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Fenster der Thüre zersprangen in Stücke. Die Poltzet nahm noch im Laufe der Nacht mehrere Verhaftungen vor, mußte die Verhafteten aber wieder entlassen, well sie ihr Alibtbewiesen. Ein kurz vor der Exploston vorübergehender Arbelter hat gesehen, wie ein Junge vor dem Gesell schaftshause beschaͤftigt gewesen, ein Zündhölz chen anzustecken. Heute Vormittag haben Staats anwalt Scheibler aus Hagen und die hlesigen Behoͤrden den Thatbestand festgestellt.
Ausland.
Oesterreich-Ungarn. Prag. Nach einer Meldung hiesiger Blätter sind der Obmann des Teplitzer Arbettervereins und zwei Arbeiter wegen soctaltstischer Umtriebe verhaftet worden.
Schwelz. Bern. Rumänten hat den im Jahre 1878 auf 7 Jahre mit der Schweiz ab geschlossenen Handelsvertrag gekündigt.
Frankreich. Parls. Dem„Temps“ zu folge ist die Unterzeichnung des Vertrages be hufs Regelung der egyptischen Finanzfrage un mittelbar bevorstehend. Dieselbe sei bisher durch den Austausch der Ansichten über die Freiheit der Schifffahrt im Suezkanal verzögert worden. Der Vertrag werde die Zustimmung Englands zum Princip der Schifffahrtsfreiheit aussprechen.
Die„Presse“ meldet, ein Meistbe günstigungs- Vertrag zwischen Frankreich und Rumänen sei abgeschlossen, welcher bis zum Ablauf der österreichisch rumäunsschen Handels convention gilt.
— Meldung der„Agence Havas“ aus Kep vom 19. ds.: General Betsre ist über Bacle mit seinem Hauptquartier in Hanot eingerückt. Die Straße war frei und die Vertheidigungs werke verlassen. General Negrier bleibt in Langson.
— 22. Febr. Gestern Abend fand im Saale von Levis-Batignolles eine soctalistische Versamm lung statt, in welcher heftige Reden gehalten wurden. Dem„Eri du peuple“ zufolge sollen bel dieser Gelegenheit etwa 15 Personen von der Polizei verhaftet worden sein.
— 21. Febr. Der Senat beendete die Generaldiscusston über das Ausgabebudget und genehmigte saͤmmtliche Capftel des Finanzbudgets. — Die Kammer bewilligte einen Credit von 3 Million zur Subventtoutfrung der Handels marine. Bei der Berathung der Tarifvorlage wurde der Antrag auf Auflegung eines Ein gangszolles von fünf Frances für Waizen, sowie der Antrag auf Erhebung eines Zuschlagszoll von Francs 4,20 abgelehnt.
Großbritaunten. London, 20. Febr. Unterhaus. Fitzmaurice theilt mit, Rußland habe bisher nicht auf das Ersuchen, bis zur
Eutscheidung der afghanischen Grenzeommisstion die russischen Truppen von Putikhatun zurück, zuziehen, geantwortet. Croß erklärte es für unbegründet, daß der Vicekoͤnig Indtens die Entsendung von zwanzigtausend Mann englischer Truppen nach Indien verlangte. Auf eine An frage Tylers erklärte Croß: Hinsichtlich der wiederholten Erklärungen Rußlands, daß Af ghanistan nicht innerhalb der Sphäre des polltt schen Einflusses Rußlands liege, sind wir ver pflichtet, die jüngsten posttiven Versicherungen zu accepttiren. Das Gerücht von dem Vor marsche der Russen gegen Herat s ist unbegründet; Herat sist gegenwärtig von einer starken Garnison des Emirs von Afghantstan besetzt. Der Versuch Rußlands, Herat zu besetzen, würde die ernstesten Folgen haben.
— 21. Febr. Die„Times“ bringt die noch der Bestaͤtigung bedürftigte Nachricht, die Russen selen gegen Penjden vorgegangen, welches noch von den Afghanen besetzt ist. Die englische Grenzeomtisston zog sich in die Nähe Herats zurück.
Italten. Rom, 20. Febr. Gestern Abend um 10 Uhr explodirte vor dem kleinen Seiten thor der Deputirtenkammer eine mit Pulver gefüllte Flasche. Die Explosion verursachte keinen Schaden.
— In den hiesigen, sonst zu den unter— richteten zählenden Kreisen erhalten sich die Gerüchte, daß noch eine große Expedition vor— bereitet werde, deren Ziel Tripolis sei. Die diesen Gerüchten sentgegengesetzten Dementis finden nur, soweit sie sich auf den Augenblick beziehen, Glauben. Mer Umfang der Vorbereitungen für die Expedition l ist jedenfalls ein solcher, der auf eine größere Action schllessen läßt,
— 21. Febr. Ju der Kammer kündigt Cam— poreale eine Interpellation an, ob und welche auglo⸗italienische vertrauliche Abmachungen be— stehen. Bruntalti interpellirt, wann Mancini die Documente zu veröffentlichen oder eine Er— klärung abzugeben gedenke, welche das Land über die Stellung und Action Italiens in Ufrika und über die Beziehungen zu England und der Pforte beruhigen soll. Mauctul m ist abwesend. Ote Juterpellattonen werden demselben mitgetheilt.
Bulgarien. Sofia, 21. Febr. Die tüuͤr— lische Regterung hat eine Note hierher gerichtet, in welcher sie die Auflösung des Macedonischen Vereines verlangt, wescher die bulgarische Agi— tation in Macedoulen fördert.
Griechenland. Athen, 21. Februar. Delyaunts hat, da der König der Auflosung der Kammer seine Zustimmung versagte, die Bildung eines neuen Cabinets abgelehnt. Darauf wurde Trikupis wieder zum König berufen und zog nach einer längeren Conferenz mit dem König seine Demission zurück. Eine öffentliche Kundgebung wird vorbereitet, Trikupis einen Vertrauensbe— wels zu geben.
Egypften. Kairo, 21. Febr. General Gra ham ist mit seinem Stab nach Suakin abge— gangen.— Die Sanitätsverhaͤltnisse im Lager von Korti sind gute, aber wahischelulich wird die herannahende große Hitze die Wahl eines neuen, mehr nördlich gelegenen Lagers nöthig machen, weil es spaͤter unmoglich sei, unter Zelten zu lagern.
Nach etner Reutermeldung wurde die egyptische Regierung von London aus benachrich— tigt, daß alle Detalls des etzyptischen Finanzar— rangements zwischen England und den übrigen Mächten definitiv geregelt seien.
Aus Stadt und Land.
r. Friedberg. Am 30, Januar hlelt der Superinten dent unserer Provinz, Oberconststortalrath Ur, Hablcht, auf Ersuchen des Evang. Vereins, bezw. seines Vor— standes, einen Vortrag über„Zinzendorf und die Herrnhuter in Oberhessen“. Wir hatten gern den grünbeschen, klaren, anztehenden Vortrag, dem Wunsche vleler Hörer entsprechend, seinem ganzen Inhalte nach noch ausführlicher hier wiedergegeben; aber dazu bletet unser Blatt keinen Raum, und wir müssen uns deßhalb auf das beschränken, was den Mittelpunkt des Vortrags bildete. An die aus eigener Anschauung gegebene Schll derung der Gegend, in welcher Zinzendorf und die Herrnhuter sich in den Jahren 1736-60 aufhielten, schloß sich eine Darstellung des Lebensganges und eine Schtloerung der Persönlichkelt des am 26. Mat 1700 in Dresden geborenen Grafen Nikolaus Ludwig v. Binzen; vorf an. Wir erwähnen daraus nur, daß derselbe auf seinem Gute Berthelsdorf in der Lausitz, welches er 1121 mit seinem väterlichen Erbthell erworben hatte, den aus Oesterreich auswandernden Mährkschen Brüdern die Nlederlassung gestattete und daß durch diese Nleder— lassung am Hutberge der Ort Herrnhut getzründet wurde. Im brüderlichen Bunde mit seinem Freunde Friedrich von Wattowille, dem von ihm nach Berthelsdorf be— rufenen Pastor Rothe und dem Prediger Schäfer in dem benachbarten Görlitz suchte Zinzendorf auf seinem Gute und von demselben aus für die Herstellung elner wahren Gemeinde Chilstt zu wirken, und in seiner Ge mahlln, einer Schwester des ihm befreundeten Grafen von Reuß Gbersgorf, mit welcher er sich 1722 vermählt hatte, fand er eine treue Gehülfin in seinen Bestrebungen. Da wurde ihm 1736 durch ein Dekret des Kürfürsten unter Hinwelsung auf seine Convenktkel und Rellgtons neuerungen aufgegeben, die sächsischen Lande gänzlich zu melden; und obgleich Herrnhut aus der angeordneten Untersuchung glänzend gerechtfertigt hervorging, blieb das Verbannungsdeeret doch bis 1747 in Kraft. Nun lam der aus seiner Helmath Verbannte nach kurzem Aufenthalt in Frankfurt a. M. auf die Einladung der Grafen von Psenburg in deren Gebiet und nahm mit den Glledern seiner Gemeinde, die ihm folgten, nach einander selinen Aufenthalt in dem alten Bergschloß Ronneburg, im Schloß und Kloster Marienborn, in Herrnhaag und in Lindheim. Pie Gemeinschaft Herrn hutischer Brüder und Schwestern, die sich auf der Ronne burg sammelte, faßte Zinzendorf auf als„die Pilger gemeine“, d. h. als eine Gemelnschaft, deren Beruf es ist, der Welt den Helland zu verkündigen, die zwar eln
bestimmtes Stanbquartler hat, deren elgentllche Thätigkeit aber in wandernder Zeugenschaft bestebt. Sie war durch
gemelnschaftlichen Haushalt auf's Engste zusammen⸗ geschlossen, und blesem Haushalt, für welchen die Vor⸗ schüsse holländischer Freunde für's Erste den Fonds bildeten, stand die Gräfln 5 envorf mit welser Spar- samkelt vor. Das nächste 90
Pilgergemelnde auf der Ronneburg, war nun mancherlei verwilbertes Gesindel, das sich schon o auf der Burt eingensstet hatte; es würden, Frelschülen für die Kinder, Versammlungen für Erwachsene eingerichtet, Brod und sleidung an die Dürftigen ausgethellt. Im De⸗ zember 1736 hlelt Zinzendorf in Martenborn eine größere Gonferenz oder einen„Synodus“ mit seinen Mitarbektern, wozu auch solche aus Herrnhut kamen. Solche Synoden, auf welchen unter Zuzlehunz von Brüdern aus der Ferne die Angelegenhelten der in Kolonsen an ver— schlebenen Orten wohnenden Gesammtgemeinde, ihre Stellung und Aufgabe zur Verathung kamen, wurden, wle an anderen Orten, so auch in unserer Gegend in den folgenden Jahren noch mehrere gehalten, und in den Jahren, in welchen Zinzendorf sich hier aufhlelt, ging die Leitung der Gesammtgemelnde von der Wetterau aus. Hier erhlelt die Gemeinde einen neuen Wohnsitz auf dem Haag, der nun den Namen Herrnhaag erhlelt; auf elnem angekauften Stück Land entstand von 1738 an eine Reihe neuer Gebäude, und mit dem regen gelst lichen Leben entwickelte sich auch eine rege gewerbliche Thätsgkelt. Zinzendorf hielt sich bald längere, bald kürzere Zelt innerhalb seiner Gemelnde in der Wetterau auf; selne unermübliche Thätigkelt führte ihn oft auf Reisen. Ueberall wirkte er für die Förderung der Ge— meinde Ehrlstt oder der„Gemeinde Gottes im Geist“, fur Erweckung der Chrlstenhelt, für die Ausbreitung des Christenthumtz in der Heidenwelt, und aus der Brüdergemeinde gingen Boten des Evangeliums nach vielen Helden Landern. Im Zusammenhang mit dem Mittelpunkt der Lehre, der Versöhnung durch dass Blut Christti, wurde die innige Llebe zu dem für die Mensch— helt gekreuzigten Helland, die Einigung der Herzen in der gemeinsamen Liebe zu ihm, ein fröhliches Wirken in dankbarer Hingabe an ihn in der Brüdergemeinde geübt und gepflegt; aber leider kamen, besonders sett 1743, auch mancherlel schwärmerische Aus schreitungen in der Lehre, im Cultus und im Leben vor. Als 1749 der den Brüdern durchaus freundlich gesinnte Graf Ernst, Casimir starb, verlangte die Büdinger Regierung, daß die Mitglieder der Gemeinde in Herrnhaag dem neuen Grafen huldigen und zugleich jeder Abhängigkelt von Zinzendorf entsagen sollten. Da man sich weigerte in
dleser Form zu huldigen, wurde 1750 ein Emigratlons-⸗
edlet mit dreljähriger Frist publielrt; aber die Aus— wanderung begann alsbald und nicht nur in Herrnhaag, sondern auch an den anderen Wohnorten; nur in Marlen— born blieb in Folge des mit dem Grafen von Ysenburg— Meerholz abgeschlossenen Pachtvertrags eine Anzahl von Brüdern bis 1773, als schwacher Rest des blühenden Gemeindelebens in der Wetterau. In Herrnhaag zeugen etzt nur noch einzelne Gebäude, wie das Grafenhaus, von früherer Herrlichkeit.
lch. In der Nacht vom 18. zum 19. Februar entstand schon wleder Feuer hier, diesmal in der Scheuer des Hermann Heller. 5 Scheuern und 4 Ställe sind gänzlich abgebrannt, während ein Haus stark beschädigt wurde. Es ist dies seit einem halben Jahre der sechste Brand und liegt Brandstiftung unzweifelhaft vor, doch fehlen nähere Anhaltspunkte, um sich der Brandstifter zu bemächtigen.
Allerlei.
Frankfurt, 21. Febr. Gestern morgen wurde zwischen Ginnheim und Heddernheim, unweit der Nidda, der Vockenhelmer Wirth Engemann als Leiche aufgefunden, Der Korper des Todten zeigte schwere Verletzungen. Der Hund Engemann's lag auf der Leiche seines Herrn, Das Thier war durch Schläge mit irgend einem Instru— ment erheblich verletzt, lebte aber noch. Engemann, der elne Strecke der Nidda behufs Ausübung der Fischerei gepachtet hatte, revldirte vorgestern spät am Abend die Strecke, in der zuweilen unberechtigter Welse gefischt worden sein soll und traf dabel in seinem Wasser Leute beim ßischen. Der benachthetligte Fischerelpächter ging sehr energisch gegen die Fischfrevler vor, kam mit den selben in's Handgemenge und wurde dabet überwältigt und zetoͤdtet. Der Mörder ist bereits ermittelt und festgenommen. Es ist ein Heddernheimer Einwohner, der die That auch bereits eingestanden hat.
Hanau. Am 2. März, Morgens 9 Uhr, kommt vor der Strafkammer des hiesigen Landgerichts die vlel— besprochene Anklage gegen den Telegraphisten Gutberlet zur Verhandlung, welcher beschuldigt ist, am 14. Nov. vorigen Jahres durch Vernachlässigung selner Dlenst, pflichten einen Eisenbahntransport in Gefahr gesetzt und durch Fahrlässigkeit den Tod von 22 Menschen verursacht zu haben. Es sind nahezu 30 Personen als Zeugen, bezw. als Sachverständige geladen.
Mannhelm, 21. Febr. In einer hiesigen Fabrik wurde gestern der Schlosser Ignaz Lammer aus Wien verhaftet. Derselbe war mit mehreren anderen Arbeltern aus der Schweiz zugerelst.
Meß, 22. Febr. In Folge von Regengüssen der letzten Tage ist der Stand der Mosel ein außerordentlich hoher. Bel Metz, Diedenhofen und Koͤnlgsmachern ist dleselbe stellenweise ausgetreten.
Mons, 20. Febr. Etwa 3000 Arbeiter der Kohlen-
gruben„Levant du Flenu“,„Prodults“,„Belle et Bonne“ bel Jemappes haben die Arbelt heute früh eingestellt und fordern eine Lohnerhoͤhung.
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