Ausgabe 
17.11.1885
 
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andere Basis zur Wiedererlangung seines Ein flusses auf der Balkanbalbinsel.

DieN. Fr. Pr. weldet: Anscheinend wird Rußland auf der Absetzung des Fürsten Alexander nicht mehr bestehen. Die Patronen fabrik Tula erhielt die nach der ostrumelischen Umwälzung entzogene Erlaubniß, Bulgarien wieder Patronen liefern zu dürfen.

Indien. Kalkutta. EineTimes-Depesche aus Rangun bringt Nachrichten aus Mandaley vom 9. d., wonach den Fremden verboten wurde, Mandaley zu verlassen. Andreino, Agent der englischen Handelscompagnie daselbst, berichtet von einer Proclamation des Königs von Birma mit einem Aufrufe an das Volk zu den Waffen. Der Grenzübergang der englischen Truppen wird ungefähr am 15. d. erwartet.

Rangun, 14. Nov. Die englische Regierung richtete eine Proklamation an die birmanische Bevölkerung, in welcher sie versichert, daß Nie mand in seinen Handelsprivilegien oder in der Ausübung der Religion beeinträchtigt werden würde. Der Buddhismus werde die Religion des Landes bleiben. Alle birmanischen Officiere und Beamte sollten provisorisch auf ihren Posten verbleiben, vorausgesetzt, daß sie auch fernerhin ihre Pflichten treu erfüllen. Die Einwohner werden aufmerksam gemacht, daß die Ermordung oder Mißhandlung englischer Soldaten strengstens bestraft wird. Die Proklamation schließt mit der Erklärung, daß König Thibau das Land nicht mehr regieren werde.

Aus Stadt und Land.

Friedberg, 13. Nov. Heute wurde das Urtheil des Oberlandesgerichts in Darmstat in der bekannten Rechtssache Hintze contra Jöckel-Bindernagel verkündet; es lautet auf Verwerfung der Nevizon, zum großen Erstarnen, namentlich auch vieler Rechtsgelehrten.

n. Friedberg. Der Musikverein gab am 8. Nov. sein erstes diesjähriges Concert. Als Solisten wirkten Frl. Dienstbach aus Frankfurt und Seminarlehrer Link von hier mit. Erstere, eine Schülerin des Raffconser vatoriums, ist eine junge Sängerin mit voller, wohl lautender, gut ausgebildeter Stimme und seelenvollem Vortrag. Sie sang denn auch sowohl die Solopartien inDie Birken und die Erlen undJubilate, Amen

von Bruch, als auch ihre Sololieder von Riedel, Dessauer und Bach in sehr zufriedenstellender Weise. Nur hätten wir andere Lieder gewünscht, die, obgleich meisterhaft gesungen, so wenig in Text und Melodie ihrem Titel entsprachen. Link brachte eine Sonate von Haydn und drei Solostücke von Rheinberger, Silas und Chopin in bekannter musterhafter Weise zum Vortrag, wobei er durch den schönen Bechstein'schen Flügel auf's Beste unter: stützt wurde. Der Chor war in den Männerchören von dem ganzen Seminarchor und in den gemischten Chören von einem Theil desselben unterstützt. Diesmal zeigte es sich zur Eoidenz, was Fleiß und Eifer bei Dirigent und Mitgliedern endlich zu Wege bringen. Unserer Meinung nach hat der Musiverein noch nie so exact gesungen als diesmal, es ging alles so glatt und schön zusammen, daß man wirklich seine Freude daran hatte. Der Chor gehorchte dem leisesten Winke Schmidt's und so war denn auch die Wirkung auf die Zuhörer eine packende. Der Besuch des Coneertes war ein guter und scheint sich im Publikum das Verständniß für das, was der Verein anstrebt, immer mehr Bahn zu brechen. Möge der Verein auf dem betretenen Wege weiterschreiten.

Schöllenbach, 13. Nov. Gestern Mittag kam ein junger Mann in die Schuck'sche Wirthschaft zwischen hier und Kallbach und bestellte sich einen Schnaps, den er gleich mit einem größeren Geldstück bezahlen wollte. Die alte Frau Schuck, welche zum Geldwechseln den Kassendeckel öffnete, wurde beim Bücken derart von dem Manne über den Kopf gehauen, daß sie zusammenstürzte, sich jedoch wieder aufraffte und mit einer Sichel den Attentäter an der Stirn verwundete. Letzterer entwendete aus dem Kasten den ganzen Geldvorrath im Betrage von 1040 M. in Baar und machte sich eiligst davon. Des Räubers ist man nach der St. P. noch nicht hab haft geworden, obgleich sofort Hilfe herbeigerufen wurde und die Gendarmerie alles aufbietet.

Allerlei.

Gera, 11. Nov. Gestern Abenb fand man die Wohnung einer in der Schulstraße hier wohnenden Trödlerin verschlossen. Da sich die Inhaberin der Wohnung auch im Laufe des Tages nicht gezeigt hatte, so wurde ein Schlosser geholt, der das Zimmer öffnete. Beim Eintritte in dasselbe bemerkte man, daß die alte Frau das Opfer eines Mordes geworden ist. Noch lebend, aber besinnungslos, wurde sie in das städtische Krankenhaus gebracht, wo sie indessen gestorben sein soll. Eine Sistirung oder Verhaftung wurde vorgenommtn, doch verlautet noch nichts Näheres darüber.

Berlin. Der Verdacht, die Frau Paepke ermordet zu haben, ist auf den Handlungsdiener Kowalski aus Danzig, welcher bereits mehrere Zuchthausstrafen wegen schweren Diebstahls erlitten hat, gerichtet worden Die Ueberführung des Beschuldigten ist allerdings noch nicht gelungen; indeß erscheint derselbe so schwer belastet, daß

überteführt worden ist. noch mehrere Dlebstähle zur Last gelegt.

Repertoir⸗Entwurf der vereinigten Stadt⸗Theater in Frankfurt.

Opernhaus.

Dienstag den 17.: Gastspiel des Kammersängers Herrn Nachbaur. Fidelio. Florestan: Herr Nachbaur. Mittwoch den 18.: Vorstellung bei ermäßigten Preisen: Trompeter von Säkkingen. Außer Abonn.. Donnerstag den 19.: Gastspiel des Kammersängers Herrn

Nachbaur. Oberon. Hüon: Herr Nachbaur. Freitag den 20.: Geschlossen. Samstag den 21.: Silvana. Sonntag den 22.: Gastspiel des Kammersängers Herrn

Nachbaur. Neu einstudirt: Fra Diavolo. Fra Dla volo: Herr Nachbaur.

Schauspielhaus. Dienstag den 17.: Zum ersten Male: Denise. spiel von Alex. Dumas Sohn.

Schau⸗

Donnerstag den 19.: Geschlossen.

Freitag den 20.: Arria und Messalina.

Samst. d. 21.: Durch's Ohr. Hierauf: Monsieur Hercules. Sonntag den 22.: Denise.

Für die Wittwe des verunglückten H. Kreuter

in Schwalheim 1 gingen bei den Unterzeichneten ein und werden mit herz lichem Danke quittirt folgende Gaben: Frau Geh. Me dieinalrath Bode 5 M. nebst 1 Leintuch und Kleidungs⸗ stücke; A. Höpfner 5 M.; Schulverwalter Görlach 1 M.; Hartm. Langsdorf 1 M.; P. Stoll II. 3 M.; Gebrüder Rosenthal 3 M.; Frau Pfarrer Pauli 2 M. 50 Pf.; Provisor Sellheim 2 M.; Buchdruckereibesitzer Ganß 1 M.: sämmtlich in Bad-Nauheim. Direktor J. P. Schäfer 3 M.; Prof. Weiffenbach 3 M.; Rechtsanwalt Brentano 2 M.; Frau Hilbrecht Wittwe 1 M. 50 Pf.; Karl Trapp 10 M.; Jos. Müller 5 M.; Metzger Hanstein 1 M.; W. 3 M. 5 Pf.; Ungenannt 5 M.; Metzger Zimmer⸗ mann 2 M.; sämmtlich in Friedberg. Gräfin Friedrich zu Solms Rödelheim 10 M.; Fräul. Hainer in Dorheim 3 M. nebst 1 Fl. Wein; H. Fleischhauer in Schwal⸗ heim 1 M.; Pfarrer Müller in Nieder-Rosbach 3 M.; Pfarrer Walz in Grüningen 3 M.; Pfarrer Götz in Langenhain 2 M.; Pfarrer Franck in Rohrbach 3 M.; Frau Ostermeyer 2 M.; Frau Weydner 2 M.; Frau Heinr. Schneider J M.; E. Th. 2 M.; J. Engel 1 M.; G. Linkmann 30 Pf.; sämmtlich in Bad-Nauheim. Um weitere Gaben bitten, da die Schuldenlast der Wittwe eine bedeutende, sie selbst aber durch Krankheit arbeits unfähig geworden ist: Walz, Pfarrer in Bad⸗Nauhelm, Winter, Lehrer in Schwalheim.

0 5*

Konkurs-Verfahren. In dem Konkursverfahren über das Vermögen des Bäcker Philipp Christian Keßler von Bad-Nauheim ist zur Abnahme der Schluß rechnung des Verwalters, zur Erhebung von Einwendungen gegen das Schlußverzeichniß der bei der Verthetlung zu berücksichtigenden Forderungen und zur Beschlußfassung der Gläubiger über die nicht verwerthbaren Vermögensstücke der Schlußtermin auf Montag den 14. Dezember 1885, Vormittags Uhr, vor dem Großherzozlichen Amtsgerichte daselbst bestimmt

Bad-Nauheim den 13. November 1885. Schütz, 3964 Gerichtsschreiber des Großherzoglichen Amtsgerichts.

In der Privatklagesache

des Kaufmann Stern von Friedberg, Privatklägers, gegen den Jacob Meier in Staden, Angeklagten, wegen Beleidigung, hat das Großherzogliche Schöffen gericht zu Friedberg am 27. Oktober 1885 für Recht erkannt: Der Angeklagte wird wegen Beleidigung in eine Geldstrafe von 20 Mark, eventuell in eine Gefäng nißstrafe von 4 Tagen, sowie in die Kosten des Ver fahrens und in die dem Privatkläger erwachsenen noth wendigen Auslagen verurtheilt. Zugleich wird dem Beleidigten die Befugniß zuerkannt, den Urtheilstenor innerhalb 14 Tagen, von der Zustellung an, einmal im Oberhess. Anzeiger und zwar auf Kosten des Angeklagten zu veröffentlichen. Die Richtigkeit der Abschrift der Urthellsformel wird beglaubigt und die Vollstreckbarkeit des Urtheils bescheinigt. 5 Friedberg den 7. November 1885. Weber, Gerichtsschreiber des Großherzoglichen Amtsgericht. Für die Abschrift: Windecker,

3965

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Donnerstag den 19. November l. J., Vormittags 9 Uhr beginend, werden in dem Saale den Herrn Gast wirths Heinrich Fritz daher folgende Mobiliargegenstände: vollständiges Bett, 1 rothe Plüschgarnitur, be stehend in 1 Causeuse und 4 Stühlen, 1 Vertlkow, 1 Buffet mit Marmorplatte, 1 Chalselongue, 1 Nacht- tisch, 1 Waschkommode, 4 Kleiderschränke, 2 Küchen schränke, 6 Tische, 6 Rohrstühle, 6 Strobstühle, 1 Nähmaschine, 1 Servirtisch, 3 Spiegel, 3 Bilder, 1 Kronleuchter, 1 goldene Damen-Uhr, 3 Tischdecken, 3 Bettvorlagen, verschtedene Vorhänge mit Rouleaux und Galerien, eine Parthie Porzellan und Gläser, sowie verschie dene sonstige Haus- und Küchengeräthschaften öffentlich an den Meistbietenden gegen Baarzahlung ver steigert. Sämmtliche, zur Versteigerung kommenden Mobllien können nächsten Mittwoch den 18. l. Mts. besichtigt

werden. Bad⸗Nauheim am 12. November 1885. Weitzel, 3960 Gerichtsvollzteher.

Nach Ausspruch

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