Ausgabe 
21.3.1885
 
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Jamstag den 21. März.

M 35.

Oberhessischer Anzeiger.

Wird hier und in Bad⸗Nauheim Montag, Mittwoch und Freitag Abend ausgegeben.

Kreisblatt für den Kreis Friedberg.

Erscheint dreimal wöchentlich und zwar Dienstag, Donnerstag und Samstag.

Die einspaltige Petitzeile wird bei Annoncen mit 11 Pf. berechnet, bei größerem Tabellen- oder Ziffersatz mit 14 Pf., bei Reelamen mit 22 Pf.; ein Beleg kostet 9 Pf. Annoncen von auswärtigen Einsendern(soweit Letztere nicht Jahresconto bei uns haben), welchen der Betrag nicht beigefügt ist, werden stets per Post nachgenommen.

Betreffend: Die gemeinschaftlichen

Ortskrankenkassen.

Amtlicher Theil.

Friedberg am 18. März 1885.

Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Vorstände der gemeinschaftlichen Ortskrankenkassen.

Es ist uns mitgetheilt worden, daß bei der Berechnung der monatlich zu erhebenden Beiträge der Monat mit 4 Wochen angenommen

wird.

Da bierdurch im Jahre die Beiträge von 4 Wochen verloren gehen, empfehlen wir Ihnen, daran festzuhalten, daß die in den Statuten wöchentlich fixirten Beiträge an jedem Samstag faͤllig werden und nur aus praktischen Gründen monatlich zu erheben sind.

Hat daher ein

Monat 4 Samstage, so sind 4 Wochenbeiträge am Ende des Monats abzuliefern, hat er dagegen 5 Samstage, so müssen 5 Wochenbeiträge

eingezahlt werden.

Auf diese Weise kann der Kasse ein Verlust nicht entstehen.

Dr. Braden.

Dienstnachrichten aus dem Kreise Friedberg.

Heinrich Urias Hilger von Weckesheim wurde als Feldgeschworener dieser Gemeinde ernannt und verpflichtet. Konrad Jakob Vetter von Burg⸗Graͤfenrode wurde als Polizeidiener dieser Gemeinde ernannt und verpflichtet. Anton Pie von Weckesheim wurde als Beischütze dieser Gemeinde ernannt und verpflichtet. Karl Höres von Baueruheim wurde als Fleischbeschauer dieser Gemeinde ernannt und verpflichtet. Wilhelm Hachenburger von Beienheim wurde als Fleischbeschauer dieser Gemeinde ernannt und verpflichtet.

Der Aufenthaltsort der Elisabethe Hilberg von der Etzelmühle bei Marburg ist unbekannt und zu ermitteln.

Ausschreiben.

Um Auskunft über den dermaligen Aufenthaltsort des Rochus Bräuning aus Dittlofeld, Kreis Hünfeld, zuletzt in Beienheim, wird ersucht.

Friedberg am 14. März 1885.

Ausschreiben.

Der Großherzogliche Amtsanwalt. Wagner.

Um Auskunft über den dermaligen Aufenthaltsort des Korbmachers Helurich Haßler von der Kröge bei Battenberg wird ersucht.

Friedberg am 16. Marz 1885.

Der Großberzogliche Amtsanwalt. Wagner.

Deutsches Reich.

Friedberg. Ein Theil des Comité's für die Bismarckspende in Berlin beabsichtigt dem Reichskanzler, entgegen der ersten Ankündigung und entgegen dem Willen der meisten Geber, ein persönliches Geschenk zu machen durch den Ankauf eines Gutes. Hiergegen wird von allen Seiten Einsprache erhoben und schreibt z. B.

die Magd. Ztg.:Gleichwie in Norddeutschland, jo ist man auch im Süden Deutschlands über das Vorhaben des Berliner Centralcomité's, die Bismarckspende, oder wenigstens einen Theil der

selben zum Ankauf eines für den Reichskanzler bestimmten Gutes zu verwenden, ganz entrüstet. Oberbürgermeister Lauter in Karlsruhe erklärt in derLandeszeitung:Die Gelder für die Bismarckspende würden zurückbehalten, da die badische Sammlung nur zu nationalen Zwecken bestimmt sei.

Darmstadt. Der zweite Assistenzarzt bei der Landes⸗Irrenanstalt, Dr. Wittich, wurde zum zweiten Arzte dieser Anstalt ernannt.

Der Kreisarzt des Kreisgesundheitsamts Offenbach Geh.⸗Medicinalrath Dr. Köhler wurde Zuf Nachsuchen, unter Anerkennung seiner Dienste, in den Ruhestand versetzt.

Militärdienstnachrichten. Kroll, Unteroff. vom Or., Feld- Art. Nat. Nr. 25 wurde zum Port. Fähnrich veförbert; v. Herff, Sek.⸗Lleut. von dems. Regt. in das Schles. Feld⸗Art.⸗Rgt. Nr. 6 versetzt; Wagner Hauptm. und Komp. ⸗Chef vom 3. Gr. Inf.⸗Rgt. Nr. 117, als Major der Abschied bewilligt; Fischer, Pr.-Lieut. der zandw.⸗Kav des 2. Bat. 4. Or. Landw.⸗Rgts. Nr. 118 ver Abschlen bewilligt; Wendt I., Proviantmstr. in Königsberg nach Darmstadt, Scherff, Proviantmstr. in Darmstabt nach Erfurt versetzt.

Derlin, 18. März. Reichstag. Im Reichslage and heute die Berathung der Holzzölle statt. Der Antrag der Commission mit den abschwächenden Anträgen Stiller, Grillenberger und Kröber wurde genehmigt. Für Rohholz von Buchsbaum wird mit 138 gegen 32 Stimmen eln Zellsatz von zehn Pfennig angenommen; uch für Cebern, Kokos, Ebenholz und Mahagoni der ämliche Saß beschlossen. Geschnittenes Erikaholz wird uf 25 Pfennig tarifirt. Außer den in ber Posttton 18 4 (sher schon als zollfrel bezeichneten Hölzern sind auch

Schleifholz, sowie Holz zur Cellulosefabrikation, nicht uͤber 1 Meter lang und nicht über 18 Centimeter stark, zollfrei. 19. März. Die Berathung der Holzzölle wird fortgesetzt bei PositionBau- und Nutzholz. Ueber den Commissionsantrag wird namentlich abgestimmt. Für denselben stimmen 144, gegen denselben 155 Abgeordnete. Nach diesem Antrage erhält die Position C folgende Fass ung: Bau- und Nutzholz: 1) rob oder lediglich in der Querrichtung mit der Axt oder Säge bearbeitet oder be waldrechtet, mit oder ohne Rinde; eichene Faßdauben: 100 Kg. M. 0,20 oder 1 Fm. M. 1,20. In der Richt ung der Längsaxe beschlagen oder auf anderem Wege als durch Bewaldrechtung vorgearbeitet oder zerkleinert; Faß⸗ dauben, welche nicht unter 1 fallen, ungeschälte Korb weide, Reifenstäbe, Naben, Felgen und Speichen: 400 Kg. M. 0,40 oder 1 Fm. M. 2,40.

18. März. Die Vörsensteuercommission hat heute die zweite Lesung beendet und den Rest des Entwurfs mit wenigen Abänderungen angenommen. Die wichtigste derselben ist, daß Prolongationen von Kostgeschäften für abgabe pflichtig erklart werden. Das Gesezz soll am 1. October in Kraft treten. Die Zolltarif Commission hat alle Anträge auf Erhöhung des Raps ⸗Zolles und demzufolge auch die Anträge auf Erhöhung der Oel-Zölle abgelehnt.

20. Marz. Der Prinz von Wales, Prinz Albert Victor und der Herzog von Edin burgh sind heute hier eingetroffen und wurden

vom Kronprinzenpaar und den Mitgliedern den britischen Botschaft am Centralbahnhof empfangen.

Göttingen, 16. März. Heute wurde in dem benachbarten Dorfe Angerstein der Maler Lindemann wegen anarchistischer Umtriebe ver haftet. Gleichzeitig soll gegen den Maler Sommer ebenfalls aus Angerstein, seit Kurzem in Ham burg beschäftigt aus demselben Grunde ein Verhaftsbefehl erlassen worden sein. Sommer hat drei Jahre in der Schweiz gelebt.

Hamburg. DieHamburgische

35 Börsen halle erfährt aus London, von einem in Lagos etablirten hiesigen Hause wären große Land striche östlich und nördlich von Lagos er worben worden.

Ausland.

Frankreich. Paris. Das JournalParis berichtigt die gestrige Nachricht bezüglich des Anerbietens Deutschlands; dagegen wird mehr seitig bestätigt, daß das franzoͤsische Cabinet, durch China wegen seiner Friedensbedingungen sondirt, geantwortet habe, es verlange nur die loyale Ausführung des Vertrages von Tientsin. 19. März. Die Kammer begann mit der Berathung des Antrages wegen Widerein⸗ führung des Listenserutiniums. Der Senat trat in die Berathung der Getreidezoͤlle ein.

Großbritannien. London, 17. März. Unterhaus. Gladstone theilt bezüglich der af ghanischen Angelegenheit mit, daß der russische Minister Giers erklärte, es seien strikte Befehle an die russischen Offiziere an der Grenze Af ghanistans gesandt, durch jedes Mittel einen Conflikt oder eine Aufreizung zum Conflikt zu vermeiden.

Schweiz. Bern. Der Bundesrath hat der Most'schenFreiheit den Postdebit entzogen.

Dänemark. Kopenhagen, 18. März. Der Folkething genehmigte mit 76 gegen 16 Stimmen die Adresse der Linken. Morgen wird eine Gegenadresse im Landsthing eingebracht.

Italien. Rom, 17. März. Deputirten⸗ kammer. In Beantwortung der Interpellationen betreffs der Colonialpolitik erklärte Minister Maneini: Er werde die Actenstücke betreffs der Berliner Conferenz vorlegen. Die Politik der Regierung hielt daran fest, den europäischen Charakter der egyptischen Frage zu betonen. Im Jahre 1882 war die Regierung nicht abge neigt, sich an einer gemeinsamen Intervention zu betheiligen. Am Rothen Meere trieb Italien wesentlich italienische Politik unter Berücksichtig ung der durch die Tripel-Allianz ihm aufer legten Verpflichtungen. Die Beziehungen Italiens

ma

und Englands seien sehr herzlicher Natur. Der Fall Khartums war nicht der geeignete Moment, England die Mitwirkung Italiens anzubieten,