnungsblatt“ betraute der Kaiser den Com— mandanten des zweiten Corps in Wien, Feld— zeugmeister König, mit den Geschäften des General-Infanterie-Inspectors.
— 2. März. Abgeordnetenhaus. Im wei— teren Verlaufe der Budgetdebatte widerlegte Finanzminister v. Dunajewski die vorgebrachten Einwendungen und wies durch Angaben über das Sparkassewesen nach, daß die Klagen über den wirthschaftlichen Niedergang unberechtigt sind. Der Minister glaubt den Stand der Finanzen als einen günstigen bezeichnen zu können, da der außerordentliche Credit für 1889 durch die zu erwartenden ordentlichen Einnahmen gedeckt werden wird. Ob dies andauern werde, sei unmöglich mit Bestimmtheit zu sagen.„Die Regierung, welche den Interessen aller Völker Oesterreichs gerecht zu werden bestrebt ist, ist sich der besten Absichten und des Vertrauens der Krone bewußt, glaubt bei ihrem ehrlichen Wirken auf die Unterstützung der vereinigten Parteien der Majorität rechnen zu können, und so lange sie darauf rechnen kaun, muß sie aus— harren.“(Die Rede wurde von der Mehrheit mit Beifall und Händeklatschen aufgenommen)
Pest, 1. März. Im Abgeordnetenhause wurde ohne Zwischenfall über die§§ 24 und 25 der Wehrvorlage verhandelt. Minister Fejervary trat abermals für die Nothwendigkeit der Kennt— niß der deutschen Sprache in einem gewissen Grade ein und hob hervor, daß die Officiere sich ohne Kenntniß des Deutschen vor dem Feinde nur nach Art der Stummen verständlich machen könnten.— 2. März. Das Abgeord— netenhaus setzte heute die Berathung des Wehr gesetzes fort. Gegenüber dem Vorwurf des Abg. Kiß, die Regierung strebe die Germani sirung an, erklärte der Unterrichtsminister, der Erlaß betreffs der deutschen Sprache hänge nicht mit dem Wehrgesetz zusammen und wäre auch ohne die Wehrgesetzvorlage ergangen. Der Minister hält die Behauptung aufrecht, daß die Schlagfertigkeit und Sicherheit des Staates wichtiger sei, als nationale Cultur. Jedermann müsse diese Elementarwahrheit erkennen, der einen Blick auf die europäische Lage wirft, durch die alle Staaten, jetzt auch schon England, zur Steigerung der Schlagfertigkeit bewogen werden; am wenigsten darf dies Ungarn aus den Augen verlieren, in dessen Nachbarschaft sich eine mit Sprengstoffen gefüllte politische Mine befinde. (Lebhafter Beifall.)
Frankreich. Paris. Die Nachricht von der Verhaftung der Abgeordneten Laisant und Laguerre wird nicht bestäligt.
— 1. März. Wie die Abendblätter melden, habe die Regierung weitere Maßregeln beschlossen. Infolge der bei der Patriotenliga beschlagnahm— ten Papiere wäre eine Anzahl Beamten com— promitirt und deren Absetzung zweifellos. Zahl— reiche Verhaftungen bonlangistischer Agenten stünden bevor. Der Minister des Innern wies überall die Präfekten an, die Zweigvereine der Patriotenliga zu schließen.
— 2. März. In der Kammer verlangte Laguerre Aufklärungen über die beabsichtigte ge— richtliche Versolgung der Mitglieder der Patrio— tenliga und fragte, warum nicht die Berech— tigung zu Maßnahmen gegen ihn selbst nachge— sucht worden sei. Laguerre brachte eine die stras—
rechtliche Verfolgung tadelnde Tagesordnung ein. Die Kammer nahm eine andere Tagesordnung, worin das Vertrauen in die Energie der Re— gierung, den Gesetzen Achtung zu verschaffen, ausgedrückt wird, mit 348 gegen 220 Stimmen an.
Großbritannien. London, 2. März. Das Unterhaus lehnte mit 339 gegen 260 Stimmen das Amendement Morley's ab, welches die jetzige Verwaltung Irlands heftig tadelt und Maßnahmen fordert, um die Zufriedenheit des irischen Volkes und eine wirkliche Union Groß— britanniens und Irlands herbeizuführen. Die Opposition bereitete Parnell eine große Ovation, indem, als Parnell das Wort ergriff, alle Mit— glieder derselben sich von ihren Sitzen erhoben und ihn mit warmen Zurufen begrüßten.— Nach einer Reutermeldung aus Madrid traf gestern im dortigen„Hotel des Ambassadeurs“ ein Fremder aus Paris ein, der sich Reynald Pon— sonby nannte; Nachmittags erschien ein Polizei— commissär, um denselben zu verhaften. Der Fremde tödtete sich vor der Verhaftung durch einen Revolverschuß. Wegen der Aehnlichkeit der Gestalt und der Anfangsbuchstaben des Namens hält man den Selbstmörder für Pigott. Weitere Madrider Meldungen bestätigen, daß der Selbstmörder Pigott ist.
— 4. März. Die Königin Victoria reist morgen auf der Route Portsmouth-Cherbourg nach Biarritz. In ihrer Begleitung befinden sich Prinz Heinrich von Battenberg und Ge— mahlin.
Spanien. Madrid, 3. März. Die Kammer genehmigte die Vorlage betreffend die militärischen
Reformen. Sodann vertagte sich die Kammer bis zum 11. März. Italien. Rom, 2. März. Der Papst
empfing heute die Cardinäle und Prälaten, welche ihn zum Jahrestage der Krönung und zum Geburtsfeste beglückwünschten.
— 3. März. Heute ist auf dem Bahnhofe von Sampier d' Arena bei. Genua, wo am 10. März 1888 die letzte Begegnung König Humbert's mit Kaiser Friedrich III. bei dessen Rückkehr nach Berlin stattfand, ein Denkstein enthüllt worden.
Rumänien. Bukarest, 2. März. Die Kammer beschloß, die Regierungsvorlage, betr. den Verkauf von Staatsländereien an die Land⸗ bevölkerung in Erwägung zu ziehen, nachdem die Regierung die vorgeschlagenen Aenderungen angenommen. Die Berathung der einzelnen Artikel beginnt Montag. Da Bratiano seinen Kammersitz innerhalb der gesetzmäßig vorge— schriebenen Zeit nicht eingenommen hat, erklärte die Kammer sein Mandat für erloschen.
Wie kleine Kinder zu erziehen sind. Von A. Breithaupt.
Wohl dem Kinde, das unter der Aufsicht einer einsichtsvollen Mutter heranwächst, die stets richtig erkennt, was jederzeit dem Kinde Noth thut. Denn auch Mutterliebe kann so ausarten, daß sie in ihrem Uebermaß den Kin— dern geistig und körperlich Schaden bringt. Wie manche Eltern verwöhnen die Kinder in jeder Hinsicht und bringen so früh die frischen jungen Keime, die viel Gedeihen in sich tragen, zum Welken.
Manche zärtliche Mutter denkt zum Beispiel ihre Pflicht gethan zu haben, wenn sie das
als möglich mit Tüchern umhüllt und jeden kalten Luftzuge entzieht. Weg, um kräftige und gesunde Menschen zu
erziehen.— Ein Kind soll gewöhnt werden, den Einflüssen der Außenwelt nach und nach“
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Ein Kind soll früh kalte Waschungen er— tragen lernen, um sie als Gewohnheit mit in das Leben zu nehmen. Besonders Hals und Brust wasche man stets kalt, die Haut wird kräftiger werden und der Kälte und Feuchtigkeit Widerstand leisten können.
In vielen Familien leiden die Kinder stets an Verdauungsbeschwerden, Uebelkeiten, Durch— fall. Es ist aber nichts so sehr daran schuld, als das viele Genasche von Zuckerwerk, schwerem Kuchen. Mittags wollen dann die Kinder weder Suppe noch Fleisch und Gemüse essen,(was ihrer Gesundheit doch so zuträglich ist,) da sie gesättigt sind von Süßigkeiten, die sie im Uebermaß ge— nossen haben. Kräftige und gesunde Kinder er— wachsen aber nur, wenn gute Kost in richtigen Zwischenräumen der Mahlzeiten stattfindet. Der Magen muß seine Arbeit auf naturgemäße Weise beendet haben, ehe er eine neue beginnt, oder er leidet darunter.„Die Verdauung wird ge— schwächt“, wie wir es nennen.
Kinder, die an einfache Kost gewöhnt sind, werden nicht mäkeln und nach anderen Speisen verlangen, sie werden mit Dank und Freude die gereichten in Empfang nehmen.
Gut erzogene Kinder werden auch artig zur gewohnten Stunde zu Bette gehen, nicht, wie es in manchen Häusern Mode ist, ein lautes Geschrei voranschicken und erst durch ein Zucker küchlein, das Mama stets bereit hält, sich end— lich dazu bewegen lassen. Sie werden nicht verlangen, daß diese oder das Kindermädchen bis zum Einschlafen bei ihnen sitzt und singt und wiegt. Einmal im Bett liegend, muß das Kind still sein und wissen, daß Niemand mehr sich um dasselbe bekümmert.— Nie muß aber
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ein Kind eingeschüchtert oder Bangigkeit in ihm erregt werden, um es zum Gehorchen zu zwingen, wie ein„Vermummen“ oder„Rasseln“ mit Ge— genständen und ein Sagen:„Dann kommt der große Hund und beißt dich,“ u. dergl. mehr, Die Folgen sind oft unabsehbar traurig. Es muß daher der Waͤrterin streng untersagt werden.—
Andere Kinder werden von früher Jugend daran gewöhnt, sich von anderen alles reichen zu lassen.„Mina, hole mir ein Glas Wasser!“ „Franz, bring das Buch her!“ so hoͤrte man oft schon kleine Kinder reden; und die Eltern erlauben das, statt dem Kinde zu heißen, sich selbst zu bedienen. Der Bursche oder die Magd muß Schuh und Strümpfe anziehen, den Rock reichen und knöpfen, sowie den Hut aufsetzen, und zum Dank gibt es Scheltworte von dem kleinen Patron. Solcher Art verwöhnte Kinder werden nie selbstständige und gerechte Menschen werden, immer unbeholfen und unpraktisch und voller Eigenliebe bleiben. Das Leben aber ex fordert Thatkraft, der Mensch soll sich und muß sich den Weg durch dasselbe bahnen, und wohl
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dem, der in früher Jugend gelernt hat, sich allein zurecht zu sinden und Nachsicht zu üben. Manche Mutter denkt sich die Liebe ihrer Kin— der damit zu erwerben und zu erhalten, daß sie alle Wünsche derselben erfüllt und den noch kleinen alle die Freuden gewährt, die erst dem
Kind, um es vor Krankheit zu schützen, so viel! späteren Alter angehören.


