Ausgabe 
17.2.1885
 
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daß es Italien nicht in den Sinn gekommen sei, den Souveränetätsrechten des Sultans nahe zu treten und es sich lediglich um Sicherheits maßnahmen handle. Einer beabsichtigten Unter stützung Englands wird in diesen Weisungen keine Erwähnung gethan.

Das JournalPopolo romano meldet: Zur endgültigen Completirung der italienischen Garnisonen am Rothen Meere geht eine dritte Expedition von 1400 Mann behufs Verstaͤrkung der Garnison in Massauah am 19. und 20, d. ab. Die zweite Expedition ist als Garnison für Assab bestimmt. Die Gesammtzahl der italieni⸗ schen Truppen am Rothen Meere beläuft sich sonach auf 3200 Mann.

Rumänien. Bukarest. Basil Alexandri, Vicepräsident des Senats, wurde zum rumä nischen Gesandten in Paris ernannt.

Das neue Ministerium ist gebildet wor den und besteht aus: Bratiano Präsidium und Juneres, Campineano Aeußeres, Stourdza Un terricht und Cultus, Lecca Finanzen, Nakou Justiz, Stolojan Handel, General Folcoyano Krieg, General Mikai öffentliche Arbeiten. Die Minister werden dem Könige den Eid leisten.

Bulgarien. Sofia. Das Gesetz wegen des Ausbaues der Bahn Caribrod-Vakarel ist vom Fürsten bestätigt worden. Die Sobranje bewilligte die erforderlichen Credite.

Aus Stadt und Land.

h. Frledlerg, 16. Februar. Durch unseren Ge⸗ sangverein Liederkranz haben wir gestern Abend wieder ein Concert gehabt, welches dem alten ehrenvollen Ruf des Liederkranzes bezüglich der von ihm veranstalteten Abendunterhaltungen ganz entspricht. Das sorgfältige, mit Geschmack, Verständniß und Geschick zusammen gestellte Programm wurde in all seinen Theilen gut und schön durchgeführt. Von Festigkeit, Präzision und guter Technik lezten die Chöre Zeugniß ab. Man merkte den⸗ selben durchweg die sachverständige, gewandte Leitung und Schulung an. Gut vorgetragen wurden namentlich auch die beiden Piècen für Clarinette, nicht minder das humoristische Quodlibet und dieMacht des Gesanges, womit auch der gegenwärtigen Fastnachtszeit Rechnung getragen wurde. Die Zuhörer waren wieder einmal in eine Stimmung des Gefühles versetzt, wie sie das Anhören einer guten Musik in dem Menschen erzeugt, man merkte diese freudige, gehobene Stimmung den zahl reich Anwesenden an, auch durch die lebhaften Beifalls bezeugungen. Ein Gesang mußte nach dem Wunsch der Anwesenden wiederholt werden. Auch die muffkalisch Gebildeten erklärten sich durch das Concert für voll befriedigt.

W. Ober⸗Mörlen, 13. Febr. Gestern Nachmittag wurde unter größter Betheiligung der Einwohnerschaft unser allbeliebter und würdiger Lehrer König beerdigt. Seine Verdienste haben wir gelegentlich seines Jubiläums bereits gebührend gewürdigt.

Allerlei.

Kassel, 12. Febr. Auf dem Bahnhof Niederhone bei Eschwege wurde vorgestern ein sehr verdächtiges

Individuum, ein reisender Scheerenschleifer, verhaftet, welcher keine Legitimationspapiere, wohl aber einen sechsläufigen Revolver, eine Schachtel Patronen und einen scharf geschliffenen Dolch bei sich führte.

Bochum, 9. Febr. Wegen eines in der Nacht von Sonntag auf Montag in der Gegend von Severing hausen⸗Eiberg verübten Attentats auf zwei Gendarmen, von denen einer getödtet, einer verwundet wurde, wurden gestern Abend von der Polizei in hiesiger Stadt als verdächtig drei Bergleute verhaftet.

London, 14. Febr. Der Tunnel unter dem Mersey flusse, welcher Liverpool und Bickenhead verbindet, ist gestern eröffnet worden.

Padua, 13. Febr. Der aus Siteilien gebürtigte Soldat Costanzo erschoß letzte Nacht aus Privatrache zwei Sergeanten und einen Sappeur und verwundete einen Soldaten. Der Mörder ist verhaftet. Gravenhage. Ein Adler, der ein Kind angreift, ist in unseren Breitegraden gewiß eine Seltenheit. Der Fall ereignete sich am 7. d. M. in Soesterberg, wo ein Königsadler plötzlich in ein Gehöft hinabschoß und einen zweijährigen Knaben zu fassen suchte. Der aus dem Hause tretenden Mutter gelang es, den Vogel zu ver scheuchen.

Newyork, 15. Febr. Durch eine Schneelawine sind Dreiviertel der Stadt Utah zerstört worden, wobel 16 Personen ums Leben kamen.

Gerichtssaal. Gießen. Die Schwurgerichtsverhandlungen für das 1. Quartal 1885 werden am 16. März unter dem

Vorsitz des Landgerschts directors Dr. Stammler ihren Anfang nehmen.

Handel und Verkehr.

Friedberg, 13. Febr. Buttermarkt. Butter kostete per Pfb. M. 0.75 0.85, Eier 1 St. 6 Pf.,

Gießen, 14. Febr.

Butter per Pfd. M. 0.80 0.95, Eler 1 Stück 58 Pf.,

Käse per Stück 48 Pf., Tauben per Paar M. 1.00, Hühner per Stück M. 0901.30, Hahnen per Stück M. 1.30 2.00, Enten per Stück M. 2.00 2.30, Ochsenfleisch per Pfd. 6668 Pf., Kuh⸗ und Rind⸗ fleisch 54 60 Pf., Schweinefleisch 5060 Pf., Hammel⸗ flelsch 64 70 Pf., Kalbfleisch 4854 Pf., Kartoffeln per 100 Kilo M. 3.704, Zwiebeln per Centner M. 4.

Gießen, 11. Febr. Der gestern und heute dahier abgehaltene Viehmarkt war stark befahren. Es waren aufgetrieben: 1434 Stück Rindvieh und 420 Stück Schweine. Bei Schlachtvieh aller Art war der Handel still und die Preise niedrig. Der Handel bei Schweinen, Zucht- und Arbeitsvieh war lebhaft, jedoch ist eine merk liche Aenderung in den Preisen nicht eingetreten. Nächster Markt Dienstag den 3. und Mittwoch den 4. März l. J.

Frankfurt, 14. Febr. Wochenmarkt. Weißkraut kostete per Hundert M. 12 15, per Stück 15 18 Pf., Kartoffeln per Malter(200 Pfd.) M. 4.50 5, per Gescheld 9 und 10 Pf., bessere 12 Pf., Mäuschen, rothe 2025 Pf., gelbe 2530 Pf., Zwiebeln per Ctr. M. 4.505, per Gescheid 18 20 Pf. Obst: Orangen per Kiste(420 Stück) M. 24, per Stück 68 Pf., Citronen per Kiste(300 Stück) M. 18, per Stück 6 bis 9 Pf. Dürrobst: Zwetschen per Pfd. 2535 Pf., Hutzeln 35 40 Pf., geschälte Birnen 45 50 Pf., Apfel⸗ schnitte 4045 Pf., Kirschen 50 Pf. Eier, deutsche per Hundert M. 67, Italiener M. 7.50 8.50. Geflügel: Gänse per Pfd. 60 75 Pf., Welscher Hahn per Stück M. 89, Welsches Huhn M. 56, Capaun M. 3.50, Ente M. 2.803.20, Huhn M. 1.50 1.80, junger Hahn M. 1.50, Taube 5060 Pf.

Aufruf zur Gründung eines Lehrerinnen⸗Heims.

Die traurige Lage, in der sich so manche Lehrerin be findet, die treu und fleißig threm schweren und auf reibenden Berufe lange Jahre hindurch oblag, um dann stellenlos, krank, oder zum Mindesten auf's Höchste er⸗ holungs bedürftig oft nicht zu wissen, wohin sie sich nun wenden, wo sie die verlorene Kraft und Gesundheit wiedergewinnen soll, hat den lebhaften Wunsch in vielen hessischen Lehrerinnen rege gemacht, wie das auf jedem anderen Arbeitsfelde längst geschieht, so auch auf diesem durch eine That der Selbsthilfe, so viel als möglich Rath zu schaffen. Sie haben sich entschlessen, ein Lehrerinnen-Heim zu schaffen und zu diesem Zweck einen Verein gegruͤndet, der den NamenVerein hessischer Lehrerinnen führen soll und seinen Sitz in Darmstadt

Auf dem heutigen Markt kostete] Zwecke reichlicher Mittel, die allein durch Beiträge ordent⸗

licher Mitglieder wohl kaum beigebracht werden können. Es ist deßhalb in den Statuten des Vereins vorgesehen, daß auch Freunde der Sache, die ein Herz für die Arbeit, die Sorge und Mühe des Lehrerinnenstandes haben, als außerordentliche Mitglieder aufgenommen werden und durch einen Jahresbeitrag(Gaben, auch einmalige werden mit Dank angenommen) zur schnelleren Erwerbung unseresHeims beitragen können. Wir sind überzeugt, nicht vergeblich an das Herz der Eltern und die Dankbarkeit derjenigen, deren Kinder ein gutes Theil ihrer Erziehung und Bildung der Arbelt treuer Lehrerinnen verdanken, uns gewendet zu haben. Möchten nicht nur sämmtliche geprüfte hessische Lehrerinnen unserem Verein beitreten, sondern auch recht viele Freunde der guten Sache als außerordentliche Mitglieder, durch Bei träge, Schenkungen, Stiftungen ze. das Unternehmen nach Kräften fördern. Fräulein Schweisguth, Lehrerin in Vilbel, Fräulein Koch, Lehrerin hier und die Expeditlon des Anzeigers sind bereit, Gaben in Empfang zu nehmen. Friedberg, Februar 1885.

Repertoir⸗Entwurf der vereinigten Stadt⸗Theater in Frankfurt. Opernhaus.

Dienstag den 17. Februar: Jessonda.

Mittwoch den 18. geschlossen.

Donnerstag den 19.: Oberon.

Freitag den 20. geschlossen.

Samstag den 21. Neu einstudirt: Der Vampyr.

Sonntag den 22.: Fidelis.

Montag den 23.: Gastsplel des Herrn Ladislaw Mier⸗ zwinskt: Tell. Arnold: Herr Mierzwinski. Außer Abonnement. Erhöhte Preise.

Schauspielhaus. Dienstag den 17.: Raub der Sabinerinnen. Mittwoch den 18. Neu einstudirt: Wallensteins Tod. Donnerstag den 19. geschlossen. Freitag den 20.: Wallenstein's Lager. Die Plecolomini. Samstag den 21.: Die Journallsten. Sonntag den 22.: Der Registrator auf Reisen. Montag den 23.: Pitt und Fox. Dienstag den 24.: Wallenstein's Tod.

Für die in Spanien Verunglückten gingen bei der Expedition des Oberhefs. Anzeigers ferner ein: Un⸗ genannt 3 M.; Pfarrer Buchhold in Ossenheim 3 M.; Ungenannt 2 M. 50 Pf.; Ludwig Grödel 10 M.; Pfarrer

hat. Selbstverständlich bedarf der Verein fur beide Hainer in Dorheim 2 M. 1742 Submission. Holzversteigerung.

567 Dienstag den 24. Februar l. J., Vormittags In den Freih. v. Franckenstein'schen Waldungen

11 Uhr, sollen dahier zur Lieferung für das Rechnungs jahr 1885/86 im Submissionswege vergeben werden: 1) Farbwaaren in kleineren Quantitäten ca. 80 kg

2) Leim 100 3) Sptritus, 920% 5 1 50 1 4) Fensterglas, zugeschnitten, glatt und

gerippt 100 Tafel 5) Näbhutensilien, als Zwirn, Bein

knöpfe de. 60 Dtzd. 6) Eisen und Eisenwaaren, Messing⸗

blech, Schrauben ꝛe. 300 kg

7) Rindleder, zugeschittenes, zu Schuhen, Sttefeln ꝛc., nebst Sohlen und Flecken 600 Paar

8) Daubholz, zugerichtetes, zu Bütten,

Ständern, Zubern, Eimern und Leier⸗

zübern1000 Stück 9) Holzbohlen, Eichen-, Kirsch-, Buchen⸗

und Pappelholz 200 qm 10) Schreinerdiele, Dachdiele, Rhein-

bord und Latten 800 Stück 11) Boy zu Unterkleidern 100 m 12) Uniformstuch, graues 60 13) Leinengarn, gebleichtes Nr. 20 600 kg 14) 15 blaugefärbtes Nr. 20 100 15) 6 naturgraues Nr. 20 150 16) Strohsackleinen 100 m 17) Leinöl und Rüböl 00 18) Sägeschnur und Kordel* 15 8

19) Roßhaare 1

Von den unter Ordn.-Nr. 2, 11 bis 16 und 19 auf⸗ geführten Gegenständen sind Muster einzusenden.

Die Lieferungs-Bedingungen können am 19. und 20. Februar l. J. auf dem Bureau unseres Arbeits- Inspektors eingesehen werden und sind die Offerten, versehen mit der AufschriftSubmission bis zu obigem Termine, Vormittags 11 Uhr, in den vor dem Direk tions-Büreau aufgehängten Submisstonskasten einzu legen oder franktirt bet unterzeichneter Stelle einzureichen.

Marienschloß den 10. Februar 1885.

Großherzogliche Landeszuchthaus-Direktion: Kattrein.

Versteigerung.

Montag den 16. d. Mts., Vormittags 10 Uhr, läßt Johannes Feuerbach von Ober Wöllstadt fol⸗ gende Gegenstände gegen gleich baare Zahlung meist btetend versteigern:

1 trächtige Fahrkuh, 14 Wagen, 1 Pflug, 1 Egge,

1 Fruchtfegemühle, 1 Dickwurzmühle, 1 Pfuhlfaß,

mehrere Joche mit Kuhgeschirren, mehrere verschledene

Ketten und sonstige Haus- und Oekonomtegeräth⸗

schaften. 540

werden versteigert:

1) Donnerstag den 19. Februar. Distrikt Klappertannen: 35 Raummeter Kiefern-Scheiter, 37 1 Klefern⸗Knüppel von 3 m Länge, 312 5 Kiefern Knüppel, 44 5 Kiefern⸗Stöcke, 5150 Stück Kiefern⸗Wellen, 125 Kiefern⸗-Stämme von 13 33 em Durchmesser, 4-15 m Länge, mit 32 ebm Inhalt.

2) Freitag den 20. Februar.

Distrikt Rabennest und Saan: 12 Raummeter Buchen-Scheiter,

183 5 Buchen⸗Knuͤppel, 29 5 Eichen⸗Knüppel, 69 5 Kiefern⸗Knüppel, 47 5 Buchen⸗Stöcke,

3600 Stück Buchen⸗Wellen, 5150, Kiefern⸗Durchforstungs-Wellen, 18 Eichen⸗Stämme mit 2,98 ebm Inhalt, 13 Buchen⸗ 1,98 obm 29 Eichen⸗ und Buchen⸗Derbstangen. Zusammenkunft am ersten Tage auf der Bornschnelse, zunächst des Löwenhofs, am zweiten Tage auf demNeuen⸗ Weg im Distrikt Saan, jedesmal Morgens 10 Uhr. Ockstadt den 10. Februar 1885.

Der Frh. v. Franckenstein'sche Oberförster Rumpf.

Holzversteigerung

in den Gräflich Solms-Rödelheimischen Waldungen.

Im Revier Burg⸗Gräfenrode, Distrikt Kleine Diebs⸗ eiche, werden verstelgert: Donnerstag den 19. Februar, Morgens Uhr: 6 Raummeter Elchen⸗Prügelholz, 9075 Wellen gemischtes Durchforstungs⸗Relsholz. Zusammenkunft auf der Staatsstraße, zunächst den Ruhebänken. Wickstadt den 12. Februar 1885. Der Gräfliche Revierförster Habich.

*

562 dels frisch gebrannten Kaffee. per Pfund M. 1., M. 1.20, M. 1.40, M. 1.60,

P. Theis, vormals G. Haustädt.

empsiehlt 396

a

Linden Ande Zusa

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