Ausgabe 
15.9.1885
 
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Bonn, 10. Sept. Prinz Bernhard zu Sachsen-Weimar ist derBonner Zeitung zu folge gestern von Jülich hier wieder eingetroffen. Dank seiner vorzüglichen Constitution hat sich der Prinz in fast unglaublichey Weise von seinen lebensgefährlichen Verletzungen erholt, die in einem Schädelbruch, einem doppelten Kiefer bruch, einer starken Verletzung der Rückenwirbel säule und einer Quetschung der Brust bestanden. Er begibt sich morgen nach Heidelberg, um sich dort weiter von dem Professor Chelius behan deln zu lassen.

Königstein(Taunus), 10. Sept. Der König von Rumänien, welcher, wie man böͤrt, an den Folgen des in Bukarest sehr häufigen Wechselfiebers litt, hat jetzt ein blühendes Aus sehen; er bewegt sich viel in unseren Wäldern und Bergen. Auch die anderen fürstlichen Per sonen fühlen sich wohl. Man bofft auf deren Rückkehr im nächsten Jahre. Die rumänischen Majestäten verlassen uns am 19. oder 20. d. M. und geben sich dann in München ein Rendez vous mit ihren Verwandten. Von München geht ihre Reise über Wien nach Bukarest weiter. Der Kornprinz von Schweden und der Prinz Nikolas von Nassau sind heute hier eingetroffen.

Karlsruhe, 11. Sept. Die Kaiserparade bei Beiertheim verlief glänzend. Der Kaiser traf um 10 Uhr ein, begleitet von dem Groß herzog, dem Kronprinzen, den badischen und den preußischen Prinzen und riesiger Suite, und fuhr sämmtliche Treffen entlang. Während des De filirens blieb der Kaiser über eine Stunde im Wagen stehend. Der Großherzog und die ba dischen Prinzen führten ihre Regimenter per sönlich vor. Schließlich fuhr der Kaiser langsam die Front der badischen Kriegervereine entlang. Die Kaiserin wohnte im Wagen an, die Groß herzogin und die Kronprinzessin Victoria er schienen zu Pferde. Der Erbgroßherzog führte das erste Bataillon der Leibgrenadiere. Prinz Ludwig war in dem gleichen Regiment einge treten. Das Wetter war anfangs günstig, später trat Regen mit Sturm ein. 12. Sept. Gestern Abend fand große militärische Hoftafel statt; geladen waren außer den Fürstlichkeiten sämmt⸗ liche Generale und Stabsoffiziere des vierzehnten Armeecorps und die fremdherrlichen Offiziere. Der Kronprinz, die preußischen Prinzen und Prinz Arnulph von Bayern wohnten der Fest vorstellung im Theater bei. Das Wetter ist heute etwas besser, der Himmel ist bedeckt, doch ist die Luft trocken. Das heutige Kaisermanöver wurde wegen ungünstiger Witterung abbestellt; die Truppen wurden vom Manöverfeld zurück berufen. Der Kasser ist, trotz der gestrigen Strapazen, vollkommen wohl. 13. Sept. Der Kaiser wohnte mit den badischen Herr schaften, sämmtlichen Prinzen, Suiten und den fremden Offizieren gestern Abend den 3 letzten

Akten der OperCarmen an. Ein auserlesenes;

Publikum bereitete dem Kaiser und den übrigen Herrschaften einen stürmischen Empfang. Der Kaiser dankte wiederholt, an der Brüstung stehend. Das gestern abgesagte Manöver findet am Montag statt.

Ausland.

Dänemark. Kopenhagen, 11. Sept. Die russische Kaiserfamilie und die dänische Königs familie trafen heute aus Fredensborg hier ein und fuhren durch die reich beflaggten Straßen nach der russischen Kapelle, um anläßlich des Namenstages des Kaisers der dort stattfindenden Messe beizuwohnen. Nach der Messe wurde an Bord desDershava das Frühstücks eingenommen.

Frankreich. Paris, 13. Sept. Das Petit⸗Journal erfährt, Marokko habe die an der Grenze der Sahara gelegene unabhängige, aber Marokko tributpflichtige Oase Figuig, welche den Unzufriedenen und Auffständischen stets als Zufluchtsort diente, an Frankreich abgetreten.

Großbritannien. London, 11. Sept. Auf der Staatswerfte in Portsmouth lief gestern ein Befehl der Admiralität ein, sofort mit dem Bau eines neuen mächtigen, gepanzerten Thurm schiffes von 12,000 Tonnen Tragkraft zu beginnen.

Spanien. Madrid. Ueber die Situation in Spanien wird im Allgemeinen wenig bekannt; indessen sickert doch dann und wann eine Nach richt durch, welche allerdings, wie die letzte, Schlimmeres befürchten läßt, als wir bisher an zunehmen geneigt waren. So hat am 9. Sept. in Madrid ein Pronunciamento des Regimentes der Königin stattgefunden. Trotzdem die spanische Regierung alle darauf bezüglichen Depeschen unter drückt, ist an der Thatsache selbst nicht zu zweifeln. Wenn aber die Bewegung das Heer ergreift, wenn mißvergnügte oder republikanische Generale und soustige Offiziere die allgemeine Verwirrung benutzen, um das Heer zu revoltiren, so tritt damit ein neues Element in die Bewegung ein, welches leicht für die Monarchie und den König verhängnißvoll werden könnte. Die Regierung, welche entschlossen ist, auf alle Fälle den Krieg zu vermeiden, soll strenge militärische Maßregeln getroffen haben, um jeden eutstehenden Militär aufstand im Keime zu erdrücken. Hoffen wir, daß es ihr gelingen und daß das junge Königthum ungefährdet aus der Krisis hervorgehen moͤge.

12. Sept. Der deutsche Gesandte Graf Solms wurde beim gestrigen Empfang im könig lichen Palais anläßlich des Namensfestes der Prinzessin von Asturien vom Könige herzlichst begrüßt.

Rußland. Petersburg, 13. Sept. Gegen über anderweitigen Meldungen mehrerer Blätter über politische Trausactionen, welche zwischen Rußland und Korea abgeschlossen sein sollen, kann dasJournal de St. Petersbourg gegen wärtig versichern, daß dieselben absolut unrichtig sind. Rußland habe mit Korea nichts anders als eine Handelscouvention abgeschlossen, welche in sämmtlichen Punkten analog denjenigen sei, wie sie andere Mächte z. B. England und Deutschland erlangt hätten.

Egypten. Kairo, 9. Sept. Wenn man der Regierung des Khedive Glauben schenken darf, so wäre der Aufstand im Sudan, trotz des Vorrückens der Armee der Derwische nach Norden, im Niedergange. Der Mudir von Sennaar soll sogar zu einer energischen Hand lungsweise gegenüber den Rebellen im Sudan übergegangen sein, indem er im Namen des Khedive die Garnison von Khartum zur Ueber gabe aufforderte, und seine Absicht ankündigte, im Weigerungsfalle den Platz stürmen zu wollen. Aus Suakin entsandte Spione bestätigen die Meldung von dem Tode Osman Digma's.

Indien. Bombay. Die Regierung von Mysore trifft alle Vorbereitungen, um einer Hungersnoth vorzubeugen. Der Regenmangel verursacht in Dekkan lebhafte Besorgniß.

Amerika. Winnipeg, 11. Sept. Der Appellhof in Manitoba wies den Appell Louis Riel's zurück und bestätigte das Todesurtheil, welches wahrscheinlich am 18. Oct. vollstreckt wird.

Aus Stadt und Land.

Friedberg, 12. Sept. Anläßlich des Geburts tages des Großherzogs fand heute im Hötel Trapp ein sehr gut besuchtes Festessen statt. Kreitsrath Dr. Braden brachte den Toast auf S. K. H. den Großherzog aus, in den die Anwesenden jubelnd einstimmten. Die öffent⸗ lichen und zahlreiche private Gebäude hatten geflaggt.

i. Friedberg. Der hiesige Bienenzüchter⸗ Verein, welcher dermalen über 50 Mitglieder zählt, beabsichtigt auch im kommenden Winter seine regelmäßigen Versammlungen je am ersten Samstag eines Monats in seinem Vereinslokale, bel Bierbrauer Rudelius dahier, Abends von 8 Uhr an abzuhalten. Die erste derselben fand bereits statt und zwar ausnahmsweise am vorigen Sonntag. In ihr hielt Seminarlehrer Süß einen Vor⸗ trag über die volkswirthschaftliche Bedeutung der Bienen⸗ zucht. In überaus schöner und fesselnder Weise schil⸗ derte Reoner die Vortheile der Bienenzucht in Beziehung auf Honig und Wachs, auf Beförderung der Frucht- und Körnerbildung, sowie auf ihre läuternde Einwirkung auf Zucht und Sitte des Volkes. Nach seiner Ansicht liefert ein gesunder Stock bet richtiger Behandlung in einem einigermaßen günstigen Jahre einen Reinertrag von ca. 10 M. Durch diese Angabe allein sei schon der Beweis geliefert, daß die Bienenzucht noch heutigen Tags umso mehr ein lohnendes Gewerbe sei, als sie weder Arbeits- kraft noch Kapital, noch Grund und Boden in nennens⸗ werthem Umfange auf Kosten eines andern Geschäfts in Anspruch nehme. Werde sie auch in letzterer Zeit in größerer Aus dehnung und in ratkonellerer Weise betrieben,

so könnte doch noch mehr geschehen, um die Einfuhr fremden Honigs, die jetzt noch ungefähr 5 Milllon Mark jährlich betrage, zu verhindern, diese Summe Deutsch land zu erhalten und dadurch zur Hebung des Wohl standes beizutragen. Nicht minder nutzbringend hielt Redner die Bienenzucht in Bezug auf Frucht- und Körner⸗ bildung. Die Ansicht, daß die Entnahme des Honigs und Blumenstaubes den Pflanzen schade, sei durchaus irrig. Im Gegentheil beförderten die Bienen durch das Einsammeln von Honig und besonders des Blumenstaubes die Befruchtung der Pflanzen und die Frucht- und Körner bildung in hohem Maße. Darwin habe nachgewiesen, daß 100 Stöcke weißen Klee's, welche den Bienen zu gänglich waren, 2290 keimfähige Samenkörnchen lieferten, während 20 Stöcke, zu welchen den Bienen der Zutritt durch Netze verwehrt wurde, kein einziges Samenkorn ergaben. Ferner würde durch das Auflecken des Honigs aus den Blüthen und von den Blättern der Pflanzen auch das Gedeihen derselben selbst befördert. Manche Pflanze müßte im Honigsafte ersticken, wenn ihn nicht die Bienen aufsaugten, ohne daß sie dabei die weichen Fruchtaugen und Schößlinge zernagen oder ganz zer stören, was von den meisten anderen Insekten geschehe. In ethischer Beziehung sei aber die Bienenzucht ein mäch tiger Hebel zur Veredelung des Menschen. Die Biene gebe stets Anlaß zum denken, sie führe in die tiefsten Schachte göttlicher Gesetze. Sie fessele außerdem an's Haus und fasse damit die gesellschaftlichen Krebsschäden unserer Zeit an der Wurzel an. Der Bienenzüchter finde in der Be schäftigung mit seinen Lieblingen trotz deren hin und wieder vorkommenden eigenartigen Liebkosungen Freude und Befriedigung und soviel Unterhaltung, daß er auf andere gerne verzichte. Allseitiger Beifall lohnte dem Redner, welcher gebeten wurde, den ebenso interessanten wie belehrenden Vortrag in einer Bienenzeitung zu ver öffentlichen.

s. Hartmanns hain. Vorletzten Sonntag fand ein Gesammtausflug des Vogelsberger Höhenelubs nach dem neuerbauten Aussichtsgerüst auf der Herchenhainer Höhe statt, an dem sich, trotz des sehr zweifelhaften Wetters, die Mitglieder der nächstgelegenen Seetionen sehr zahlreich betheiligten. Apotheker Seriba aus Schotten übergab im Namen des Centralausschusses in kurzen, aber kernigen Worten das Gerüst dem Schutze des Publikums und schloß mit einem Hoch auf den Protektor des Clubs, unsern Großherzog. Gemüthliches Zusammensein im Saale des Bürgermeisters Weidner zu Herchenhain reihte sich an die Einweihungsfeier. Hier gedachte Lehrer Laubinger von Herchenhain in einer längeren, sehr ge diegenen Rede des segens reichen Wirkens des Central ausschusses, welchem das Entstehen des schönen Gerüstes zu verdanken sei und beleuchtete zugleich die Vorzüge, die dasselbe den Bewohnern der nahe gelegenen Ort schaften sowohl, als auch den Touristen gewährt. Redner schloß mit einem Hoch auf die Mitglieder des Central ausschusses. Postverwalter Cellarkus erwiederte hierauf dankend dem Vorredner, daß nur durch ein Zusammen wirken sämmtlicher Mitgleider Großes geschaffen werden könne und gedachte besonders des Gemeindevorstandes, sowie der Einwohner zu Herchenhaln, welche das Holz zu dem Bau kostenfret auf die Höhe geschafft haben. Allgemeine Gesänge und geschickt ausgeführte Lieder vorträge des Gesangvereins zu Herchenhain unter ihrem Dirigenten Lehrer Laubinger würzten die Feier.

Mainz. Dreihundert Mark Belohnung sind nun durch das hiesige Untersuchungsgericht für Denjenigen ausgesetzt, welcher die fehlenden Körpertheile, Kopf, Arme und Beine, zu der am 27. August im Rbeine auf gefundenen männlichen Leiche, oder die bunte Reise tasche auffindet, mit welcher der muthmaßliche Mörder G. Friedrich Herbst am Tage nach der That hier wieder holt gesehen worden ist. In der Untersuchung hat sich ein weiteres wichtiges Indieium dafür ergeben, daß der ermordete Mann der Schuhmacher Wothe und daß der inhaftirte Schustergeselle Herbst dessen Mörder ist. In der Arrestzelle zu Laubenheim, woselbst Herbst bekanntlich in der Nacht nach den Mordthaten untergebracht war, fanden sich nämlich, in einer Maueröffnung versteckt, zwei Fingerringe vor, die als Wothe's Eigenthum agnosecixt wurden. Herbst hatte dieselben offendar dem von ihm ermordeten Wothe abgezogen und solche nach seiner In haftnahme aus Furcht vor Entdeckung im Gefängniß verborgen. Ebenso fanden sich zwei Schlüssel, die als Wothe's Eigenthum agnoseirt wurden. DemM. J. zufolge hat sich ergeben, daß der eine der gefundenen Schlüͤssel der Hausschlüssel und der andere der Zimmer⸗ schlüssel zu Wothe's Wohnung ist. Im Weiteren ist nach zuverlässigem Vernehmen durch die Untersuchung Folgendes festgestellt worden: 1. daß Herbst am Abende der That zwischen 8 und 9 Uhr allein die Wothe'sche Wohnung betreten und daß man bald darauf einen heftigen Schrei aus derselben gehört hat; 2. daß sich die Ehefrau Wothe in der kritischen Zeit außer Hause befand, ihrem Gewerbe nachgehend; 3. daß dieselbe beim Eintritt ins Haus nach einer Wirthschaft verwiesen wurde, woselbst sie von Herbst und ihrem Mann erwartet werde; 4. daß sie in dieser Wirthschaft mit Herbst zusammengekommen ist und mit Letzterem ein vertrautes Gespräch im Flüsterton geführt hat, dessen Inhalt die Ehefrau Wothe heftig zu beunruhigen schien; 5. daß die Wothe die Wirthschaft in Gesellschaft des Herbst verlassen und sich mit Letzterem nach ihrer Behausung begeben hat; 6. daß der ermordete Mann im Bette liegend, und zwar eher als die Frau, umgebracht und dann im Zimmer zerschnitten worden ist, wobei die Frau geholfen haben muß; 7. daß die Ehefrau Wothe später, in den Kleidern und außer Bett und zwar durch einen wuchtigen Hieb auf den Hinterkopf, getoͤdtet und darauf erst auf das Bett gelegt worden ist.

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