Ausgabe 
29.1.1885
 
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* aterl,

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1885.

Donnerstag den 29. Januar.

M. 3.

Oberhe

sischer Anzeiger.

Wird hier und in Bad⸗Nauheim Montag, Mittwoch und Freitag Abend ausgegeben.

. Areisblatt für den Kreis Friedberg.

Erscheint dreimal wöchentlich und zwar Dienstag, Donnerstag und Samstag.

Die einspaltige Petitzeile wird bei Annoncen mit 11 Pf

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Annoncen von auswärtigen Einsendern(soweit Letztere nicht Jahresconto bei uns

berechnet, bei größerem Tabellen- oder Ziffersatz mit 14 Pf., bei Reclamen mit 22 Pf.; ein Beleg kostet 9 Pf. haben), welchen der Betrag nicht beigefügt ist, werden slets per Post nachgenommen.

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Für die Monate Februar

und März kann

auf denOberhessischen Anzeiger kei 0

der Verlags-Cxpedition mit 67 Pf., bei den Poststellen mit 1 Mark abonuirt werden.

Amtlicher Theil. Bekanntmachung.

Nachstehendes Ausschreiben Großherzoglichen Ministeriums des Innern und

bringen wir hiermit zur öffentlichen Kenntniß. Friedberg den 24. Januar 1884.

ꝛc. an die Direction der Militärdienst- und Aussteuer-Versicherungs-Gesellschaft für

Auf die Eingabe vom 16. l. Mts. eröffnen wir Ihnen, daß wir der Militär dienst⸗ und Aussteuer⸗Versicherungs⸗Gesellschaft für DeutschlandHannovera in Hannsver die nachgesuchte Erlaubniß zum Geschäftsbetriebe im Großherzogthum Hessen, nachdem sich die Gesellschaft durch die von Ihnen abgegebene Erklärung ven nachstehenden Bedingungen:

1. daß die Gesellschaft von jeder Veränderung der bei der Zulassung gültigen Statuten bei Verlust der Coneession dem Großherzoglichen Ministerium des Innern und der Justiz alsbald Anzeige macht, auch sich verpflichtet, über ihre Geschäfts verhältnisse jede in Bezug auf die Interessen des Großherzogthums verlangt wer dende Auskunft zu geben;

2. daß die Gesellschaft sich verpflichtet, einen Hauptagenten für das Großher zogthum Hessen, welcher in diesem Staate seinen Wohnsitz hat, zu bestellen und dem Großherzoglichen Ministerium des Innern und der Justiz namhaft zu machen, durch diesen, sowie die übrigen Agenten ordnungsmäßige Bücher f

und Akten führen

der Justiz vom 21. Januar 1885 zu Nr. M. J. 1638 Großberzogliches Kreisamt Friedberg.

Dr. Braden.

DeutschlandHannovera in Hannover.

ung vermittelt hat. Diese Verpflichtung hat dle Gesellschaft in jeder für einen Versicherten aus dem Großherzogthum auszustellenden Versicherungspolice aus⸗ drücklich auszusprechen;

4. daß die Gesellschaft die Verpflichtung übernimmt, die Namen der Personen, welche sie zur Besorgung von Geschäften für die Anstalt im Großherzogthum Hessen beauftragt, sowie jede Veränderung, welche in diesen Aufträgen eintritt, insbe⸗ sondere auch das Erlöschen derselben, binnen 14 Tagen in der Darmstädter Zeit⸗ ung bekannt zu machen, sowie auch alle wichtigeren Bekanntmachungen, ins beson⸗ dere den jährlichen Rechnungsabschluß in diese Zeitung einzurücken und zwar den rselbe jedenfalls aus einer Vermögensübersicht(Ver⸗ erkömmlichen Form, Generalbilanz) und

letzteren so vollständig, daß J der b

zeichniß der Activa und Passiva in

einer Uebersicht über Einnahmen und Ausgaben der Gesellschaft während des

letzten Jahres nach den üblichen Hauptrubriken(Gewinn- und Verlustconto), sowie summarischen Darstellung der im verflossenen Jahr im Großherzogthum be

und solche den betreffenden höheren Polizeibehörden auf deren Verlangen jederzel

zur Einsicht vorlegen zu lassen; 3. daß die Gesellschaft in allen auf das Rechtsstreitigkeiten zwischen der Gesellschaft und

Versicherten aus thum Hessen als Beklagte vor den Großherzoglichen Gerichten Recht nimmt und zwar je nach dem Verlangen des Versicherten entweder bei dem Ger

Generalagenten für das Großherzogthum oder des Agenten, welcher die Versicher

Periode 1885.

Betreffend: Das Feldgericht der 1.

triebenen Geschäfte besteht; 5. daß die Gesellschaft ferner fich verpflichtet, jährlich den Verwaltungsbericht,

anz der Gesellschaft, sowie eine Ueber⸗

Versicherungsgeschäft bezüglichen den Rechnungsabschluß und die Genera dem Großherzog sicht ihres Geschäftsbetriebs im Großherzogthum Hessen an das Großherzogliche Ministerium des Janern und der Justiz einzusenden; ichtsstand ihres unterworfen hat, auf Grund der vorgelegten Statuten ertheilt haben.

Dr. Linß.

Friedberg den 27. Januar 1885.

Der Großherzogliche Amtsanwalt zu Friedberg

an die Großberzoglichen Bürgermeistereien der Amtsgerichtsbezirke Friedberg, Bad⸗Nauheim, Butzbach, Vilbel Einsendung der Rügeregister der rubricirten Periode oder der Bescheinigungen, daß

Diejenigen von Ihnen, welche mit der er Einsendung erinnert.

nicht entstanden sind, noch im Rückstande sind, werden an deren umgehende

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Feldfrevel Wagner.

Deutsches Reich.

Das Regierungsblatt, Beilage Nr. 1

Darmstadt. enthält:

1. Bekanntmachung, die Bestätigung von Stiftungen und Vermächtnissen betreffend.

1I. Bekanntmachung, die von dem gerichtlichen Per sonal zu tragende Amtstracht betreffend.

111. Bekanntmachung, die Weyhers'sche Eleonoren Stiftung betreffend.

Iv. Bekanntmachung, die Umlagen der Gemeinde Ober⸗Finkenbach für 1884/85 betreffend.

V. Bekanntmachung, die Vergütung der Brandschäden in Aff olterbach, Hammelsbach, Mörlenbach und Steinbach betreffend.

VI. Promotionen an der Landesuniversität.

VII. Ordensverleihungen.

VIII. Namens veränderungen.

IX. Aufgabe der Zulassung zur Rechts anwaltschaft.

X. Militärdienstnachricht.

xI. Dienstnachrichten. Es wurde: Der auf die 2. evangelische Pfarrstelle zu Offenbach präs. Pfarrer Dr. Hager zu Erzhausen bestätigt; der H. Bonarius aus Groß⸗Buseck zum Fouragenmagazinswärter, die Saal wärter Heeb und Schäfer zu Hoflaquaien ernannt; dem Pfarramts⸗Kand. Grünewald aus Roßdorf die evangel. Pfarrstelle zu Dieburg übertragen; dem Schullehrer Lanz zu Büdesheim eine Lehrerstelle zu Auerbach übertragen; dem Schulamtsasp. Bock aus Münzenbertz die 2. Lehrer stelle zu Mittel- Gründau übertragen; der auf die 1. Lehrerstelle zu Rothenbertz präs Schulamtsasp. Emmerich aus Groß Unmstadt bestätigt; dem Schulamtsasp. Rau aus Mettenheim die Lehrerstelle zu Bechenheim über tragen; der auf die Lehrerstelle zu Schöllenbach präs. Schulamtsasp. Hofmann aus Momart bestätigt; dem Schulamtsasp. Schuchmann aus Groß-Bieberau eine Lehrerstelle zu Nieder⸗Modau übertragen; der auf die Lehrerstelle zu Seckmauern präs. Schulamtsasp. Essel aus Weinsheim bestätigt.

XII, Charakterverleihungen.

XIII. Ruhestandsversetzungen. Der Schullehrer Goll zu Heppenheim a. W. wurde in den Ruhestand versetzt.

XIV. Konturrenzeröffnungen. Erledigt sind: Die

2. Lehrerstelle zu Neustadt, Geh. 900 M. Dem Fürsten von Löwenstein Wertheim Rosenberz und dem

Präsentationsrecht

1200 M.

nd: Der Schullehrer Pfarrer

von Erbach⸗ Schönberg steht das zu. Eine Lehrerstelle Kastel, Geh.

XV. Sterbefälle. Gestorben si Kredel zu Michelstadt; der evang. zu Bischofsheim; der Gymnasiallehrer Fritznmann zu Bens⸗ heim; der Bezirksgerichtsrath Lehne zu Wies baden; der Baurath Lindt zu Darmsladt; der Ober-Rechnungsrevisor Spamer zu Darmstadt; der Forstwart Richler zu Streben dorf; der Landeshospital⸗Direktor Dr. Sehrt zu Hofheim;

Wahl

der Distrietseinnehmer Schmidt zu Pfeddersheim; der evang. Pfarrer Geilfus zu Rimhorn. 27. Jan. Peinz Heinrich von Batten

berg reist heute nach Sofia zum Besuche seines Bruders.

5.

20.

Jan. In der heutigen Sizung der Zweiten Kammer erfolgte zunächst die Beantwortung der Inter pellationen der Abgg. Stephan:die infolge der Ver legung des Mainzer Bahnhofs eingetretenen Betriebs und Tarifänderungen betr., Arnold:die Erbauung einer Staatsstraße von Unter Abtsteinach über Ober Abtsteinach und Stedelsbrunn bis auf die Kreidacher Höhe betr., Wolz:betr. die Regulierung des Main flusses bei Seligenstadt durch den Präsidenten des Mintisteriums der Finanzen und hierauf die Berathung über die Wahl der Abgeordneten für die Provinzial hauptstadt Mainz. Wahl wurde nach längerer Debatte, an welcher sich die Abgg. Wasserburg, Küchler, Pennrich, Franck, Osann, Metz

Die

und Heinzerling be thetligten, für ungiltig erklärt. Wahl eines Ab geordneten für den Wahlbezirk Butzbach Bad Nauheim wurde dem Ausschußantrag gemäß für ungiltig, alle übrigen Wahlen zur zweiten Kammer für giltig erklärt.

Berlin, 26. Jan. Reichstag. Eingegangen ist die Vorlage über den Beitrag des Reichs zum Zollanschluß Bremens. Auf der Tagesordnung steht zunächst der Nach tragsetat(Botschaftshötel in Rom). Die Vorlage wird in erster und zweiter Berathung genehmigt. Es folgt

Die

Reichstage

die Fortsetzung der zweiten Etats berathung Zölle). Nach dem Referent v. Wedell Malchow die Annahme der Zollansätze der Regierung befürwortet, führt Graf Stol berg Wernlgerode aus, daß die Regierung an dem Hereinbrechen der Zuckerkrisis unschuldig sel. Hacke be

Grafen fürworter folgende von ihm mit Unterstützung der Na

tionalliberalen, Klerikalen, Freteonservativen und den polnischen Mitgliedern eingebrachte Nesolution: Die Re⸗ gierung zu ersuchen, für das Creditjahr 1884 85 die Frist zur Entrichtung der Rüben Zuckersteuer von sechs auf neun Monate zu verlängern. Minister Luetus bestreitet jede Mitschuld der Regierung am Niedergange der Zucker⸗ Im Jahre 1881 schlug die Regierung dem die Reduction der Exportbonifieation vor. Die Enguete wurde veranlaßt. Diese entschied sich mit 12 gegen 1 Stimme für die Beibehaltung des alten Steuersystems. Oechelhäuser hält die Krisis für eine vorübergehende, gleichwohl dürfe man die Zuckerindustrie nicht auf Selbsthilfe anweisen. Palliativmittel biete der Antrag Hacke, welchen er befürworte. Staatsseeretär Burchardt erklärt: Wenn das Gesetz über die Zucker⸗ steuer nicht verlängert werde, laufe dasselbe Anfangs August ab. Die Regierungen und das Haus würden aber die Wlederherstellung der alten Ausfuhrsätze nicht wünschen, sondern das Gesetz auf ein Jahr zu verlängern bereit sein. Im weiteren Verlaufe der Debatte sprlcht sich Minister Lueius gegen eine Fabrikatsteuer aus. Die Titel: Rübenzuckersteuer und Salzsteuer werden hierauf genehmigt. Der Antrag Hacke geht an die Budgeteommission.

industrie.

N. Jan. Fortsetzung der Berathung der Zölle und Verbrauchssteuern. Zu TitelBranntweinsteuer bean⸗ tragt Uhden Verlangerung der Creditsrist für die Branntweinsteuer im laufenden Betriebs don 6 auf 9 Monate. Buhl verlangt die schleunigste Vorlegung

eines Gesetzentwurfs, betreffend Erböͤhung der Brannt weinsteuer, unter besonderer Verücksichtigung der In teressen der kleinen landwirthschaftlichen Gewerbe. Der Titel selbst wird genehmigt. Ueber den Antrag Bubl, welcher nicht direct mit dem Titel zusammenhäͤͤngt, wird erst in dritter Lesung abgestimmt werden. Der Antrag Ubden wird an die Budget Commission verwiesen.

Titel 6. Braustener und die Aversen werden ohne Debatte angenommen. Damit ist der Etat der zoͤlle

und Verbrauchssteuern in zweiter Lesung erledigt.

26. Jan. Die Börsenstener Commission begann ihre heutige erste Sitzung sofort mit der Erörterung von Prinzipienfragen. Auf eine An frage erklärte der Regierungscommissär Neumann, bei der Reichsbank bestaͤnden Bedeyfen gegen