11. Ist die Prüfung im Lesen, Schreiben und Rechnen sowie die ärztliche Untersuchung günstig ausgefallen, so wird zunächst die Verpflichtungs⸗Verhandlung über die vorgeschriebene längere aktive Dienstzeit(Ziffer 8) aufgenommen.
Dlejenigen Freiwilligen, welche bei einem Bezirkskommandeur den freiwilligen Eintritt nachgesucht haben, erhalten durch dessen Vermittelung den Annahmeschein von der Unteroffizierschule, welcher sie zugetheilt worden sind.
Nach Ertheilung des Annahmescheins tritt der Freiwillige in die Klasse der vorläufig in die Heimath beurlaubten Freiwilligen. Die Einberufung erfolgt von derjenigen Unteroffizierschule, welche den Annahmeschein ausgestellt hat, durch Ver— mittelung des betreffenden Bezirkskommandeurs.
Eine Lösung der Eintritts verpflichtung kann nur mit Genehmigung der In spektion der Infanterieschulen erfolgen. Kosten dürfen der Militär Verwaltung hier durch nicht entstehen. Wird die Lösung der Verpflichtung nach dem Eintreffen auf einer Unteroffizterschule erbeten, so hat der betreffende Freiwillige, wenn die Ge— nehmigung ausnahmsweise ertheilt wird, die Kosten der Rückreise zu tragen.
12. Die Einstellung von Freiwilligen in die Unterofflzlerschulen findet all;
jährlich zweimal statt, und zwar bel den Unteroffizterschulen Potsdam, Blebrich und Marienwerder im Monat Oktober, bei der Unteroffizterschule Ettlingen im Monat April.
Wer zu diesen Zeitpunkten nicht einberufen werden kann, darf in freiwerdende Stellen der Unteroffizserschulen zu Potsdam, Biebrich und Marienwerder bis Ende Dezember, der Unteroffizlerschule zu Ettlingen bis Ende Junk eingestellt werden, vorausgesetzt, daß dann noch allen Aufnahmebedingungen genügt wird.
13. Füͤstliere der Unteroffizlerschulen, die sich durch mangelhafte Führung oder durch zu geringe Leistungen als nicht geeignet für den Unteroffizterberuf er⸗ weisen, werden aus den Unteroffizterschulen entlassen. Solchen entlassenen Frei⸗ willigen wird die in den Unteroffizierschulen zugebrachte Dienstzeit bel der Erfüllung ihrer Dienstpflicht im aktlven Heere nicht in Anrechnung gebracht.
14. Während ihrer Dienstzelt in der Unteroffizterschule erhalten bei guter Führung diejenigen Fuͤsiltere, welche in die Heimath beurlaubt werden, eine eln⸗
Die Wuͤnsche der Freiwilligen um Zuthetlung an eine bestimmte Unteroffizier
schule sollen, soweit angängig, berücksichtigt werden.
Betreffend: Feldbereinigung in der Gemarkung Dortelweil.
Bekanntmachung.
malige Reise⸗Entschädigung Löhnung bis zu 4 Wochen belassen.
Während dieser Beurlaubung wird den Fuͤstlieren die
Nachdem die am 16. l. Mts, abgehaltene Abstimmung uber rubricirtes Project ergeben hat, daß sämmtliche betheiligte Grundbesitzer für die Feldbereinigung in der Gemarkung Dortelweil gestimmt haben, so wird dieses Resultat unter dem Hinweise bekannt gemacht, daß das Abstimmungsprotokoll in der Zeit vom 24. bis 31. l. Mts. auf dem Amtszimmer der Großherzoglichen Bürgermeisterei Dortelweil offen liegt und Einwendungen gegen die Zulässigkeit oder Rechtsbestandigkeit des Ergebnisses binnen 14 Tagen, von dem Tage des Erscheinens dieser Bekanntmachung an gerechnet, mittelst schriftlicher Beschwerde bei der Großh. Landescommission für Feldbereinigung geltend zu machen sind. Der Vollzugs-Commissär für Feldbereinigung:
Friedberg den 19. Mai 1888.
Dr. Wallau.
Ausschreiben. Um Auskunft über den dermaligen Aufenthaltsort des Peter Bauer von Blossersbach, Reglerungsbezirk Schlatzendorf, Bezirksamt Wichtach, Nieder- Balern, des Heinrich Enders von Wallenrod, des Peter Trimmersdorf von Frixheim und des Johann Georg von Landenhausen, wird ersucht. Erledigt. Mein unterm 27. März 1888 erfolgtes Ausschreiben gegen Joseph Link von Griesheim nehme ich zurück.
Friedberg den 11. Mai 1888.
Der Großherzogliche Amtsanwalt. Kolb.
Deutsches Reich.
Darmstadt. Nach der Rückkehr von Char— lottenburg und ohne vorher hier Aufenthalt zu nehmen, begeben sich der Großherzog und der Erbgroßherzog, die Prinzessin Alix mit dem Groß— fürsten und der Großfuͤrstin Sergius zu einem längeren Aufenthalte nach Seeheim.
— Der Regierungsbaumeister von Weltzien zu Berlin wurde zum vortragenden Rath im Ministerium mit dem Amtstitel„Oberbaurath“, der Ober⸗Amtsrichter Arnold in Darmstadt zum Landgerichtsrath daselbst, der Ober-Amtsrichter Römheld in Lorsch zum Ober-Amtsrichter in Darmstadt, der Staatsanwalt bei dem Landge— richt in Mainz Dr. Best zum Staatsanwalt bei dem Landgericht in Darmstadt, der Amtsrichter Bücking in Mainz zum Staatsanwalt bei dem Landgericht daselbst, der prakt. Arzt Dr. Schwarz zu Erbach zum Kreis Assistenzarzt in Hirschhorn, der Seminar-Lehrer Stromberger zum Lehrer an dem Gymnasium zu Darmstadt und der Landrichter Weller zum Landgerichtsrath in Darm— stadt ernannt, und der Kanzleidiener Lefz in Darmstadt auf Nachsuchen, unter Anerkennung seiner Dienste, in den Ruhestand versetzt.
Jugenheim, 19. Mai. Prinz und Prin— zessin Heinrich von Battenberg sind heute wieder nach England zurückgereist.
Mainz, 18. Mai. Eine gestern stattge— habte Versammlung von streikenden Maurerge— sellen wurde auf Grund des Socialistengesetzes aufgelöst und die auf heute anberaumte Ver— sammlung unter Strafandrohung verboten.
Straßburg, 22. Mai. Fürst Hohenlohe ist auf einige Tage nach Berlin gereist. Die Reise hängt direct mit den Schwierigkeiten zu sammen, welche durch die französischen Hetzereien sich neuestens gehäuft haben.
Berlin, 18. Mai. Bulletin von heute Morgen 9 Uhr: Der Kaiser ist in den letzten Tagen ganz fieberfrei gewesen; die Schlingbe— schwerden sind fast ganz geschwunden. Das Allgemeinbefinden ist so befriedigend, daß der Kaiser einen großen Theil des Tages im Freien zubringt. Die Kräfte nehmen sichtlich zu, die Absonderung ist geringer.— 19. Mai. Der Kaiser ließ heute dem vor dem Charlottenburger Schloß harrenden Publikum durch den Kammer— diener sagen, er befinde sich wohl und lasse seinen lieben Berlinern ein frohes Fest wünschen. Der Kaiser kehrte um 6 Uhr 30 Min. von einer Spazierfahrt zurück und wurde bei der Fahrt durch Charlottenburg von einer dichtgedrängten Menschenmenge mit Hurrahrufen und dem Ab— singen der Nationalhymne begrüßt. Der Kaiser, welcher Generalsuniform trug, begab sich nach der Rückkehr in den Park und machte dort eine nochmalige Rundfahrt im Ponywagen. Das
Allgemeinbefinden des Kaisers während des ganzen Tages war sehr gut.— 20. Mai. Bei dem Kaiser war der erste Theil der Nacht ein ziem— lich guter, der zweite Theil jedoch haufiger durch Hustenanfälle unterbrochen. Der Kaiser befindet sich seit 8 Uhr außer Bett im Arbeitszimmer und macht auch heute Nachmittag eine Spazier⸗ fahrt. Gegen 11 Uhr erschien der Kaiser zwei— mal am Feaster, von dem massenhaft herbei— geströmten Publikum mit nicht endenwollenden enthusiastischen Kundgebungen begrüßt.— 22. Mai. Der Kaiser hatte eine gute Nacht, stand in heiterer Stimmung auf; seit heute Morgen 10½ Uhr be— findet sich der Kalser im Park, hörte dort den Vortrag Albedyll's und unternahm dann eine Spazierfahrt. Ausland.
Schweiz. Bern. Die Anklagekammer des Bundesgerichtes verwies den Commis Schill, den Buchdrucker Muͤller-Schmid und den Buch— händler Festersen-Mieg, alle in Basel, als Ver— fasser und Verbreiter des Fastnacht-Pamphletes „Vive la France“, wegen öffentlicher Beschimpfung der deutschen und elsaß-lothringischen Regierung vor die eidgenössischen Assisen, dagegen wird die strafrechtlichen Verfolgung des Commis Hofer abgelehnt.
Belgien. Brüssel, 19. Mai. Die Kammer nahm mit 61 Stimmen gegen 16 Stimmenent— haltungen die Credite für die militärischen Ver⸗ theidigungsmittel einschließlich der Maasbefestig— ungen an.
Frankreich. Paris, 18. Mai. Der Senat nahm heute die Berathung des Rekrutirungs— gesetzes wieder auf, berieth zunächst den Artikel betr. Befreiung von der Dienstpflicht, und lehnte mit 195 gegen 87 Stimmen den von Floquet befür⸗ worteten Antrag Campenon's ab, welcher für die Priesterseminaristen, sowie für Diejenigen, welche sich dem wissenschaftlichen Lehr⸗Bberufe widmen, die Befreiung von der Militärdienstpflicht be— seitigen sollte. Der Senat stimmte im Principe der Zulassung von Dispensatlonen von der Mili— tärdienstpflicht zu.
Großbritannien. London, 18. Mai Das Unterhaus nahm in zweiter Lesung die Haftpflichtgesetznovelle an und vertagte sich bis zum 31. Mai.
— Dem„Daily Telegraph“ zufolge hat sich eine englische ostafrikanische Gesellschaft gebildet, deren Gebiet an das der deutschen ostafrikani⸗ schen Gesellschaft angrenzt.
Dublin, 18. Mai. In einer heute stattge⸗ habten Versammlung der parnellitischen und ka— tholischen Deputirten wurde ein Manifest be— schlossen, worin erklärt wird,„die in dem Cir— cular des Heiligen Stuhles an die irischen
Bischöfe aufgestellten Thatsachen seien unbe—
gründet.“ Indem dem Heiligen Stuhle die geist— liche Gerichtsbarkeit zugestanden wird, halten sich die parnellitischen Deputirten für verpflichtet, formell auszusprechen, daß die irischen Katholiken keinerlei Recht des Heiligen Stuhles anerkennen können, dem irischen Volke gegenüber sich in die Behaudlung der politischen Angelegenheiten ein— zumischen.
Italien. Rom, 18. Mai. Die Kammer genehmigte mit 177 gegen 48 Stimmen das Finanzbudget.
— Die Untersuchung über deu Unfall im Fort Tiburtin ergab, daß der Oberst Benedicti die Unvorsichtigkeit begangen hatte, in Gegen— wart des Kronprinzen solche Experimente, welche noch nicht approbirt waren, vorzunehmen. Der Kriegsminister unterbreitete dem Köuig ein Deeret, wonach Benedicti zur Disposition zu stellen ist. Der Konig unterzeichnete jedoch das Decret in Anbetracht der langen und ausgezeichneten Dienst— leistung des Obersten nicht.
Spanien. Barcelona, 18. Mai. Die Königin empfing heute die Befehlshaber der anläßlich der Ausstellung eingetroffenen fremden Geschwader und sprach ihre hohe Befriedigung über den Besuch des Geschwaders aus, in wel— chem sie ein kostbares Zeichen der Sympathie der Mächte für Spanien und das Königshaus erblicke.— 20. Mai. Die Königin-Regentin hat heute die Ausstellung feierlich eröffnet.
Serbien. Belgrad. Bei der jüngsten Zu— sammenkunft des Königs Milau mit der Königin Natalie in Wien ist die dort versuchte Versöh— nung definitiv gescheitert. Der König kehrt heute hierher zurück. Die Königin wird den Sommer über mit dem Kronprinzen in Wiesbaden ver— bleiben. Der Kronprinz soll auch ferner in Deutschland erzogen werden.
Bulgarien. Sofia, 18. Mai. Prinz Ferdinand ist gestern hierher zurückgekehrt. Die Minister und die höheren Offiziere waren dem Prinzen eine größere Strecke entgegengereist. Der Bischof, die Geistlichkeit und der Bürger— meister von Sofia bewillkommneten den Prinzen.
— Der Cassationshof hat das gegen den Major Popow gefällte Urtheil bestätigt.— Prinz Ferdinand von Coburg wird sich dem— nächst auf einige Tage nach Kasanlik begeben.
Montenegro. Cettinje. Der„Polit. Corr.“ in Wien wird aus Cattaro gemeldet, daß am 8. d. aus einem montenegrinischen Gefäng— nisse 21 schwere Verbrecher entkommen sind. Tags zuvor verschwanden 8 herzegowinische Flüchtlinge, die seit Jahren auf Regierungskosten in Montenegro erhalten und beim Straßenbau in Antivari beschäftigt worden waren, darunter der berüchtigte Stojan Kavacevic und der bekannte Bandenführer Milutin Jillic. Man vermuthet,
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