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Rework, 17. Febr. Ein heftiger Sturm hat bler gewüthet, der von einer so außerordentlich hohen Flutb begleitet war, wie sie bisher nicht erlebt worden ist. In den niedrig gelegenen Theilen der Stadt wurden die Straßen überschwemmt und die Häuser waren von Wasser umgeben.
Gerichtssaal.
Bad Nauheim. In der Donnerstag, 19. Febr., statt⸗
gefundenen Schöͤffengerichtssitzung wurde erkannt: 1) gegen
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S ——
Adam Bea aus Büdingen, wegen Dlebstahls, auf eine Gefängnißstrafe von 12 Tatzen; 2) getzen Joseph Geck von Ober-Mörlen, wegen Hehlerel, auf eine solche von
da 2 Tatzen; 3) gegen Wilhelm Meyer von Bad-Nauhelm,
wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt und Be⸗ leidigung, auf Freisprechnng von Strafe und Kosten und zwar aus dem Grunde, weil der juristisch genügende Nachweis fehlte, daß der Angeklagte bei dem fraglichen Vorfall— es war stockfinstere Nacht— die Organe der Staatsgewalt als solche erkannt und sie mit dem von ihm gebrauchten Ausdruck gemeint habe. Auf die Details des Vorfalls selbst brauchte deshalb nicht eingegangen zu werden. Vertheidiger war Rechtsanwalt Windecker von Friedberg. Ein zahlreiches und gewähltes Publikum wohnte der interessanten Verhandlung bei. Buß bach. Bet der am 13. Februar am biesigen Amtsgerichts stattgehabten Schöffengerichtssitzung standen
folgende Anklagesachen zur Verhandlung: 1) Der Tag-
löhner Peter Reichert von Höningen, angeklagt wegen
Landstreicherei und Bettelns, erhielt eine Haftstrafe von
16 Tagen, auch wurde die Ueberweisung an die Landes- poltzeibehörde gegen ihn ausgesprochen; 2) die Ge— brüder Fritz und Karl Schmidt von Butzbach, angeklagt wegen vorsätzlicher Mißhandlung, erhielten je eine Gefäng— nißstrafe von 4 Tagen, sowie je die Hälfte der Kosten unter solidarischer Haftpflicht; 3) Heinrich Heim von
Trais⸗Münzenberg, angeklagt wegen Diebstahls, erhielt
eine Gefängnißstrafe von 1 Tag und die Kosten des Verfahrens; 4) Georg Bender von Gambach, angeklazt
wegen Straßen⸗Polizeti⸗Uebertretung, erhielt eine Geld—
strafe von 3 M., event. 1 Tag Haft, sowie die Kosten
.
Hemden, Kragen u. Manschetten empflehlt K. Hriedrich.
des Verfahrens; 5) Christoph Suppes Wittwe von
Kirch⸗Göns und ihr Sohn Loius Suppes, angeklagt
wegen Diebstals, erhielt die Erstere, welche allein erschienen war[Louis Suppes ist zur Zeit in Paris abwesend) eine Gefängnißstrafe von 14 Tagen und die Kosten; 6) die Strafsache gegen Bürgermeister Jäger von Münzenberg und Genossen wurde ausgesetzt, da be— züglich der Strafthat auf Antrag sämmtlicher Angeklagten erst gerichtlicher Augenschein eingenommen werden soll; 7) ebenso wurde auch die Strafsache gegen Heinr. Natz von Gambach behufs Vornahme weiterer Beweis auf— nahme ausgesetzt.
Handel und Verkehr. Friedberg, 21. Febr. Buttermarkt. Butter kostete per Pfd. M. 0.70 0.85, Eier 2 St. 11 Pf., Gießen, 21. Febr. Auf dem heutigen Markt kostete Butter ver Pfd. M. 0.80— 0.90, Eier 1 Stück 5— 7 Pf.,
Käse per Stück 4— 8 Pf., Tauben per Paar M. 0.70— 0.90, Hühner per Stück M. 100— 1.50, Hahnen ver Stück M. 1.20— 1.70, Enten per Stück M. 2.00—2.30, Ochsenfleisch per Pfd. 66—68 Pf., Kuh⸗ und Rind⸗ fleisch 54 60 Pf., Schweinefleisch 50— 60 Pf., Hammel⸗ fleisch 64— 70 Pf., Kalbfleisch 48—54 Pf., Kartoffeln per 100 Kilo M. 3.70—4, Zwiebeln per Centner M. 4.
Frankfurt, 21. Febr. Wochenmarkt. Preis der Kartoffeln per Malter(200 Pfd.) M. 4—5., in Wagen⸗ ladung von M. 3.50 an, per Gescheld 9 und 10 Pf., bessere Qualität für Salat 12 Pf., Mäuschen, gelbe 25- 30 Pf., rothe 20—25 Pf., Zwiebeln per Centner M. 4.50 5., per Gescheid 18- 20 Pf., italien. Blumen— kohl en gros per Stück 30 Pf., einzeln 40 Pf., Knob lauch 100 Stück M. 1.60— 1.80. Obst: Aepfel zum Kochen per Pfund 10—12 Pf., Reinette 15— 22 Pf., Borsdorfer 30 Pf., Birnen zum Kochen 10— 12 Pf., Tafelobst 18—30 Pf., Kastanten 16—20 Pf., Maronen 17— 22 Pf., 1 Klste(300 Stück) Citronen M. 18., 1Kiste(400 Stück) Orangen M. 25. Dürrobst: Zwetschen per Pfund 25— 30 Pf., Hutzeln 35— 40 Pf., geschälte Birnen 45—50 Pf., Apfelschnitten 40—45 Pf., Kirschen 50 Pf. Eier per Hundert deutsche M. 6—7., italtenische M. 7.50 8.50.
Frankfurt, 20. Febr. Heu- und Strohmarkt. Die Anfuhr belief sich auf ca. 50 Wagen und wurde bezahlt je nach Qualität für Heu M. 2.80— 3.30, für Stroh M. 1.80— 2.20.— Buttermarkt. Für Butter wurde im Engroshandel bezahlt per Centner M. 73. im Kleinverkauf je nach Güte der Waare per Pfund M. 0,95— 1,05.
Verloosung.
Freiburger 10 Fr.⸗Loose von 1878. Serien⸗ ziehung am 16. Februar 1885. Gezogene Serlen: Nr. 9 14 376 512 696 852 1087 1143 1352 1430 1499 2177 2237 2662 2783 2834 3004 3859 3924 4921 5005 5021 5257 5765 5922 6529 6717 6891 6937 6962 7192 7479 7567 7752 7897 8113 8139 8572 8938 9045 9069 9215 9654 9709 10736. Die Gewinn-Ziehung findet am 16. März 18888 statt.
Literarisches.
Daheim. Nr. 21 enthält: Die Mobre von Mohr⸗ stein.(Forts.)— Die Fürstin Bismarck. Von O. Pank. Mit Illustr.— Verrechnet.(Forts.) Ein Besuch beim König der Fldschtinseln. Mit 4 Illustr.— Am Familientisch: Aus einem chinesischen Kinderbuche. Mit 3 Illustr.— Haus wirthschaftliche Umschau.— La jilah
ella Allah.— Briefkasten.— In unserer Spielecke.— Mit einer illustr. Beilage. Repertoir⸗Entwurf
der vereinigten Stadt- Theater in Frankfurt. Opernhaus. Dienstag den 24.: Robert der Teufel. Mittwoch den 25.: Gastspiel des Herrn Ladislaw Mler⸗ zwinski. Der Troubadour. Manrico: Herr Mier⸗ zwinski. Außer Abonn. Erböhte Preise.
Donnerstag den 26.: Der Verschwender.
Freitag den 27. geschlossen.
Samstag den 28.: Letztes Gastsplel des Herrn Ladislaw Mierzwinskt. Die Hugenotten. Raoul: Herr Mler⸗ zwinski. Außer Abonn. Erhöhte Preise.
Sonntag den 1. März: Flidelto.
Schauspielhaus.
Dienstag den 24.: Ein Glas Wasser.
Mittwoch den 25.: Richter von Zalamea.
Donnerstag den 26. geschlossen
Freitag den 27.: Wallensteins Tod.
Samstag den 28.: Registrator auf Reisen.
Sonntag den 1. März: Feeuhände.
Montag den 2. März: Wallenstelns Tod.
Eingesandt.
Theater. Am 22. Febr. wurde vor außerordentlich gutbe⸗ setztem Hause(bei aufgehobenem Abonnement)„Pretiosa“ aufgeführt und fand vielen Beifall, da die Ausstattung, sowohl was Kostüme ze. anbelangt, eine sehr geschmack⸗ volle war, als auch in decorativer Hinsicht durch Auf⸗ stellung neuer Coulissen, die überraschend gut gemalt sind, und durch Illumination, verbunden mit einem kleinen Salonfeuerwerk, ein guter Effeet erzielt wurde Gespielt wurde wie immer gut und möchten wir vor Allem Frl. Belgrad als Trägerin der Titelrolle, Frl. Varnow als Viarda und Herrn Voigt als Schloßvogt nennen, welche letzterer namentlich auch heute wieder die Lachmuskeln der Zuschauer in rege Thätigkeit zu setzen wußte. Es wäre gut, wenn bald wieder ein Stück aufgeführt würde, worin die Kostüme zur Geltung kämen. Für den Diens⸗
tag(Abonnementsvorstellung) wird uns Harun al Na⸗
schid, oder der Khalif in 1000(1) Aengsten angezeigt, ein neues Lustspiel von Moser. Eine Novität von Moser ist immer ein Ereigniß und wird unser Interesse beson⸗ ders gespannt durch den Titel; ob nun das Stück wirk⸗ lich in Bagdad spielt(was wir, nachdem wir den Gar⸗ derobe Reichthum der Direction gesehen, gar nicht mehr für unmöglich halten können wir nicht verrathen, weil uns das Stück selbst noch unbekannt ist, indessen liegt unt ein Theaterzettel vor, wonach das Stuck in Gleßen viermal zur Aufführung gelangt ist, was viel zu seinen Gunsten spricht. Zum Schluß möchten wir die Theater⸗ Direction noch darauf aufmerksam machen, daß wir es entschieden für unrecht halten, die Aufführung des „Salontyrolet“ so lange binauszuschieben! Es wäre
doch Zeit, damit endlich vorzugehen.* Geld ⸗ Cours. Frankfurt, am 21. Februar 1885.
Geber. Nehmer.
M. Pf. M. Pf.
20⸗Frankenstücke 16. 20 16. 16 do. in/ 16. 18 16. 14 Englische Sovereings 20. 44 20. 40 Russische Impertales. PP Ducaten.„%«— „ ail maro Dollars id Sold. 1 4.*
Güterverpachtung.
Auf Antrag der Erben des verstorbenen Samenhändlers W. Gökus werden Mittwoch den 25. d. Mts., Nach⸗ mittags um 2 Uhr, auf hiesigem Rathhause verschiedene Grundstücke, ohngefähr 30 Morgen, auf„, bezw. 11 Jahre öffentlicht meistbietend verpachtet.
Friedberg den 23. Februar 1885.
Großherzogliches Ortsgericht Friedberg.
704 Steinhäußer.
Mobiliar⸗Verstei
Mobiliar⸗Versteigerung Unmittelbar nach der vorstehenden Güterverpachtung
lassen die Erben des verstorbenen W. Gökus in der
hiesigen Markthalle
verschiedenes Hausgeräthe, darunter 2 Klelderschränke, Bettstelle, Bettzeug, Stühle, Küchengeschirr, Ofen, goldene Taschen-Uhr, Stiefel, altes Eisen ꝛc.;
landwirthschaftl. Gerüthschaften, darunter Handdresch— maschine, Fegmühle, namentlich Siebe;
vollständiges Russeinfabrikationsgeräthe, wobei 3 fast
neue Schiebkatren öffentlich meistbietend versteigern. Friedberg den 23. Februar 1885. Großherzogliches Ortsgericht Friedberg.
705 Steinhäußer.
ersteigerung.
Donnerstag den 26. d. Mts., Nachmittags 2 Uhr, wollen die Erben der Friedrich Stamm Eheleute in Köppern
1 braunes Wallachpferd(8 Jahre alt),
1 Kuh,
3 Rinder,
3 Schaafe, 1 Lamm,
7 Hühner, 1 Hahn Ae betunga halber in deren Behausung versteigern assen. Köppern, 21. Februar 1885.
Sta min m 1 Bürgermeister.
feinen Henmdeinsätzen,
2 Das A Neneste in
ö*
— 8 * Holzversteigerung. Mittwoch den 25. Februar l. J., von Vormittags 8½ Uhr ab, werden im hiesigen Stadtwalde, Distrikt Lichtenberg, folgende Holzsortimente öffentlich meistbietend versteigert und zwar: 3 Stück Eichenstämme von 4— 6 Meter Länge und 17-23 Centimeter Durchmesser, 11050 Wellen Eichen-Reis holz, 250 Wellen Wetichlaubholz, 650 Dornwellen. Bad⸗Nauheim den 19. Februar 1888. Großherzogliche Burgermeisterel Bad Nauheim.
675 Wörner.
Holzversteigerung. Montag den 2. März, Vormittags 10 Uhr anfangend, kommen im Hoch-Weiseler Gemeindewald,
Distrükt Großer-Haus berg: 4 Fichten⸗ Stämme, 1300 Fichten Derbstangen, 1650 Nadel Reis stangen;
Distrikt Lammshardt: 2 Birken⸗Stämme, 16 Fichten Stämme, 120 Fichten-Derbstangen, 16 Raummeter Nadel-Knüppel, 300 Buchen Wellen, 1000 Nadel Wellen, 670 Erlen Wellen;
Dienstag den 3. März, Vormittags 10 Uhr, kommen im Distrikt Großer-Haus berg 250 Buchen Wellen, 750 Eichen-Wellen und 12060 Nadel-Wellen zur Versteigerung. b Das Brennholz im Distrikt Lammshardt wird den ersten Tag zuletzt verkauft. 6 Anfang am ersten Tag am Isselpfad beim Brand⸗ plaß, den zweiten Tag am Feld, nächst dem Isselpfad. Hoch Welsel am 20. Februar 1885.
Großherzogliche Bürgermeisterel Hoch-Weisel.
689 Wörner.
7 5 5 Holzversteigerung.
Freitag den 27. d. Mts., Vormittags halb 10 Uhr anfangend, kommen im Köpperner Gemeindewald, Distrikt 1, 2— 11 und Niederwald, Schlag Nr. 20, folgende Holz⸗ sortimente zur öffentlichen Versteigerung:
21 Stück Fichten⸗Stämme von 6,18 Festm. Inhalt,
18 Lärchen. 118
* 1„ é Kiefern⸗Stamm„ 0,39 8 233„ Fichten Werkholzstangen von 1. bis 5. Cl., 4400, Fichten-Bohnenstangen 1. Sorte, 1100„ Lerchen Stangen von 1. bis 5. Cl.,
„ 4 Raummeter Eichen Scheiter,
29 5 Klefern-Scheit- und Pruͤgelholz, 1500 Stuck gemtschte Laubholzwellen, 2550 lange Nadelholzwellen, 4175„ Nadelholz Astwellen. Die Zusammenkunft ist oberhalb des Pflanzgartens,
bei der Huͤttenmühle. Köppern, 18. Februar 1885. Der Buͤrgermeister Stamm.
Bekanntmachung.
Dienstag den 3. Marz, Vormittags 9 Uhr, sollen im Domantaldistrikt Diebseiche 1800 Buchen, 500 Eichen-, 1100 Birken, 1560 Aspen- und 1200 Sablweilden⸗ Wellen versteigert werden. Die Zusammenkunft ist auf der Staatsstraße im Distrikt Diebseiche. Heldenbergen den 21. Februar 1888.
Großberzogliche Oberförsterei Altenstadt. Pückel.
Markt Anzeige.
Durch höhere Genehmigung sollen Montag den 9. März und Montag den 17. August d. J. zwei weltere Viehmärkte im Orte Echzell abgehalten werden, was
658
695
wir blermit zur öffentlichen Kenntniß bringen. Gchzell am 21. Februar 1885. Großherzogliche Bürgermeisterei Echzell. Habicht.
Blut Orangen
empfiehlt
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701 W. Bernbeck.


