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Kassala ein Grieche aus Khartum ein, der Khar— tum vor zwei Monaten verließ. Derselbe gibt an, in Khartum sei von der einer Eroberung der Aequatorialprovinzen durch den Mahdi und von der Gefangenahme Emin's durchaus nichts bekannt, vielmehr sollen die Streitkräfte des Mahdi in dem Gebiete Bahr-el-Gazal zweimal geschlagen sein.
Amerika. New⸗Pork, 31. Dezbr. Nach einem Telegramm des„Herald“ aus El Paso griff eine von Priestern aufgeregte Menge am 28. d. Mts. das Palais des Präsidenten von Mexiko an, wurde jedoch nach hartnäckigem Kampfe zurückgedrängt. Die Regierungstruppen machten 2000 Gefangene. 72 Priester sind getödtet, 200, darunter ein Bischof, sind gefangen.
Persien. Teheran, 31. Dezbr. Die an— gekündigte Note der persischen Regterung ist ver— öffentlicht worden. Dieselbe enthält 24 Bestim— mungen. Der Inhalt derselben ist milder als erwartet wurde. Der Aufenthalt fremder Schiffe ist nicht auf 24 Stunden, sondern auf die zum Laden bezw. Ausladen erforderliche Zeit be— schränkt. Die Dampfer zahlen eine Abgabe von 7 Pence pro Tonne, Segelschiffe die Hälfte. Eine Verletzung der Bestimmungen wird mit schweren Geldbußen und Suspendirung des Schiff— fahrtpasses auf 2 Jahre bestraft.
Aus Stadt und Land.
W. Friedberg. Am 6. und 13. Dezember sprach Professor Klein auf Anregung des Volks bildungsvereins im Rathhaussaale über Meteorsteine, Feuerkugeln und Sternschnuppen. Es wäre überflüssig, über diese Vor— träge ein Wort des Lobes zu sagen, da Jedermann weiß, wie sehr es dem Redner eigen ist, selbst die schwierigsten Themata in lichtvoller, populärer Darstellung zu be— handeln. So auch diesmal. Kein Wunder, daß die zahlreich erschienenen Zuhörer mit lautem Beifall lohnten. Wir geben in Folgendem kurz den Gedankengang wieder, damit auch Diejenigen, welche aus irgend einem Grunde den Vorlesungen nicht beiwohnen konnten, dem dritten Vortrag am 10. Januar folgen können. Aufzeichnungen über Meteorsteinfälle finden sich in den Schriften aller Zeiten und Culturvölker. Berühmte Beispiele sind der Steinfall zu Aegos Potamot 476 v. Chr., der zu Ensis⸗ heim im Elsaß(1492), der zu l'Algle in Frankreich am 26. Februar 1794, bet welchem auf einer Fläche von drei Stunden Länge gegen 3000 Stück vom Himmel fielen. Auch der sogenannte„schwarze Stein“ in der Kaaba zu Mekka soll ein Meteorstein sein. Frühere Ansichten, wo— nach die Meteorsteine von Erd- oder Mondvulkanen aus— geworfen oder auch von Wirbelwinden in dle Höhe ge— führt seien, erwiesen sich als unhaltbar. Licht in die Frage nach der Herkunft der Meteorsteine brachte der deutsche Physiker Chladni( 1727), der den Satz auf⸗ stellte und in einer Abhandlung„Ueber Feuermeteore“ bewies, daß jene aus dem Weltraum kämen und mit den Feuerkugeln und Sternschnuppen in eine Klasse gehörten. Seit etwa 20 Jahren wissen wir, daß die Meteorite (Meteorsteine, Feuerkugeln und Sternschnuppen) mit den Kometen zusammenhängen, bezw. aus Kometen entstanden sind. Es folgte nun eine Uebersicht der Weltkörper, be— sonders der zum Sonnensystem gehörigen(Sonne, Planeten, Monde, Kometen). Die sogenannten Fixsterne, weißglühende Kugela wie unsere Sonne, haben mit dem Sonnensystem nichts zu thun und sind enorm welt entfernt; eln ununterbrochen fahrender Etsenbahn-Schnellzug würde den nächsten Fixstern(e Centauri) erst in 60 Millionen Jahren erreichen, den Sirius erst in 240 Milltonen Jahren. Der Planet Jupiter ist dem Raumgehalt nach über 1000 Mal kleiner als die Sonne, die Erde ist 1000 Mal kleiner als der Jupiter, die Ceres ist über 1000 Mal kleiner als die Erde und die Klio 1000 Mal kleiner als die Ceres. Die zum Sonnensystem gehörigen Weltkörper sind also außerordentlich verschteden an Größe und Nichts steht der Annahme entgegen, daß es noch kleinere um die Sonne laufende Körper gibt. Solche sind die Meteorite. Hervorgehoben wurden gewisse Eigen thümlichkeiten der Kometen, worin diese sich von den Planeten unterscheiden, mit den Meteorkten dagegen überelnstimmen. Während die Planeten nahezu in der— selben Ebene und in derselben Richtung um die Sonne wandern, bewegen sich die Kometen und ebenso die Meteorlite in den verschiedensten Ebenen und Richtungen um die Sonne. Die Bahnen der Planeten sind nahezu Kreise, die der Kometen und Meteoriten langgestreckte Ellipsen, wo nicht Parabeln oder Hyperbeln. Von besonderer Wichtigkeit ist die physische Beschaffen heit der Kometen. Der Schwetf, den viele derselben nament— lich in der Sonnennähe zeigen, ist eine äußerst lockere, feine Masse.(Kohlenwasserstoff, gasförmiger Koblen stoff u. s. w., wie die spectral⸗analytlsche Untersuchung zeigt.) Der sternartig glänzende dichteste Theil, der sog. Kern der Kometen, leuchtet hauptsächlich in reflek⸗ tirtem Sonnenlicht und besteht aus weit von einander entfernten festen Körpern(Steinen). Da die Kometen— kerne oft bis 100 Meilen, zuweilen weit über 100 Mellen dick sind, so können sie das Material für Billionen von Meteoriten enthalten. Daß sie es wirklich liefern, beweisen gewisse näher zu besprechende Erscheinungen und Thatsachen,
vor allem die Geschichte des Kometen von Biela. Dieser Komet, entdeckt 1826, hat eine Umlaufszeit von 612 Jahren und erschien bei seiner 4. Wiederkehr 1845 in 2 einander ähnliche Theile gespalten, die über 30,000 Meil. von einan⸗ der abstanden. Bei der 5. Wiederkehr hatte sich der Abstand beider Theile auf mehr als 300,000 Meilen vergrößert, bei der 6. Wiederkehr war er wegen seiner Lage zur Sonne nicht sichtbar; 1866, wo er sichtbar wiederkehren sollte, erschien er nicht; ebenso war 1872 alles Suchen nach dem Kometen vergeblich. Dafür erschien an dem⸗ selben Tage(27. November), wo der Komet nach der Berechnung die Erdbahn kreuzen mußte und aus der— selben Gegend des Himmels, woher der Komet erwartet wurde, ein überreicher Sternschnuppenschwarm. Groß⸗ artiger noch war der von mehreren Seiten, namentlich von Schiaparelli in Mailand und Klinkerfues in Göt— tingen angekündigte und faktisch eingetroffene Stern⸗ schnuppenregen vom 27. November 1885. Es unterliegt also keinem Zweifel, daß die Sternschnuppen vom 27. No⸗ vember 1872 und die vom 27. November 1885 Theile des verschwundenen Kometen von Biela sind. In der Schlußvorlesung sollen u. A. folgende Punkte zur Be⸗ sprechung kommen: Zusammenhang der Sternschnuppen— schwärme vom 12. November und 10 August mit zwei Kometen. Bestimmung der Höhe und Geschwindigkeit der Meteorite. Ursache des Leuchtens und Verschwindens der Stern schnuppen. Ursache des Zerspringens mancher Feuer⸗ kugeln und der dasselbe begleitenden Detonationen. Welt— stellung der Meteorite.
B. Bad⸗Nauheim. Für die Unterstützungs⸗Kasse bedürftiger Pfleglinge der Großherzogl. Landes-Irren— anstalt sind in den zum hiesigen Amtsgerichtsbezirk ge— hörigen 7 Ftlialorten 47 M. 90 Pf. eingegangen und durch den bestellten Vertrauensmann an die Verwaltung der Kasse nach Heppenbeim abgeschickt worden. Im ein⸗ zelnen gingen ein in Schwalheim 8 M.(Gemeindekasse), in Steinfurth 5 M.(Gemeindekasse), in Rödgen 5 M. (Gemeindekasse), in Wisselsheim 10 M.(5 M. Gemeinde⸗ kasse und 5 M. Collekte), in Ober-Mörlen 3 M. 20 Pf. (Collekte), in Dorheim 8 M. 10 Pf.(Collekte) und in Nieder-Mörlen 8 M. 60 Pf.(Collekte).
Darmstadt. Der Vorstand des Landeslehrervereins hat an die Großherzogliche Staatsregierung und die beiden Kammern eine Eingabe um Erhöhung der Gehalte der Volksschullehrer gerichtet. Die Petenten bitten um die Beseitigung der Ungleichheit in den Gehaltsbezügen an den verschiedenen Orten, indem sie für die Orte unter 10,000 Seelen die Besoldungsseala aller Lehrer-Stellen derart gleichmäßig geändert haben wollen, daß mit Beginn eines Anfangsgehaltes von 1000 M. der Mapimalgehalt von 1800 M. in 20 Dienstjahren und zwar von 5 zu 5 Jahren um je 200 M. steigend, erreicht werden könne.
Kastel. Von der neuen Brücke an der Mainspitze bei Kostheim ist jetzt die Ueberbogung der mittleren Strom— öffnung vollständig vollendet. Gleich nach Neujahr wird die Holzrüstung unter dem Bogen entfernt und hierdurch die mittlere und Hauptstromöffnung für den Schiff- und Floßverkehr freigemacht.
Allerlei.
London, 1. Januar. Wieder wird England durch entsetzliche Morde, welche an die Londoner Verbrechen erinnern, deren unheimlicher Thäter sich bis jetzt allen Nachforschungen zu entziehen gewußt hat, in Aufregung versetzt. In Bradford wurde, wie die„Voss. Ztg.“ meldet, vorgestern in einem Stalle in Tharneliffe Road ein 8jähriger Knabe, der seit 3 Tagen vermißt wurde, ermordet und nach Art der Whitechapeler Morde verstümmelt vorge— funden. Ferner wurde, wie ein anderer Drahtbericht be— sagt, in Kilwick, einem Dorfe unweit Keighley in Vork— shire, ein zweiter Knabe ermordet und verstümmelt auf— gefunden. Die Polizei in Bradford verhaftete einen Milchmann, der zuletzt in Gesellschaft des dort ermorde— ten Knaben gesehen wurde.
Peking, 1. Januar. In der Mandschurei haben verheerende Ueberschwemmungen mit großem Menschen— verlust stattgefunden.
Bombey. In Quilon an der Kuste von Malabar ist die Cholera ausgebrochen. Zweltausend Christen sind gestorben, die Pflege der Erkrankten übernahmen italie— nische Carmeliter.
Ueber den Werth der Kleinigkeiten.
Wenn wir etwas vom Werth der Kleinig— keiten sagen wollen, so ist es gut, vorauszu— schicken, daß man die Kleinigkeit auch überschätzen kann. Es gibt Leute, die sich darüber streiten können, ob es heute vor einem Jahre Frost oder Thauwetter gewesen ist, und die in Zwist gerathen können darüber, ob ihr Kind blaue oder graue Augen hat. Solchen Streit nennen wir einen„Streit um Kaisers Bart“ und wollen damit sagen, daß derartige Kleinigkeiten ebenso wichtig und unwichtig sind, wie der Bart eines hohen Herrn auf Erden. Es gibt Männer, die in ihrer Arbeit so peinlich und genau sind, daß sie ihre Zeit mit Kleinigkeiten verschwenden und nicht vorwärts kommen mit dem, was sie thun, und ich kenne Frauen, die in ihrem Hause auf jedes Stäubchen Jagd machen, so daß man sich fast fürchten muß, in ihre Stube zu kommen, aus Angst, daß man ihnen etwas in Unordnung bringe. Aber wer nun andererseits die Kleinig—
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keiten verachtet, der ist ebenso auf dem Holz⸗ wege. Wenn jemand immer die Redensart im
Munde führt:„Ach, das ist nur eine Kleinig
keit“ oder„das ist nicht der Mühe werth“, dann ist es mir sehr zweifelhaft, ob er sich durch besondere Treue und Gewissenhaftigkeit in seinem Berufe auszeichnet. Die, welche von dem Betrunkenen sagen, er habe ein„Raͤuschchen“ oder er habe ein„Gläschen“ zuviel, die, welche 50% Zinsen„ein Profitchen“ nennen, das sind Leute, welche keine Dinge für gering halten, obschon eigentlich alles aus Kleinigkeiten besteht, die Stunde aus 60 Minuten und die Minute aus 60 Sekunden, das Leben aus lauter Augen— blicken, wie eine Kette aus bunten Gliedern. Da es aber, wie ich glaube, mehr Menschen gibt, welche die Kleinigkeiten verachten, als solche, die dieselben überschägen und zu hoch achten, so mag es heilsam sein, einmal auf den Werth der Kleinigkeiten aufmerksam zu machen und einige Gründe zu nennen, weshalb wir gut thun, auf kleine Dinge zu achten. Zuerst achtet auf Kleinigkeiten, denn aus ihnen erkennt man, was in einem Menschen ist. Wenn uns ein
Mann begegnet, dessen Hut offenbar lange keine
Bürste gesehen hat, dessen Rock nur zwei statt vier Knöpfe besitzt, so denken wir: das muß ein unordentlicher Mensch sein! Ein wenig Staub auf dem Hut, ein abgerissener Knopf, nicht wahr, das sind Kleinigkeiten, aber sie sind Kenn⸗ zeichen für einen Menschen. Ist die Kleidung alt und abgetragen, nun das schadet nichts, Armuth ist keine Schande, aber reinlich und ordentlich kann auch der Aermste sich halten, und deshalb haben wir recht, wenn wir den bedenklich ansehen, der unreinlich und unordent— lich einhergeht. Wir haben alle schon an Kin— dern die Eltern erkannt. Hat ein Kind un— saubere Hände und kommt ungekämmt in die Schule, so denken wir nicht sehr schmeichelhafte Dinge von den Eltern, aber ein ordentliches, reinliches, bescheidenes und foigsames Kind ist uns ein Kennzeichen für ordentliche Eltern. „Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm“ sagt das Sprichwort, und wie an dem einen kleinen Apfel den ganzen Baum, so erkennt man aus dem, was man an dem Kinde sieht, Vater und Mutter. Ich denke, es hat Niemand etwas dagegen ein zuwenden, wenn ich sage:„Achte auf die Klei— nigkeiten, sie sind es werth, denn aus ihnen er— kennt man, was im Menschen ist.“ Ich gehe weiter und sage: Achtet auf die kleinen Fehler, weil oft große Fehler daraus entstehen!“ Einmal ist keinmal“ sagt das Sprichwort, aber das ist ein schlechtes Sprichwort, und mancher hat schon erfahren, daß einmal nicht„keinmal“, sondern zehnmal und hundertmal ist. Ich halte es mit dem anderen Sprichwort:„Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht, und wenn er auch die Wahrheit spricht!“ Wer einmal lange Finger
gemacht hat und sich an seines Mitmenschen
Hab und Gut vergriffen hat, der kann zwar wohl wieder auf den rechten Weg gebracht wer— den, aber es ist gewiß leichter, die Hände rein von fremdem Gut zu behalten, wenn man sie gar nicht mit Diebstahl befleckt hat. Wer ein⸗ mal unehrlich gewesen ist, wird leicht noch öfter Treue und Redlichkeit verachten, wer einmal eine Zeitlang dem Trunke sich ergeben hat, für den ist's schwer, wieder ein nüchterner Mensch zu werden. Es ist mit diesen kleinen Dingen ebenso wie mit den Eisenbahnschienen an einer Station, wo mehrere Züge abfahren. Zuerst gehen die Schienen der beiden Züge nebeneinan⸗ der her, als ob sie immer bei einander bleiben wollten; dann trennen sie sich, zuerst nur ein wenig, so daß man denkt, es sei so ziemlich dieselbe Richtung, welche sie eingeschlagen, aber warte nur noch ein paar Minuten, dann sind die beiden Züge so weit auseinander, daß man von dem einen Zug den andern nicht mehr sehen kann, und sie fahren auch wirklich nach ganz verschiedenen Orten. So ist es mit uns, wenn wir einen Schritt vom rechten Weg ab⸗ weichen, zuerst gehen wir dann noch neben dem
guten Wege her, als ob wir eben dahin woll⸗
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