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Deutsches Reich.
Darmstadt, 22. Aug. Der Großherzog und die Großherzogliche Familie werden morgen die Ruckreise von London nach Darmstadt über Calais und Köln antreten. Die Ankunft in Darmstadt ist Sonntag Nachmittag zu erwarten.
— Die Wabl des Beigeordneten Dr. Oechsner in Mainz zum Bürgermeister daselbst wurde be— stätigt.
Berlin. In Bezug auf eine von dem „Frankf. Journ.“ hinsichtlich der deutschen Corvette „Augusta“ gebrachte Notiz, welche geeignet ist, die ernstesten Befürchtungen wegen dieses Schiffes wachzurufen, erhält der„Hamb. Corresp.“ von sachkundiger Seite nachstehende Mittheilung: Aus der von einem Passagier des Dampfers „Kaisar-i-Hind“ gebrachten Meldung, daß die „Augusta“ im Indischen Ocean die volle Kraft eines Cyclon auszuhalten gehabt habe, läßt sich noch keineswegs mit Gewißheit annehmen, daß das Schiff deßhalb verloren sei. Der schwerste Cyclon wird von einem guten Schiffe ausgehalten, wenn dasselbe nur auf dem rich— tigen Bug am Winde liegt, d. h. wenn es so liegt, daß der Wind, welcher in einem Cyclon bekanntlich mehr oder weniger die ganze Wind— rose regelrecht durchläuft, bei seiner Drehung sich stets mehr nach der Seite hin wendet, von wo der Wind das Schiff trifft; letzteres, am Winde liegend, liegt dann stets mit dem Kopf gerade gegen die Wogen und kann außerordent— lich viel aushalten. Liegt das Schiff freilich auf dem verkehrten Bug, d. h. so, daß der Wind bei seiner Drehung mehr nach dem Kopfe des Schiffes dreht, d. h. abschraalt oder abbricht, wie der Seemann sagt, dann kommt das Schiff quer in die Wogen zu liegen, und ist dann frei— lich in einem wirklich schweren Wirbelsturm fast stets verloren. Da aber bei genauer Beobacht— ung von Barometer, Wind und Wetter ein Wirbelsturm sich stets vorhersagen läßt, außer— dem aber der Verlauf dieser gefährlichen Stürme bekannten Regeln unterworfen ist, so ist nicht anzunehmen, daß die„Augusta“ auf dem ver— kehrten Bug in den Sturm hineingerathen ist. Wahrscheinlicher ist, daß das Schiff entmastet ist, und entweder noch im indischen Ocean treibt, was freilich bei der starken Besatzung bedenklich genug wäre, oder dasselbe ist an einer der vielen Inseln des indischen Oceans gelandet, welche außerhalb des Bereiches der bestehenden Post— verbindungen liegen. Daß selbst ältere Schiffe schwere Cyclone, ohne jede Havarie zu erleiden,
glücklich überstehen, hat Schreiber dieses in den
chinesischen Gewässern mehrfach selbst erlebt, und glaubt derselbe somit, daß wezen der„Augusta“ noch keineswegs alle Hoffnung aufgegeben zu wer— den braucht. Für Unkundige noch der Hinweis, daß ein Schiff in einem Sturm stets so manöv— rirt wird, daß es mit dem Kopf so viel wie möglich gegen Wind und Wogen gehalten wird—
— 22. Aug. In der heutigen fünfstündigen Plenarsitzung der Telegraphen-Conferenz wurde, nachdem Fribourg(Frankreich) die ganzen, sehr verwickelten Commissionsverhandlungen mit großer Klarheit und Präcision dargelegt, die Annahme des einheitlichen Tarifsystems beschlossen. Von 25 Staaten stimmten 21 mit Ja, 4 enthielten sich wegen noch nicht eingetroffener Instruction der Abstimmung. Eine verneinende Stimme wurde überhaupt nicht abgegeben. Oesterreich— Ungarn, Rußland, England, Frankreich, über— haupt alle europäischen Staaten, ausgenommen obige vier Stimmenenthaltungen, stimmten mit Deutschland. In etwa acht Tagen findet die zweite Lesung statt.
— Die„Nationalzeitung“ meldet aus Posen, daß die Nachricht über die Ausweisung des Rittergutsbesitzers und Reserveoffiziers v. Pot⸗ worowski unzutreffend sei.
Königstein(im Taunus), 20. Aug. Der König und die Königin von Rumänien sind zum Kurgebrauch hier eingetroffen.
Hamburg. In einem Wirthschaftskeller am Steindamm wurde eine Spielbank aufgehoben, deren Entrepreneurs zwei Maurergesellen waren.
Wie die„H. N.“ berichten, wurden im Besitze des Einen derselben socialdemokratische Schriften, als auch auf anarchistische Umtriebe und Aehn— liches deutende Zeitungsausschnitte beschlagnahmt und der Staatsanwaltschaft überliefert.
Ausland.
Oesterreich-Ungarn. Wien. Die hohen und höchsten Persönlichkeiten des russischen Hofes, welche an der Kaiserzusammenkunft in Kremsier theilnehmen werden, sind nun bekannt. Kaiser Alexander von Rußland wird begleitet sein von der Kaiserin Maria Fedorowna, von seinen zwei ältesten Söhnen, dem Thronfolger Nikolaus und dem Großfürsten Georg, und von seinem ältesten Bruder, dem Großfuͤrsten Wladimir, sammt dessen Gemahlin, der Großfürstin Maria Pau— lowna, geborenen Prinzessin von Mecklenburg. Von österreichischer Seite nehmen an der Kaiser— Entrevue Theil: das österreichische Kaiserpaar, der Kronprinz, Erzherzog Karl Lupwig, Minister Kalnoky, Sectionschef Szögyenyi, zwei Hofsecre— täre, Ministerpräsident Taaffe mit zwei Functio— nären, Minister Orczy und Botschafter Wolken— stein.
Frankreich. Paris. Mit großer Be— harrlichkeit veröffentlichen die französischen Blätter alle Artikel spanischer Zeitungen, die sich gegen die deutsche Besitzergreifung der Karo— linen richten. Viele geben sich Mühe, den Spaniern einzureden, daß Deutschland nicht nur das spanische, sondern auch das Völkerrecht ver— letzt habe. Was die Meldung des„Standard“ anlangt, die meisten Länder würden gegen die deutsche Besitzergreifung Verwahrung einlegen, so hält man sie in bestunterrichteten Kreisen für durchaus unrichtig. Ein spanischer Protest ist wahrscheinlich, aber es dürften sich keine anderen Mächte anschließen.
Großbritannien. London, 21. Aug. Der Prinz von Wales tritt heute über Aberdeen eine Reise nach Skandinavien an—
Dublin. Die„Mondscheinbanden“ beginnen wieder ihr Wesen zu treiben. Besonders unsicher ist die Grafschaft Clare, wo in einer Nacht nicht weniger als 4 Pachthöfe von bewaffneten Män— nern, deren Gesichter unkenntlich gemacht waren, heimgesucht und geplündert wurden. Die Pächter selbst wurden aus den Betten gezerrt, geprügelt und gefesselt; dann ließ man die Unglücklichen
liegen. Auch die niederträchtigste aller Rachearten,
Verstümmelung von Pferden und Nindern, ist wieder an der Tagesordnung und die Polizei ist in fieberhafter Thätigkeit, um die„Mond— scheinler“ aufzugreifen. Leider wissen diese sich den Händen der Polizei stets zu entziehen. Türkei. Constantinopel, 20. Aug. Drum— mond Wolff ist heute hier angekommen, muß aber in Kavak bis Sonnabend Quarantäne halten. Rußland. Petersburg. Der„Herold“ er—
fährt aus guter Quelle, die russische Regierung!
habe, nachdem sie kürzlich eine topographisch auf— genommene Spezialkarte der afghanischen Grenze erhalten, sich entschlossen, nicht weiter auf die Einverleibung der als Zulfikarpaß bezeichneten Grenzgegend zu bestehen. Der„Herold“ theilt ferner mit, daß die Nachricht, Korea habe sich unter russische Oberhoheit gestellt, vollständig erfunden sei.
Egypten. Kairo, 20. Aug. Eine Batterie Artillerie, eine Compagnie Genietruppen, drei Bataillone Linien-Infanterie und drei Bataillone Garde-⸗Infanterie kehren direct nach England zu— rück; ein Bataillon schottischer Infanterie geht nach Malta.— Die Besetzung Debbeh's und Abbu Gusis von Seiten der Insurgenten wird bestätigt. Dieselben rücken gegenwärtig auf Neu-Dongola vor.— Die Garnison von Kas— sala traf bereits am 30. Juli, da sie sich nicht mehr halten konnte, ein Abkommen mit den feindlichen Tribus.
— Nach einer der„Polit. Corresp.“ von hier zugehenden Meldung arbeitet der Minister des Krieges und des Innern, Abd- el Kader Pascha, einst General-Gouverneur des Sudan, gegenwärtig mit Hilfe eines dortigen Literaten
an einem Manifest, in dem er die Nothwendig— keit betont, den Sudan für Egypten zurückzuge— winnen. Abdsel Kader Pascha erklärt, es auf sich zu nehmen, ohne jede fremde Hilfe den Sudan wieder zu erobern, wenn man ihm freie Hand läßt und die hierzu erforderlichen Mittel gewährt. Es heißt, daß dieses Elaborat in Druck gelegt und unter der arabischen Be— völkerung verbreitet werden soll, um für diese Idee Stimmung zu machen.
— 23. Aug. Der egyptischen Regierung ist die telegraphische Nachricht zugegangen, daß es in Berber zu blutigen Zusammenstößen ge— kommen ist und daß die Bevölkerung, welche dem heftigsten Mangel an Lebensmitteln ausgesetzt ist, sich der öffentlichen Kassen bemächtigt habe.
Indien. Bombay. Der neue euglische Gesandte traf in Kabul am 9. August ein, wo er mit großem Pomp empfangen wurde.
Auß Stadt und Land.
J. Friedberg. Die Feser des fünfzigjährigen Be— stehens des Liederkranzes verlief in prachtvoller Weise. Samstag Nachmittag langten die Gäste aus den ver— schiedensten Richtungen an und wurden am Bahnhofe von Mitgliedern des Jubelvereins empfangen und in ihre Quarttere geleitet. Am Abend vereinigten sich im großen Saale des Hötel Trapp die Gäste, Freunde und Mitglieder des Vereins in so großer Anzahl, daß es den später Kommenden schwer hielt ein Plätzchen zu er— langen. Der Ehrenpräsident des Liederkranzes, Seminar— lehrer Wahl, eröffnete die Feier mit einer schwungvollen Begrüßungsrede, der Verein sang:„Das deutsche Lied“ von Kaliwoda, worauf der Ehrenpräsident die eigentliche Festrede hielt. Es wechselten nun verschtedene Chöre mit Ansprachen ab. Die Frauen des Jubelvereins ließen durch 4 Mädchen dem Verein Lorbeerkranz und Schleife, dem Dirigenten, Seminarlehrer Schmidt, ein hüuͤbsches Geschenk und den noch lebenden 5 Gründern des Vereins und mehreren älteren Mitgliedern Erinnerungszeichen in sinnigen Ansprachen überreichen. Hierauf folgte die Ueber— gabe der Ehrengeschenke an den Liederkranz; den Reigen eröffnete der Präsident der vereinigten Gesangvereine Hanau, K. Paul, der in zündender, mit Jubel aufge— nommer Ansprache die hohe Sache des Männergesangs feierte. Ihm folgten in gleicher Weise die Vertreter der Vereine von Offenbach, Darmstadt und Friedberg. Kreisrath Dr. Braden feierte in herzlicher Weise den Verein Liederkranz, und brachte sein Hoch dem Ehren— präsidenten Wahl, dem tüchtigsten und rührigsten Ver⸗ treter des deutschen Männergesanges in Friedberg. Bei— geordneter Reuß, als Stellvertreter des Bürgermeisters, begrüßte ebenso herzlich den Jubelverein Namens der Stadt Friedberg. Telegramme wurden an den Kaiser, den Großherzog und den Fürsten Bismarck abgesandt. Vom Großherzog traf Montag ein Dankestelegramm ein. Der Vereins dirigent sprach den Dank des Vereins an alle Festtheilnehmer aus. Ein fröhlicher Tanz hielt die zahlreich Versammelten bis zur frühen Morgenstunde beisammen.— Der Sonntag Morgen war ernsten Ver— handlungen in Angelegenheiten des Mainthalsängerbundes gewidmet, aus welchen wir als besonders bemerkenswerth hervorheben, daß an Stelle des ausscheidenden Sekretärs, Goßmann aus Aschaffenburg, der Dirigent des Lieder- kranzes Friedberg, Seminarlehrer Schmidt, einstimmig gewählt wurde. An Stelle der zurückgetretenen Central— Aus schußmitglieder Klein—Darmstadt wurde Leonhardt— Darmstadt, an Stelle Weißbrod— Hanau, Paul Hanau einstimmig gewählt. Der von Hanau angeregten Revision der Statuten wurde stattgegeben und wird in Kurzem ein Delegirtentag in Hanau darüber endgültig beschließen.
Beim Festmahle fanden sich die Sänger und Freunde in
überaus zahlreicher Weise ein und wurde das Mahl gewürzt durch die herzliche Ansprache des Bundespräsi⸗ denten Wahl. Paul— Hanau brachte den Dank der Hanauer in begeisterten Worten dar, indem er sagte: „Den Geleitsbrief haben uns die Liederkränzer Friedbergs selbst ausgestellt, das Pergament ist der Gesang, die Tinte ist der gute Ton, das Insiegel die Freundschaft.“ Diesen Worten stimmten sämmtliche anwesende Gäste jubelnd zu. Die Vertreter der übrigen Vereine folgten, besonders animirte der Toast auf die Frauen von dem Junggesellen Güth aus Offenbach mit folgenden Wo ten ausgebracht:
Frisch auf! Es sei nach Luthers Lehr'
Gesang und Wein und Weib die Ehr
Vergeßt die schweren Zeiten.
Singt! Trinkt! Und pflegt der heitern Kunst, Bewahrt den Frauen treue Gunst,
Genießt des Daseins Freuden.
Mit„Ende gut, Alles gut“ toastete Paul— Hanau auf den Bundespräsidenten Wahl, den Mann ihrer Wahl. Ein gemüthliches Zusammensein in Steinhäußer's Bier⸗ garten beschloß die Feier und mit den bverschiedenen Bahnzügen enteilten uns die Gäste mit dem Rufe:„Auf Wiedersehen“.
b. Friedberg. Wir wollen die Glieder unserer evangelischen Kirchengemeinde noch einmal auf die Mitt— woch am 26. August hier stattfindende Dekanatssynode aufmerksam machen und wünschen und bitten, derselben doch durch Besuch und Antheilnahme am Gottesdtenst und den wichtigen Verhandlungen Interesse entgegen zu bringen. Der Kernpunkt unserer immer noch neuen
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