ten, wo der gute Weg hinführt, dann entfernen wir uns wie von selbst etwas mehr und meinen der gute Weg sei ganz nahe dabei und wir könnten ja jeden Augenblick wieder auf denselben
zurückkehren. Aber das ist leichter gesagt als gethan, und manch Einer hat es erlebt, daß er so in die Irre gerathen ist, daß es ihm nicht mehr möglich war, auf den guten Weg zu kommen. Und woher das? Es kam daher, weil so ein Mensch dachte, ein oder zwei oder drei Schritte könne er immerhin vom guten Wege abweichen: er hat die Kleinigkeiten verachtet, das ist sein Unglück geworden. Wie oft haben sich zwei zuerst harmlos geneckt, aus der Neckerei ist Zank geworden, aus dem Wortwechsel ist's zu Thätlichkeiten gekommen und das Ende vom Liede war dann: blutige Köpfe, Schmerzen und Herzeleid, vielleicht auch noch Gefängniß und ein böses Gewissen. Also hüte Dich vor allen bösen Dingen, auch vor den Kleinigkeiten im Bösen, denn das Böse wächst schnell, aber auf der anderen Seite heißt es: Thue Gutes, wenn's auch nur eine Kleinigkeit wäre. Wir lesen gerne die Lebensbeschreibungen großer Männer, und wer darauf achtet, wird finden, daß die Lente, die sich einen berühmten Namen gemacht haben, meist Leute waren, welche die Kleinigkeiten hoch— hielten, Leute, die es für besser ansahen, das geringste Ding von der Welt zu thun, als eine halbe Stunde für gering zu halten, sie hielten ihre Zeit zu kostbar, als daß sie auch nur einen Theil davon unnütz anwenden mochten, und ihre Kraft gebrauchten sie so, daß sie, wenn gerade keine großen Thaten zu thun vorlagen, im kleinen treu waren. Können wir keine Helden— thaten ausführen, nun, dann laßt uns doch in unsern kleinen Verhältnissen treu und gewissen— haft sein.„Wer im Geringsten treu ist, der ist auch im Großen treu und wer im Geringsten unrecht ist, der ist auch im Großen unrecht!“ Also: Verachte die Kleinigkeiten nicht!
Handel und Verkehr.
Friedberg, 2. Januar. Buttermarkt. Butter kostete per Pfund M. 0.85 0.90. Eter 1 Stück 7 Pf.
Grünberg, 29. Dez. Fruchtprelse. Weizen M. 19.20, Korn M. 00.00, Gerste M. 13.60, Hafer M. 13.00, Erbsen M. 17.00, Samen M. 00.00, Wicken M. 00.00, Kartoffeln M. 0.00, Linsen M. 00.00.
Frankfurt, 31. Dez. Fruchtbericht. Hies. Weizen⸗ mehl Nr. 0 M. 3 1.50 33.50, Nr. 1 M. 29.253 1.25, Nr. 2 M. 26.50 27.50, Nr. 3 M. 25— 26, Nr. 4 M. 21.00 bis 22.00, Nr. 5 M 18.00 19.00, Milchbrod- und Brodmehl im Verband M. 56.00— 59.00, norddeutsche und westfälische Weizenmehle Nr. 00 M. 28.00 00.00, Roggenmehl(hiesiges) Nr. 0 M. 25.50— 26.50, Nr. 0/1 M. 23.5024, Nr. 1 M. 21.50— 22, Nr. 2 M. 18.00 bis 19.00, Weizen ab unserer Umgegend M. 19.00— 19.25, fret Bahn hler M. 19 50— 19.75, fremder nach Qualität M. 21.00— 22.00, kurhessischer M. 19.75 00.00, nord⸗ deutscher M. 00.00— 00.00, Roggen hies. M. 16.25, russischer M. 15.80— 16.00, Gerste, Wetterauer M. 16.00-16.25, Ried und Franken M. 15.75— 16.00, Saal und ungarische M. 18.00 20.00, Hafer, prima M. 15.— 15.25, mittel M. 13.50— 14.00, Raps M. 00, Mais(mixed) M. 13.10, Roggenkleie M. 10.—00.00, Weizenkleie M. 9.00— 0.00, Malzkeime M. 9.60 0.00, Spelzspreu M. 4.60, Malz ab Langensalza M. 26.50, Chllisalpeter per Februar⸗März M. 10.80 per 50 Kilo ab Harburg. Rüböl im Detail M. 66.00. Obige Preise verstehen sich pro 100 Kilo in häufigen Fällen auch loce auswärtiger Stationen.
Frankfurt, 31. Deebr. Engros⸗Markt. Heu pro 100 Kilo M. 7.20— 9.60, Stroh pro 100 Kilo M. 6.40 bis 8.20, Butter pro 50 Kilo M. 95-100, Eiter das Hundert M. 7.00—8., Erbsen 100 Kilo M. 18 bis 23.00, do geschälte M. 2030, Linsen M. 34 bis 52, weiße Bohnen M. 23.— 25.50, Blumenkohl 100 Stück M. 60.00— 80.00, Sellerieköpfe 100 Stück M. 8.—10., französischer Sellerle M. 0.50 00.00, franz. Kopfsalat 100 Stück M. 10.00— 12.00, neue französtsche Bohnen per Pfund M. 0.70—0.00, Nüsse per Centner M. 20 bis 25, Haselnüsse per Ctr. M. 35.—45., Aepfel per Pfd. 6— 10 Pf., Birnen per Pfund 5—15 Pf., Trauben 25 bis 35 Pf. per Pfund, italienische Kastanien 14—18 Pf., Gans per Pfd. 60— 65 Pf., Haase M. 3.— 4., englischen Sellerie 50-60 Pf.
Das Vorkommen von Viehseuchen im Großher⸗ zogthum Hessen
während des Monats November 1888.
Milzbrand wurde festgestellt am 7. November in Ober⸗Widdersheim, im Kreise Büdingen, am 10. bezw. 22. November in Fauerbach und Wohnbach, im Kreise Friedberg, und am 24. November in Angers bach, im Kreise Lauterbach, jedesmal bei einem krepirten Rinde.
Rotz: Die über drei Pferde in Offenbach und über ein Pferd in Dudenhofen, im Kreise Off nbach, wegen Verdachts der Ansteckung verhängte polizeiliche Beobach— tung wurde, da sich innerhalb 6 Monaten bei denselben keine verdächtigen Erscheinungen gezeigt, wieder aufgehoben. In
Lang⸗Göns, im Kreise Gießen, wurde am 27. November 1 Pferd wegen Seuchen Verdachts getödtet, jedoch frei von Rotz befunden.
Die Maul⸗ und Klauenseuche wurde am 3. bezw. 7. Novbr. in Osthofen und Ibersheim, im Kreise Worms, festgestellt. Die Seuche war dorthin vom Mannheimer Markte verschleppt worden und im erstgenannten Orte in 2 Gehöften, im letztgenannten in 1 Gehoͤfte unter dem Rindvieh ausgebrochen, ist jedoch bereits wieder erloschen. Im Viehhof in Mainz wurde am 27. November bet einem von Dieburg angekommenen Transport Schlachtvteh ein Ochse mit der Seuche behaftet befunden. Der ganze Transport wurde abgeschlachtet.
Der Bläschen-Ausschlag unter dem Rindvieh wurde am 12. November in Nieder-Florstadt, im Kreise Friedberg, am 21. November in Muͤnchleusel, im Kreise Alsfeld, und am 26. November in Calbach, im Krelse Büdingen, festgestellt.
Die Räude gilt als vorhanden unter den Schafen in den Orten des Kreises Gießen: Watzenborn, Lang⸗ Göns, Lich und Grüningen; in den Orten des Kreises Alsfeld: Vadenrod, Eudorf, Deckenbach, Gontershausen und Haarhausen; in den Orten des Kreises Büdingen: Wallernhausen, Dauernheim, Marienborn und Orten— berg, und in Metzlos⸗Gehag, im Kreise Lauterbach. In einem Gehöfte bet Trebur, im Kreise Groß Gerau, wurde die Seuche bei einem Bestande von 15 Schafen, welche kurz vorher aus Frankfurt angekauft waren, festgestellt.
Zeraelitischer Gottesdienst in Friedberg.
Sabbathfeier vom 5. Januar 1889.
Beginn: Freitag Abends 3 Uhr 45 Min. Samstag Morgens 8 Uhr 30 Min. Samstag Nachmittags 3 Uhr 30 Min. Sabbathausgang 5 Uhr.
Wochengottesdienst von Sonntag den 6. Januar an Morgens 7 Uhr, Nachmittags 4 Uhr.
50 Heute wurden wir durch einen Neujahrsgruß aus Köln überrascht. Derselbe kam von der bekannten Stoll— werck'schen Chocoladenfabrik und bestand in einem hübsch ausgestatteten Notiz-Kalender für 1889 mit den Bildnissen aller regterenden deutschen Fürsten, sowie der Reichsminister. Dieser Neujahrsgruß zeigt so recht die patriotische Gesinnung der bekannten Firma und hoffent⸗ lich findet diese Gesinnung beim großen Publikum, welches sich noch immer nicht ganz von ausländischen Chocoladen und Cacao Fabrikaten in dem Glauben trennen kann, daß solche besser seien, während sie in Wirklichkeit von der deutschen Chocoladen-Industrie in Bezug auf Güte und Preis weit übertroffen werden, die entsprechende Würdigung. Möge die deutsche Industrie bei dem Publt⸗ kum die Unterstützung finden, die ihr thatsächlich zukommt.
Erscheint jeden Sonntag und Donnerstag. Abonnement: pro Quartal 3 Reichsmark.
zeiger“ enthalten.
Ankauf eines Faselochsen.
Die Gemeinde Stammheim beabsichtigt einen zwei— jährigen Faselochsen, reine Simmenthaler Race, anzu⸗ kaufen und wollen sich hierauf reflektirende Besitzer solcher Thiere bei unterzeichneter Stelle melden.
Stammheim den 29. Dezember 1888.
Großherzogliche Bürgermeisterei Stammheim. Thaler.
45 1 K ur 1889 Kalender für 1889. Reichs bote M.—.40 Familtenkalender 5 50 Landkalender„—.20 —— diurchschossen„—.25 Spinnstube 130 Daheimkalender 0 Lahrer Bote„—.30 Hebel's Hausfreund„—.20 Broßer Lahrer Kalender 7 Gehörnte Siegfried„—.25
Carl Bindernagel.
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Der„Straßburger Submissions-Anzeiger für das deutsche Reich“ erscheint in Straßburg i. E. wöchentlich zweimal, ist das geeigneteste Publikations-Organ für alle im deutschen Reiche vorkommenden öffentlichen Arbeiten und enthält alle Ausschreibungen über Submissionen, Lieferungen und Verkäufe der Eisenbahn-, Post⸗, Telegraphen⸗, Bau⸗, Forst⸗, Militär- und Gemeindebehörden ze. l f Weise über alle Ausschreibungen genau und prompt, enthält Originalberichte über öffentliche Bauten und Arbeiten, Mittheilungen auf dem Gebiete der Industrie, des Verkehrswesens und der Statistik und ver⸗ öffentlicht alle Submissions⸗Ergebnisse, welche für den Leserkreis Interesse bieten, soweit solche erhältlich sind.
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Todes- Anzeige.
Freunden und Bekannten machen wir die schmerz liche Mittheilung, daß unsere innigstgeliebte Gattin, Mutter und Schwester
Frau Amalie Werner heute früh plötzlich verschieden ist. Friedberg den 2. Januar 1889.
Im Namen der Hinterbliebenen der trauernde Gatte Chr. Werner, Lehrer. Die Beerdigung findet Samstag den 5. Jan., Nachmittags 3 Uhr statt. Besondere Einladung erfolgt nicht. 51
Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Theilnahme, die uns bei dem schweren Verluste unseres theueren unver⸗ geßlichen Gatten, Vaters, Bruders und Schwagers
Herrn Levy Rosenthal von allen Seiten zu Theil wurden, für die außordent⸗ lich zahlreiche Begleitung zu seiner letzten Ruhestätte und noch ganz besonders denjenigen Bewohnern Fried— bergs, die ihm in seinem letzten Augenblicke so hilfreich zur Seite standen und uns in der schweren Stunde so liebevoll unterstützten, sagen wir hiermit unseren innigsten, tiefgefühlten Dank. Bad⸗Nauheim im Dezember 1888.
Familie Rosenthal.


