Ausgabe 
22.1.1885
 
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dern des Centrums unterstützter Antrag auf Abänderung der Gewerbeordnung gestellt wor den. Verlangt wird in denselben in erster Linie ein Befahigungsnachweis Seitens der Gewerbe treibenden; außerdem werden den Innungen durch Erweiterung der Bestimmungen des F. 100 e noch weitere wesentliche Rechte beigelegt.

20. Jan. Der dem Reichstage morgen zugehende Oechelhäuser'sche Boͤrsensteuer-Antrag ist von den Nationalliberalen dahin abgeändert worden, daß die Besteuerung nicht von 1000, sondern von 5000 Mark ab beginnt und die Steuer auch bei Geschäften von über 100,000 M. steigt und zwar für je 100,000 um 2 M.

Kiel, 19. Jan. Die alsbaldige Indienst stellung des PanzerschiffesBayern mit voller Besatzung(354 Mann) ist angeordnet worden. Außer demBayern wird sicherem Vernehmen nach demnächst noch ein anderes Panzerschiff in Dienst gestellt werden. Beide Schiffe werden Probefahrten unternehmen. Die Panzerschiffe Kronprinz undFriedrich Karl werden gegen wärtig mit Torpedo-Armirung versehen.

Ausland. Oesterreich-Ungarn. Der zum Attachs bei der Botschaft in Berlin ernannte Graf Andrassy, Sohn des früheren Ministers des Aeußern, hat sich auf seinen neuen Posten begeben.

Dem Abgeordnetenhause gingen Gesetz entwürfe gegen die gemeingefaͤhrlichen socla listischen Bestrebungen und gegen den gemein gefährlichen Gebrauch von Sprengstoffen zu. Ersterer betrifft Vereine, Versammlungen und Druckschriften socialistischer Tendenz und soll vorläufig nur eine Geltungsdauer von 5 Jahren haben. Die Hauptverhandlungen bei Anklagen erfolgen nach dem Gesetz über zeitweilige Ein stellung der Schwurgerichte. Das Gesetz über die Einstellung der Schwurgerichte in Wien,

Wien, 18. Jau.

die Antworten ihrer Regierungen auf die Vor schläge Englands bezüglich Egyptens überbracht.

DieTimes weist sehr entschieden die franzoͤsischen Gegenvorschläge zurück und glaubt, England koͤnne einen neuen Plan unterbreiten, wonach England eine Anleibe von 9 Million allein garantire und die Einnahmen aus der Datra- und Domänen-Verwaltung als Sicher heit nicht beanspruche. Dadurch würde natürlich die Betheiligung der übrigen Mächte an der Verwaltung Eayptens ausgeschlossen und die Auf hebung des Liquidationsgesetzes bedingt werden.

20. Jan. Ein Reuter'sches Telegramm aus Rom von gestern meldet: Der italienische Botschafter in London richtete vor etwa 14 Tagen an Granville ein Schreiben, worin er um die guten Dienste Englands bei der egyptischen Regierung behufs Abtretung Massauahs an Italien nachsuchte. Granville entsprach diesem Ersuchen durch einen Brief an Baring. Die egyptische Regierung lehnte jedoch das Verlangen Italiens ab, weil die Abtretung in Widerspruch stehe zu den Firmans des Sultans. Die Agenzia Stefani erklart diese Meldung jedoch

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für unbegründet.

Daily News erfahren, die australischen Regierungen hätten um weitere Information über den Zeitpunkt gebeten, an welchem das Colonial amt von der Absicht Deutschlands, Annexions politik in der Südsee zu verfolgen, Kenntniß erhielt. Die Colonien erhielten die Versicher ung, daß keine Abmachung zwischen der deutschen und englischen Regierung bestand.

Spanien. Madrid, 20. Jan. Deputirten kammer. Labra(Republikaner) interpellirte über die auswärtige Politik, insbesondere über die Stell ung Spaniens zu Deutschland und Italien und forderte eine kluge, weitsehende Politik. Canovas wies auf die Widersprüche in den Ausführungen Labra's hin. Derselbe fordere einerseits weit sebende Politik und tadele andererseits die hierzu

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Korneuburg und Wiener-Neustadt tritt außer erforderliche militärische Entwickelung Spaniens. Kraft. Das Sprengstoffgesetz ist dem englischen Ueber Deutschland sprach sich Canovas in der und deutschen nachgebildet. achtungsvollsten Weise aus. Gleichzeitig be

Luxemburg, 19. Jan. Einer Meldung stätigte er, daß zwischen Spanien und Italien aus dem Haag zufolge hat der König erklärt, herzliche Freundschaft bestehe. Spanien werde

er habe keinen Grund, die Demission des Mi- nisteriums anzunehmen. Dasselbe wird bleiben. 8 19. Jan. Der Präsident der Kammer benachrichtigt die Abgeordneten, daß in Folge der noch nicht ganz beseitigten Ministerkrisis keine Angelegenheit zur Berathung in öffentlicher Sitz- ung vorliege. Die Sitzungen sollen daher bis zur weiteren Einberufung ausgesetzt werden.

Frankreich. Paris. Die Bedenken, die von einer Seite gegen den französischen Vor schlag einer Collectivgarantie der egyptischen Anleihe erhoben worden, sind in den weiteren Auseinandersetzungen, in welchen es sich um die Präcisirung der Modalitäten der eventuellen Collectivgarantie handelte, wieder beseitigt wor den; doch fürchtet man englische Einwendungen gegen die im Falle der gemeinsamen Garantie unerläßliche gemeinsame Controle.

Monde dementirt die vomFigaro gebrachten Gerüchte von einem Bruche Frank reichs mit dem Vatican und hebt hervor, das nächste Consistorium sei speziell dazu anberaumt worden, die neuen französischen Bischöfe zu prä konistren.

20. Jan. Das JournalParis erklärt die gestrige Nachricht desTemps, daß der Kriegsminister einen Gesetzentwurf über Mobili sirung im kleinen Maßstabe vorzulegen beab sichtige, für unbegründet. Die Algierdampfer Bearn undProvence sind mit 2600 Mann für Tonkin in See gegangen.

Großbritannien. London, 19. Jan. Graf Münster hatte heute eine längere Unter redung mit Lord Granville. Nachmittags empfing Letzterer Fehmi Pascha, welcher ihm durch Mu surus Pascha vorgestellt wurde. Er conferirte darauf längere Zeit mit Fehmi. Nach der Unter redung des Grafen Münster mit Granville be gaben fich die Botschafter Rußlands und Oester

reichs zu Granville. Es heißt, dieselben hätten

dieselbe aufrechterhalten, weil sie in seinem Inte resse liege. Canovas lehnte es ab, auf die Fragen einzugehen, welche die Beziehungen zwischen Italien und der Curie betreffen. Spa nien wolle der Curie gegenüber seine Unab hängigkeit wahren, er wünsche aber auch in Spanien den Katholicismus und die Achtung vor der Religion zu erhalten. Das unpatriotische Bestreben der Opposition, Spanien mit den Mächten zu entzweien, werde erfolglos sein.

Italien. Rom, 19. Jan. Kammersitzung. Bei der Fortsetzung der Spezialberathung der Eisenbahn-Conventtonen beantragt Billia einfache Tagesordnung bezüglich aller die Sitze der Cen tralstellen und Betriebsdirectionen betreffenden Anträge. Depretis nimmt die Motion Billia's an und stellt die Cabinetsfrage. Unter nament licher Abstimmung wird die einfache Tagesord nung mit 158 gegen 88 Stimmen angenommen.

20. Jan. Die Deputirtenkammer ge nehmigte die Eisenbahnconventionen bis incl. Art. 6, welcher die Dauer der Verträge gemäß den Entwürfen der Regierung festsetzt.

Türkei. Konstantinopel. Der maritimen Expedition Italiens wird hier sehr mißtraut, da man von der Besorgniß nicht frei ist, daß man es mit ersten Schritten Italiens zu wei teren Festsetzungen in Afrika zu thun habe, und daß früher oder später die tripolitanische Frage actuell werden könnte.

Amerika. New-PVork, 18. Jan. Nach einem Telegramm aus Panama hat sich der in Columbia ausgebrochene Aufstand bereits auf fünf Staaten ausgedehnt. Die Auffständischen halten Barranquila besetzt. Die Stadt Cartha gena, deren sich die Aufständischen ebenfalls be mächtigt hatten, ist von den Regierungstruppen wieder erobert worden.

China. Shangai, 18. Jan. Ein Tele⸗ gramm derAgence Havas meldet, es seien

gestern(2 glaube, daß dieselben nach Futscheu gehen, um dort Truppen an Bord zu nehmen, und die Truppen dann in Formosa zu landen versuchen werden.

chinesische Schiffe ausgelaufen; man

Aus Stadt und Land.

Friedberg. Unseren Lesern machen wir die er⸗ freullche Mittheilung, daß Theaterdireetor Hermann in diesem Winter beretts am 1. Februar selne Vorstellungen auf unserem Casino Theater beginnen wird. Dle Gesell schaft spielte seither in Gießen, von wo dse günstigsten Berichte über dieselbe kommen. Das Repertoir ist ein gewähltes und umfaßt die neuesten und wirkungsvollsten Stücke. Möge nun unser kunstsinniges Publikum sich recht zahlreich durch Abonnements an dem Unternehmen bethelligen, damtt die Gesellschaft ihre Rechnung findet und den Muth behält, immer wieder zu uns zu kommen.

Frledberg, 21. Jan. In dem benachbarten Echzell soll gestern angeblich eine Persönlichkelt verhaftet worden sein, dle man für den Mörder des Polizeirath Rumpff hält. Näheres konnten wir noch nicht in Erfahrung bringen, wollten aber das Gerücht wenigstens erwähnen.

p. Wisselsheim. Der 17jährige Sohn des hiesigen Taglöhners Friedrich Seng wurde am 19. d. Mts., Abends gegen 6 Uhr, an der, namentlich bei der Eis glätte, lebensgefährlichen Stelle der sog. Landwehrhohl (Kreisstraße Bad-Nauheim Rödgen) von seinem mit Zuckerrübenschnitzeln beladenen Fuhrwerke auf dem Heim⸗ wege so unglücklich überfahren, daß er sofort als Leiche zu den Seinen gebracht werden mußte. Der Unglücks fall erregt hier die allgemeinste Theilnahme, zumal die armen Eltern nicht nur einen guten Sohn, sondern auch eine kräftige Stütze ihres Hauses entbehren müssen.

dh. Darmstadt. Zu Pfingsten d. J. findet dahter die 26. Allg. Deutsche Lehrerversammlung statt. Seit Jahren bieten diese großen Versammlungen Tausenden

von Lehrern einen Mittelpunkt, von welchem neue Anreg

ungen und erhöhte Berufsfreudigkeit auszugehen pflegen. Wie andere Städte in früheren Jahren, so wird auch Darmstadt Alles aufbieten, um seinen Gästen die Ver sammlungstage möglichst interessant und angenehm zu gestalten. Zum J. Vorsitzenden des vorbereitenden Aus schusses wurde einstimmig Oberbürgermeister Ohly ge wählt, ein um das hiesige Schulwesen und die ganze städtische Verwaltung hochverdtenter Beamter. Zur Be wältigung der umfassenden Vorbereitungen haben sich 9 Spezial-Ausschüsse gebildet, welche bereits in voller Thätigkeit sind. Durch den Verkehrsausschuß gingen Mitte Dezember Gesuche um Fahrvergünstigungen an alle Eisenbahn-Direetlonen Deutschlands und hoffen wir, frühzeitig genug recht günstige Resultate bekannt geben zu können. Namhafte Pädagogen und angesehene Schul- männer haben bereits zeitgemäße Referate zugesagt, mit anderen schweben noch die Verhandlungen. Eine Lehr mittel-Ausstellung, welche zuvörderst das hessische Schul wesen berücksichtigt, dann aber auch alle Neuheiten der verschtedenen Unterrichtsfächer zur Anschauung bringen soll, ist in Vorbereitung. Ueberhaupt berechtigen die seitherigen Veranstaltungen zu der Hoffnung, daß die Versammlungstage zu wahren Festtagen ausgestaltet werden und darf angesichts dessen und in anbetracht der äußerst günstigen Lage Darmstadt's gewiß auf zahlreiche Betheiligung der deutschen Lehrer gerechnet werden.

Allerlei.

Mannheim, 20. Jan. Im benachbarten Hocken heim wurde gestern ein Handwerksbursche verhaftet, der ohne Legitimations-Paplere war und behauptete, ein Schreiner zu sein. Bet seiner Verhaftung schoß er auf den Gendarmen und fand man bei dem Verhafteten Waffen, Patronen und viel Geld. Er machte nicht den Eindruck eines Handwerksburschen. Durch falsche An⸗ gaben machte er sich höchst verdächtig. Gutem Vernehmen nach ist es bereits festgestellt, daß der angebliche Schreiner geselle, an dessen innerer Handfläche sich eine etwa 8 Tage alte Schnittwunde befindet, sich vor 8 Tagen in Frank⸗ furt aufgehalten hat. Das Signalement des Mannes stimmt mit dem von der Criminalpolizei in Frankfurt mitgetheilten, als das des vermeintlichen Mörders des Poli⸗ zeiraths Rumpff, überein. Außer auf den verhaftenden Gendarmen schoß der Verhaftete auch auf zwei Bürger in Hockenheim.

Nürnberg, 15. Jan. Die hiesige Pollzei hat gestern einen Mann, der angeblich Neuville heißt, ver⸗ haftet. Derselbe verkaufte einem hiesigen Bankhaus 16 Stück lombardische Prioritäten à 500 Fres. um 4000 M. Die Papiere stammen aus dem am 3. Nov. 1881 in dem Wechselgeschäft M. Rodrigues, rue de la Paix in Paris, verübten großen Diebstahl, durch welchen etwa ½ Millton Fres. entwendet wurde.

Berlin. Von hler wird dem Reuter'schen Büreau gemeldet, daß Berichten aus Petersburg zufolge die Er⸗ mordung des Polizeiraths Ur. Rumpff aus Frankfurt jeit langer Zeit vorbereitet war und daß während der letzten Monate alle seine Bewegungen von dem Haupt- quartier der Anarchlsten überwacht wurden. Jede Einzel⸗ heit seiner Handlungen war sorgsam beobachtet worden, um dem Endzweck der Ermordung zu dienen. Es unter⸗ liege keinem Zweifel, daß der Mörder entkommen ist.

Berlin. Der amtliche Berliner Poltzeibericht vom 16. d. Mts. bringt folgende Notiz:In der Nacht zum 15. d. Mts. wurde einem höheren Beamten, als er seine mit ihm aus einer Gesellschaft heimkehrende Schwester nach deren Wohnung in der Bülowstraße begleitete und das Haus öffnete, von einem unbekannten Manne, wahrend dieser nach der Nummer des Hauses fragte und Antwort

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