Ausgabe 
25.4.1885
 
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Jamstag den 25. April.

M49.

4 4 ng, ö demon Jugleig 9 er. Wird hier und in Bad⸗Nauheim Montag, Mittwoch: 22; 1 Erscheint dreimal wöchentlich und zwar Dienstag 1500 und Freitag Abend ausgegeben. Areisblatt für den Kreis Friedberg. Donnerstag und Samstag. 50 D 5 Die einspaltige Petitzeile wird bei Annoncen mit 11 Pf. berechnet, bei größerem Tabellen- oder Ziffersatz mit 14 Pf., bei Reclamen mit 22 Pf.; ein Beleg kostet 9 Pf. * Annoncen von auswärtigen Einsendern(soweit Letztere nicht Jahresconto bei uns haben), welchen der Betrag nicht beigefügt ist, werden stets per Post nachgenommen. 8 3 5 i 8 2 5 2 1 9405 ee e

Betreffend: Die Beiträge zur Kreiskasse.

Beitrag für 1884/85 berechnet, zur Kreiskasse einzuzahlen.

Amtlicher Theil.

Friedberg am 22. April 1885.

Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises. Wir beauftragen Sie andurch, Ihre resp. Gemeinde-Einnehmer anzuweisen die rubricirten Beiträge pro 1884/85 insoweit solche noch nicht oder nicht vollstandig abgeführt, nunmehr baldigst zur Kreiskasse zu bezahlen bezw. mit dem Rechner derselben abzurechnen. zeitig empfehlen wir Ihnen, die Gemeinde-Einnehmer anzuweisen, einstweilen/ des Beitrags für 1885/86, in runder Summe nach dem

Gleich

Br. Braden.

Die Bevölkerungszahl des Kreises Friedberg, im Jahre 1880 rund 63,000, kann nach der Erfahrung über den Zuwachs der letzten Jahrzehnte für 1884 auf 67,000 geschätzt werden.

Von diesen 67,000 sind im Jahr 1884 gestorben 1092, davon 171 Kinder

Die Sterblichkeits- und Erkrankungsverhältnisse des Kreises Friedberg im Jahre 1884.

hältniß ist jedenfalls, daß der Kreis keine einzige größere Stadt umfaßt und daß die Lebensverhältnisse der Bevölkerung sehr überwiegend ländliche und nur an wenigen Octen(etwa ½ der Gesammtbevölkerung) durch Mischung mit städtischen Einrichtungen beeinflußt ist. Auf dem Lande hat aber glücklicherweise die Mutter

16 1490 im ersten Lebensjahre, 164 im 2. bis 15. Lebensjahr, 757 Erwachsene. noch Zeit und Kraft ihr Kind mit der eigenen Brust zu nähren.

Diese Sterblichkeitsziffer, 16,3 von je Tausend Personen, ist an sich nicht Die Altersklasse der älteren Kinder, vom 2. bis 15. Lebens⸗

7 ungünstig; sie ist die günstigste der letzten fuͤnf Jahrgänge, sie betrug: jahre, hatte 164 Todesfälle(172 in 1883); auch diese Ziffer bietet nichts 1880 mit 1335 Todesfällen 21,9 pCt., Seelenzahl rund 63,000, Ueberraschendes.

midt, Sec, 1881 1223 15 0 64, 000, Auf Erwachsene(vom 16. Lebensjahre ab) entfallen 757 Todesfälle(859);

Ayrtenkränt 1882 213 0= 18,5 5 65,000, die Betheiligung der einzelnen Altersperioden des Erwachsenenstandes, nach zehn

riedrich. 18838 1243 1 eee, jährigen Abschnitten abgetheilt, scheint sich von dem gewöhnlichen Vorkommen nicht Die Vertheilung der Todesfälle des Berichtsjahres auf die einzelnen größeren[ zu unterscheiden.

19010 und kleineren Abschnitte desselben entspricht im Ganzen der Regel der allgemeinen Unter den todbringenden Krankheiten ist als weitaus über alle anderen her⸗

* Erfahrung. Zunächst ist die erste Hälfte reicher bedacht als die zweite; es starben[vorragend zu nennen die Lungenschwindsucht. Es starben daran 194 Personen

in den Monaten Januar bis Juni 606, in den 6 anderen Monaten 486 Personen.(201 im Vorjahr). Dies häufige Vorkommen von Schwindsucht in einem vor⸗

erde Donperz Nach Jahreszeiten brachte die meisten Todesfälle(März bis Mai 324), der Herbstes wiegend ländlichen und ackerbautreibenden Bezirke, welcher größere Städte mit

die wenigsten(September bis November 227); nach den einzelnen Monaten geordnet

ist die Todesernte des Monates Mai die größte(124); ihm folgen März, April

N und Juni(je 100), Februar(95), Dezember(93), Juli(91), November(89), 0 Januar(87), August(75), September(7), October(67).

Auch die Betheiligung der einzelnen Altersklassen zeigt nichts Ueberraschendes;

es starben 171 Kinder im ersten Lebensjahre(gegen 212 im Vorjahre).

Fur diese Altersklasse waren die höchstbesteuerten Monate der Juli und der No

ihrem Fabrikarbeitertzum und Proletariat nicht umfaßt und welcher auch keines- wegs zu den armen Gegenden gerechnet werden kann, ist eine ebenso schwererklärbare als traurige Thatsache. gilt übrigens fast für alle Gemeinden des Kreises ziemlich gleichmäßig und ist seit lange bekannt. Das Mittel der letzten 5 Jahre von Schwindsuchtstodesfällen ist 182,6 und zwar in ziemlich gleichen Jabres raten Die Gleichmäßigkeit dieser hohen Schwindsuchtsziffer ist erschreckend und

Sie

bertheitt.

vember(je 18 Todesfälle), ihnen folgen Februar und 1 Mail und März(je 15). 9 der August(11); 7 * K

* Herz zu 1 1 Erfahrung. 1880 starben an Darmkatarrhen überhaupt 27 Str btut Ftendt 1882: 10 Pers., 1883: 31 Pers., 1884: 12 Personen; hiervon sind kaum 1 Dritt-

theil Kinder im ersten Lebensjahre. 1. Guflat⸗ sehr wenige an Darmkatarrhen

Es starben aus dieser

Die geringste Kindersterblichkeit von allen Monaten hatte die mit Recht so sehr gefürchteten Sommerdtarrhöen der kleinen Kinder haben demnach diesmal eine sehr unbedeutende Rolle gespielt. dies übrigens der bereits seit einer Reihe von Jahren für unseren Kreis gemachten

Mitwirkend für dieses ohne Zweifel günstige Ver

mahnt zur Verbesserung der gesund heitlichen Verhältnisse, wo immer solche zu er reichen ist. Man kann sehr starker Zweifler sein hinsichtlich des Einflusses ärztlicher Kunst auf diese Krankheit, das aber kann Niemand bezweifeln, daß ungünstige all⸗ gemeine Lebensverhältnisse dieselbe begünstigen und umgekehrt.

Nach der Häufigkeit der bewirkten Todesfälle folgen zunächst, jedoch immerhin mit erheblichem Abstand, die akuten entzündlichen Entzündungen der Athmungsorgane(Lungen- und Brustfellentzündung, Bronchitis u. s. w.) mit 136 Todesfällen(212). Stark betheiligt sind hierbei die Brustkatarrhe und Lungen⸗ Entzündungen ganz kleiner Kinder und älterer Leute, besonders in den Monaten Februar, April, Mai und November.(Fortsetzung folgt.)

September(je 16), dann

Es entspricht

Personen, 1881: 19 Pers.,

Altersklasse überhaupt nur

Deutsches Reich.

f 1492 Darmstadt, 23. April. Gestern fand im

schul Neuen Palais vor dem Großherzog und der ferschu, Großherzoglichen Familie die Confirmandenprüf de Etwerbe und 1

ung des Erbgroßherzogs durch den Superinten dent Dr. Sell statt, der auch die Confirmation am Samstag vollzieht. Die Königin Victoria und Prinzessin Beatrice von England trafen

heute hier ein. Das Regierungsblatt Nr. 6 enthält: J. Bekannt⸗

funst⸗

Auen 1 Gremtttie, eitichatn fut

. machung, die ärztliche Präfung betr. II. Bekanntmachung, 1 die Organisation der Musterungs- und Aushebungsbe

den e zirke betr. 1 3 22. April. In der gestrigen Sitzung der zweiten Kammer wurden noch ohne Dis Temen cussion 98,200 M. zur Errichtung dritter Stock 5 werke auf die östlichen Läugstrakte der Männer 1* O feabeß und Frauenabtheilung der Landesirrenanstalt zu

5 Heppenheim bewilligt. Heute wurde in die Dis 1 cussion über die Errichtung eines chemischen La 0 ferlid, boratoriums für die Landesuniversität Gießen 10 und die Vorlage des Großh. Ministeriums, betr.

7 die Aufnahme von 34,200 M. für den Bau einer Dienstwohnung des Directors des chemi

schen Laboratoriums an der Landesuniversität eingetreten. Bei der Abstimmung wird die Rück verweisung der Vorlage an den Ausschuß mit allen gegen 2 Stimmen angenommen. Hierauf wurden,(wie bereits unseren Lesern mitgetheilt werden konnte, da Landtagsabgeordneter Jöckel uns sofort Telegramm sandte), 90,000 M. zur Erbauung eines Kreisamtsgebäudes zu Fried berg, ferner 28,000 M. zur Erbauung einer Grundschleuse an der Nidda bei Vilbel, sowie sämmtliche übrigen Positlonen des Kapitel 120

. genehmigt. Es folgt die Berathung des Gesetz 1

entwurfs bezüglich des Brückengeldes in Mainz. warum heute über alle moͤglichen und unmöͤg Bei der Abstimmung wird der Antrag der Abgg. lichen Punkte gesprochen wird. Es handelt sich Jöft Ulrich auf Ermäßigung des Brückengeldes darum, mäglichst rasch ein Gesetz ad hoe fertig verworfen und das Brückengeld auf 4 Pf. fest- zustelleu. Der Antrag Metz Gießen scheint dem gesetzt. Es folgt die Berathung der Regierungs- Redner in seiner ganzen Form als nicht zweck vorlage, betr. die Wahlen zur Vertretung und entsprechend und er bittet die Kammer, denselben Verwaltung der Gemeinden, Kreise und Pro- abzulehnen. Er ist sogar für eine Verlängerung vinzen. Präs. Kugler stellt die Dringlichkeits-[der Frist zur Erreichung des Unterstützungs frage. Abg. Franck kann sich nicht hierfür aus- wohnsitzes, welche Frist zu kurz bestimmt ist. sprechen und wünscht, daß das vorliegende Gesetz Redner bittet, die Besprechung der vorgebrachten gleichzeitig mit dem in Aussicht stehenden Gesetz- Bedenken bis zu dem Zeitpunkt zu verschieben, entwurf, betr. die Aenderung der Landtagswahl- wo die Revision der Verwaltungsgesetze auf der ordnung, zur Discussion gestellt werde. Nach Tagesordnung stehen wird. Nach dem Schluß längerer Debatte und nachdem Staatsminister wort des Referenten Ohly wird der Artikel 1 Finger die Erklärung abgab, daß noch heute der Regierungsvorlage angenommen. der Kammer der Gesetzentwurf, betr. die Land- N e e Irhr. 0 Bodenhausen, 1 5. zir le Be- Prem. Lt. vom 3. Inf. gt. Nr. 147 wurde zum Hauptm. tagswahlordnung, duden. 0 Die und Komp.⸗Chef, Kleinschmit, Sek. Lt. in dems. Rgt. rathung auf morgen vertagt. 23. April. Die zum Prem. Lt., Verdier de la Blaquidre, Unteroff. vom Kammer tritt in die Berathung der Regierungs-. Inf. Rat. Nr. 115, Veck, Unteroff. vom 2. Inf.-Rgt. vorlage, betreffend die Wahlen zur Vertretung Pr. 146 zu Port. Fähnrs. befördert; Prinz, Rietm. und und Verwaltung der Gemeinden, ein. Abg. Esk. Chef vom 1. r* ee Versetzung 700 055 3 N ins e in das 1. Hess. Hus. Rat. Nr. 13, als Ad. zur Großh. Metz⸗Gießen beantragt, daß jeder Reichsbürger, Diptston kommandirt; de Berghes, Nittm. und Esk. Chef welcher communalsteuerpflichtig ist, wahlberechtigt vom 3. Schles. Drag.⸗Rgt. Nr. 15 in das 1. Hess. sein soll, ohne daß es vorheriger Anmeldung 11 Rgt. Nr. 5 weren a en ee 75. e 17 Prem. Lt. harde-Jäger Bat. unter Beförderung 1 8 6 roßh. Regierun rem. t. vom 0 Jäg, N 0 Irde 9 bedürfe. 2 75 Haas beantragt, großh. mea 8 zum Hauptm. und Komp. Chef in das Garde Schützen möge bei Annahme des vorliegenden G esetz⸗ Bat. versetzt; v. Eschwege, Rittm. und Esk. Chef vom entwurfs baldmöglichst dem jetzigen Landtage eine Revision der bestehenden Verwaltungsgesetze vorlegen, worauf Staatsmimister Finger erklärt,

2. Drag. ⸗Rgt. Nr. 24, zum Leib Kür. Rat. Nr. 1 ver setzt; Frhr. v. Normann, Rittm. vom 2. Drag. ⸗Rgt. Nr. 24, zum Esk. Chef ernannt; Frhr. v. Barnekow, Prem. ⸗Lt. vom Ostpreuß. Kür.⸗Rgt. Nr. 3 in das Drag. Rgt. Nr. 24 versetzt; Frhr. v. Rieou, Port. Faͤhnr. vom Feld⸗Art.⸗Rgt. Nr. 25, zum Sek. Lt. be fördert; Thielen, Sek.-Lt.& la s. des 3. Inf. Rgts. Nr. 117, tritt als Militärlehrer in das Kadettenhaus zu Bensberg üder; Rudolph, Sek. Lt. vom 2. Inf. Rgt. Nr. 116, in das 3. Inf. Rgt. Nr. 117 versetzt; Buff, Vieefeldw. vom 2. Bat. 1. Landw.s⸗Rgts. Nr. 115, zum

daß die Regierung nichts gegen den Antrag 2. Haas einzuwenden habe. Abg. Metz(Darmstadt) ist für Annahme der Regierungsvorlage, nachdem die Reglerung dem Antrag Haas, betreffend die Revision der Verwaltungsgesetze, gegenüber steht.

sympathisch Abg. Osann sieht nicht ein,