für Spezialvorbereitungen bestimmten Credit für den Sudan verwenden wird, könnte doch ein Theil des Sudancredits vielleicht für die Spezial— vorbereitungen verwendet werden. Nach kurzer Debatte wird O'Connors von der Opposition unter— stützter Unterantrag mit 229 gegen 186 Stimmen verworfen und der 11 Million-Credit abstimm— ungs- und debattelos einstimmig angenommen.
— 27. April. Der„Times“ wird aus Petersburg gemeldet, England habe eine schieds— richterliche Entscheidung vorgeschlagen. Nach dem gestrigen Cabinetsrath wurde eine Depesche nach Petersburg telegraphirt, welche, wie gerücht— weise verlautet, das Verlangen einer militärischen Untersuchung wegen des Angriffs Komaroff's wiederholt.—„Reuter's Bureau“ meldet: Der Krieg zwischen England und Rußland wird als unvermeidlich betrachtet. Wie verlautet, wird der Zar heute nach Moskau abreisen und dort ein Manifest erlassen.
— 28. April. Der Prinz und die Prin— zessin von Wales sind heute von Irland hier— her zurückgekehrt.
— 28. April. Das Oberhaus nahm in dritter Lesung die egyptische Anleihebill an.
— 28. April.„Standard“ sagt, im Falle eines Bruches mit Rußland wird derselbe sich zuerst auf die Suspendirung der diplomatischen Beziehungen beschränken. In officiellen Kreisen wird geglaubt, Rußland werde Komaroff den Befehl ertheilen, so schnell als möglich auf Herat vorzurücken, England werde darauf mit der Be— setzung zuerst Quettas, dann Kandahars ant— worten. Nach der„Times“ unterliege es keinem Zweifel, daß das englische Cabinet als letzte versöhnliche Anstrengung vorgeschlagen habe, die Frage, ob der Angriff Komaroff's unprovocirt war, einem unabhängigen Tribunale zu unter— breiten. Die Antwort Rußlands sei noch nicht eingegangen; einer Ablehnung der letzten Vor— schläge Englands werde der Abbruch der diplo— matischen Beziehungen folgen.
Italien. Rom. Nach einer Meldung aus Massauah vom 24. d. besetzte eine Abtheilung italienischer Truppen am 21. d. Arkiko.
Rußland. Petersburg, 28. April. Die gestrige Londoner Meldung, lautend:„Reuter's Bureau meldet, der Krieg sei unvermeidlich, der Zar wird heute nach Moskau reisen und dort ein Manifest erlassen,“ wird von maßgebender Stelle durchweg und in allen Punkten als un— richtig bezeichnet.
— 28. April. Ueber einen von der„Inde— pendance belge“ gemeldeten neuen Zusammenstoß russischer mit afghanischen Truppen liegen hier keinerlei Nachrichten vor. Es handelt sich augen— scheinlich um eine völlig unbegründete Nachricht.
Egypten. Kairo, 27. April. Der diplo⸗ matische Agent Frankreichs, Taillandier, hat Kairo verlassen und sich nach Alexandrien begeben. Trotz dieser Abreise ist ein Compromiß zwischen Frank— reich und Egypten noch immer sehr wahrscheinlich (siehe oben). Wie es heißt, hätte Essad Pascha in der Angelegenheit des„Bosphore egyptien“ Schritte bei Freycinet gethan. Letzterer habe sich in der Erwiederung durchaus rücksichts voll über die Rechte der Pforte ausgesprochen, aber bestimmt erklärt, er erachte, daß die Frage lediglich die Regierung des Khedive angehe, die nach den Firmans allein für die innere Verwaltung Egyp— tens verantwortlich sei.
Asien. Simla, 27. April. Es ist noch kein Befehl zur Entsendung von Truppen nach der Grenze ergangen, aber die militärischen Vor— bereitungen werden beschleunigt.
Amerika. New-Pork, 27. April. „Standard“ meldet aus Fort Quapelle von gestern: General Middleton schlug nach sieben— stündigem Gefecht bei Batoche die Mischlinge unter Riel in die Flucht. Die Aufständischen erlitten starke Verluste.
Aus Stadt und Land.
g. Friedberg, 29. April. Heute morgen verletzte sich ein Schüler des Obstbaueursus sehr bedeutend, indem er sich mit dem Okulirmesser die Pulsader durchschnitt. Da rasch ärztliche Hülfe zur Stelle war, so ist vorläufig für den jungen Mann wohl nichts zu fürchten.
Der
Allerlei.
Wiesbaden, 28. April. Eine beim„Rheinischen Kurier“ hler eingetroffene Depesche von Rohlfs meldet: Die Expedition der Afrikareisenden Böhm und Reichardt set verunglückt. Böhm set todt, Reichardt aber gerettet und in Zanzibar angekommen.
Berlin. Auf die Zusendungen, welche Fürst Bis— marck zum Gebutstage erhalten, erfolgten dieser Tage die letzten Antworten. Außer 560 Geschenken, abgesehen von 3 Ehrendoetordiplomen, 5 Ehrenbürgerbriefen und 23 Be⸗ grüßungen von Städten, deren Ehrenbürger Fürst Bis⸗ marck bereits gewesen, gingen demselben 175 Adressen von Corporationen und Vereinen, 2644 telegraphische und 2238 schriftliche Begrüßungen zu, die große Zahl der zu beantwortenden Kundgebungen(5643) läßt die Er⸗ wartung berechtigt erscheinen, daß die Verzögerung einzelner Antworten von den Empfängern nicht übel vermerkt werden wird. Die Erledigung konnte nach Maßgabe der überhaupt vorhandenen Arbeitskräfte nicht wohl früher bewirkt werden.
Danzig, 27. April. Der Fleischermeister Behrendt wurde in Folge des Wahrspruchs der Geschworenen von der Anklage der Ermordung des Knaben Cybula freige— sprochen und sofort in Freiheit gesetzt.
Königsberg, 27. April. Heute legten gegen 800 Tischlergesellen die Arbeit nieder.
Rom. Das„Amtsblatt“ theilt mit, daß im Bezirke Bergamo am 22. d. Mts. ein alter Mann an sporadischer Cholera erkrankte.
Der Opiumhandel mit China. Von Gottfried Stommel.
Nach der Erledigung der Tonkinfrage dürfte es nicht uninteressant sein, eine Uebersicht zu gewinnen über die Entwickelung des wich— tigsten Handelsgegenstandes, welcher die euro— päischen Interessen mit China verbündet, dieser Handelsgegenstand ist das Opium. England und Frankreich haben durch die Gewalt der Waffen bisher die freie Einfuhr von Opium nach China erzwungen. In China wurde 1796 der Handel mit Opium durch ein Gesetz des Kaisers Kia-King untersagt. Trotzdem wurde dies gefährliche Gift fortwährend mit einer beispiellosen Frechheit eingeschmuggelt. Die Mandarinen selber, welche dem Gesetze zufolge die Uebertreter des Verbots hätten mit dem Tod bestrafen sollen, verschacherten die Erlaubniß des Schmuggels gegen hohe Bestechungssummen. Volk und Beamte rauchten in allen Theilen des Reichs, fast bis in den Umkreis des kaiserlichen Palastes; ja Ki-Ving, der Freund und Ver— wandte des Kaisers verheimlichte gar nicht, daß er Opium rauche, und der Souverain machte sich über ihn lustig. Dank der Lässigkeit seiner Regierung verfiel das chinesische Volk allmälig so weit dem entsetzlichen Laster, daß die härtesten Strafen erfolglos blieben und es sich gefallen ließ, in Kanton das Kilo Opium zehnmal höher zu bezahlen, als es in dem Produktionslande in Indien kostete. In einem Bericht der Ge— lehrten des himmlischen Reiches, welcher sich durch ein hohes Verständniß der merkantilen Seite auf Kosten der moralischen ausgezeichnet, wurden Vorschläge zur Besserung gemacht. Am Schlusse desselben heißt es:„Obgleich es Raucher gibt, welche ein gewisses Alter erreichen, so ist dies Alter doch niemals die Grenze der menschlichen Lebensdauer, aber es werden täglich Kinder in genügender Zahl geboren, um die Bevölkerung des Kaiserreichs mit Zuwachs zu versehen, andererseits ist es jedoch höchste Zeit, energische Maßregeln gegen die Erschöpfung der Finanzen Chinas zu ergreifen. Es ist unmög⸗ lich, unsere Häfen jedem Handel zu verschließen und da das Verbot der Opiumeinfuhr völlig wirkungslos geblieben ist, so erübrigt nur, zum alten System der freien Einfuhr durch die Bar— baren(5. h. die Europäer) zurückzukehren. In⸗ dessen muß ein Finanzzoll als Heilmittel erhoben werden, da derselbe weniger betragen kann, als der Aufwand für den Schmuggel, so werden die Barbaren in Zukunft den gesetzlichen Weg willig beschreiten.“ Allein der Kaiser Tao⸗Kouang nahm diese Vorschläge nicht an und befahl, mit der größten Strenge dem Schmuggel der Barbaren entgegenzutreten. Am 10. März 1839 zog ein Gesandter des Kaisers in Kanton ein und am 18. März verkündete ein Maueranschlag unter Androhung der Todesstrafe die sofortige Heraus—
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lion Mark beschlagnahmt und der englische Ober⸗Intendant des britischen Handels in Kanton verhaftet. England nahm für den Schmuggel Partei, erklärte den Krieg und China wurde leicht besiegt. In dem Frieden zu Nankin 1842 zahlte es 100 Million Mark Kriegskosten, trat die Insel Hongkong an England ab und ge— stattete den freien Eintritt in die Stadt Kanton, Die Einfuhr von Opium blieb indessen ver— boten. Der chinesische Bevollmächtigte rettete so die Eigenliebe seines Herrn, er hielt„das Antlitz des Sohnes des Himmels rein“. Der systematische Schmuggel ward von da ab natür— lich offener betrieben als je zuvor. Allmählig versuchten indessen die Chinesen wieder, sich des englischen Einflusses zu entziehen. Der Krim— krieg lenkte Englands Augen vom äußersten Osten ab und machte die Mandarinen immer kühner. Am 8. October 1856 wurde ein Schiff mit englischer Flagge, welches einem in Hongkong wohnenden Chinesen gehörte, öffentlich in Kanton mit Beschlag belegt, weil es Opium⸗Kontrebande enthielt. Die Flagge wurde vom Mast ge— waltsam entfernt und unter dem Zujauchzen des Pöbels in Fetzen gerissen. Am 25. März er⸗ schien Admiral Seymour vor Kanton, bombar⸗ dierte das vicekönigliche Stadtviertel, drang mit Gewalt in die Stadt und setzte sich dort fest. Die Nachricht des Bombardements hatte aber in England die Oppositionspartei im Parla— ment aufgebracht. Im Unterhause hielt man drei Nächte hindurch lange Reden gegen das Opiummonopol und für die nationale Sittlich⸗ keit und Moral. Cobden, Mitglied der Ge— sellschaft vom ewigen Frieden, errang mit 16 Stimmen einen Sieg über das Ministerium, welches den Krieg mit China begehrte. Palmerston zögerte nicht, nach dieser Niederlage die Kammern
aufzulösen und der Erfolg war für ihn. Cobden und Bright“ wurden trotz ihrer Popularität nicht wieder gewählt. Das ge⸗
schäftliche Interesse hatte alle andere Erwäg⸗ ungen zurückgedrängt. Lord Elgin wurde nach Kanton entsandt und zwar in Begleitung des Barons Gros, des Vertreters von Frankreich, welches Palmerston zur Beihülfe zu überreden gewußt hatte. Inzwischen hatten die immer anmaßender gewordenen Chinesen die eng— lischen Magazine in Hongkong verbrannt. Am 14. Oktober 1857 erschien der Baron Gros mit dem französischen Geschwader vor Kanton. Am 28. Dez. wurde das Bombardement begonnen und am 29. die Stadt erobert. Das Erste, was die Engländer thaten, war, Kanton für die Opium— einfuhr geöffnet zu erklären. Das nannten sie die Revision des Vertrages von Nankin vom Jahre 1842, welcher noch das Verbot des „indischen Medikaments“ enthalten hatte. Der Abschluß der Friedensverhandlungen lag den Engländern sehr am Herzen, denn er betraf die Opiumfrage, welche für sie größere Bedeutung hatte, als die Erlaubniß, die christliche Glaubens— lehre unter der chinesischen Bevölkerung ver— breiten zu dürfen, was eine Hauptbedingung des französischen Kabinets gewesen war. Indeß die schlauen Chinesen wußten abermals die Ver⸗ handlungen in's Unendliche zu verzögern. Der englische Admiral Hope mußte denn auch endlich mit Bruce, dem Nachfolger von Lord Elgin, zu der Ueberzeugung kommen, daß nicht daran zu denken sei, den Vertrag gutwillig zu Stande zu bringen. Dies wurde die Veranlassung zu dem blutigen Drama von Pei-Ho. Am 25. Junt 1859 versuchte das Geschwader, unter welchem sich auch eine französische Corvette befand, Truppen zu landen und die chinesischen Erd⸗ werke zu stürmen. Der Feind, in sicherer Stell— ung überschüttete die Angreifer mit einem wohl— gezielten Kugelregen und zwang sie zum Rück— zug. Es war eine vollständige Niederlage. Die Engländer verloren von 1500 Mann 464. Die französische Corvette Duschayla büßte von ihrer Besatzung, welche aus drei Offizieren und
gabe aller Opiumvorräthe. Zugleich wurden
58 Matrosen bestand, 16 Mann ein. Dadurch kam Frankreich, welches seine„Politik der
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