Um Auskunft über den dermaligen
Ausſchreiben. 0 1888.
Friedberg den 12. Oktober
Aufenthaltsort der Eliſabethe Birkenſtock von Dreihauſen wird erſucht; eb
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Der Großherzogliche Amtsanwalt. 9411.
U
Deutſches Reich.
Darmſtadt. Es wurde der Prof. Dr. Hof⸗ meier auf Nachſuchen ſeines Dienſtes entlaſſen, ſowie der Lehrer Dr. Weinsheimer zu Heppen— heim zum Reallehrer in Darmſtadt, der Lehrer Weyel zu Alsfeld zum Reallehrer daſelbſt, der Lehrer Dr. Heil zu Groß Umſtadt zum Reallehrer daſelbſt, der Amtsrichter Taſche zu Alsfeld zum Amtsrichter in Offenbach, der Feldwebel Pfeifer von Mainz zum Kanzliſten bei dem Landgericht der Provinz Starkenburg, der Gefangenwärter Heilos in Marienſchloß zum Gefangenaufſeher am Landeszuchthaus daſelbſt ernannt.
— In dem Befinden des Prinzen Alexander iſt eine ſehr erfreuliche Beſſerung eingetreten.
Berlin, 11. Oktbr. Der deutſche Kaiſer wurde in Rom von einer ungeheuren Volks⸗ menge mit unbeſchreiblichem Jubel begrüßt. Das Wetter iſt prachtvoll. Der König, der Kron— prinz, ſowie die Prinzen Amadeus und Thomas hatten ſich bereits Nachmittags 4 Uhr am Bahn— hof eingefunden. Gegen 4 Uhr 10 Min. nahte die reichgeſchmückte Lokomotive mit dem kaiſer⸗ lichen Extrazug. Sobald der Zug hielt, eilte König Humbert dem Kaiſer entgegen und um: armte und küßte ihn wiederholt. Einen gleich herzlichen Charakter hatte die Begrüßung des Prinzen Heinrich von Preußen durch den König, ſowie die Begrüßung des Kaiſers mit den Prinzen des königlichen Hauſes. Zum Empfang waren anweſend die Mitglieder der deutſchen Botſchaft, der Botſchaftsprediger, der komman— dirende General Pallavicini, der Präfekt und der Bürgermeiſter. Die Muſik intonirte die preußiſche Volkshymne. Nach der Vorſtellung des Gefolges fuhren Kaiſer Wilhelm und König Humbert im zweiſpännigen Hofwagen mit Spitzreitern in langſamem Schritt nach dem Ouirinal. In einem zweiten Wagen folgte Prinz Heinrich mit dem Kronprinzen. Vom Bahnhofe bis zum Quirinal bildeten die Truppen Spalier, deren Muſik eben— falls die preußiſche Volkshymne ſpielte. Vor und hinter dem Wagen des Kaiſers und Königs ritten Küraſſiere der Leibgarde. Alle Fenſter und Balkons waren dicht beſetzt. Einen beſon— ders glänzenden Anblick bot die Via nationale dar. Der Enthuſiasmus der Bevölkerung iſt geradezu unbeſchreiblich. Beim Eintreffen im Quirinal wur— den die Majeſtäten am Fuße der Treppe durch den
erſten Ceremonienmeiſter, Gianotti, empfangen. Im Schweizerſaale erwartete die Königin mit den Herzoginnen von Genua und Aoſta den Kaiſer, welcher der Königin die Hand küßte. Die Majeſtäten erſchienen alsbald auf kurze Zeit auf dem Balkon des Quirinals und begrüßten die Volksmenge, die unausgeſetzt mit brauſenden Hochrufen ihre Huldigungen darbrachte. Später zeigten ſich die Herrſchaften am Fenſter. Als⸗ dann fand im Schweizerſaale die Vorſtellung der hohen Staats- und Hofwürdenträger ſowie der Spitzen der Municipalbehörden ſtatt. Der Kaiſer zog ſich hierauf in ſeine Gemächer zurück. Abends beſuchte Kaiſer Wilhelm den Herzog und die Herzogin von Aoſta, die Herzogin-Wittwe von Genua, ſowie deren Sohn den Herzog von Genua und deſſen Gemahlin. Der Bürger— meiſter erließ eine Bekanntmachung, worin er der Einwohnerſchaft mittheilt, der Kaiſer Wil— helm ſei tief gerührt von den Zeichen der Zu⸗ neigung und Sympathie, die ihm bei ſeiner Ankunft zu Theil geworden ſeien. Der Kaiſer habe ihn beauftragt, der geſammten Bevölkerung für die impoſanten Huldigungen zu danken. Die Stadt war Abends glänzend illuminirt. Vor
H Wiederholt überaus herzlichen Empfang ſehr gerührt ſei. e e in Begleitung des Majors Engelbrecht und des ihm Drignet einen Spazierritt morgen Parade ſtattfindet. zurück,
die Kardinäle Rampolla und Hohenlohe, ſowie
vorden waren. Der Kaiſer drückte allen die]!
and und richtete huldvolle Worte an ſie. aͤußerte der Kaiſer, daß er von dem
Der Kaiſer unternahm heute früh
Ehrendienſt zugetheilten Generals nach Centocello, wo Er kehrte um 10 Uhr empfing den Beſuch König Humbert's und begab ſich gegen 11 Uhr in Begleitung des Prinzen Heinrich zu Herrn v. Schlözer zum Dejeuner, an welchem noch das nächſte Gefolge,
zum
die Prälaten Mocenni und Agliardi theilnahmen. Die Fahrt des Kaiſers nach dem Vatican er— folgte um 1½ Uhr in einem vierſpännigen von Berlin eingetroffenen Hofwagen. Spitzreiter ritten vorauf; neben dem Kaiſer ſaß Herr v. Schlözer. Prinz Heinrich fuhr in einem Wagen der Geſandtſchaft; das Gefolge benutzte Miethwagen. In den nach dem Vatican führen⸗ den Straßen bis nach dem Petersplatze und in dem zum Vatican führenden Eingange bildeten die italieniſchen Truppen Spalier. Auf dem ganzen Wege bis zum Petersplatze wurde der Kaiſer mit dem lebhafteſten Enthuſiasmus be— grüßt. Um 1 Uhr 35 Min. traf der Kaiſer im Vatican ein. Im inneren Hof wurde der Kaiſer von einem Zuge der Palaſtgarde mit der päpſt⸗ lichen Fahne begrüßt, von dem Fürſten Ruspoli und Mgr. Sinſtri empfangen und bis zu dem erſten Treppenabſatz geleitet, wo der Major⸗ domus des Papſtes, Msgr. Macchi, der Sekretär Mſgr. Piſſori und andere Prälaten, ſowie die Offiziere der Schweizergarde ihn empfingen und bis in den Clementinoſaal führten. Hier wurde der Kaiſer von dem Oberſtkämmerer Mſgr. della Volpe und anderen Hochwürdenträgern des Papſtes empfangen. Gensdarmen, Schweizer— garden, Palaſtgarden und Nobelgarden erwieſen in den Sälen, welche der Kaiſer und ſeine Be— gleitung paſſierten, die Honneurs. Am Eingange des Thronſaales ſchritt der Papſt dem Kaiſer entgegen und führte ihn in das Privatcabinet, wo ein eigens errichteter Baldachin ſich befand, unter welchem drei gleiche Seſſel für den Kaiſer, den Papſt und den Prinzen Heinrich ſtanden. Letzterer trat erſt nach der erſten Unterredung des Kaiſers mit dem Papſte ein; ſpäter folgten Graf Herbert Bismarck und die anderen Herren vom Gefolge des Kaiſers, welche der Kaiſer dem Papſte vorſtellte. Der Papſt richtete an jeden einzelnen der Herren huldvolle Worte. Die Ver⸗ abſchiedung Kaiſer Wilhelms vom Papſte trug wie der Empfang einen ſehr herzlichen Charakter. Alsdann ſtattete der Kaiſer dem Cardinal-Staats— ſekretär Rampolla einen Beſuch ab und beſich⸗ tigte unter deſſen Geleit mit dem Prinzen Hein⸗ rich den Vatican und die Peterskirche. Die Rückfahrt erfolgte in demſelben Wagen, in wel⸗ chem der Kaiſer von der preußiſchen Geſandt— ſchaft zum Vatican gefahren war. Geſtern Abend zog ſich der Kaiſer nach abgehaltenem Cercle in ſeine Gemächer zurück und arbeitete bis 11 Uhr mit dem Grafen Bismarck. Bei dem Gala⸗ diner brachte König Humbert folgenden Toaſt aus:„Mit tiefer Freude und lebhafter Dank— barkeit begrüße ich hier in meiner Reſidenz, hier in der Hauptſtadt Italiens, den Kaiſer und König Wilhelm II. Die Anweſenheit des Oberhauptes einer großen Nation und einer ruhmreichen Dynaſtie, mit welcher ich aus alter Freundſchaft verbunden bin, in Rom iſt ein
dem Quirinal erſchienen bis in die ſpäten Abend— ſtunden immer neue feſtlich bewegte Menſchen⸗ maſſen. Unter den dem Kaiſer im Quirinal vorgeſtellten Perſönlichkeiten befanden ſich die Ritter des Annunziaten-Ordens, die Präſidenten des Senats und der Kammer und die Miniſter, mit Ausnahme des Miniſterpräſidenten, des Kriegsminiſters und des Marineminiſters, welche
dem Kaiſer bereits auf dem Bahnhof vorgeſtellt
neues Pfand der Allianz, welche von uns für den Frieden Europas und für die Wohlfahrt unſerer Völker geſchloſſen wurde. Ich trinke auf das Wohl Se. K. und K. Majeſtät, meines er⸗ habenen Gaſtes, auf das Wohl Ihrer Mafeſtät der Kaiſerin und Königin und auf das deutſche Heer, den Schutz und Ruhm Deutſchlands.“ Der Kaiſer Wilhelm antwortete:„Ich danke
haben.
kämpft. dingt, daß werden zur welche die Frieden bietet. en haben den in der erhebenden Begrüßung, die
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Truppenrevue erſchienen die Königin und die Letztere, die mit den Prinzen bei Fort Caſilino zu Pferde geſtiegen waren, die Königin und die Prinzeſſinnen. Beim Ab⸗ reiten der Front befand ſich Kaiſer Wilhelm rechts vom Könige, etwa um Schrittlänge voraus. Der Vorbeimarſch erfolgte in muſterhafter Ord— nung Die Zahl der aufgeſtellten Truppen be⸗ trug 28,000. Hunderttauſende von Zuſchauern begrüßten die Monarchen in enthuſiaſtiſchſter Weiſe. Die Rückkehr des Kaiſers und des Königs erfolgte zu Pferde bis Caſilino, ſodann zu Wagen bis zum Quirinal. Auf dem ganzen Wege er⸗ ſchollen begeiſterte Evviras. Der Kaiſer, der König und die Königin, ſämmtliche Prinzen und Prinzeſſinnen des königlichen Hauſes mit ihrem Gefolge, der Staatsminiſter Graf Bismarck, der Miniſterpräſident Crispi, der Botſchafter Graf Solms und andere hohe Perſönlichkeiten begaben ſich Abends u wo ſie von dem Bürgermeiſter und den ſtädtiſchen Behörden empfangen wurden. Die Herrſchaften beſichtigten das Muſeum und begaben ſich als— dann nach dem großen Saal. Beim Eintritt in deuſelben ſpielte die Muſik die deutſche Nu tionalhymne. Es folgte hierauf die feierliche Inaugurirung der anläßlich des Beſuches des Kaiſers entworfenen Gedenkinſchrift. Sodann begann das Concert. Nach Beendigung desſelben beſichtigten die Herrſchaften den ſogenannten Con⸗ ſervatoren-Palaſt und verweilten dann kurze Zeil am Büffet. Gegen Mitternacht erfolgte die Rück. fahrt. Dem Empfange, welcher auf das Glänzendſte verlief zahlreiche Damen bei. elektriſchem Lichte auf
— König Humbert verlieh dem Kais helm den Militärorden Italiens. den Kronprinzen von Italien als Lieutenant A I suite des 1. Heſſ. Huſaren⸗Regiments Nr. 13. deſſen Chef Koͤnig Humbert iſt. König Humbert verlieh dem deutſchen Botſchafter Grafen Solms das Großkreuz des Mauritius- und Lazarus⸗
Das Capitol war mil
das Prächtigſte erleuchtet er Wil⸗
das Großkreuz des Ordens ferner ernannte er den Botſch zum Großoffizier des Ordens deritalieniſchen Krone.
— Nach der Vorſtellung des kaiſerlichen Ge⸗ folges im Vatikan ri zöſiſcher Sprache ſehr f ſelbe und gab wiederholt ſein Deutſche hier begrüßen zu können, wo Ange hörige der deutſchen Nation, namentlich Gelehrte und Künſtler, ſtets verdienſtvoll gewirkt. Wilhelm überreichte dem Tabatière mit Edelſteinen beſetzt, mit dem des Kaiſers auf dem Deckel. Auch dem Mocenni ſchenkte der Kai
Bilde
Euer Majeſtät auf das herzlichſte für die
Tabatisre.
enſo des Konrad Zinſer von Groß Karben.
Die
Etwa
Prinzeſſinnen kurz vor der Ankunft der Monarchen.
begrüßten zunächſt
Unſere lebendigſten Ausdruck
eſtät Hauptſtadt mir hat zu Theil werden laſſen. Ich trinke auf das Wohl Ihrer Majeſtäten des Königs und der Königin und auf das ſo ſehr brave italieniſche Heer ö eine Stunde vor Beginn der Galatafel hatte der Kaiſer den Miniſterpräſidenten Crispi zu längerer Audienz berufen laſſen, an deren Schluß er demſelben mit huldvollen Worten den Schwar⸗ zen Adler⸗Orden verlieh.— 13. Okt. Ju der
m 10½ Uhr nach dem Capitol,
„wohnten etwa 3000 Perſonen, daruntei
Militaͤrorden von Savoyen, den höchſten Kaiſer Wilhelm ſtellte
Ordens und den Generallieutenants v. Hahnke“ und v. Wittich, ſowie dem Cabinetsrath v. Lucanus der italieniſchen Krones“ after Grafen v. d. Golg
Msgr. ſer eine reichgeſchmückt! 14
varmen Worte, welche Sie an mich gerichtet 1 Die Berufung auf die von unſeren[ Vätern überkommene Bundesgenoſſenſchaft findet in mir ein lebhaftes Echo. Unſere Länder haben unter Fuͤhrung ihrer großen Herrſcher beide mit dem Schwerte ihre Einigkeit er Gleichartigkeit unſerer Geſchichte be unſere Völker ſtets zuſammenſtehen Aufrechterhaltung dieſer Einheit, ſicherſte Garantie für den Beziehung gefunden Euer Maj
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chtete der Papſt in frau⸗ reundliche Worte an da- jer Freude Ausdruck,
Kaiſen Papſte eine goldene
großen Das B det geg
und u unſer puetha
den in zwiſche welche dem e zwei f Freun in Au und i wild und
haldt Mac Verf Friek haup daß
weſen
buch. der als kann betr. den
Frie
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