Ausgabe 
23.4.1885
 
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schule.

Drei vierzehnjährige Knaben hatten in einem Steinbruche Dynamit entwendet und hlermit und mit einem Stück Blei eine kleine Messingkanone geladen, die sie im nahen Brunnenthal mittelst brennenden Zunders abzufeuern suchten. Als dies nicht gelang, steckte einer der leichtsinnigen Burschen das gefährliche Spielzeug in selne Tasche und brachte es mit in die Schule, in welcher 72 Kinder versammelt waren. Nachdem der Lehrer die Mädchen zur Industrieschule entlassen und die Knaben, um zeichnen zu können, sich auf die leergewordenen Plätze verthellt hatten, bohrte der vorerwähnte Junge, um das Kohr wieder zu entladen, die Ladung mit einem Zirkel an. Eben wolte der Lehrer nachsehen, was der Junge, der nicht zeichnete, sondern sich unter dem Bücherbrett der Subsellten zu schaffen machte, treibe, als durch die bei dem Bohren entstandene Reibung das Dynamit sich entzündete und eine gewaltitze Explosion erfolgte, die das ganze Haus erschükterte. Nachdem der erste Schrecken vorüber war, konnte man das angerichtete Unhell über sehen. Das starke Messingrohr war zersprengt, dem Urheber des Unglücks an der linken Hand das Fleisch zerrissen und einem ziemlich entfernt sitzenden Knaben das Stück Blel, das zuvor die Bank durchbohrt hatte, in den linken Oberschenkel gedrungen. Der letztgenannte Knabe wurde nach Gießen in die Klinik verbracht. Moͤge dieser traurige Vorfall den weitesten Kreisen eine Mahnung zur Vorsicht sein; nur durch die Fahrlässigkeit der Er⸗

wachsenen können so gefährliche Dinge in die Hände der

Kinder kommen.

Allerlei.

Ludwigshafen, 19. April. Buchdruckereibesitzer Volz, der die Postsendung von Mannheim absandte, welche in Temes var explodirte, wurde verhaftet. Gelsenkirchen, 17. April. In der vergangenen Nacht sind auf Zeche Bismarck⸗Schönhausen(Schacht 2) sechs Bergleute vom Wetter überfallen worden. Zwet der Betroffenenen fanden sofort ihren Tod, vier wurden, den Leib mit schweren Brandwunden bedeckt, ins Kranken haus nach Buer übergeführt.

Braunschweig, 18. April. Gestern wurde hier eine Doppel-Hinrichtung durch den Scharfrichter Reindel mittelst des Beils vollzogen. Die Delinquenten waren der Arbeiter Anton Gilbß und die Ehefrau des Arbeiters Koßmider, geb. Blajiaska. Ersterer hatte auf Anstiften der letzteren deren Ehemann im Oetober vorigen Jahres auf dem Felde bei Adelnau mit einem Beile ermordet.

Krakau. Von einem furchtbaren Brande ist am 17. April das galizische Städtchen Wisnitz heimgesucht worden. Das Feuer wüthete mehrere Tage hindurch und wurde durch einen starken Wind angefacht. 150 Häuser sammt Nebengebäuden sind eingeäschert worden, viele Nahrungsmittel sind verbrannt und das Elend ist grenzenlos. Sechshundert Familien sind obdachlos, zwei Menschen sind umgekommen.

Gerichtssaal.

Altenstadt. In der Donnerstag den 9. d. Mts. dabier abgehaltenen Schöffengerichtssitzung wurde wie folgt erkannt: 1) In der Strafsache gegen Heinrich Röder von Oberau, wegen Beleidigung, erhielt der Angeklagte eine Geldstrafe von 25 Mark, event. 5 Tage Haft und

die Kosten; 2) Konrad Seitz und Franz Stürtz, belde von Stammheim, angeklagt wegen Uebertretung der Feier- abendstunde, wurden Belde freigesprochen; 3) Heinrich Lauster, Karl Kalser und Karl Nahruntz III., sämmtlich von Nieder-Mockstadt, angeklagt wegen Uebertretung der Feierabendstunde, wurden freigesprochen; 4) in der Strafsache gegen Christian Grießmer von Staden, wegen Beleidigung, wurde der Angeklagte in eine Gefängniß⸗ strafe von 6 Wochen und in die Kosten verurtheilt; 5) in der Strafsache gegen Karl Friedrich Meides von Oberau, wegen Sachbeschädigung, erfoltzte Verurthetlung des Angeklagten in eine Geldstrafe von 4 Mark, event. 1 Tag Gefängniß und in die Kosten; 6) in der Straf⸗ sache gezen Heinrich Reifschnelder von Altenstadt, wegen Unterschlagung wurde dem Angeklagten eine Gefängniß straße von 1 Woche und die Kosten zuerkannt.

Handel und Verkehr.

Friedberg, 20. April. Fruchtber. Waizen M. 19.00, Korn M. 16.50, Gerste M. 17.00, Hafer M. 15.00. Alle Preise verstehen sich auf 100 Kilo= 200 Zollpfund.

Friedberg, 21. April. Buttermarkt. Butter kostete per Pfd. M. 0.85 0.95, Eier 1 St. 5 Pf.

Butzbach, 18. April. Wochenmarkt. Butter kostete per Pfund M. 1.00, Käse per Pfund 4546 Pf. Eier 1 Stück 5 Pf.

Gleßen, 21. April. Auf dem heutigen Markt kostete Butter per Pfd. M. 0.90 0.00, Eier 2 Stück 9 10 Pf., Käse per St. 4 8 Pf., Tauben per Paar M. 0.60 0.90, Hühner per Stück M. 1.40 1.80, Hahnen per Stück M. 2.00 0.00, Enten per Stuck M. 2.00 2.50, Ochsenfleisch per Pfund 68 Pf., Kuh- und Rind⸗ fleisch 5660 Pf., Schweinefleisch 5060 Pf., Hammel⸗ fleisch 6470 Pf., Kalbfleisch 4850 Pf., Kartoffeln per 100 Kilo M. 4.00 5.00, Zwiebeln per Ctr. M. 6.

Grünberg, 18. April. Fruchtpreise. Weizen M. 18.50, Korn M. 16.80, Gerste M. 16.50, Hafer M. 15.00, Erbsen M. 18.00, Kartoffeln M. 4.40, Wicken M. 16.00.

Homburg, 21. April. Marktpreise. Kartoffeln per Malter M. 4 4.50, per Gescheld 910 Pf., Eier per Stück 5, 6 und 7 Pf., Butter per Pfund 1. Qualität M. 1.10, 2. Qualität M. 1.00.

Frankfurt, 20. April. Fruchtmarkt. Hiesiges Mehl Nr. 0 M. 33½34½, Nr. 1 M. 2829, Nr. 2 M. 26¼ bis 27½ꝙ, Nr. 3 M. 24½ 25½, Nr. 4 M. 1819, Nr. 5 M. 1718.00, Milchbrod- und Brodmehl im Ver band M. 5354, norddeutsches und westfälisches Weizen⸗ mehl 00 M. 2424½, Suppengries je nach Qual. M.., Roggenmehl Nr. 0(Berlin. Marke) M. 25 ½, do. 0/ do. M. 228¾238/, do. 1 do. M. 21 bis 21/4, do. 2 do. M. 17½ 18 ¼, Weizen ab unserer Umgegend M. 18 19, do. frei ab Bahnh. hier M. 19 ¼, do. fremder je nach Qual. M. 1820. Roggen hies. M. 16, do. französischer M. 16¼, do. Königs berger M. 16¼, Nieolajeff M. 16 /, Galatz-Odessa M. 15½-/, Gerste, Brauerwaare M. 17 19, do. zu Mahlzwecken M. 13 ½, Hafer je nach Qual. M. 15½ bis 16, Raps M. 26½ 27, Mais buntes(mixed) M. 12¼ ½, Wicken M 1617.(Alles per 200 Pfd. Zollgewicht 100 Ktlo.) Roggenkleie M. 55½¼, Weizenkleie M. per 50 Kilo. Ruͤböl im Detail M. 60. Stimmung fest

Frankfurt, 20. Aprll. Viehmarkt. Zugetrieben waren 459 Ochsen, 321 Kühe und Rinder, 14 Bullen, 300 Kälber, 22 Hämmel und 143 Schweine. Die Preise, welche für Ochsen erzielt wurden, waren bei sehr guten Stücke(jung und fett) M. 6365 per Ctn. Schlachtgewicht, 1. Qual. M. 5860, 2. Qual. M. 50 bis 54, Kühe und Rinder 1. Qual. M. 55, 2. Qual. M. 4850, 3. Qual. M. 40, Bullen 1. Qual. M. 48, 2. Qual. M. 45, Kälber 1. Qual. per Pfd. 6062 Pf., 2. Qual. 5055 Pf., Hämmel 1. Qual. 58 Pf., 2. Qual. 4550 Pf., Schweine 1. Qual.(Hannoveraner) 54 56 Pf., 2. Qual.(Landschwelne) 5254 Pf. Ge⸗ sammtzutrieb in der verwichenen Woche 1136 Stück Horn⸗ vieh, 859 Schweine, 781 Kälber, 52 Stüuͤck Schafvleh und 202 Spanferkel.

Mainz, 19. April. Fruchtmarkt. Weizen M. 18.75 bis 19.50. Korn hiesiges M. 17.00-17.15, fremdes M. 15.75 16.30. Gerste, pfälzer M. 18.50 18.75, fränkische M. 18.70-19.00. Hafer M. 15.70 16.50, Kohlsamen M. 26.70 27.10. Rapskuchen M. 148-150, Leinöl M. 24 25.00. Mohnöl M. 5458. Rüböl, rohes M. 27.00 27.50, gereinigtes M. 28.75 29.10 ohne Faß.

Mainz, 19. April. Viehmarkt. In der abgelaufenen Woche waren auf unserm Viehmarkte im Ganzen 929 Stück Vieh und zwar 4 Farren, 103 Ochsen, 258 Kühe, 276 Kälber und 288 Schweine zugetrieben. Bezahlt wurden für Farren M. 42 46, für Ochsen 1. Qual. M. 6870, 2. Qual. M. 66-67, Kühe 1. Qual. M. 5862, 2. Qual. M. 50 54. Alles per 50 Kilo Schlachtgewicht. Kälber kamen auf 65 70 Pf., Schweine (inländische) auf 51-55 Pf. per/ Kilo Schlachtgewicht.

Literarisches.

Wer ein Herz für's Handwerk hat, dem können wir nicht genug empfehlenDie Werkstatt, Meister Konrads Wochenzeitung. Die Nummer 16 hat folgenden Inhalt; Aus der Welt. Für die Werkstatt: Wie man gerade feilt. Lehrverträge macht man allemal schriftlich. Vom Submittiren. Sommerholz und Winterholz. Handwerker, die viel gehen oder stehen müssen. Beim Doctor. Allerhand Nützliches für den Handwerker. Für den Abendschoppen: Wie der Bauer Franz trotz einem Pfarrherrn dichtet. Wo's dem Handwerk eigentlich fehlt. Die Feilenhauer in alter Zeit. Ein alter Schneidermeister. Für Haus und Herd: Den Mund geöffnet. Gegen Rheumatismus. Für den Feierabend: Johann Noge, der Harnisch⸗ macher. Dynamit in der Schneiderwerkstatt. Eine Anekdote vom Kaiser Wilhelm.

Israelitischer Gottesdienst in Friedberg. Sabbathfeier vom 25. April 1885. Beginn: Freitag Abends 6 Uhr 35 Min. Samstag Morgens 8 Uhr. Samstag Nachmittags 4 Uhr. Sabbathausgang 8 Uhr Min. Wochengottesdienst von Sonntag den 26. April an Morgens 6 Uhr, Abends 7 Uhr 50 Min.(Omergebet.)

Montag den 27. April 1885: Selichoth.

Bekanntmachung.

In dem Firmenregister unterzeichneten Gerichts wurden vollzogen:

IJ. Eintragungen:

a. am 18. Februar 1885: der seitherige Inhaber des unter der FirmaFranz Megerle dahier betriebenen Lackfirniß Geschäfts ist gestorben und wird dasselbe nun⸗ mehr von dessen Wittwe Wally Megerle, geb. Meier, unter der seitherigen Firma fortbetrieben:

b. am 26. März: die FirmaB. K. Stern dahler, Mehl⸗ und Landesprodueten Handlung, ist auf August Stern daselbst ohne Activa und Passiva übergegangen und betreibt der letztere das Geschäft unter der Firma B. K. Stern Sohn fort;

o. am 27. März: das unter der FirmaC. Seriba's Buchhandlung dabier betriebene Geschäft, dessen seit; heriger Inhaber gestorben, ist auf Carl Sertba jun. zu Friedberg übergegangen und wird solches von diesem unter der seithertgen Firma fortgeführt;

d. am 15. April: das von Christian Werner dahier betriebene Geschäft, dessen Inhaber gestorben ist, wird von der Wittwe Karoline, geb. Witte, unter der seitherigen Firma fortgeführt.

II. Löschungen. Gelöscht wurden:

a. am 13. April die Firmen:

Christian Vogt in Friedberg, Georg Fr. Schweitzer daselbst, M. Maul daselbst,

Konrad Diehl II. daselbst,

Louts Schaab daselbst,

Karoline Anzer daselbst,

Wolf Isaae daselbst, Kaninchenzüchterei von A. von Zweidorff in Melbach, Heinrich Nanz in Frledberg, Wilhelm Sturmfels daselbst, Georg Wagner's Wittwe daselbst;

b. am 14. April die Flimen: J. C. Diehl II. in Friedberg, Andr. Carl Maul in Bruchenbrücken, Joel Simon in Nieder Florstadt, W. Philippi in Melbach, Joseph Reichenberg in Bruchenbrücken,

Johs. Waltz III. in Friedberg,

Fritz Hecht in Friedberg,

S. Butzbach's Wittwe daselbst,

L. Hirsch daselbst,

F. W. Nau daselbst,

B. Grödel daselbst,

J. C. Hagemann daselbst,

Philipp Adam Ritzel daselbst,

Wilhelm Bechstein daselbst,

Lazarus Eschborn daselbst,

H. J. Simon daselbst,

Mal& Oppenheimer daselbst,

Siegmund Simon daselbst,

Peter Moxter Wittwe in Assenheim,

Wilhelm Scheuner in Heldenbergen,

E. Freundlieb in Friedberg,

E. Garde Wittwe daselbst,

Karl Spamer daselbst,

G. H. Freundlieb& Cie. daselbst,

S. G. Katzenstein daselbst,

L. Goldmann daselbst,

Karl Bingmann daselbst,

Ph. Vitrtartus daselbst,

Heinrich Stöppler daselbst,

Karl Huppuch, daselbst,

S. Steinhäuser daselbst,

J. Feist auf der Halnaumühle bei Assenheim,

Hartmann Walz II. in Friedberg,

M. Bing daselbst,

Chr. Hecht daselbst,

Johs. Supp daselbst,

M. L. Goldmann daselbst,

K. F. Lang daselbst,

Louis Wetterhahn daselbst. Frledberg am 14. April 1885.

Großherzogliches Amtsgericht Friedberg. Herzverger. Hohensteln,

1506 Hülfsgerichtsschreiber.

Veilchen-Abfall-Seife, E Rosen-Abfall-Seife

Qualität empfiehlt à Packet(3 Stülek) Hofapotheker Görtz.

in vorzüglicher 40 Pf.

Betanntmachung.

Johannes Klyp von Ockstadt beabsichtigt in seiner Hofralthe zu Ockstadt eine Schlachtstätte zu errichten. Pläne und Beschrelbung liegen 14 Tage auf unserer Registratur zur Einsicht der Interessenten offen und sind etwaige Einwendungen in dieser Frist vorzubringen, widrigenfalls dieselben unberücksichtigt bleiben müssen.

Friedberg am 9. April 1885.

Großherzogliches Kreisamt Friedberg.

Eichenholzlieferung. Die Anlieferung eines Stammes Eichenholz von

7,2 m Länge und 75 em mittlerem Durchmesser soll auf dem Submissionswege vergeben werden. Die Anerbleten sind bis zum 29. d. Mts., Vormittags 10 Uhr, auf unserem Büreau versiegelt und mit der AufschriftEichenholz Lieferung versehen, zu übergeben. Die Bedingungen liegen daselbst zur Einsicht offen. Bad⸗Nauheim den 22. April 1885. Großherzogliches Salinen- und Bergamt Bad⸗Nauheim. 1507 Jäger.

Markt Verlegung.

Da der auf den Philipp⸗Jacobus Tag 1. Mai d. J. dahier abzuhaltende Krämermarkt auf einen Freitag fallen würde, so ist derselbe auf Montag den 4. und Dienstag den 5. Mai d. J. verlegt worden. Homburg v. d. H. den 16. April 1885. (Ag. 409.) Bürgermeister Amt. 1488 A. Schleußner.

Planirarbeit-Versteigerung. Frestag den 24. d. Mts., Nachmittags 2⅛ Uhr, soll

dahler auf hiesigem Rathhaus das Plansren der sog. [Renngaß oberhalb des Weihers, veranschlagt zu 140 M.,

oͤffentlich wenigstnehmend vergecordirt werden.

Bönstadt den 19. April 1885. Großherzogliche Bürgermeisteret Bönstadt.

1491 Geibel.