„Vergütung für kirchliche Dienste.
Deutsches Reich.
Darmstadt. Die erste Kammer ist auf den 23. März zur Berathung des Hauptstaats— Voranschlags 1885/88 einberufen. Auch die zweite Kammer wird in der nächsten Woche zusammentreten, um über etwaige Meinungs- verschiedenheiten zwischen den beiden Kammern und über das Finanz- und Gemeindeumlagen— Gesetz zu beschließen.
— Das Regierungsblakt, Beilage Nr. 4, enthält:
J. Bekanntmachung, die in den Provinzen Starken burg und Oberbessen legalisirten Grundbücher betr.
1I. Verzeichniß der Vorlesungen, Uebungen und Praktika, welche im Sommersemester 1885 an der tech— nischen Hochschule zu Darmstadt gehalten werden.
III. Ordensverleihungen.
IV. Namensveränderungen.
V. Dienstnachrichten. Es wurde: der auf die evang. Pfarrstelle zu Altenschlirf präs. Pfarramts⸗Cand. Clotz aus Hausen, der auf die evang. Pfarrstelle zu Nieder— Wöllstadt präs. Pfarrer Bernbeck zu Höchst a. d. N. bestätigt; die Ernennung des Architekten Berdelle aus Mainz zum Architekten des Centralbureaus der Hess. Ludw.⸗Eisenb.⸗Gesellschaft bestätigt; dem evang. Pfarrer Schneider zu Limbach die Pfarrstelle zu Neckar⸗Steinach übertragen; dem Schulamtsasp. Bisch aus Wörrstadt eine Lehrerstelle zu Heidesheim, dem Schulamtsasp. Michel aus Sörgenloch eine Lehrerstelle zu Klein-Welz— heim, dem Schulamtsasp. Magsaam ans Groß Umstadt eine Lehrerstelle zu Wimpfen a. B., dem Schulamtsasp. Sturmfels aus Semd eine Lehrerstelle zu Neu-Isenburg, dem Schulamtsasp. Wollemer aus Astheim eine Lehrer— stelle zu Lorsch, dem Schullehrer Hartnagel zu Unter Flockenbach eine Lehrerstelle zu Viernheim, dem Schul— lehrer Rau zu Wahlen die Lehrerstelle zu Lindenstruth, dem Schulamtsasp. Stock aus Altenschlirf die Lehrer— stelle zu Rixfeld, dem Schulamtsasp. Lutz aus Erbes⸗ Buͤdesheim eine Lehrerstelle zu Wonsheim, der Schul— amtsaspirantin Bauer aus Seligenstadt eine Lehrerinnen— stelle zu Klein⸗Krotzenburg, dem Schulamtsasp. Rabenau aus Alt⸗Buseck die Lehrerstelle zu Schlechtenwegen, dem Schullehrer Ziegler zu Geilshausen eine Lehrerstelle zu Allendorf a. d. L., dem Schulamtsas. Orschied aus Stein⸗Bockenheim eine Lebrerstelle zu Siefersheim über— tragen; der auf die Lehrerstelle zu Glauberg präs. Schul⸗ amtsasp. Zimmer aus Nieder Weisel bestätigt.
VI. Ruhestandsversetzungen. Es wurde: der evang. Pfarrer Göhrs zu Wixhausen auf Nachsuchen, der Schul lehrer Storck zu Hetzbach auf Nachsuchen, der Schul— lehrer Schweizer zu Mörlenbach auf Nachsuchen, unter Anerkennung seiner Dienste, der Schullehrer Quetsch zu Osthofen auf Nachsuchen, der Schullehrer Mahr zu Nierstein auf Nachsuchen in den Rubestand versetzt.
VII. Konkurrenzeröffnungen. Erledigt sind: eine Lehrerstelle zu Gadernheim, Gehalt 900 M. Dem Grafen zu Erbach⸗Schönberg steht das Präsentationsrecht zu. Eine Lehrerstelle zu Angersbach, Geh. 900 M. und 38 M. Eine Lehrerstelle zu Köddingen, Geh. 900 M. Eine Lehrerstelle zu Rothen— berg, Geh. 900 M. Dem Grafen zu Erbach-Fürstenau steht das Präsentationsrecht zu. Die Lehrerstelle zu Dintes heim, Geh. 900 M. Eine Lehrerstelle zu Rockenberg, Geh. 900 M. Dem kath. Pfarrer und dem Gemeinde— rath steht das Präsentationsrecht zu. Eine Lehrerstelle zu Villingen, Geh. 900 M.
VII. Sterbefälle. Gestorben sind: der Revisor Spamer zu Darmstadt; der Steuerrath Repp zu Dieburg; der Forstwart Werner zu Jugenheim; der Forstwart Gambs zu Richen; der Landgerichtsrath Haller zu Gießen; der Kreisassessor Dr. Momberger; der Oberrechnungs-Kanzlist Hecht zu Darmstadt; der Schullehrer Würth zu Dexheim.
Berlin, 16. März. Im Reichstage fand heute die Fortsetzung der zweiten Berathung der Dampfersub— ventionsvorlage statt und wurde schließlich die Sub— ventlonirung der Dampfer⸗Linie nach Australten mit 170 gegen 159 Stimmen bei namentlicher Abstimmung angenommen, die Subvention für die afrikanische Linie jedoch mit 166 gegen 157 Stimmen abgelehnt. Gegen die ostasiatische Linie, als mit der Colonialfrage außer Zusam— menhang stehend, war bekanntlich von keiner Seite Wider— spruch erhoben worden. Außerdem wurde für die Zweig⸗ linie Brindisi⸗Alexandrien eine Subvention von 100,000 M. bewilligt. Daß dieser erfreuliche Erfolg sehr wesentlich dem Eintreten des Reichskanzlers für die Vorlage zu ver— danken ist, liegt auf der Hand.— 17. März. Vor Ein⸗ tritt in die Tagesordnung wird ein Schreiben des Reichs—⸗ kanzlers verlesen, worin derselbe erklärt: Die gestrige persönliche Bemerkung Jazdzewski's enthalte thatsächliche Unwahrheiten. Richter protestirt dagegen, daß aus diesem der Geschäftsordnung widersprechenden Vorgehen des Reichskanzlers ein Präcedenz entnommen werde. Staats sekretär v. Bötticher hält das Vorgehen des Reichskanzlers für ein durchaus gerechtfertigtes. In der fortgesetzten Berathung der Dampfersubventlons⸗ Vorlage wird zu Punkt 1 und 3 der Anlage dem An⸗ trage Hammacher gemäß festgesetzt, daß die Fahrt auf den beiden Hauptlinien in Zeitabschnitten von längstens 4 Wochen stattfindet und die Fahrgeschwindigkeit durch⸗ schnittlich mindestens 11½ Knoten betragen soll. Die 88.2 und 3 der Regierungsvorlage, sowie die Einleitung und Ueberschrift werden nach den Commissionsbeschlüssen in zweiter Lesung genehmigt. Ebenso genehmigt das Haus ohne Debatte den Beschluß des Bundes raths, Anlagen zur Destillation oder Verarbeitung von Theer und Theer— wasser in das Verzeichniß der genehmigungspflichtigen
gewerblichen Anlagen aufzunehmen. Der Gesetzentwurf, betr. den Schutz des zur Anfertigung von Reichseassen⸗ scheinen verwendeten Papiers gegen Nachahmung, wird auf den Antrag Strombeck an eine Commission ver— wiesen. Die zweite Berathung der Zolltartfnovelle wird bei Position 1 der Nr. 5 der Vorlage fortgesetzt. Nach dem Antrage der freien wirthschaftlichen Vereinigung soll Gemüse mit Ausnahme von Kraut(Kopfkohl) mit 5 M. verzollt werden. Nach der Regierungs Vorlage sollen Gemüse zollfrei sein. Abg Lucius beantragt, Gemüͤse überhaupt mit 5 M., Kohl mit 2 M. zu ver— zollen. Dieser Antrag, sowie sämmtliche anderen Fass— ungen werden abgelehnt. Gemüse bleibt also zollfrei.
— 17. März. Die Börsensteuer-Commision hat die Berathung des Tarifs heute beendet. Die Steuer für alle börsenmäßigen Waarenge— schäfte wurde auf ½0 pro Mille erhöht, alle übrigen Waarengeschäfte bleiben frei. Die Steuer für börsenmäßige Papiere wurde bei 7ô0 belassen.
— Den neuen deutschen Besitzungen an der Nordküste Neu-Guineas ist jetzt auch, wie der „K. Z.“ von hier berichtet wird, ein amtlicher Name beigelegt. Kaiser Wilhelm hat auf die Bitte der Besitzergreifer genehmigt, daß das deutsche Schutzgebiet auf der Nordküste von Neu-Guinea „Kaiser-Wilhelms-Land“ genannt werde. Gleich— zeitig hat er gestattet, daß die dem neu ent— deckten Hafen nordwestlich von Port Constantin und einer Bucht in der Nähe davon vorläufig gegebenen Namen„Friedrich Wilhelms-Haven“ und„Prinz Heinrichs-Haven“ beibehalten werden.
— Die„Nordd. Allg. Zeitung.“, auf die römischen Meldungen polnischer Blätter über die Einwendungen gegen die Ernennung Wan— jura's zum Erzbischof von Posen hinweisend, sagt, dieselben würfen ein charakteristisches Licht auf die Erwägungen des Vaticans bei der Be— setzung des Posener Erzbisthums. Wanjura werde als ungeeignet bezeichnet, weil er bürger— lich sei, und nur ein Mitglied des polnischen Adels solle Erzbischof werden können. Dem— nach werde zweifellos die Besetzung des Posener Erzbisthums vom Vatican nicht mit Rücksicht auf die moralischen und religiösen Bedürfnisse der Erzdiöcese, sondern als politische Angelegen— heit behandelt. Die polnische Propaganda solle wieder einen adligen Führer haben.
Karlsruhe, 15. März. Das Großher— zogliche Paar ist heute nach Berlin abgereist und wird Ende des Monats hierher zurückkehren.
Ausland.
Schweiz. Bern Behufs Einschränkung der Gewerbefreiheit(Wirthschaftswesen, Fabri— kation, Verkauf gebrannter Wasser) beschloß der Nationalrath mit 103 gegen 18 Stimmen eine Revision der Bundesverfassung(Artikel 31, 32) bei dem Volke zu beantragen.
Frankreich. Paris, 16. März. Die Kammer nahm die Erhöhung des Eingangszolls auf Ochsen von 15 auf 25 Francs an.— 17. März. Die Kammer genehmigte die Er— höhung des Zolles auf Kühe und Stiere von 8 auf 12 Francs, auf junge Ochsen und junge Kühe von 5 auf 8 Fres., auf Kälber von 1½ auf 4 Fres., auf Hämmel von 2 auf 3 Fres., auf Lämmer, Ziegen u. Spanferkel von 50 Cents. auf 1 Franc, auf Schweine von 3 auf 6 Fres. Der Zoll auf frisches Fleisch wurde auf 7 Fres. für 100 Kilo, für gesalzenes Fleisch auf 8 ½ Fres. festgesetzt. Der Gesetzentwurf wurde im Ganzen mit 281 gegen 194 Stimmen angenommen.
— 17. März. Seit gestern ist das Gerücht verbreitet, die chinesische Regierung habe die Vermittelung Deutschlands nachgesucht. Irgend etwas Authentisches war darüber nicht zu er— fahren, aber es ist Thatsache, daß die französische Regierung seit mehreren Tagen von den fried— lichen Dispositionen des chinesischen Gouverne— ments durch seine Agenten Kerntniß erhalten hat.
— Zum Zwecke schiedsrichterlicher Entscheid— ung der Differenzen zwischen den Gesellschaften der türkischen Eisenbahnen und der Pforte er— nannte die Baugesellschaft Jacobs und Brunet, die Betriebsgesellschaft Dr. Holtzendorf und Graf Lamezan, und die türkische Regierung Vakan und Ali Riza zu Schiedsrichtern,
Großbritannien. London, 16. Marz. Der Prinz von Wales und der Herzog von Edinburg setzten ihre Abreise nach Berlin auf Mittwoch Abend fest. Prinz Albert Victor, ältester Sohn des Prinzen von Wales, reist mit.
— 17. März. Im Unterhaus verlas Glad— stone ein Telegramm Thorntons, worin es heißt, Giers erkläre, daß die russischen Truppen an der afghanischen Grenze aus den jetzigen Positionen nicht vorrücken werden, vorausgesetzt, daß die afghanischen Truppen ebenfalls nicht vorrücken und daß nicht außerordentliche Veranlassungen, zum Beispiel Unruhen in Pendscheh, eintreten. Gladstone erklärte ferner, daß die Declaration, betreffend das finanzielle egyptische Arrangement, auf dem Auswärtigen Amte heute von sämmt— lichen Botschaftern unterzeichnet wurde. Die Convention wird morgen unterzeichnet.— Das Unterhaus nahm ferner das Marinebudget an, wonach die Mannschaft der Flotte aus 59,000 Ma— trosen und Schiffsjungen besteht und deren Löhnung 2,728,100 Pfund Sterling beträgt.
Dublin. Die Municipalität nahm mit 41 gegen 17 Stimmen eine Resolution an, welche dem Beschlusse der Parnelliten im Unterhause betreffs ihrer Haltung bei dem Besuche des Prinzen von Wales entspricht.
Italien. Rom. Die Absendung der vierten Expedition nach Afrika ist bis zur Rückkehr des Generals Ricci, der sich zur Untersuchung der Sachlage nach dem Rothen Meere begab, ver— schoben.
— 16. März. Das Transportschiff„Conte Cavour“ ist gestern mit zwei Abtheilungen Tor⸗ pedobooten aus Port Said in Suez eingetroffen.
Rußland. Petersburg, 17. März. Der Minister des Innern, Tolstoi, hat Petersburg gestern auf einige Zeit verlassen. Inzwischen übernahm Geheimerath Durnowo die Verwalt— ung des Ministeriums.— Der bulgarische Kriegs— minister, Cantacuzeno, ist hier eingetroffen.
Griechenland. Athen, 15. März. Der Kronprinz und die Kronprinzessin von Oesterreich sind heute hier eingetroffen.
Amerika. New⸗Poré, 16. März. Mehrere nordamerikauische Kriegsschiffe erhielten wegen der durch den Präsidenten Barrios in Guatemala hervorgerufenen Bewegung den Befehl, sich nach den Gewaͤssern Centralamerikas zu begeben.
— Ein Telegramm aus Panama meldet: 250 Aufständische griffen am 16. ds. die Stadt an, welche lebhaft vertheidigt wird.—
Egypten. Kairo. Nach einer Meldung aus Alexandrien ist die„Iris“ mit Zebehr Pascha, dessen Sohn und den anderen Verhaf— teten an Bord, behufs deren Internirung auf der Insel Cypern, dorthin abgesegelt.
— 16. März. Nachrichten aus Kassala zu— folge, welche in der letzten Nacht von Suakin eingetroffen und vom 16. Februar datirt sind, war die Stadt damals nicht genommen. In Suakin war zwar das Gerücht von der Ein— nahme Kassalas verbreitet, dasselbe ist aber nicht bestätigt worden. Auch über die angebliche Niedermetzelung der Garnison ist hier Nichts bekannt.
Korti. Ein Bote aus Omdurman berichtet, der Mahdi sei über die Tödtung Gordon's sehr ungehalten gewesen. Nach der Einnahme Khar— tums seien zwar viele Egypter getödtet, aber die Sudanesen blieben verschont, der Mahdi befinde sich im Lager oberhalb Omdurman; derselbe habe Truppen nach Kordofan schicken müssen, um die dort ausgebrochenen Unruhen zu unterdrücken.
Persien. Teheran, 15. März. Der eng— lische Grenzbevollmächtigte General Lumsden soll in Herat eingetroffen sein, wo die afghanischen Behörden eifrig mit der Ausbesserung und Ver— stärkung der Befestigungswerke beschäftigt sind. — Mehrere hundert russische Kosaken stehen in Pul-i⸗Khatun, dem südlichsten nächst Herat ge— legenen, von Russen besetzten Punkte. Kleine russische Detachements halten die Brunnen und Wege zwischen Sarakhs und dem Murghab⸗
Flusse besetzt.
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