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scheiden, wenn man sie nicht in allzu großer Nähe nebeneinander hält. Das entscheidendste Merkmal zum Erkennen des ächten Edelsteins ist seine Härte, obwohl selbst diese Eigenschaft neuerdings mit ziemlichem Erfolge nachgeahmt worden ist. Des Ausdruckes„Härte“ bedienen sich der Juwelier und Mineralog zur Bezeich— nung der Fähigkeit, mit dem einen Stein einen andern ritzen zu können; man hat darunter nicht das Vermögen zu verstehen, einem Schlage zu widerstehen, denn manche krystallinischen Steine von großer Härte sind ebenfalls leicht zu zer— trümmern. Der Diamant z. B. ritzt zwar jeden anderen Stein, kann aber leichter zerschlagen
werden, als viele andere Steine von geringerer Härte. Nach dem Diamant kommen in der
Härte der Rubin und der Saphir als die nächst harten; dann die Smaragde, Topase, Berg— krystalle und endlich eine Menge anderer Steine, sowie Glasflüsse und künstliche Edelsteine. Die Nachahmung der natürlichen Edelsteine mittelst verschiedener Silikate und Oxyde hat bereits einen hohen Grad von Vollkommenheit erreicht und dieser scharfsinnige Industriezweig muß über kurz oder lang den Handel des Juweliers mit wirklichen, ächten Edelsteinen wesentlich beein— trächtigen. Man kann bereits einen hübschen, künstlichen Diamanten um 4—5 Mark kaufen und die Nachahmung des Rubins und Smaragds ist noch leichter und erfolgreicher, als die des Diamants. Durch sorgfältige Wahl der zu— sammenzuschmelzenden Substanzen, durch guten, wirksamen Schluff und fleißige, kunstreiche Fassung, ist man jetzt im Stande, den Glanz, die Farbe, das Feuer und das Wasser der ächten Edelsteine auf künstlichem Wege nahe zu erreichen— wenigstens für das Auge des Laien. Die chemische Analyse zeigt, daß der Saphir eine Thonerde ist, wie der Diamant reiner Kohlen stoff; allein sie erklärt seine Farbe nicht, welche angeblich nur von einer optischen Wirkung her⸗ rührt und nur von einer eigenthümlichen An— ordnung der Moleküle abhangt. Der Saphir besitzt jene besondere Eigenschaft, welche man Dichroismus nennt, nämlich, daß er in 2 Farben, roth und blau, schillert. In einem gutgeschlif— fenen Steine erscheint oft ein rothes Kreuz in dem blauen Saphir. Der Rubin besteht ebenfalls aus reiner Thonerde und seine lebhaft rothe Farbe wird, wie die blaue des Saphirs, von Einigen nur für eine eigenthümliche, optische Wirkung gehalten. In der That ist noch keine chemische Analyse im Stande gewesen, die rothe Farbe des Rubins, oder die blaue des Saphirs ganz befriedigend zu erklären; denn reine Thon— erde(Aluminium⸗Oxyd) ist ganz wa und der Saphir zeigt, wie wir gesehen haben, 2 Farben. Zwei französische Chemiker, Fremy und Feil, haben künstliche Rubine und Saphire hergestellt und ihr Verfahren ist hauptsächlich durch die Thatsache interessant, daß ihre künstlichen Steine wesentlich die chemische Zusammensetzung der ächten besitzen. Um dies zu bewerkstelligen, wurden gleiche Mengen von Thonerde und Mennige in einem irdenen Tigel bis zu einer Rothglühhitze erhitzt und dadurch ein Glasfluß gebildet, welcher aus kieselsaurem Blei und Kry— stallen von weißem Korunde besteht. Um diesen Korund in künstlichen Rubin umzuwandeln, muß er mit ungefähr zwei Prozent doppeltchromsauren Kalis geschmolzen werden; will man aber künst— lichen Saphir erhalten, so muß ein wenig Kobaltoxyd und ein sehr kleiner Theil doppelt— chromsauren Kalis beigesetzt werden. Die auf diese Weise hergestellten Steine besitzen min— destens nahezu die Härte der ächten Steine; denn sie ritzen sowohl Ouarz, als Topas. Die
franzoͤsische Paste, welche den Diamant so genau
nachahmt, ist eine eigenthümliche Art von Glas, deren Fabrikation schon vor etlichen und fünfzig Jahren von Donault-Wieland in Paris zu einem hohen Grade von Vollkommenheit gebracht worden ist. Die feinste Qualität von Paste erfordert
außerordentliche Sorgfalt in der Wahl der Materlalien und im Schmelzen u. s. w. Die
Basis derselben in der Hand des eben erwähnten
.
Fabrikanten war gepulverter Quarz oder Berg— krystall, welchem er in bestimmten Mengeverhält— nissen Mennige, reines kohlensaures Kali, etwas Borsäure und weißen Arsenik zusetzte. Das auf diese Weise erzielte Produkt war ungemein schön, aber ziemlich theuer im Verhältnisse zu den Preisen, womit gegenwärtig künstliche Diamanten bezahlt werden, ist aber an Glanz und Wasser niemals übertroffen worden. In den letzten Jahren aber haben die größere Reinheit des verwandten Kalis und der Mennige, die man anwendete und die Verbesserungen in den Oefen und der Beheizung derselben sehr beigetragen, den Preis der künstlichen Diamanten zu ermäßigen und denselben eine Härte zu geben, welche ihnen den schönsten Schliff sichert.
Handel und Verkehr.
Friedberg, 18. Aug. Fruchtbericht. Watzen M. 16.75 bis 17., Korn M. 15.00, Gerste M. 15.— 16.00, Hafer
M. 13.50— 14.50. Alle Preise verstehen sich auf 100 Ko. = 200 Zollpfund.
Friedberg, 19. Aug. Buttermarkt. Butter kostete per Pfd. M. 0.95— 1.10, Eier 1 St. 6 Pf.
Butzbach, 15. August. Wochenmarkt. Butter kostete per Pfund M. 0. 95— 100, Käse per Pfd. 45—46 Pf., Eier 2 Stück 11 Pf.
Gießen, 18. August. Auf dem beutigen Markt kostete
Butter per Pfd. M. Käse per St. 4— 9 Pf.
0.90—0.00, Eier 1 St. 5—6 Pf., Tauben per Paar M. 0.50—0. 60,
Hühner per Stück M. 0.90 1.50, Hahnen per Stück M. 0.50—0.75, Enten per Stück M. 1.20— 1.60, Ochsenfleisch per Pfund 68 Pf., Kuh- und Rind
fleisch 56 60 Pf., Schweinefleisch 50—60 Pf., Hammel⸗ fleisch 64-70 Pf., Kalbfleisch 48—50 Pf., Kartoffeln per 100 Kilo M. 4.50 6.00, Zwiebeln per Ctr. M. 5.00 bis 6.00.
Grünberg, 15. Aug. Korn M. 14.30, Samen M. 20.80.
Frankfurt, 17. Aug. Nr. 0 M. 32.—33., Nr.
Fruchtpreise. Gerste M. 14.00,
Waizen M. 16.70, Hafer M. 12.60,
Fruchtbericht. Hiesiges Mehl 1 M. 26.50— 27.50, Nr. 2 M. 25.—26., Nr. 3 M. 23.—24., Nr. 4 M. 16.50— 17.50, Nr. 5. M. 15.50 16.50, Milchbrod⸗ und Brod⸗ mehl im Verband M. 50.—52., norddeutsches und west— fälisches Weizenmehl 00 M. 23.— 23.25. Roggenmehl Nr. 0(Berliner Marke) M. 24.— 24.50, do. 0/1 M. 22 — 22.50, do. 1 do. M. 20.50—21., do. 2 do. M. 17.25 — 17.50. Weizen ab unserer Umgegend M. 16.75— 17. do. frei ab Bahnhof hier M. 17.25, do, fremder je nach Qual. M. 17.75— 18.50. Roggen hiesiger neuer M. 14.75 — 15. Gerste, Brauerwaare neue M. 16.50- 17.50, do. zu Mahlzwecken M. 12. Hafer, je nach Qual., alter M. 13.50— 15.50, do. neuer M. 13.50. Naps M. 23. — 23.25. Mais, bunter(mixed) M. 12. Roggenkleie M. 5.—5.25, Weizenkleie M. 4.25—4.50. Rüböl im Detail M. 52.—53. Stimmung fest. Die Preise ver stehen sich sämmtlich per 100 Ko.
Frankfurt, 17. Ang. Viehmarkt. Der heutige Viehmarkt war mit 459 Ochsen, 21 Bullen, 434 Kühen, Stieren und Rindern, 272 Kälbern, 32 Haͤmmeln und 104 Schweinen ben Die Prelse stellten sich wie folgt: Ochsen 1. Qual. pro 100 Pfd. Schlachtgewicht M. 66.—68., 2. Qual. M. 60.— 64., Bullen 1. Qual M. 48.—50., 2. Qual. M. 38.—42., Kühe, Stiere und Ninder 1. Jus M. 54.—56., 2. Qual. M. 42.—48., Kälber 1. Qual. pro Pfd. Schlachtgewicht 6365 Pf., 2. Qual. 505.35 Pf., Hämmel 1. Qual. 52—54 Pf. 2. Qual. 48— 50 Pf., Schweine, inländische 60-64 Pf.
Brodpreise vom 16. Angust bis 1. September.
Nach eigener Angabe der Bäcker.
Für Friedberg, Bad-Nauheim und Butzbach unverändert.
Fleisch⸗ ꝛc. Preise vom 16. August bis 1. Sept. Nach eigener Angabe der Metzger.
Friedberg, Bad-Nauheim und Butzbach
unverändert.
Aufruf.
Am 13. d. Mts. brach während der Mittagsstunden bei starkem Sturm in dem eine Stunde von hier ent— fernten Fillaldorf Appenrod eine Feuersbrunst aus, die in wenigen Stunden fast die Hälfte des Orts zerstorte; 46 Gebäude, darunter Kirche und Schule, sind Trümmer und Asche; 30 Familien sind obdachlos, ein großer Theil der Erndte ist zerstört, ½ der Abgebrannten ist gar nicht, viele sind nur gering versichert und bet der rasen— den Geschwindigkeit, womit das Feuer um sich griff, haben viele nur das nackte Leben gerettet. Dazu kommt, daß bel der vorgeschrittenen Jahreszelt und bei den ländlichen Verhältnissen die Noth im Winter sich doppelt fühlbar machen und durch die unausbleiblich lang an— dauernde tlefe Störung in der Wirthschaft eine länger anhaltende Schädigung der überdies sehr mittelmäßigen Verhältnisse herbeigeführt werden wird. Schnellste Hülfe thut noth. Wer schnell gibt, gibt doppelt.
Gütige Gaben zur Linderung der Noth nimmt ent— gegen der Rechner des Comité's, der mitunterzeichnete
Für
„12851
Stadtrechner Repp in Homberg a, d. Ohm; auch hat
sich der mitunterzeichnete Freiherr Schenck zu Schwelns⸗ ber⸗Wälders haufen berest erklärt, Gaben in Empfang zu nehmen.
Homberg a. d. Ohm, im Kreise Alsfeld, Groß⸗
herzogthum Hessen, den 15. August 1885.
Das Unterstützungs⸗Comité: Rübsamen, Oberamtsnchter. Buchinger, Amtmann. Dieffenbach, Pfarrer. Wolf, Bürgermeister. Freiherr Schenck zu Schweinsberg⸗Wäldershausen, Großherzoglicher Kammerherr. Pfannstiel, Landtagsabgeordneter. Dr. Vogel, prakt. Arzt. K. Münch, Rentner. W. Engel, Postverwalter a. D. und Kreisausschuß mitglied. Höfling, Gerichtsschreiber. Schildwächter, Bürgermeister. J. Engel, Ortsgerichts-Vorsteher. G. Repp III., Bier⸗ brauer. G. Repp IV., Stadtrechner. Schnabel, Post⸗
verwalter.
Die Expeditlon des Oberhessischen An⸗ zeigers ist gerne bereit, Gaben in Empfang zu nehmen und weiter zu befördern.
Bereits gingen ein: Schäfer, Blinden-Anstalt, 3 M.
Von Direktor der
Wasserwärme der Usa. 18. August Abends 13 Grad Reaumur. 19. August Mittags 13 Grad Reaumur. Walter.
Geld ⸗ Cours.
Frankfurt, am 18. August 1885.
Geber. Nehmer.
M. Pf. M. Pf.
20-Frankenstücke 1 do. in ½. 16. 19 16. 15 Englische Sovereings 20. 32 20. 28 Russische Jubel 16. 72 16. 68 Ducaten. 9. 60 9. 55 al mare, 9. 62 Dollars in Gold. 11
Jsraelitischer Gottesdienst in Friedberg.
Sabbathfeier vom 22. August 1885. Beginn: Freitag Abends 6 Uhr 20 Min. Samstag Morgens 8 Uhr. Samstag Nachmittags 4 Uhr. Sabbathausgang 7 Uhr 55 Min. Wochengottesdienst von Sonntag den 23.
August an Morgens 6 Uhr, Abends 7 Uhr 30 Min.
2003 Halbberdeck⸗Wagen, leicht, sol., eleg., preisw. Abb. grat. J. 6. Rumpf, Eis. Hand 18, Frankfurt a. M.(9243.)
Versteigerungs⸗Anzeige.
Donnerstag den 20. August J. J., Vormittags 9 Uhr beginnend, werden in dem Gemeindepfandlokale zu Ober— Mörlen folgende Mobilien:
2 Pferde, eine Quantität Heu, 1 Hausirwagen,
1 Oekonomiewagen, 2 Kleiderschränke, 1 Commode,
6 Stühle, 3 Tische, 1 Regulator, 1 Schlitten,
Kaffeebrenner, 1 Deeimalwaage, ca. 8000 Cigarren,
2 Ballen Reis, 1 Kiste Seife, 1 Faß Rüböl, 1 voll⸗ ständige Laden Einrichtung, ferner sämmtliche zur Conecursmasse des Jakob Hahn von Ober-Mörlen gehörigen Waarenvorräthe, Geschäfts⸗ utensilien und Hausgeräthschaften einer zwangsweisen Versteigerung gegen Baarzahlung ausgesetzt.
Bad⸗ Nauheim den 14. August 1885.
Weitzel, Gerichtsvollzleber.
Uiddaer Herbstmarkt.
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Auf den am 7. September l. J. abgehalten werden- den Vieh⸗ und Rrämermarkt erlaubt man sich das Handel treibende Publikum aufmerksam zu machen.
Nidda im August 1888. 2872
Das Markt⸗Comits.
Grummetgrasversteigerung.
Mittwoch den 26. August, Vormittags 9 Uhr, soll das der Gemeinde Heldenbergen gehörige Grummetgras von eirea 200 Morgen Wlesen in einzelnen Abtheilungen an Ort und Stelle meistbietend versteigert werden.
Heldenbergen den 18. August 1885.
Großherzogliche Se Heldenbergen. d
2871 Schäfer, Beigeordneter.
irnen-Verst Birnen-Versteigerung. Freitag den 21. d. Mts., Nachmittags 8 Uhr, sollen eirea 10 Bäume Birnen öffentlich verstesgert werden. Die Zusammenkunft ist am Neuthor. Friedberg den 19. August 1885. Großherzogliche e ert Friedberg. N B.:
2868 Neuß, 88
Ein steinernes Kaminthürgestell
(Um 25 em hoch, 87 om breit) mit eiserner Thur, sowle ein sehr guter Werner'scher Kochofen zu verkaufen. Kalserstraße Nr. 77. 2696


