Donnerstag den 30. April.
1885.
Oberhess
scher Anzeiger.
Wird hier und in Bad⸗Nauheim Montag, Mittwoch und Freitag Abend ausgegeben.
Areisblatt für den Kreis kriedberg.
Erscheint dreimal wöchentlich und zwar Dienstag, Donnerstag und Samstag.
ffersatz mit 14 Pf., bei Reclamen mit 22 Pf.; ein Beleg kostet 9 6. der Betrag nicht beigefügt ist, werden stets per Post
nachgenommen. ——
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1 * 1 b.— Betreffend: Wirthschaftseoneessionen.
f Das Großherzogliche Kreisamt fedherg a ah lung antzstens drei Tagen.
Der Taglöhner Philipp Martin,
stahls, festzunehmen und Großherzoglichem Friedberg am 21. April 1885.
Um Auskunft über den dermaligen von Büh Friedberg den 25. April 1885,
Betreffend: Die Beschaffung und Unterhaltunt thierärztlicher Instrumente in den Gemeinden des Krelses.
Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises.
Die Erledigung unserer Auflage vom 31. Maͤrz l. J.— Amtsblatt ohne Nr.— erwarten wir nunmehr längstens binnen 8 Tagen.
J. V.: Dr. v. Gemmingen.
Friedberg an die Großherzoglichen
Steckbrief.
Amtsgericht Vilbel vorzuführen.
Ausschreiben.
lin Baden, zuletzt auf der Hohmann'schen Russensteinfabrik dahier wird ersucht.
Wir erwarten nunmehr die Erledigung unserer Verfügung rubricirten Betreffs vom 15. April l. J
Friedberg den 28. April 1885.
Friedberg den 28. April 1885.
Bürgermeistereien des Kreises. — Kreisblatt Nr. 46— binnen J. V.: Dr. v. Gemmingen.
38 Jahre alt, von Aßlar bei Wetzlar, ist auf Grund Haftbefehls im Betretungsfalle, wegen Dieb—
Der Großherzogliche Amtsanwalt Wagner.
Aufenthaltsort des Heinrich Michael Berlau von Hopfgarten, Kreis Alsfeld, und des Emil Scheidet
Der Großherzogliche Amtsanwalt Wagner.
Deutsches Reich.
Darmstadt. Die erste Kammer tritt Dienstag den 5. Mai zu ihrer ersten Plenar— sitzung zusammen.
e 28. April. Die zweite Kammer nahm heute ihre Berathungen wieder auf. Staats— minister Finger beantwortete die Interpellation Ohly's, betreffend die Mißbräuche bei den Wahlen des Bürgermeisters auf dem Lande, dahin, daß die Staatsregierung eine Revision der bezüglichen Gesetze in Erwägung ziehen werde. Ohly nennt das Verfahren, wie es jetzt bei den Wahlen geübt wird, einen Krebs— schaden. Unerlaubte Wahlbeeinflussungen träten zanz schamlos an die Oberflache. Redner führt eine Reihe von bedauerlichen Vorkommnissen bei den Bürgermeisterwahlen auf, die beweisen, daß dadurch jede Autorität der Behörde schwinden
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neister- müsse. Es sei mit Freuden zu begrüßen, daß 0 45 f alle Verwaltungsbehörden sich für die Revision 4 7 der bestehenden Gesetze ausgesprochen haben. 60 Franck kann sich nicht für eine derartige
1 Revision aussprechen. Büchner glaubt, die beuftu, bestehenden Strafbestimmungen böten Garantie
15. genug gegen Mißbräuche bei den Wahlen.
Schröder steht auf dem Boden der Ohly'schen
Fbliest Ausführungen. Ulrich glaubt nicht, daß die vorkommenden Mißbräuche auf das directe
Wahlrecht zurückzuführen seien. Arnold be— weist, daß die zunehmenden Rohheiten bei den Wahlen vielfach durch das jetzige Wahlsystem hervorgerufen worden sind, wogegen Metz— Darmstadt darauf hinweist, daß nach jeder Wahl Reclamationen von Seiten der unter— legenen Parteien vorgebracht werden, die sich bei näherem Zusehen als nichtig herausstellen. Was soll an Stelle des jetzigen Systems gesetzt werden, etwa wieder die Ernennung der Buͤrger— meister aus dem Gemeinderath? Redner ist für Beibehaltung des jetzigen Wahlsystems, doch bittet er um strengste Bestrafung Derfenigen, welche sich Wahlmißbräuche zu Schulden kommen lassen. Osann behauptet, nur Diejenigen, welche nicht in die Praxis bei der Wahlmache
hineingesehen haben, wüßten nichts von dem „geradezu schamlosen Treiben in einzelnen Ge— meinden. Wir haben nicht zu prüfen, wie es früher war, sondern müssen den Uebelständen des gegenwärtig zu Recht bestehenden Systems energisch entgegentreten und sie auszurotten
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suchen. Es kann kein Zweifel darüber obwalten, daß dem abgeholfen werden müsse. dieser Gegenstand verlassen, folgt die Berathung des Gesetzentwurfs, betreffend die Ausübung des Hufbeschlaggewerbes. Die Kammer ge— nehmigte den Entwurf einstimmig nach den Vorschlaͤgen des Ausschusses.
— Dem Schullehrer Schömbs zu Urberach wurde das allgemeine Ehrenzeichen mit der In— schrift:„Für laugjährige treue Dienste“ verliehen, der prov. Reallehrer Hauff aus Langen zum Lehrer an der Realschule zu Groß-Umstadt, der Gerichtsschreiberasp. Schmitt in Darmstadt zum Gehilfen des Staatsanwalts bei Großh. Landgericht der Prov. Starkenburg, der Gerichts schreiberasp. Stein in Gießen zum Gehilfen des Staatsanwalts bei Großh. Landgericht der Prov. Oberhessen und der Gerichtsschreiberasp. Probst in Mainz zum Gehilfen des Staatsanwalts bei Großh. Landgericht der Prov. Rheinhessen ernannt.
Berlin, 27. April.„Nordd. Allg. Ztg.“ schreibt: Als der Kaiser gestern Nachmit— tag vor der englischen Botschaft vorgefahren und ausgestiegen war, sprang ein vorübergehen— der junger Mensch auf den Wagentritt. Der— selbe wurde als ein 17jähriger taubstummer Porzellanmaler aus Berlin recognoscirt, der in einem vorübergehenden Anfall von Geistesschwäche gehandelt hatte.
— 27. April. Reichstag. Bei fortgesetzler Berath— ung der Zollnovelle(Raps, Rübsaat, Oel, Fette) erklärt Staatssecretär Burchard: die Regierung habe zu den gestellten bezüglichen Anträgen noch keine Stellung ge— nommen. Eine weitgehende Erhöhung des Raps- und Rübsaatzolles sei bedenklich, well dieselbe höhere Oel— zölle zur Folge haben müsse, welch letztere bezüglich Italtens und Spansens durch Handelsverträge gebunden sind. Nach längerer Debatte werden alle Amendements abgelehnt. Die Anträge der Commission, nach welchen der Zoll für Raps und Rübsaat auf 2 M. erhöht, der Zoll für Oele aller Art in Flaschen und Krügen auf 20 M., für Speiseöle auf 8 M., für anderes Oel in Fässern auf 4 M., für festes Palm und Cocosnusöl auf 2 M. pro 100 Kilogramm festgesetzt wird, wird an
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genommen. Baumwollsaat, sowie feste Rückstände von der Fabrikation fetter Oele bleiben zollfrei. für Wachs wird auf 15 M. festgesetzt, Stearinsäure, Palmltinsäure, Paraffin und Wallrath wird mit einem Zollsatz von 10 M. belegt. Der Antrag Racke's auf Herabsetzung des Petroleumzolls auf 3 M. wird abge lehnt. Die Anträge bezüglich der Fretlassung des
Mineralöls zur Herstellung von Benzin u. s. w. werden im Wesentlichen genehmigt.— 28. April. tag genehmigte den Lichterzoll(18 M.), den 3 Cacgo(roher 35, gebrannter 45 M.), auf Cacaomg
Der Reichs—
oll auf 0 ö le a sse,Uschon die Regierung unter keinen Umständen den
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Wien hier eingetroffen.
Choecolade ze.(S0 M.) gemäß der Regierungsvorlage;
ferner würden angenommen nach den Commisstonsan⸗ trägen die Erhöhunz des Kraftmehlzolles ze. auf 9, des Holles für Nudeln und Macaroni auf 10, des Reiszolles zu Sterkefabrikation) auf 3 M. per 100 Kilogramm. Zur Postklön Droguen wird der Commissionsantrag an⸗ genommen, wonach zwei neue Nrn., Superphosphate mit einem Zoll von 50 Pf. und Stronttanpräparate mit einem Joll von 2 M., einzustellen sind. Das Uebrige wird nach der Negierungsvorlage genehmigt.
— Zu angeblichen Aeußerung des Kaisers von Rußland über das Sinken der Friedens— aussichten unserem Kaiser gegenüber, hört die „Nationalzeitung“, dem Kaiser Wilhelm sei in letzter Zeit weder ein Schreiben noch eine De— pesche des russischen Kaisers zugegangen. Dem euglisch-russischen Conflikte stehe Deutschland durchaus neutral gegenüber. Weder Rußland noch England habe Deutschlands Vermittelung nachgesucht.
Karlsruhe, 27. April. Die offizielle Nach⸗ richt von der Verlobung unseres Erbgroßherzogs mit der Prinzessin Hilda von Nassau ist aus Das Schloß und die Staatsgebäude haben geflaggt.
Stuttgart, 27. April. Der König und die Königin werden, wie die„Nordd. Ztg.“ meldet, Mitte Mai von Nizza hier zurückerwartet.
Ausland.
Belgien. Brüssel, 28. April. Das Re⸗ präsentantenhaus genehmigte einstimmig die Vor— lage, welche den König ermächtigt, den Titel „Souverän des Congostaates“ anzunehmen.
Frankreich. Paris, 28. April. Den „Debats“ zufolge ist der Zwischenfall betreffs des„Bosphore egyptien“ durch die Vermittel— ung Englands auf folgenden Grundsaͤtzen beige— legt: Egypten wird dem französischen diploma— tischen Agenten sein Bedauern aussprechen, die Druckerei des„Bosphore“ wird wieder geöffnet, das Journal soll sofort wieder erscheinen konnen. Angesichts des Ausdrucks des Bedauerns Egyp— tens werde Frankreich auf die Amtsentsetzung
Der Zoll] des Polizeiagenten, der sich einer Verletzung des
Hausrechts schuldig gemacht, verzichten. Großbritannien. London, 27. April. Unterhaus. Gladstoue beantragt die Einzelbe
rathung des Credits von 11 Million und be kämpft O'Connor's Unterantrag, den Credit zu theilen, da derselbe zusammengehöre, denn, ob—


