3
——
9 4 14 0
—
r
WGeoht Der
bei Durlach. Das Wetter ist prächtig geworden
Hamburg, 15. Sept. stattgehabte Versammlung der Demokraten wurde nach großem Tumult polizeilich aufgelöst, da Hasenelever trotz wiederholter Aufforderung nicht zur Sache sprach, vielmehr das noch nicht zum Beschluß erhobene Programm der demokratischen Partei einer scharfen Kritik unterzog. In Folge dessen fingen die als„Gäste“ der Demokraten anwesenden Socialisten einen großen Skandal an, so daß die Aufloͤsung erfolgen mußte.
Ausland. änemark. Kopenhagen, 14. Sept. Heute traf hier der Herzog von Chartres mit Familie ein und ist nach Fredensborg weitergereist.
Frankreich. Paris, 14. Sept. Einem heutigen Telegramm aus Hüe zufolge ist der bisherige König von Annam abgesetzt und Prinz Chan-Nong zum König von Annam eingesetzt worden. Derselbe hielt heute seinen Einzug in das Palais, während ein Salut von 21 Kanonen— schüssen gegeben und die anamitische Fahne auf— gezogen wurde. Die Krönung soll am 19. d. statifinden. Unter der anamitischen Bevölkerung fordert, wie weiter gemeldet wird, die Cholera zahlreiche Opfer.
Spanien. Madrid. Von hier erhält die „Köln. Ztg.“ die telegraphische Nachricht, in dortigen ministeriellen Kreisen herrsche die Mein— ung, daß der Streit um die Karolinen vor Monatsschluß in freundschaftlicher Weise beige— legt sein wird. Die Bewegung in den spanischen Marinekreisen habe sich in Folge des Versprechens des Marineministers, die Weisungen zu veröffent— lichen, welche den Commandanten der drei nach Pap entsandten Kriegsschiffe gegeben waren, be— ruhigt. Das Land sei ruhig und nichts recht— fertige die Gerüchte, welche die innere Lage Spaniens als ernst darstellen.
— 15. Sept. Der„Imparcial“ bezeichnet die Meldung der„Times“, der Kapitän des „San Quentin“ habe auf den Gouverneur in Pap geschossen, welcher seinerseits befohlen habe, auf die Deutschen zu schießen, als pure Erfind⸗ ung. Nach einer Privatdepesche des„Börsen— couriers“ aus Madrid hat der Marineminister Topete auf das Drängen der übrigen Minister sein Abschiedsgesuch zurückgezogen.
Italien. Rom, 13. Sept. Die Kron— prinzessin Victoria stattete heute dem König und der Königin in Monza einen Besuch ab und beabsichtigt morgen nach Venedig abzureisen.
Rußland. Petersburg. Es heißt, für Roh— eisen, Gußeisen und Erze sei eine weitere Zoll— erhöhung projectirt.
Egypten. Kairo, 14. Sept. Wie ver—
lautet beabsichtigt der Sultan den Großvezier in einer Mission nach Egypten zu schicken. 14. Sept. Nach hier eingegangenen Nachrichten aus Suakin hat gestern zwischen Recognoscirungsmannschaften der Aufständischen und einer Abtheilung bengalischer Cavallerie ein Scharmützel stattgefunden. Die Aufständi⸗ schen wurden in die Flucht geschlagen und ver— loren 4 Todte und Verwundete.
Indien. Bombay. Wie von hier ge— meldet wird, ist der Maharajah von Kaschmir am 13. ds. in seiner Hauptstadt nach langem Krankenlager gestorben. Aus Kabul wird gemeldet, der Emir habe beschlossen, die Fest⸗ ungswerke in Bala Hissar schleifen und eine Citadelle in Kabul selber errichten zu lassen.
Amerika. New-Pork, 15. Sept. Zahl⸗ reiche Eisenwerke Pennsylvaniens, die eine Zeit lang gefeiert hatten, nahmen ihre Arbeit wieder auf.
Aus Stadt und Lend.
Friedberg, 14. Sept. Heute fand die öffentliche Herbstentlassung der Candidaten des Predigerseminars
Kaiser wohnte mit saͤmmtlichen Fürstlichkeiten der gestrigen Vorstell— ung im Hoftheater von Anfang bis zu Ende an und wohnte auch dem heutigen Corpsmanöver in voller Frische bei. Die Truppen bivouakiren heute
Eine gestern hier
stadt, sowie eine Menge Gelstlicher aus Nähe und Ferne unseres Landes eingefunden hatten und an der dlesmal ein zahlreiches Publikum aus unserer Stadt sich be— theiligte. Nach der Feterlichkelt fand bel Deean Meyer eine Versammlung in Angelegenheit der Herberge zur Helmath statt, in welcher seitens des Comité's der Aus— schuß gewählt wurde. Als Mitglieder desselben wurden gewählt: Decan Meyer als Vorsitzender, Seminarlehrer Wahl als Seeretär, ferner Professor Dr. Welffenbach und Kaufmann Schwarz von hier und Pfarrer Walz von Bad Nauheim.
Allerlei.
Berlin. Das Reichsversicherungsamt beabsichtigt, ein alphabettsches Verzeichniß der unter das Unfallgesetz fallenden Gewerbzweige herzustellen, aus welchem deren Zugehörigkeit zu den einzelnen Berufsgenossenschaften zu ersehen ist. Stuttgart, 14. Sept. Der dreizehnte deutsche Aerztetag sprach dem Sanktätsrath Dr. Graf aus Elber— feld für dessen Vorgehen in der Schweninger-Angelegen— heit mit 74 gegen 14 Stimmen sein volles Vertrauen aus, und erklärte, daß die Gehaltsfrage eines Professors der Dermatologte in Berlin und die darüber statt— gehabten Verhandlungen im preußtschen Abgeordneten⸗ hause keine Angelegenhelt des deutschen Aerztebundes bilden könnten. Flensburg. Der zweite, für den Sultan Bar— gasch Ben ⸗Sald auf hiesigem Schiffsbau-Etablissement erbaute Dampfer„Barawa“ verließ am 10. Sept. den hlesigen Hafen, um setner neuen Heimath Zanzibar, via Suezeanal, zuzudampfen. Elne am letzten Sonntag ab⸗ gehaltene, reichlich 6 Stunden währende Probefahrt war in jeder Weise zufriedenstellend. Sowohl die sollde Aus- führung, die praktische Einrichtung und die in den für den Sultan bestimmten Räumen ausgeprägte Eleganz fanden allgemeine Anerkennung. Das mit Kohlen voll' beladene Schiff erreichte eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 9 Knoten per Stunde.
12 Pilze.
Die Zelt der Pilze ist wieder gekommen und einige Bemerkungen über dieselben dürften deßhalb gerade jetzt von besonderem Interesse sein. Zunächst geben wir fuͤr die Freunde von Pilzen nach Breslauer Blättern ein Mittel gegen Vergiftung durch Pilze an, das sich nach dem Bericht eines Sachverständigen vielfach bewährt hat. Jeder giftige Pilz, heißt es da, wird gnießbar, oder min destens unschädlich, wenn die erste Brühe, in welcher er nach starkem Kochen schwimmt, weggegossen, und er dann erst zubereitet wird. Also nicht Abwaschen oder Abbrühen schützt, sondern ein gutes Kochen und dann Weggießen des ersten Wassers. Diese Sicherheitsmaß regel sollte bei allen Pilzen angewandt werden, dann wird die Vorsorge der Koͤchin mehr nutzen als alle Be— lehrungen in den Schulen und alle Vorsorge der Ge— sundheitspoltzei, die unmöglich den Haushalt des Eln— zelnen beaufsichtigen kann. Die eßbaren Pilze sind nicht nur ein wohlschmeckendes Essen, sondern durch ihren hohen Nährstoffwerth auch ein so werthvolles Nahrungs- mittel, daß für ihren Genuß nicht genug gewirkt werden kann. Ste ersetzen thatsächlich fast die Fleischkost und sind bei uns in guten Zeiten so billig, daß sie in Jeder— manns Küche kommen können. Wird dann die Vorsichts⸗ maßregel gebraucht und das erste Wasser nach starkem Kochen weggegossen, so schwindet jede Möglichkeit einer Vergiftung, der Wohlgeschmack der Pilze aber wird durch das Weggleßen des ersten Wassers nicht nur nicht ge— schwächt, sondern eher noch gehoben. Das Kochen saugt das Pllzgift aus, ohne es zu zerstören, und daher ist der Uebergang des Giftes in den Organismus des Menschen durch die Vilzsauee ein so rascher, daß die Vergiftung erfolgt ist, ehe der Magen die Pilzstücke auch nur angefangen hat zu verdauen. Daher kommt auch regelmaͤßig die ärztliche Hilfe zu spät; denn bis der Arzt erscheinen kann, ist das Glft bereits aus dem Magen heraus und hat eine fast immer qualvoll tödtende Wirk
samkeit langsam aber sicher begonnen. des angegebenen Verfahrens und die große Gefährlichkeit giftiger Pilze, die nicht selten mit den eßbaren Pilzen eine wenigstens oberflächliche Aehnlichkelt haben, sind zwei Gründe, welche das von sachverständiger Seite empfohlene Weggleßen des ersten Wassers machen sollten.
Die Einfachheit
allgemein
zeitung enthält in Nr. 37: Aus der Welt. Werkstatt:
die Metalle
Geschäfte. — Für den Abendschoppen: Dem Handwe goldene Boden zurückerobert werden.
— Auch eine Gemeinde ohne Steuern, Gasthaus. Für Haus und Heerd: Ein Preis au den eine praktlsche Hausfrau sich v — Herbstfreuden.— Gegen die Näse Maden. einzumachen. leichte, bequeme und blllige Art, Für den Feierabend:
liebte Volkskalender aus dem Klasing in Jahr durch und seine schöne Ausstattung. besteht aus einer fesselnden Erzählung„Die Glocken von Altena“ aus der weitern Erzählung der interessanten
Maritz', eines südafrikanischen Buernf Zulus während der Kriege,
Buern und Engländer in de 8 einen Artikel enthält der diesjährige Kalender eine Fülle Bilder, guter Anekdoten, Räthsel, An Grattsbellagen bringt der Deutsche Reichsbote ein Porträt des Fürsten Bismarck. Der Preis des Kalenders
Homburg, 15. Sept. Marktpreise. Kartoffeln per Malter(neue) M. 5—6, per Gescheld(neue) 8—9 Pf., Eier per Stück 6 und 7 Pf., Butter per Pfd. 1. Qual. M. 1.10, 2. Qual. M. 1.05.
Frankfurt, 14. Sept. Fruchtbericht. Hiesiges Mehl Nr. 0 M. 32—33, Nr. 1 M. 26.50— 27.50, Nr. 2 M. 25—26, Nr. 3 M. 23— 24, Nr. 4 M. 16.50— 17.50, Nr. 5 M. 15.50— 16.50, Milchbrod und Brodmehl im Verband M. 50—52, norddeutsches und westfältsches Weizenmehl 00 M. 23 23.25, Roggenmehl Nr. 0 (hiesiger Marke) M. 23 24, do. 0/ M. 21-22, do. 1 do. M. 19.50— 20.50, do. 2 do. M. 17.25—17 50, Weizen neuer ab unserer Umgegend M. 16.50 16.75, fret ab Bahnhof hier M. 17, do. fremder je nach Qual. M. 17.75— 18.50, Roggen hiesiger neuer M. 14.75—15, Gerste, Brauerwaare neue M. 15.50— 17.50, do. zu Mahlzwecken M. 12, Hafer je nach Qual. neuer M. 13.25, Raps M. 22.50— 22.75, Mais, bunter(mixed) M. 12 bis 12.25. Kartoffeln M. 3 übrig. Aepfel(Kelterobst) je nach Qual. M. 9— 10. Roggenkleie M. 5— 5.25, Weizenkleie M. 4.25— 4.50, Rübölim Detall M. 52— 53. Stimmung fest. Die Preise verstehen sich sämmtlich per 100 Kilo.
Frankfurt, 14. Sept. Der heutige Viehmarkt ließ in sein em Zutrieb viel zu wünschen übrig. Norddeutsches Mastvieh(Magdeburger) fehlte fast ganz, dagegen waren Schwaben ⸗Ochsen und Passauer am Platz. Der Markt war mit 350 Ochsen, 12 Bullen, 255 Kühen, Stieren und Rindern, 281 Kälbern, 152 Hämmeln und 43 Schweinen
befahren. Die Preise stellten sich wie folgt: Ochsen 1. Qual. pro 100 Pfund Schlachtgewicht M. 68— 69, 2. Qual. M. 62— 65, Bullen 1. Qual. M. 44— 46,
2. Qual. M. 38—40, Kühe, Stiere und Rinder 1. Qual. M. 56—58, 2. Qual. M. 42—50, Kälber 1. Qual. pro 1 Pfund Schlachtgewicht 52—56 Pf., 2. Qual. 46 bis 48 Pf., Hämmel 1. Qual. 58— 60 Pf., 2. Qual. 48 bis 50 Pf., Schweine, inländische 62—64 Pf.
Der zwischen Deutschland und der West⸗ und Süd— westküste Afrikas seit dem 1. August d. J. eingerichtete Postbeförderungsdienst für kleine Packete bis 5 Kg. hat schon von seinem Beginnen an erfreuliche Benutzung ge⸗ funden. Mit dem am 1. September von Hamburg ab— gegangenen Dampfer„Professor Woermann“ der Woer— mannlinie sind 25 Packete zur Absendung gelangt, von denen unter anderen 7 nach Acera, 6 nach Kamerun, 3 nach Lome, 3 nach Ambriz bestimmt waren.
Literarisches.
„Die Werkstatt.“ Meister Konrads Wochen— — Für die Handwerker, schafft Euch Einfluß. Ein Laden bei der Werkstatt.— Am Geschäft betheiligt.— Was werth sind.— Alte Pinsel wieder auf⸗ Guß⸗Eisen zu bronziren. Schlechte — Allerhand Nützliches für den Handwerker. rker muß der Noch ein Fehler. — Das älteste — Allerlei Neues und Merkwürdiges.— f die beste Wäsche, erdtenen kann. — Bohnen aus Aepfeln. Eine Obst einzumachen.— Ein Mann der Arbeit.
zufrischen.
— Eine Suppe
Der Deutsche Reichs bote 1886. Dieser be⸗ Verlag von Velhagen und Bielefeld und Lelpzig erfreut uns auch dieses seinen ebenso gediegenen als reichen Inhalt
Der interessante Text
Zeit des dreißigjährigen Krieges, einer Abenteuer Pieter ohnes unter den welche dieses Volk gegen die r neuesten Zeit führten und „Des Reichskanzlers Daheim“. Außerdem hübscher ernste und heitere Sprüche, die Weltbegebenheiten des letzten Jahres ꝛc. de.
st äußerst billig, nur 40 Pf.
Handel und Verkehr. Friedberg, 15. Sept. Buttermarkt. Butter kostete per Pfd. M. 0.80— 1.00, Eier 2 St. 13 Pf. Friedberg, 14. Sept Fruchtberlcht. Waizen M. 16.25 bis 16.50, Korn M. 14.75—15., Gerste M. 14.— 16., Hafer M. 12.50— 13.50. Alle Preise verstehen sich auf 100 Ko.= 200 Zollpfund. Bußbach, 12. Sept. Wochenmarkt. Butter kostete per Pfund M. 0.95— 1.00, Käse per Pfd. 45—46 Pf., Eier 2 Stück 12 Pf. Gleßen, 15. Sept. Auf dem heutigen Markt kostete Butter per Pfd. M. 9.95— 1.00, Eier 1 St. 6 Pf., Käse per St. 58 Pf., Tauben per Paar M. 0.40 0.55, Hühner ver Stück M. 0 90— 1.5), Hahnen per Stück M. 0.0 0.80, Enten per Stück M. 1.20 1.50,
an:
Laubhüttenfest.
Jsraelitischer Gottesdienst in Friedberg. Samstag den 19. September 1888: Versöhnungstag(Sab bathfeter). Beginn: Freitag Morgens 4 Uhr 15 Min.(Selichoth). Freitag Nachmittags 3 Uhr(Minchagebet). Freitag Abends 6 Uhr 30 Min. Samstag Morgens 6 Uhr. Festes-Ausgang 6 Uhr 50 Min. Wochengottesdienst von Sonntag den 20. September Sonntag Morgens 5½ Uhr. Von Montag Morgens 6 Uhr, Nachmittags 5 Uhr. Donnerstag den 24., sowle Freitag den 25. Sept.:
Ochsenfleisch per Pfund 68 Pf., Kuh und Rind⸗ fleisch 56 60 Pf., Schweinefleisch 50—60 Pf., Hammel⸗
fleisch 6470 Pf., Kalbsletsch 4850 Pf., Kartoffeln
3185 Halbb.⸗Wagen, neu, leicht, sol., eleg., preisw. Abb.
rat. J G. Rumpf, Gis. Hand 18, Frankfurt à. M.(1827.)
per 100 Kilo M. 4.00—5., Zwiebeln per Etr. M. 5—6. Grünberg, 12. Sept. Fruchtpreise. Walzen M. 16.40, Korn M. 15.00, Gerste M. 1300, Hafer M. 12.10,
statt, zu der sich Superintendent Dr. Köhler von Darm—
gegen rauhe und spröde Haut.
Vaseline-Cold-Cream-Seife
Vorrätbhig à Packet
Samen M. 21.00. 3
Stück 50 Pf. bei Apotheker Lühn. 3187
9———


