Ausgabe 
17.1.1885
 
Einzelbild herunterladen

r e N n

Wehrpflichtgesetz zu formuliren.

hat, wird durch Aufnahme einer Anleihe, worüber ein besonderer Gesetzentwurf vorgelegt wird, zu decken sein. Der Betrag der Anleihe ist behufs der Balancirung des Staatshaushalts Etats im Etat der allgemeinen Finanzverwaltung in Einnahme gestellt.

15. Jan. Die Commission der Congo Conferenz berieth heute über die Formalitäten, welche für effective neue Occupationen zu be obachten sind, namentlich über den dazu vor liegenden bekannten Antrag Portugals.

Wilhelmshaven, 15. Jan. Das Panzer schiffFriedrich Karl ist nicht, wie anderweitig gemeldet, für Westafrika bestimmt, sondern wird als Wachtschiff zu Uebungen des Maschinenper sonals in Dienst gestellt.

Stuttgart. Die Leiche des Prinzen August von Württemberg wird von Berlin nach Lud wigsburg verbracht und dort in der königlichen Gruft beigesetzt.

Ausland.

Norwegen. Christiania. Der Kriegs minister hat übereinstimmenden Nachrichten zu folge den festen Beschluß gefaßt, zu demissioniren. Der Grund des Rücktrittes des Kriegsministers besteht darin, daß Sverdrup das Verlangen an das Departement des Krieges gestellt hat, bis zum Zusammentritt des nächsten Storthings ein Ein solches kann aber die Heeresordnungs-Commission nicht

bis zu dieser Zeit beschaffen. DasMorgenblatt

ist der Meinung, daß Aussicht für die gänzliche Sprengung des Cabinets vorhanden ist, wenn der Staatsminister fortfährt, die oben erwähnte Angelegenheit auf die Spitze zu treiben; es glaubt indeß, daß Sverdrup bei Zeiten ein lenken werde.

Belgien. Brüssel. Die Deputirten von Nivelles brachten in der Kammer einen Antrag anf Wiedereinführung der Eingangszölle für Getreide, Vieh und andere Consumptibilien ein.

Frankreich. Paris, 14. Jan. Kammer. Raoul Duval wünscht die Regierung über ihre diplomatische und militärische Action in Ostasien zu interpelliren. Ferry erklärte sich zur sofor tigen Beantwortung bereit. Der Verlauf der Sitzung bewies, daß die Opposition dem Mini sterium Nichts anhaben kann. Sowohl das be antragte Mißtrauens votum wegen des Rücktrittes Campenon's wurde verworfen, als auch die ge wünschte Vertagung. Das energische Auftreten Lewal's machte den besten Eindruck.

Figaro meldet die vollständige Ver ständigung Bismarck's mit Ferry bezüglich der beiderseitigen Colonialpolitik. Frankreich ver pflichtet sich, in allen seinen Colonien den deut schen Handel zu beschützen; Deutschland werde dagegen Frankreich am Congo, in Egypten und in China unterstützen.

Kriegsminister Lewal beabsichtigt von den Kammern wieder einen größeren Betrag für die Expedition in Tonkin zu verlangen. Die An gaben schwanken zwischen 30 und 50 Million Fres. Die Befehlshaber der Armeecorps sind beauf tragt worden, bei Unteroffizieren und Soldaten anzufragen, wer sich für den Dienst in Tonkin melden wolle, und der Marineminister hat be kannt gemacht, daß eine Liste zur Einschreibung von Freiwilligen für die Marine-Infanterie für Leute von 18 bis 24 Jahren aufgelegt ist.

15. Jan. Hässan Fehmi Pascha ist heute Vormittag eingetroffen und beabsichtigte morgen Abend nach London weiter zu reisen.

Großbritannien. London, 14. Jan. Bei dem gestrigen Meeting der Liberalen in Kensington äußerte Dilke, es werde vielleicht nothwendig sein, die auswärtige und Colonial politik Englands, wozu die Regierung durch die jüngsten Ereignisse genöthigt gewesen sei, theil weise zu ändern und durch eine Politik zu ersetzen, die der gegenwärtigen Lage besser angepaßt sei.

Italien. Neapel, 14. Jan. Die Einschiff⸗ ung der Truppen für die Garnison in Assab ist der schlechten Witterung wegen auf morgen oder übermorgen verschoben worden.

Rußland. Petersburg. In Centralasien

I. 9ÄůCᷓ NN * g

vollziehen sich ganz im Stillen Dinge, welche in Zukunft möͤglicherweise eine afgbanische Frage heraufbeschwören und das gute Einvernehmen zwischen Rußland und England in Zukunft zu trüben vermögen. Während die übrigen Mächte in der Colonial- Angelegenheit ihre Blicke auf Afrika gerichtet halten, dringt Rußland stetig weiter in Centralasien vor und vollzieht dort ohne jede Störung die Eroberung eines Land striches nach dem anderen.

Egypten. Kairo, 14. Jau. Nach einem Telegramm desTemps hätte der Mahdi die Bedingungen Wolseley's angenommen. Die Eng länder marschiren ungehindert auf Khartum.

Ein Bote aus Berti ist in Merawi am 12. Januar angelangt. Er meldet, daß die Robatat- und Monasir-Stämme sich unweit Salamat zusammengerottet haben. Sie haben den Mahdi um Verstärkungen ersucht, um dem Vorrücken der Engländer Widerstand zu leisten; aber der Mahdi hat ihnen geantwortet, daß er gegenwärtig keine Streitkraft entbehren könne, um sie zu unterstützen.

Alexandrien, 14. Jan. Der Apwpellations gerichtshof vertagte die Verhandlung uber die Berufung, welche von der Regierung gegen die Entscheidung des Gerichtshofes erster Justanz in dem von der Schuldenkasse angestrengten Pro zesse eingereicht worden war, um eine Woche.

15 Aus Stadt und Land.

5. Friedberg. Der Kölntischen Zeitung wird aus Berlin geschrieben:Als ein wichtiges parlamen tarisches Ereigniß wird in Reichstagskreisen, namentlich innerhalb der deutsch⸗freisinnigen Partet, die Freisprechung des Rechtsanwalts Jöckel in Frledberg besprochen freilich weniger diese Freisprechung an sich, als die gerichtliche Begründung derselben, laut welcher es dem Angeklagten gelungen ist, den Wahrheitsbeweis zu führen, daß der Major a. D. Hinze, jetzt Vertreter des Wahlkreises Friedberg Büdingen, seiner Zeit den Abschied habe nehmen muͤssen, weil dem Officlercorps zur Kenntniß gekommen sei, daß derselbe einen Armeelieferanten um ein Darlehen an gegangen, und nachdem dies abgeschlagen worden, der Lieferant von der Bekleldungscommission, deren Vor sitzender Hinze war, keine Aufträge mehr erhalten habe. Wenn die Gerichts verhandlung vor der letzten Wahl stattgefunden hätte, würde Hinze jetzt schwerlich Reichs tagsmitglied sein. Beförderung eines Abgeordneten die Niederlegung des

Mandats zur Folge, den nach unten hin gerichteten Fall!

hat die Gesetzgebung nicht vorgesehen.

m. Friedberg. Die Volksküche wurde am 10. Dez. eröffnet und mit Ausnahme der Weihnachtsfetertage und des Sonntags nach Weihnachten an jedem Tage den Armen eine gute Suppe gereicht. Bis zum 9. Jan. wurden 1239 Liter Suppe ausgegeben, 896 gegen Marken geschenkt und 343 gegen Baarzahlung, im Durchschnitt also 4445 Portionen an jedem Tage ausgegeben.

r. Bad⸗Nauheim. Unter sehr großer Bethetligung wurde am 12. d. Nts. auf dem Hartmann'schen Felsenkeller die diesjährige 24. General Versammlung des hlesigen Turnvereins abgehalten. Der Vorsitzende, Lehrer Wagner, eröffnete die Versammlung mit einer Ansprache, in welcher er einen Rückblick auf das verflossene Vereinsjahr warf und mit einemGut Heil auf die Harmonte und Ein tracht in dem Verein schloß. In dem hierauf von dem selben mitgetheilten Rechenschaftsbericht wurde zunächst dankend des Rittmetsters Langsdorff dahlter gedacht, welcher dem Verein einen Barren neuester Construetton als Geschenk überwiesen hatte, ein Beweis, wie das Gute stets Anerkennung findet. Außerdem hatte sich dem Verein die Gelegenheit in diesem Jahre geboten, auf billige Weise zu einem Gerätheschuppen zu kommen. Die Mitgliederzahl beträgt 93. An 80 Abenden turnten zusammen 1920 Mann, also durchschnittlich 24 pro Abend. Versammlungen wurden 12 abgehalten. Aus dem Vereins leben ist noch zu erwähnen: Das Bezirksturnen in Vilbel, der gemüthliche Abend bei der Lehrerversammlung, die Turnfahrt nach Münzenberg, die Fahnenweihe des Mili⸗ tärvereinsHassia dahter, das Gauturnen in Homberg, das Usgauturnfest in Anspach, das Sedanfest und die Feier von Kaisers Geburtstag, an welch sämmtlichen Festlichkeiten Betheiltigung seitens des Vereins statt gefunden hat. Abendunterhaltungen haben zwei statt gefunden. Am zweiten Weihnachtsfeiertag wurde außer dem das Winterfest abgehalten, welches sehr gut besucht war. Der Bericht schließt mit den Worten:Möge doch jedes Mitglied mit seiner Kraft dem Verein und seiner gemeinnützigen Sache dienstbar sein und das gute Fortbestehen desselben wäre vollkommen gesichert. Die vorgelegte Rechnung schloß ab mit einer Einnahme von

375 M. 50 Pf., einer Ausgabe von 350 M. 31 Pf. und einem Kassenbestand von 25 M. 19 Pf. Das baare

Vereinsvermögen beträgt 264 M. 52 Pf.

Allerlei. Frankfurt. Bezüglich der Ermordung des Poltzei⸗

raths Rumpff ist vom hiesigen Poltzelprästdium noch Dienstag Nacht an die Polizeibehörden in allen großen

Laut gesetzlicher Vorschrift hat die

Elsenbahnknotenpunkten ein Telegramm abgesendet worden, welches folgenden Wortlaut hat:Der Poltzetrath br. Rumpff wurde heute Abend erstochen. Die That wurde unzweifelhaft von Anarchisten verübt. Möglicher weise ist der Thäter oder Mitwisser ein Mann von etwa 30 bis 40 Jahren, untersetzt, hat volles Gesicht, blonde Haare, kurzen blonden Schnurrbart und ist Fuß groß. Ich bitte, sofort und in den nächsten Tagen nach den Verbrechern zu forschen. Der Präsident: v. Hergenhahn.

Crefeld, 13. Jan. Der fahrplanmäßig 8 Uhr 6 Min. von Neuß hier eintreffende Localzug stieß heute früh beim Einfahren in den hiesigen Bahnhof auf einen leeren Personenzun. In Folge des Zusammenstoßes entgleisten eine Locomotive und drei Personenwagen und wurden diese mehr oder weniger erheblich beschädigt. Menschen wurden glücklicherweise nicht verletzt, auch er litt der Betrleb keine Störung. Der Zustammenstoß wurde durch einen Fehler im Depeschendienst verursacht.

Wien. Die Frankfurter Mordthat erregt hier große Bewegung. Die Polizeibehörde recherchirt auf Ersuchen des Frankfurter Pollzeichefs eifrigst.

Parts, 15. Jan. Eine Explosion schlagender Wetter fand in den Kohlengruben von Lievin(Pas de Cal ats) statt. Achtundzwanzig Personen blieben todt.

Madrid. Die Zahl der in der Provinz Granada durch die Erdbeben zerstoͤrten Häuser beträgt 3240.

Handel und Verkehr.

Butzbach, 14. Jan. Wochenmarkt. Butter kostete per Pfd. M. 0.85 0.90, Käse per Pfd. 4546 Pf. Eier 1 Stuck 8 Pf.

Frankfurt, 14. Jan. Wochenmarkt. Weißkraut per Hundert M. 10 14, Rothkraut per Stück 25 bis 40 Pf., Wirsing 610 Pf., Blaukraut 6 Pf., Blumen- kohl(geringe Waare) 2025 Pf., Erdkohlrabi 68 Pf., Kartoffeln per Malter(200 Pfund) M. 45, per Gescheid 9 10 Pf., bessere Sorten 12 Pf., Mäuschen, gelbe 25 Pf., rothe 20 Pf., Zwiebeln per Centner M. 56, per Gescheid 20 Pf. Dürrobst: Zwetschen per Pfund 2535 Pf., Hutzeln 30-35 Pf., Kirschen 50 Pf., Apfelschnitte 40 50 Pf. Frisches Obst: Aepfel zum Kochen per Centner M. 10 12, Borsdorfer M. 20, Goldreinette M. 17, Graureinette M. 12, Kochbirnen M. 1215, Tafelobst M. 2025, Kastanien per Pfund 16 20 Pf., Nüsse per Hundert 25 80 Pf.; italienisches Obst en gros: Maronen per Centner M. 16, Haselnüsse M. 33, per Pfund 40 Pf., Orangen per Kiste(420 Stück) M. 26, Citronen per Kiste(300 Stück) M. 17, per Stück 910 Pf. Eier per Hundert: Deutsche M. 67, Italiener M. 8 9,50. Am Geflügel- und Wildpret⸗ markt wurden Gänse verkauft je nach Qualität per Pfund 5565, Hase per Stück M. 3, kleinere M. 2.50.

Geld- Cours.

Frankfurt, am 15. Januar 1885. Geber. M. Pf. 20⸗Frankenstück:e: 16% do. in,[eds Englische Sovereings 20. 0 Russische Impertales.. 16. 72 16. 68 Duate n 9d al mae 96 Delars is Sold.

Kirchliche Anzeigen fur Friedberg. Ebangelische Gemeinde. 2. Sonntag nach Epiphanias. Pfarramtswoche Herr Pfarrer Meyer. Gottesdienst in der Stadtkirche: Nachmittags Uhr: Herr Candidat H. Blegler.

Gottesdienst in der Burgkirche: Vormittags Uhr: Herr Pfarrer Meyer. Abends 5 Uhr: Herr Missionär Thum m.

scatholische Gemeinde. Samstag 5 Ubr: Beicht. Sonntag 6 Uhr: Beicht. 347 Uhr: Austheilung der heil. Communion. 10 Uhr: Hochamt mit Predigt. 2 Uhr: Christenlehre und Andacht.

Submission auf Schreinerarbeit.

Die Anfertigung von zwei Subsellien soll auf dem Submissionswege vergeben werden. Muster und Be dingungen sind bei uns einzusehen. Die Submission ist bis zum 20. d. Mts. verschlossen mit der Aufschrift Submission auf Schreinerarbeit in unseren Brlefkasten am Hause einzulegen.

Friedberg den 16. Januar 1885.

Großherzogliche Direktion der Blinden-Anstalt. Schäfer.

Faselochs⸗Versteigerung. Mittwoch den 21. Januar l. J., Vormittags 11 Uhr, soll ein der hiesigen Gemeinde zustehender, zum Schlachten geeigneter Faselochs öffentlich meistbietend auf dem Bürgermeisteret-Büreau dahler versteigert werden. Bruchenbrücken am 15. Januar 1885. Großherzogliche Bürgermetsteret Bruchenb rücken.

25 Wagner. Unterjaden& Unterhosen

r

2

billigst bel

0 1 15 2

Mitt fangend

1 Struth

3

...... re eee e = . S* 2 1

werden

Die fangend Luugert

1400

1 K. Friedrich.