russische Flotte die Dardanellen würde passiren lassen.
Schweden. Stockholm. Wie die schwedische, so trifft auch die norwegische Regierung Maß— regeln, um Norwegens Neutralität während eines eventuellen englisch-russischen Krieges zu wahren.
Belgien. Brüssel, 18. April.„Etoile belge“ meldet, das Cabinet habe beschlossen, am Dienstag den Kammern den Gesetzentwurf vor— zulegen, welcher den König zur Annahme der Souveränetät über den Congostaat ermächtigt. Die Majorität der beiden Kammern sei gewillt, dem Gesetzentwurfe zuzustimmen. Das„Mou— vement geographique“ meldet den Tod des Lieu— tenants Schultze, des Chefs der deutschen Congo— expedition.
Frankreich. Paris, 16. April. Sadi Carnot ist definitiv zum Finanzminister, Demole zum Arbeitsminister ernannt.
— 17. April. Die Agence Havas meldet: Es heißt, die jüngsten Nachrichten aus China ließen neue Zwischenfälle befürchten, in Folge der dem Admiral Courbet vom vorigen Mi— nisterium verspätet zugegangenen Weisung, For— mosa nicht zu räumen. Mehrere Abendzeitungen meinen, Frankreich solle als Compeusation für die Räumung Formosa's einstweilen die Fischer— inseln behalten.
— Die„Agence Havas“ meldet: Das Mi— ministerium des Auswärtigen ist amtlich beuach— richtigt worden, daß die„Pekinger Zeitung“ vom 13. d. Mts. ein vom 6. d. Mts. datirtes Deeret publicirt hat, in welchem die Convention von Tientsin genehmigt und den chinesischen Truppen die Räumung von Tonkin anbefohlen wird. Die Blokade von Formosa ist am 16. d. auf— gehoben worden.
— 18. April. Die gestrige Depesche des Generals Brière sagt: Im Laufe des vorher— gehenden Tages trafen chinesische Unterhändler bei den Vorposten zu Kep ein, um zu versichern, daß die Briefe des Generals Brière dem Chef— general nach Langson zugesandt worden seien. Am Abend constatirten französische Emissäre das Zurückgehen der Chinesen nach Norden. Vor Chu nichts Neues. General Briere fährt fort, die Piratenbanden von Sontay und Bachat zu unterdrücken.
Großbritannien. London, 17. April. Unterhaus. Aus mehrere an ihn gerichtete Fragen antwortet Gladstone: Aus weiteren Mittheil— ungen Lumsden's geht hervor, daß der Chef des russischen Stabes am 28. März zugab, er sei im Besitze der Thatsache von einem zwischen England und Rußland getroffenen Arrangement. Ein langes, chiffrirtes Telegramm von Lumsden, datirt vom 13. d. Mts., ist heute eingegangen.
Spanien. Madrid, 18. April. Das heute an der Pariser Börse verbreitete Gerücht von dem Ausbruch eines Militäraufstandes in Spanien, ist erfunden.
Serbien. Nisch, 17. April. Der König ist eingetroffen. Die Skupschtina hat heute ihre Arbeiten begonnen. Garaschanin verlas das Finanzexposé.
— Von den vorgeschlagenen Präsidentschafts— candidaten ernannte der König den früheren Finanzminister Pavlovics zum Präsidenten, Uros und Knezewics zu Vicepräsidenten.
Rumänien. Bukarest. Ein Gerücht, der Minister des Aeußern sei ins Ausland gereist, um ein Renteuaulehen zu öffentlichen Arbeiten zu nego— ciiren, wird als gänzlich unbegründet bezeichnet.
Rußland. Petersburg. Nach einem Tele— gramm der„Str. P.“ ist die kaiserliche Garde, im Falle eines Krieges mit England, zur Ver— theidigung der baltischen Küste ausersehen. Ihr Haupktquartier wird Riga sein. Die russische Division in Finnland im Vereine mit den finnischen Schützenbataillonen dürfte stark genug sein, einer englischen Landung zu begegnen; doch sollen die russischen Truppen dort noch erheblich verstärkt werden. Sweaborg wird stark befestigt.
— 17. April. Komaroff telegraphirt: Die Afghanen räumten sämmtliche Posten an den
Grenzen. Die russischen Wachtposten bezogen wieder ihre früheren Stellungen.
— Wie die„Nord. Telegraphenagentur“ meldet, schreitet die Ausrüstung der Kriegsschiffe in Kronstadt fort, und ist der Befehl gegeben worden, daß alle dortigen Kriegsschiffe sich be— reit halten sollen, in See zu gehen.
— 18. April. Dem Vernehmen nach hat der Kaiser das Reichsrathsgutachten sanctionirt, nach welchem in den Elementarschulen von Russisch-Polen die russische Sprache als Unter— richtssprache eingeführt wird, ausgenommen für den Religions-Unterricht der Angehörigen aus— ländischer Confessionen, mithin auch für den
katholischen Religions-Unterricht. Die Mutter— sprache bleibt Lehrgegenstand. „Standard“ meldet aus Tirpul vom
10. d. M.: Die Russen stellten, nachdem die Afghanen sich zerstreut, den Vormarsch ein und ziehen sich in ihre früheren Stellungen zurück. Komaroff hat Pendjeh verlassen.
Egypten. Kairo, 15. April. Soeben trifft hier die wichtige Meldung ein, daß El Obeid von dem Nebenbuhler des Mahdi einge— nommen wurde.
Australien. Melbourne. In sämmtlichen australischen Colonien werden im Hinblick auf den möglichen Ausbruch von Feindseligkeiten zwischen England und Rußland schleunige mili— tärische Vorbereitungen getroffen.
Aus Stadt und Land.
s. Friedberg. Die diesjährige Generalsersamm⸗ lung des„Allgemeinen Taubstummenvereins“ wird am 3. Mai, Morgens 11 Uhr in dem Vereinslocal(Restau ration Ulrich a. d. Bahn) abgehalten werden. Tages— ordnung: Rechenschaftsablage, Neuwahl des Vorstandes, Berathungen sonstiger Angelegenheiten des Vereins, Auf— nahme neuer Mitglieder. Nachmittags wird ein gemein— schaftliches Mittagessen stattfinden und nach demselben ein Spaziergang nach Bad Nauheim(Johannisberg) unternommen werden. Zu dieser Versammlung werden die Mitglieder, sowie alle Leidensgenossen freundlichst eingeladen. Der Verein hat einen dreifachen Zweck: . will er erwachsene Taubstumme zur geistigen Fort— bildung und sittlichen Belebung vereinigen; 2. Unter⸗ stützungen bei Krankheiten oder sonstiger unverschuldeter Bedürftigkeit und im Alter gewähren; 3. jedes Mitglied verpflichten, sich zum Fleiß, zur Sparsamkeit und zu einem geordneten, christlichen Leben, und Andere hierzu auch anzuhalten.
w Bad-Nauheim. Der am letzten Samstag Abend auf dem Teichhause dahler abgehaltene Commers des hiesigen Turnvereins war in Folge des prachtvollen Wetters recht zahlreich besucht. Nach dem Salamander auf das Vaterland folgte ein mit großem Enthusiasmus aufgenommenes Hoch auf Kaiser und Großherzog. Die Gesangsabtheilung des Turnvereins und die Feuerwehr- kapelle trugen in gewohnter, vortrefflicher Weise ihr Möglichstes zur Unterhaltung bei. Der eptra für diesen Abend von der Firma„Fritz Eurich zum Essighaus“ in Frankfurt a. M. gelieferte Gerstensaft war ausgezeichnet und trug nicht wenig zur Erhöhung der Stimmung bet.
h. Bruchenbrücken. Das diesjährige Sängerfest des Wetterauer Sängerbundes, verbunden mit dem 25jährigen Stiftungsfest des hiesigen Gesangvereins „Concordta“, wird nunmehr definitiv am 5. und 6. Juli d. J. dahier abgehalten. Die Vorbereitungen zu diesem Feste werden schon jetzt getroffen, um einen würdigen Verlauf desselben herbeizuführen. Auch wird der hiesige Gesangverein bemüht sein, den mitwirkenden Sängern sowohl, als auch den das Fest besuchenden Gästen den Aufenthalt so angenehm als möglich zu machen.
Allerlei.
Homburg. Da in den letzten Tagen in der Presse so vielfache Gerüchte colportirt worden sind, als ob Professor Schweninger Berlin den Rücken kehren und in Braunfels oder in Wiesbaden oder anderwärts eine große Heilanstalt errichten wolle, so wird wohl eine authentische Mittheilung hierüber erwünscht sein. Es sind allerdings dem Vorgenannten von verschtedenen anderen Selten derartige Offerten zugegangen, welche er indessen abgelehnt hat. Dagegen ist in unserer Stadt die Sache bereits so weit gediehen, daß von Professor Schweninger, welcher an eine Niederlegung seiner Professur nicht denkt, schon zu Pfingsten ein sog. Sanatorium dahier errichtet wird, in welches er namentlich alle an chronischen Ernährungsstörungen leidenden Kranken dirigiren wird, und er hat zu dessen Leitung schon eine hervorragende ärztliche Kraft aus München gewonnen. Professor Schweninger gedenkt selber nicht nur zeitweise diese An— stalt zu besuchen, sondern seine Ferlen regelmäßig im Interesse dieser Anstalt hier zuzubringen. Es ist nicht zu bezweifeln, daß dieses Unternehmen zur Hebung unseres Kurwesens wesentlich beitragen wird.
Karlsruhe, 17. April. Heute Nacht wurden in verbrecherischer Absicht Schwellen auf das Geleise der Karlsruhe-Durlacher Dampfbahn gelegt. Glücklicher—
weise hatte der Zug nur eine geringe Geschwindigkelt und nur die Locomotive entgleiste. Niemand wurde verletzt.
Verloosung.
Ungarische fl. 100 Loose von 1880. Serien⸗ und Gewinn-⸗Ziehung vom 15. April 1885. Heimzahlung am 1. October 1885. Serien: Nr. 213 456 497 756 1439 1641 1652 1797 1833 1910 1911 1946 2001 2429 2587 2917 3104 3187 3639 3757 3992 4635 4842 4858 4940 5000 5046 5140 5315 5408 5442 5700. Gewinne: S. 4842 Nr. 42 fl. 100000. S. 4858 Nr. 35 fl. 10000. S. 1439 Nr. 26 fl. 5000. S. 1439 Nr. 23, S. 3104 Nr. 18, S. 3187 Nr. 28, S. 3639 Nr., 28 à fl. 1000. S. 756 Nr. 15 8 lief Nr 27 32, S. 1833 Nr. 24. S. 1910 Nr. 7 9 21, S. 3104 Nr. 50. S. 3187 Nr. 50, S. 3639 Nr. 3, S. 4842 Nr. 9 34, S. 5408 Nr. 22 23 38 43, S. 5442 Nr. 18
43 a fl. 500. Auf alle übrigen in obitzen Serien ent⸗
haltenen und hier nicht aufgeführten Nummern entfällt der geringste Gewinn von fl. 144.
Handel und Verkehr.
Friedberg, 18. April. Buttermarkt. Butter kostete per Pfd. M. 0.85- 0.95, Eier 1 St. 5 Pf.
Gießen, 18. April. Auf dem heutigen Markt kostete Butter per Pfd. M. 0.85— 0.95, Eier 2 Stück 9—10 Pf., Käse per St. 4—8 Pf., Tauben per Paar M. 0.60 0.90, Hühner per Stück M. 1.40— 1.80, Hahnen per Stück M. 2.00—0.00, Enten per Stuck M. 2.00 2.50, Ochsenfleisch per Pfund 68 Pf., Kuh- und Rind- fleisch 56 60 Pf., Schweinefleisch 50—60 Pf., Hammel⸗ fleisch 64—70 Pf., Kalbfleisch 48—50 Pf., Kartoffeln per 100 Kilo M. 4.00 5.00, Zwiebeln per Ctr. M. 6.
Homburg, 18. April. Marktpreise. Kartoffeln per Malter M. 4— 4.50, per Gescheid 9 10 Pf., Eier per Stück 5, 6 und 7 Pf., Butter per Pfund 1. Qualität M. 1.10, 2. Qualität M. 1.00.
Frankfurt, 18. April. Wochenmarkt. Spargeln per Pfd. M. 1,20 1,40, engros an den Productlons— orten M. 1, Suppenspargeln per Pack zu 30 Pf. neue Rettige per Stück 16 Pf., Häuptersalat 15 Pf. per Haupt, kleiner ungeschlossener Salat zu 5 Pf., neue Gurken 70—80 Pf. Zwiebeln per Ctr. M. 6, per Ge⸗ scheid 20 Pf., Kartoffeln per Malter(200 Pfd.) M. 5, per Gescheid 10 Pf., Mäuschen rothe 20 Pf., gelbe 25 Pf., frische Malteser Kartoffeln per Ctr. M. 15, per Pfd. 20 Pf. Orangen per Hundert M. 7, Citronen M. 7. Die übrigen Gemüse und Obstsorten unverändert. Eier per Hundert: deutsche M. 4,50 bis 5,50, italtentsche M. 5,50— 6,50.
Frankfurt, 17. April. Buttermarkt. Für Butter wurde im Engroshandel bezahlt per Centner M. 90, im Kleinverkauf je nach Güte der Waare per Pfd. M. 1.10 1.20.— Heu- und Strohmarkt. Die Anfuhr belief sich auf ca. 50 Wagen und wurde bezahlt je nach Qual. per Ctr. für Heu M. 2.70 3.20, für Stroh M. 2.00— 2.40.
Literarisches.
Daheim Nr. 29 enthält: Souverän.(Forts.)— Vor der Scheibe. Gezeichnet von R. Knötel.— Hallalt. Gedicht von A. S. Groß v. Trochau. Mit Illustr.— Noch einmal die Heilsarmee. Von Th. H. Pantenius. — Odysseus. Eine Vogel- und Menschengeschichte von H. Seidel.— Wozu Pussel alles gut ist! Zeichnung nach dem Leben.— Onkel Bill. Aus den Erlebnissen eines Negersklaven. Mit Porträt.— Winterlandschaft. Gemälde von Remi van Hanen.— Am Familientisch: Die Nelkenliebhaberei.— Gesundheits rath.— In unserer
Spielecke. Mit zwei illustr. Beilagen. Repertoir⸗Entwurf der vereinigten Stadt Theater in Frankfurt. Opernhaus.
Dienstag den 31. Einmaliges Gastspiel des K. K. Kammer- sängers Herrn Secarla aus Wien: Der fliegende Holländer. Holländer: Herr Scaria.
Mittwoch den 22.: Geschlossen.
Donnerstag den 23.: Hochzeit des Figaro.
Freitag den 24.: Geschlossen.
Samstag den 25.: Afrikanerin.
Sonntag den 26.: Martha.
Schauspielhaus.
Dienstag den 21.: Die Widerspänstige. Hierauf: Zum ersten Male wiederholt: Die wilde Toni.
Mittwoch den 22.: Harold.
Donnerstag den 23.: Geschlossen.
Freitag den 24.: Viel Lärm um Nichts.
Samstag den 25. Zum ersten Male: In der Mark. Schauspiel in 5 Akten von Hans Hopfen.
Sonntag den 26.: Freund Fritz. Hierauf: Die wilde Toni.
Montag den 27. Zum ersten Male: Die verhängniß volle Correspondenz. Lustspiel in 1 Akt von Döring. Hierauf: Neu einstudirt: Fritzchen und Lieschen. Zum Schluß: Die wilde Tonk.
Dienstag den 28. Zum ersten Male wiederholt: In der Mark.
1469 Halbverdeck Wagen, leicht, solid, elegant, preiswürdig. Abbildung gratis. J. G. Rumpf, Eis. Hand 18, Frankfurt a. M.(7922.)
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