bel der ersten Berathung Gegenstand einer lebhaften Auseinandersetzung gewesen.
— Der Kalkulator 1. Kl. Sommer wurde zum Revisor bei dem Katasteramte ernannt, der Ernennung des Jugenieurs Probst aus Mainz zum Sektions-Ingenieur bei der Ludwigs— Bahn⸗Ges. wurde die Bestätigung ertheilt, dem Bürgermeister Hainbächer in Grebenau, das Allg. Ehrenzeichen mit der Inschrift:„Für langjährige treue Dienste“ verliehen und der Militaͤr⸗Invalide Scherrer von Rhein-Duͤrkheim zum Dammwärter zu Lampertheim ernannt.
Berlin, 23. Marz. Der Kaiser, der sich gestern von den Strapazen fernhielt, hat sehr gut geschlafen, ist heute zeitig aufgestanden und befindet sich ganz wohl.
— 23. März. Reichstag. Eingegangen ist eine Vor—
lage wegen Abänderung des Viehseuchengesetzes. Es folgt die dritte Berathung der Dampfervorlage. In der General— debatte findet eine kurze Auseinandersetzung zwischen Jazdzewskt und dem Staatsseeretär v. Bötticher über die persönliche Bemerkung des Ersteren in der Sitzung vom 16. d. M. statt. Der Eventualantrag Richter's, für den Fall der Annahme der australischen Linie, diese auf das Festland Australiens zu beschränken, wird mit 163 gegen 155 Stimmen abtelehnt. Der Antrag Richter, die australtsche Linie zu streichen, wird ebenfalls mit 166 gegen 152 Stimmen abgelehnt. Die im F. 1 eingestellte Summe wird aufrecht erhalten und§. 1 der zweiten Lesung unverändert genehmigt.— 24. März. Das Haus ertheilt dem Präsidenten die Ermächtigung, dem Reichs kanzler zum 70. Geburtstage zu gratuliren. Hierauf findet die dritte Berathung der Ergänzung des Reichs beamtengesetzes statt. Auf Antrag Richter, der hervor— hebt, daß seine Freunde zu der Vorlage noch keine Stell— ung genommen, wird der Gegenstand von der Tages- ordnung abgesetzt. Das Haus genehmigte hierauf in dritter Lesung den Gesetz⸗Entwurf, betreffend die Befug— niß der Kauffahrteischiffe zur Führung der Reichs flagge und die allgemeine Rechnung des Reichs haushaltsetats pro 1880/8 1 unverändert und setzt die zweite Berathung der Zolltarifnovelle fort. NN— 24. März. Abgeordnetenhaus. Der Gesetzent wurf, betreffend die Schadloshaltung des schleswigsbol⸗ steinischen Hauses, wurde in dritter Beratbung ohne De— batte angenommen. Es folgt die erste und zweite Be⸗ rathung des Gesetzentwurfs, betreffend die Bewilligung von Staatsmitteln zur Beseitigung der durch das Weichsel— hochwasser herbeigeführten Verheerungen.— Das Herren⸗ haus beschäftigt sich noch mit der Budgetberathung.— Der Finanzminister hat dem Grundgedanken des Huene⸗ schen Antrages, die den Betrag von 14½ Million über⸗ steigenden Einnahmen Preußens aus den Getreide- und Bilehzöllen zur Erleichterung von Communallasten zu ver⸗ wenden, Namens der Staats reglerung zugestimmt.
Halle a. d. S., 19. März. Die hiesige „Saale⸗Ztg.“ weiß über eine Verhaftung wegen Landesverraths Folgendes zu melden: Am vorigen Montag wurde auf dem Schießplatze zu Jüterbog ein Oberfeuerwerker unter dem Verdacht des Landesverraths verhaftet, und zwar war zur Verhaftung ein besonderer Extrazug abgelassen worden. Der Oberfeuerwerker soll sich seit längerer Zeit durch beträchtliche Geldausgaben verdächtig gemacht haben; sein Name soll in Briefen des Landesverräthers Janssen erwähnt sein. Der Verhaftete wurde sofoxt so vollständig isolirt, daß auch seine Frau ihn nicht noch einmal sprechen konnte.
Stuttgart, 24. März. Die zweite Kammer beschloß heute mit großer Majorität, die Bitte an die Regierung zu richten, diese moge dem beim Bundesrath eingebrachten Entwurf, be— treffend Abänderung der Strafprozeßordnung (Schwurgerichte) ihre Zustimmung versagen. Justizminister von Faber betonte ebenfalls das Bedenkliche des Entwurfs.
Ausland.
Oesterreich⸗Ungarn. Wien, 23. März. Der Kaiser brachte bei dem gestrigen Galadiner zu Ehren des Geburtstages des deutschen Kaisers einen herzlichen Trinkspruch auf die Gesundheit des erlauchten Jubilars aus.
— 24. März. In stürmisch bewegter Sitzung ging das Abgeordnetenhaus mit 24 Stimmen Majorität auf die Spezialdebatte über das Ueber— einkommen mit der Nordbahn ein, nachdem es vor— her den Antrag Herbst's auf Verstaatlichung der Nordbahn mit 29 Stim. Majorität abgelehnt hatte.
Schweiz. Bern, 23. März. Der Bundes⸗ rath lehnte die Anregung der Regierung von Argau ab, eine internationale Vereinbarung über die Maßnahmen gegen die Verbreitung von Thierseuchen anzubahnen.
— Ein neues anarchistisches Mord- und Brandplakat ist hier ausgestreut worden. Der Verbreiter ist verhaftet.
Holland. Haag. Die Regierung legte den Kammern einen Entwurf für die Revision der Wohltableaux vor, wodurch die Wahl von acht neuen Deputirten und zwar von vier in bereits bestehenden Distrikten vorgeschlagen wird.
Frankreich. Paris, 23. März. Auf der deuschen Botschaft fand gestern Abend ein glänzen— des Galadiner zur Feier des Geburtstages des Kaisers Wilhelm statt, zu welchem Füͤrst Hohen— lohe, außer den sämmtlichen Mitgliedern der Botschaft, die Notabilitäten der deutschen Colonie und verschiedene augenblicklich hier anwesende distinguirte Deutsche eingeladen hatte. Außer dem officiellen Galadiner auf der deutschen Botschaft feierten auch die verschiedenen deutschen Vereine den Geburtstag des Kaisers
— 23. März. Die Kammer genehmigte saͤmmtliche Artikel der Vorlage über die Wiedereinführung des Listenserutiniums. Sie beräth morgen die Zusatzartikel. Finanzminister Tirard brachte das Budget pro 1886 ein. Marineminister Peyron forderte für Madagas— car einen Credit von 12 Million Francs.
— 24. März. Das Wahlgesetz wurde heute in der Schlußabstimmung mit der unerwarteten, enormen Majorität von 412 gezen 99 Stimmen angenommen.
— Die Regierung forderte, im Einvernehmen mit den übrigen Mächten, Spanien und Holland auf, an der Suezcanalconferenz theilzunehmen. Spanien und Holland hatten wegen ihrer Inte— ressen im Orient um Zulassung zur Conferenz nachgesucht.
Großbritannien. London, 23. Marz. Die Königin wird infolge des Ablebens der Prinzessin Karl zunächst nach Aix les bains sich begeben und erst auf der Rückreise Darmstadt besuchen.
— 23. März. Unterbaus. Unterstaats- secretär Lord Fitzmaurice erklärte, das Arrange— ment mit Rußland, betreffs der Stellungen der russischen und der afghanischen Truppen, sei nicht in einem formellen Document niedergelegt.
— Ein Telegramm der„Daily News“ aus Allahabad vom 22. ds. meldet: Die Mobilisir— ung zweier Armeeccorps ist, wie bereits berichtet, vom Kriegsamt am 13. ds. angeordnet worden und wurde nunmehr von den dortigen Behörden ausgeführt. Es wird beabsichtigt, die Truppen
theils nach Pischin, theils nach Quetta zu dirigiren. Türkei. Constantinopel. Eine türkische
Deputation wird in Kurzem von hier nach Berlin abreisen, um dem Fuͤrsten Bismarck zu seinem Geburtstage zu gratuliren. Unter den Mitgliedern der Deputation befinden sich auch Ghazi Mukhtar Pascha und der Privatsecretär des Sultans, Reschid Bay.
Amerika. Washington. Cleveland ernannte den Senator Phelps zum Gesandten in London, den Senator Maclane zum Gesandten in Paris und den Senator Pendleton zum Gesandten in Berlin.
Egypten. Kairo, 23. März. Wolseley geht mit dem Generalstab morgen nach Dongola ab, wohin Prinz Hassan wahrscheinlich ebenfalls abgehen wird.
Suakin, 24. März.„Reut. Bureau“ meldet: Die britischen Truppen hatten kaum eine Ver— schanzung bei Abu Klea hergestellt, als sie plötzlich lebhaft angegriffen wurden. Nach mehrstündigem Kampfe wurde der Feind mit großem Verluste zurückgeworfen. Der Anprall war ein furcht— barer; die Engländer verloren fast sämmtliche Pferde und Kameele. Die Verluste der Eng— länder an Truppen sind 6 Offiziere und 66 Mann todt, 6 Offiziere und 115 Mann ver⸗— wundet, einige vermißt—
Aus Stadt und Land.
d. Friedberg, 23. März. Die gestrige Kalserfeier, der 88. Geburtstag des Katsers, wurde, wie immer in unserer Stadt in einer festlichen, wuͤrdigen Weise be⸗ gangen. Am Vormittag wurde in beiden Gottes diensten in der Predigt auf den Geburtstag Bezug genommen
und der Gottesdienst in der Stadtkirche gestaltete sich
1 zu einem Festgottesdienst, namentlich durch die Aufführung der Chöre unter Leitung des Seminarlehrers Schmidt, Nachmittags fand im Hötel Trapp, unter starker Be⸗ theiligung, ein Festessen, jedoch in Anbetracht der Trauer, die unser Fürstenhaus betroffen, ohne Musik statt,— den Toast auf den Kaiser brachte Kretsrath Dr. Braden aus— und Abends wurde in dem genannten Hötel ein Bankett veranstaltet, das überaus zahlreich besucht war, Unter dem Vorsitz des Seminarlehrers Wahl, verltef dasselbe in schönster, herrlichster Weise. Das erste Hoch wurde von dem Vorsitzenden in begeisterten, zündenden Worten unserem Katser dargebracht und wurde dasselbe mit großem Enthustasmus von den Anwesenden aufge⸗ nommen. Sodann brachte derselbe ein ebenfalls herz: liches Hoch auf unseren Großherzog aus, das nicht minder große Anthellnahme fand. Gerichtsschrelber Weber toastete dann auf den Kronprinzen des deutschen Reichs. Kirchenrath Baur gedachte des deutschen Heeres und das fünfte Hoch, das Medteinalrath Dr. Lorenz in geistvoller Weise ausbrachte, galt unserem deutschen Vaterlande. Kaufmann L. Weis schlug eine Sammlung für die Hinter⸗ lassenen der St. Johanner Bergleute vor und ging dabei das hübsche Sümmchen von M. 60.32 ein. Endlich wurde noch von dem Vorsitzenden, auch Denjenigen, welche sich um das Gelingen des schönen Abends besonders verdient gemacht hatten, gebührende Anerkennung gezollt. Ebenso verdienen die Leistungen des Hötel Trapp, sowie das bei dem Bankett verabreichte Kaiser-Bier von Ernst
f. Friedberg. In dem am vorigen Donnerstag
Ausnahme, lauter moderne Kompositionen zur Aufführ⸗ ung. Der Chor, von dem Seminarchor wirksam unter⸗ stützt, sang zuerst das tiefernste und ergreifende Schick⸗ salslied von Brahms, und später eine sehr kräftige und textgemäß komponirte Motette von Faißt. Die Kammer⸗ musik war vertreten durch ein großes Trio für Klavier, Violine und Violoncello, ein Werk unseres einheimischen Komponisten Fr. Link. Das groß angelegte Tonstück ist reich an melodischen, harmontschen und rythmischen Schönhelten. Dasselbe wurde sehr schwungvoll ausge⸗ führt,(der Komponist spielte selbst den Klavierpart), in Folge dessen das Publikum nach jedem Theil sehr lebhaft seinen Beifall äußerte. Link, hier längst als vorzüglicher Klavierspieler bekannt, spielte später noch eine Sonate von Beethoven ganz vorzüglich. Die übrigen auf dem Programm angezeigten Solostücke für Klavier mußten ausfallen, da der Flügel, aus einer großen Braunschweiger Fabrik stammend, im Laufe des Abends defekt wurde. Concertmeister Triebel aus Frankfurt am Main splelte den Violinpart in dem Trlo, außerdem ein äußerst brillantes Violineoneert eigener Composition, eine Romanze von Wachsmann, Zigeunertänze von Nachez und eine Fantaste von Alard, und zeigte sich als Geiger ult großem, musikalischen Verständniß, bedeutender Technik und großem, edlen Ton. Den Sologesang vertrat Fräu— lein A. Göring aus Darmstadt in überaus würdiger Weise. Die Sängerin wird immer und überall mit ihrem Gesang tiefen Eindruck machen, well sie sich ganz in den Inbalt des Textes vertieft und im Besitze einer vollen, sympatischen Stimme und aller musikalischen Ausdrucksmittel ist, die zum künstlerischen Vortrag nöthig sind. Dies zeigte sie bei sämmtlichen Vorträgen, der Arie von Bruch und den Liedern von Brahms, Rubin⸗ stein und Heldingsfeld. Das letzte Lied mußte sie wieder⸗ holen. Sämmtliche Sololeistunzen wurden mit reichem Beifall belohnt. Leider war das Coneert schwach besucht.
X. Bad⸗Nauheim, 23. März. Die gestrige Geburts⸗ tagsfeter unseres Kaisers hat hier den würdigsten Verlauf genommen. Ein aus den Spitzen der Behörden und den Vorständen der Vereine combinirtes Festeomits traf die nöthigen Vorbereitungen. Zu dem Festessen, das in dem prachtvoll geschmückten großen Speisesaale des neuen Kur⸗ hauses arrangirt war, hatten sich nicht weniger als 85 Theilnebmer aus Stadt und Land eingefunden. Den offietellen Toast auf den Helden des Tages brachte Ober⸗ amts richter Bauer aus, während Bürgermeister Wörner sein Hoch dem Großherzog weihte. Kuͤche und Keller des Restaurateurs Thielemann boten nur Ausgezeichnetes. Ein von Postsecretär Leister zum Besten der Hinterbliebenen der Opfer der Camphausen⸗Grube veranstaltete Collekte ergab den erklecklichen Betrag von 50 M. An dem Fest⸗ bankett, das am Abend in dem ebenfalls sehr sinnig decorirten Saale„zum deutschen Hofe“ stattfand, be⸗ theiligten sich wohl gegen 200 Personen. Mit Rücksicht auf das am Abend vorher erfolgte sehr betrübende Ableben der Frau Prinzessin Carl von Hessen, der Protectorin des„Elisabethhauses“ dahler waren Vocal⸗ und Instrumental⸗Vorträge vom Programm gestrichen worden; auf Vorschlag des Präsidinm erhoben sich die Versammelten zu Ehren der hohen Verewigten von den Sitzen. Pfarrer Walz hielt dann eine der Bedeutung des Tages entsprechende längere An⸗ sprache und schloß mit einem Hoch auf den kaiserlichen Geburtstagshelden, während Oberamtsrichter Bauer auf den Großherzog, Buͤrgermeister Wörner auf das deutsche Vaterland und Postsekretär Lelster auf die Einigkeit toastirten. Gasthalter Sprengel spendirte einen vorzüg⸗ Gerstensaft. Die verschiedenen Ansprachen fanden durch⸗ weg die beifälligste Aufnahme. Belden Felerlichkeiten präsidirte Oberamtsrichter Bauer.
W. Bad Nauheim. In der im Laufe dieser Tage stattgefundenen Versammlung der Mitglieder der Balved⸗ lozischen Sektion in Berlin hielt Dr. Schott von hier den ersten Vortrag über„die Hautresorption und ihre Bedeutung für die Physiologle der Badewirkungen“, und
erörterte die früher vielfach verkannte Thätigkeit der Haut und der Hautnerven bei der Wirkung der Bäder
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Windecker der„ehrenvollen Erwähnung“.
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