Ausgabe 
15.9.1885
 
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der er

Allerlei.

Berlin. Die preußtische Generalsynode, welche am 10. Oetober zusammentritt, wird sich hauptsächlich be schäftigen mit der Neuregelung des Diensteinkommens der Geistlichen, mit der Aenderung der preußischen Pfarr wahlordnung, der Regelung des kirchlichen Reliktenwesens, der Neuordnuntz des Verfahrens bei Diseiplinar-Unter suchungen, mit dem Erlaß einer neuen kirchlichen Ver waltungsordnung, sowie endlich mit den Verordnungen über das Dienstalter der Geistlichen und deren nach trägliche Beitritt zum landeskirchlichen Pensionsfonds.

Fredertkshaven, 10. Sept. Zufolge weiterer Meldung erfolgte der Zusammenstoß des deutschen Aviso's Blitz mit dem englischen DampferOakland nördlich von der Insel Laesöe, 8,5 Seemeilen südsüdwestlich vom Feuerschiff bet Trindeln, in Folge eines falschen Manövers desOakland, der sofort sank. Von der 17 Mann starken Besatzung desOakland konnten nur zwei ge rettet werden, der Steuermann Napier und der Boots mann Batty. Der AvisoBlitz blieb völlig unbeschädigt, Niemand wurde verletzt.

Paris. Der in den weitesten Kreisen bekannte Luft schiffer Godard ist in Saint-Quen nach langem Leiden gestorben. Godard fertigte während der Belagerung von Paris verschiedene Ballons an, welche Personen und verkleinerte Zeltungen, Briefe ꝛc. aus der Hauptstadt nach der Provinz beförderten.

Himmelserscheinung.

Was zuvor noch Niemals gelungen ist, die Veränderung eines Nebelflecks am Sternhimmel im Laufe der Zeit mit Sicherheit zu erkennen, das hat sich endlich in diesen Tagen als ein unerhoͤrtes Ereigniß vollzogen. Von mehreren Seiten sind darüber schon die ersten kurzen Mittheilungen ergangen. Am Abend des 30. August beobachtetete Freiherr von Spießen zu Winkel im Rheingau um 9½½ Uhr mit einem kleinen Fernrohr von Zoll Oeffnung im Andromeda-Nebel einen hellen Stern von töthlicher Farbe, der auch im Sucher(also einem noch kleineren Fernrohr) sichtbar war, wie Dr. Deichmüller von der Bonner Stern warte an die Centralstelle für astron. Telegr. in Kiel berichtet. Ferner ist daselbst von Dr. Hart wig aus Dorpat die Nachricht vom 31. August eingetroffen:Höchst merkwürdige Veränderung des großen Andromeda-Nebels. Fixsternartiger Kern 7. Größe. Außerdem wird noch von Dr. Lamp von der Kieler Sternwarte mitge theilt, daß die Erscheinung am 31. August und 1. September auch dort beobachtet wurde. Der Stern schien an Helligkeit zugenommen zu haben. Es wird dabei noch erwähnt,daß die Ver gleichung der jetzigen Nebelgestalt mit einer früheren vorzüglichen Zeichnung im 8. Bande der Annalen des Harvard⸗College eine auf fallende und höchst merkwürdige Veränderung zeige. Dieser große Nebelfleck der Andro meda gehört bekanntlich zu den vorzüglichsten Objekten der Art am Himmel. Es ist auch der a. Nebelfleck, von dem in der Geschichte der

Astronomie eine Erwähnung geschieht, und zwar

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(nach einer Mittheilung derN. A. Z) von dem persischen Astronomen Al-Susi im 10. Jahr hundert, der ihn also mit bloßen Augen als Nebelfleck erkannte. Später, nach der Erfindung der Fernrohre, beschreibt ihn Simon Marius (Mayr) zu Ansbach im Jahre 1612 und ver gleicht die Erscheinung mit einem Kerzenlichte, durch eine Hornscheibe gesehen. Die spectrosko pischen Untersuchungen unserer Zeit ergaben keine hellen Linien, so daß dieser Nebel nicht, wie einige andere, sich als Gasmasse zu erkennen gibt, sondern aus festen Körpern bestehen wird; auch ist durch große Fernrohre schon eine Menge sehr kleiner Sterne darin aufgefunden worden. Die Länge des Nebels wird auf Grad ge schätzt, seine größte Breite in der Mitte etwas mehr als ein Grad. Er ist leicht am Himmel aufzufinden jetzt des Abends an der Ostseite, über dem mittleren Stern(8) der Andromeda, etwa 8 Grad davon entfernt, wo er mit drei anderen Sternen, zwei helleren und einem schwächeren, ein unregelmäßiges Viereck bildet. Es wird gewiß von Interesse sein, daß recht viele Beobachter, auch mit kleineren Fernrohren, die Erscheinung weiter verfolgen, besonders da es sich vielleicht um einen Zustand handelt, der möglicher Weise bald wieder verschwindet, ähnlich der seltenen Erscheinung eines neuen Fißxsterns, der nur sehr kurze Zeit sichtbar blieb, wenn er auch hell genug wurde, um mit bloßem Auge gesehen zu werden. In höherem Maße handelt es sich bei dem gegegenwärtigen Falle um die

Vorgänge, welche den Zustand einer fernen Welt verändern. Verloosung.

Pappenheimer 7 fl.⸗Loose von 1864. Ge winnziehung vom 1. Sept. 1885. Heimzahlung am 1 Bez 1885 S. 255 Nr. 3 7000 fl. S. 41 Nr. 18, S. 4895 Nr. 19 a 450 fl. S. 370 Nr. 11, S. 5210 N, S. 5201 Nr. 20 8 100 fl. S. 151 Nr. 16, S. 1618 Nr. 9, S. 2350 Nr. 2, S. 3460 Nr. 13, S. 4106 Nr. 20, S. 4473 Nr. 3, S. 4759 Nr. 10& 40 fl. S. 521 Nr. 18, S. 1709 Nr. 14, S. 1990 Nr. 7, S. 2938 Nr. 13, S. 3930 Nr. 11, S. 4320 Nr. 9, S. 4374 Nr. 11, S. 4415 Nr. 14, S. 5017 Nr. 8, S. 5159 Nr. 4, S. 5346 Nr. 1, S. 6882 Nr. 5 a 30 fl. S. 2193 Nr. 19, S. 2350 Nr. 13, S. 3982 Nr. 1, S. 4169 Nr. 6, S. 4328 Nr. 4, S. 4374 Nr. 110 20, S. 4410 Nr. 11, S. 4430 Nr. 13, S. 4895 Nr. 12, S. 5016 Nr. 3, S. 5159 Nr. 6, S. 5291 Nr. 2, S. 5540 Nr. 17, S. 5975 Nr. 16, S. 6069 Nr. 18, S. 6083 Nr. 17, S. 6126 Nr. 13, S. 7009 Nr. 14 a 15 fl. Auf alle übrigen in

obigen Serien enthaltenen Nummern entfällt der geringste Gewinn von je 8 fl.

Handel und Verkehr. Friedberg, 12. Sept. Buttermarkt. Butter kostete per Pfd. M. 0.80 0.90, Eier 2 St. 13 Pf. Homburg, 12. Sept. Marktpretse. Kartoffeln per Malter(neue) M. 56, per Gescheid(neue) 89 Pf., Eier per Stück 6 und 7 Pf., Butter per Pfd. 1. Qual.

Frankfurt, 12. Sept. Wochenmarkt. Auf dem heutigen Markte kostete das Malter Kartoffeln M. 4 5. Eier das Hundert M. 4.50 5.50. Butter im Großen M. 80-85, im Detail M. 1 1.20. Einmachgurken das Hundert 60 Pf. bis M. 1, Weißkraut 15 20 Pf., Rothkraut 2530 Pf., Kohlkraut 12 Pf., Blumenkohl 3060 Pf., Rosenkohl 90 Pf., Kohlrabi 34 Pf., Gelberüben der Pack 6 Pf., Spinat 3050 Pf., Mäuse⸗ kartoffeln das Gescheid 25 Pf., Bohnen das Pfd. 12 bis 15 Pf., Kopfsalat 5 Pf, Endivien und Eskarol 6 bis 10 Pf., Romainsalat 1520 Pf. Fleisch. Ochsen⸗ fleisch 60-70 Pf., Kuh-, Rind- und Farrenfleisch 50 bis 60 Pf., Kalbfleisch 50-60 Pf., Schweineflelsch 70 bis 75 Pf., Hammelfleisch 5070 Pf. Geflügel. 1 Hahn M. 1.202, 1 Huhn M. 12, 1 Ente M. 2.50 bis 3, 1 Gans M. 48, 1 Poularde M. 2.503, Capaun M. 34, Welsche M. 5 10, Taube 40-60 Pf.

Repertoir⸗Entwurf der vereinigten Stadt-Theater in Frankfurt. Opernhaus. Dienstag den 15.: Herodias.

Mittwoch den 16.: Die weiße Dame. Carnevalsfest. Außer Abonn. Donnerstag den 17.: Die Afrikanerin.

Herr Sigelli als Gast. Freitag den 18.: Tell. Außer Abonn. Samstag den 19.: Lakmé. Sonntag den 20.: Der Prophet. Montag den 21.: Gasparone. Außer Abonn. Schauspielhaus. Dienstag den 15.: Die Schauspielerin. Mittwoch den 16.: Arria und Messalina. Donnerstag den 17.: Geschlossen. Freitag den 18. Neu einstudirt: Unsere Freunde. Louis Caussade: Herr Anton Roll als Gast. Samstag den 19.: Die Leibrente. Sonntag den 20.: Probepfeil. Montag den 21.: Unsere Freunde. Brodpreise vom 16. September bis 1. Oktober. Nach eigener Angabe der Bäcker. Für Friedberg und Butzbach

unverändert.

Hierauf: Ein

Vasco de Gama:

Freund Fritz

Für Bad-Nauheim: Erste Sorte 2 Kilo 50 Pf. Zweite Sorte 2 Kilo 43 Pf. * 1 1 17 1 1 5 72** 5 7e 5

Dritte Sorte Brod 2 Kilo 38 Pf. Fleisch⸗ ꝛc. Preise vom 16. Sept. bis 1. Oktober. Nach eigener Angabe der Metzger. Für Friedberg und Butzbach unverändert. Für Bad-Nauheim: Per ½ Kilo.

M. Pf. M. Pf.

Ochsenfleisch 70 Geräucherter Speck 80 Kuh- oder Rindfleisch 56 Schinken Kalbfleisch 60 Leber- u. Blutwurst 64 Hammelfleisch 60 Schwartenmagen 80 Nzerenfett 40 Cervelatwurst 8 Schweinefleisch 56 Fleischwurst 80 Keil und Karre 60 Bratwurst 80 Dörrfleisch 80 Schmalz, ausgel., 90 Solperfleisch 60 unausgel., 80

Bei H. Aletter V. ksstet das ½ Kilo Fleischwurst 88 Pf. Bei H. Fritz Solperfleisch 64 Pf., Leber- und Blut wurst 68 Pf. Bei F. Graff Schwartenmagen 84 Pf.,

M. 1.10, 2. Qual. M. 1.05.

Fleisch-Wurst 88 Pf., Brat-Wurst 88 Pf. Bet H. Klinkerfus Leber- und Blutwurst 60 Pf. Bei F. Langsdorf II. Leber- und Blutwurst 68 Pf.

Obst Versteigerung

zu Friedberg.

Mittwoch den 16. September soll das der Stadt Friedberg gehörende Obst, bestehend in Aepfeln, Birnen u. Zwetschen, öffentlich meistbletend versteigert werden.

Die Versteigerung beginnt Vormittags 8 Uhr am sog. viereckigen Weiher und wird Nachmittags 2 Uhr in der Feldgemarkung fortgesetzt. Das Ausgebot erfolgt baum weise und in der Feldgemarkung in Abtheilungen.

Friedberg den 11. September 1885.

Großherzogliche Bürgermeisterel Friedberg.

3153 Steinhäußer.

Obstversteigerung.

Mittwoch den 16. September, Vormittags 9 Uhr, soll das der Gemeinde Nodheim zustehende Obst, be stehend in 10 Malter Acpfeln und 25 Malter Birnen, an Ort und Stelle meistbletend versteigert werden.

Zusammenkunft ist an der Krelsstraße nach Holzhausen.

Rodheim v. d. H. den 12. September 1885.

Großherzogliche Bürgermelsterei Rodheim v. d. H. 3164 Jacobi.

Aepfel-Versteigerung. Dienstag den 15. September l. J., ormittags 11 Uhr, sollen die hlesigen Gemeinde-Aepfel öffentlich meistbietend versteigert werden. Bruchenbrücken am 13. September 1885. 5 Großherzogliche Bürgermelsteret Bruchenbrücken. 3174 Wagner.

Obstversteigerung.

Das fiscalische Obst, bestehend in Aepfeln, Birnen, Zwetschen und Nüssen, um die Burg Friedberg soll Donnerstag den 17. d. Mts., Nachmittags 2 Uhr, meist⸗ bietend verkauft und der Anfang im Hirschgraben gemacht werden.

Ober-Ros bach den 14. September 1885.

Großherzogliche Oberförsterei Ober-Rosbach. 3179 Strack.

** Obst-Versteigerung. Donnerstag den 17. d. Mts., Nachmittags 1 Uhr, soll das hiesige gemeinheitliche Obst, Aepfel, Birnen und Zwetschen, abtheilungsweise auf Ort und Stelle ver steigert werden. Sôödel am 13. September 1885. Großherzogliche Bürgermeisterel Söͤdel. Reitz. Nicht als Heilmittel, sondern als Unlversalmkttel zum täglichen Ge⸗ brauche im Interesse für Alle, denen an Erhaltung eines schönen, natürlichen Haupthaares und immer reiner, thätiger Kopfhaut etwas gelegen ist, empfiehlt man statt Oel oder Pomade C. Retter's Haarwasser(München), welches durch die ehrendsten Zeugnisse erster Autoritäten ausgezeichnet, besonders auch für Institute eindringlichst zu empfehlen ist. Zu haben um 40 Pf. und M. 1.10 bei J. Baumeister in Friedberg. 1007

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Arbeus⸗Vergebung und Lieferung von Materialien in Bad⸗Nauheim.

Samstag den 19. d. Mts., Vormittags 11 Uhr, findet auf hiesigem Rathhause die Versteigerung nachstehender Arbeit und Matexialien-Lieferung statt:

IJ. Arbeit.

Das Klopfen und Messen von Basalt- und M. Pf. Quarzitsteinen zum Eindecken der Park⸗ straße 200 II. Materialien⸗Lieferunßz. 25 ebm Basaltsteine, 8 bis 15 em stark, franeo Bad- Nauheim a M. 4. 100 25 ebm la Quarzitsteine, 8 15 em stark, ab Bruch a M. 2. 50 10 ebm la Deckkies à M. 3. 30 2200 Stück hartgebrannte Russensteine à M. 19. 41 80 6 Centner Schwarzkalk M. 1.20 9 Tonnen la Portland⸗Cement 17 2 ebm scharfen Mauersand à M. 4. 8 29 Meter Steingutrohre von 20 em l. W. à M. 2.70 78 30 1 Meter Rohr mit Krümmling von 15 om l. W. 2 30 M. 534. 60

Bad⸗Nauheim den 12. September 1885. Großherzogliche Bürgermeisterel Bad-Nauhelm. 3180 Woͤrner. Einen zur Zucht tauglichen, 15 Monat alten Faselochsen hat zu verkaufen Petterweil.

3065 Philipp Wall.