keine men.
leicht,
2
Gerücht, die englische Regierung werde die Er— richtung einer englischen Cantontrung in Kandahar begünstigen, findet in amtlichen Kreisen keinen
Glauben. Amerika. Newyork. Eine Depesche aus
Lima meldet, daß die Feindseligkeiten in Peru wieder begonnen hatten. Die ganze Steitkraft des Generals Caceres habe die Regierungs— truppen bei Jauja angegriffen und der Kampf habe 5 Stunden gedauert. Beide Theile hatten beträchtliche Verluste erlitten und der Waffen— stillstand sei in Folge dessen erneuert worden.
—. Nachrichten aus St. Thomas melden, daß in Venezuela ein Aufstand stattgefunden hat. Die Aufständischen hätten sich eines Dampfers bemächtigt, die Truppen in Carupano seien für ein Zusammengehen mit den Aufständischen, und Cumana, Barcelona und Maturin hätten sich gegen die bestehende Regierung erklärt.
Washington. Der Gouverneur von Kansas benachrichtigte den Secretär des Krieges, daß in einer Anzahl Grafschaften des südwestlichen Kansas unter den Ansiedlern eine gewisse Be— wegung herrsche. Einige Tausend Ansiedler hätten aus Furcht vor einem Einfall der Indianer ihre Besitzungen verlassen. Der Gouverneur bittet die Regierung dringend, unverzüglich Maß regeln zum Schutze der Ansiedler zu treffen.
Afrika. Zanzibar, 10. Juli. Gerhard Rohlfs ist nach Europa abgereist.
Aus Stadt und Land.
Friedberg, 10. Juli. In dem Prozesse Hinze contra Jöckel und Bindernagel, wegen Beleidigung ge legentlich der letzten Reichstagswahl, wurde heute Morgen vei Großh. Strafkammer das am 3. d. Mts. ausgesetzte Urtheil verkündet. Dasselbe lautet:„Es ist für Recht erkannt worden, das Urtheil des Schöffengerichts(Fried— berg) aufzuheben und die beiden Angeklagten wegen dreier Beleidigungen des Privatklägers, den Rechts- anwalt Hermann Jöckel in eine Geldstrafe von 320 M., im Falle der Uneinbringlichkeit 30 Tage Gefängniß, den Verleger und Redakteur Bindernagel in eine Geldstrafe von 60 M., bezw. 6 Tage Gefängniß, außerdem beide zur Tragung der Kosten und der dem Privatkläger er— wachsenen nothwendigen Ausgaben zu verurtheilen“. Revision ist sofort eingelegt worden.
5 Friedberg, 11. Juli. Heute Morgen wurde * Strecke zwischen Groß⸗Karben und Nieder-Wöll⸗ stadt der Bahnwärter Appel todt und verstümmelt auf— gefunden; auf bis jetzt nicht aufgeklärte Weise ist der Ver⸗ unglückte jedenfalls von einem der Nachtzüge überfahren worden; er hinterläßt eine Frau mit fünf Kindern.
J. Friedberg, 13. Juli. Gestern feierte der hiesige Stadtdtener und Kirchendiener Dietrich mit seiner Ehe frau Clara das seltene Fest der goldenen Hochzett. Am Abend vorher brachte die„Dilettantenkapelle“, gestern Abend der„Liederkranz“ dem Jubelpaar ein Ständchen. Die Kinder und Enkel, theilweise aus weiter Ferne kom mend, hatten sich eingefunden und viele Geschenke und Gratulationen blesiger Einwohner erfreuten das Jubel paar an seinem Ehrentage. Mögen demselben noch viele freundliche Tage werden und es namentlich„Onkel. Dietrich“ vergönnt sein, mit gleicher Rüstigkeit wie seither seinen Obliegenheiten noch lange nachkommen zu können.
k. Bönstadt. Einen schweren Verlust hat unsere Gemeinde zu beklagen, denn am Samstag den 11. d. Mts. starb unser würdiger Bürgermetster Geibel im 81. Lebens: jahre. Mehr als 32 Jahre hat er ununterbrochen als Bürgermeister und Ortsgerichtsvorsteher in unserer Ge⸗ meinde gewirkt und sich durch seltene Pflichttreue, Ge— rechtigkeitssinn, Charakterfestigkeit und wahre Religlosität die Uebe, Anerkennung und Dankbarktit der Gemeinde sowohl, als auch seiner Vorgesetzten im hoͤchsten Grade erworben, so daß er schon vor mehreren Jahren bet nder Feier seines 25 jährigen Dienstjublläums von unserem Großherzoge mit einem Orden deeorirt worden ist. Mit großer Rüͤstigkeit hat er noch seines Amtes bis vor wenigen Tagen gewaltet, und machte der Rückfall eines
erst vor wenigen Jahren eingetretenen Nierenlesdens seiner
seegensreichen Laufbahn unerwartet schnell ein Ende. Möge schule gekommene, leicht erregbare, junge Arzt auf dem die Erde ihm leicht sein und sein Andenken ein gesegnetes Heimwege von einer Tanzerki mit einem Unterofficter
unter uns bleiben.
gerathen war. Derselbe versetzte ihm mit einem Faschinen—
9 Vilbel. Schwere Gewitterwolken ziehen eben am messer einen allerdings sehr schweren, aber von vorn⸗
Hortzonte unseres Gemelndevertreterhimmels auf und ob⸗ gleich verschledenartiges Donnergrollen fortwährend hör⸗ dar ist, hat der Blitz bis jetzt noch nicht merkbar einge— schlagen. Den derzeitigen Witterungsverhältaissen ange messen, konnte es auch nicht fehlen, daß in der am vorigen Donnerstaz stattgehabten Gemelnderathssitzung es sehr stürmisch herging. Nämlich bei der am 16. Jun! stattgehabten Bürgermeisterwabl suchte, wie überall, jede Partei ihren Candidaten durchzubringen und waren zur Förderung der Wahl beiderseits Flugblätter erschienen, welche auf die Vergangenhelt, Gegenwart und Zukunft der beiden Candidaten anspielten. Unter Anderem war in dem elnen Flugblatt dem neuen Bewerber um den Bürgermeisterthron vorgehalten und den Wählern kund gethan, wie oft er in den Gemeinderathssitzungen gefehlt habe. Diese Daten glaubt nun der betreffende Bewerber, seten nur mit Benutzung des Protokollbuchs zu erhalten gewesen und in der erwähnten Gemeinderathsfitzung wurde deßhalb von demselben die Anfrage an den seitherigen und wiedergewählten Bürgermeister gerichtet, auf welche Weise das Protokollbuch vielleicht benutzt worden sein könnte. Da dem Anfrager, sowohl von dem Bürger— meister, als auch von dem Secretär eine nach seiner An⸗ sicht ungenügende Antwort zu Theil wurde, so verließ derselbe mit einigen hierauf bezüglichen Bemerkungen den Sitzungssaal. Gleichzeitig erhoben sich noch weitere fünf Gemeinderäthe und eilten dem Davongegangenen nach. Die Sitzung mußte hierauf wegen Unvollzähligkeit des Gemeinderaths vertagt werden.
Allerlei.
Ems, 11. Jull. Als der Kaiser gestern Abend in Begleitung des Grafen Lehndorff vom Kurhause aus seine Ausfahrt lahnaufwärts unternahm, hatte sich, wie dies regelmäßig geschieht, eine große Menschenmenge, meist Touristen, im Kurhofe aufgestellt, um bei dieser Gelegenheit den Kaiser einmal in naͤchster Nähe sehen zu dürfen. Unter der Menschenmenge befand sich auch ein ziemlich anständig gekleideter ältlicher Mann, der einen in Zeitungspapier eingewickelten Gegenstand vor sich hielt. Beim Passiren des kaiserlichen Wagen ließ der Mann den Krug, den er trug, plößlich fallen und brach dabei in die Worte aus:„So wie dieser Krug zer— bricht, so wird das Königreich Preußen in 13 Monaten zerbrochen sein.“(Nach einer von anderer Seite kom— menden Mittheilung soll der Mensch im Verhör erklärt haben, er sei in einer Mission an den Kaiser nach Ems gekommen und wolle demselben ein Wittel gegen Ueber⸗ schwemmungen enthüllen, durch Zerbrechen des Kruges habe er sich anmelden wollen.) Man sah es dem Un⸗ glücklichen sofort an, daß man es bier mit einem Irr— sinnigen zu thun hatte, und erwies sich der Inhalt des Kruges als Hirsen- und Kaffeekörner, die mit Ameisen elern und Walderde vermengt waren. Selbstredend ent stand durch den hier wahrheitsgetreu mitgetheilten Vor— gang eine nicht unbedeutende Aufregung im Publikum, deren Zeuge der Kalser jedoch nicht weiter sein sollte, indem er ruhig weiterfuhr. Der Unglückliche ist ein Böttcher aus Frankfurt a. d. O. und ist vorläufig im
Hospital untergebracht, bis er in seine Heimath zurück-
transportirt werden kann.
Cassel, 7. Juli. Ein blutiges Rencontre mit einem Wilddiebe hatte, wie dem„H. C.“ berichtet wird, ver— gangene Nacht der in Wickenrode(unweit Großalmerode) stattontrte königl. Reviexförster Müller zu bestehen. Der selbe traf in einem zu den ausgedehnten Waldungen des Meißner gehörigen Reviere den Fuhrmann Brandt aus Großalmerode auf der Pirsche. Brandt, ein unver— besserlicher, berüchtigter Wilddieb, folgte dem„Halt“, Rufe des Forstbeamten nicht, sondern lag sofort im Anschlage und gab Feuer. Glücklicherweise streifte die Kugel den Arm Müller's nur leicht, und ebe Brandt ein Weiteres thun konnte, machte der Föͤrster von seinem Recht der Nothwehr Gebrauch ein zweiter Schuß krachte und die Kugel hatte die Brust des Brandt durch— bohrt— der verwegene Wilderer sank todt zu Boden. Wie man erfährt ist übrigens zur objectiven Klarstellung des blutigen Vorfalles gerichtliche Untersuchungz einge— leitet worden.
Nodenberg. Der gemeldete gewalsame Tod des hlesigen Arztes Dr. Schlichting stellt sich nicht als Meuchelmord heraus, sondern als die Folge eines
Streites, in welchen der erst unlängst von der Hoch—
hereln nicht absolut tödtlichen Hleb über den Kopf. Eine Reihe unglücklicher Complicatlonen dieser Wunde führte darauf den Tod herbei.
Paris. Der von Valencia, wohin ihn die franzs— sische Regterung gesendet, zurückgekehrte Professor Brou⸗
ardel verlas in der heutigen Sitzung der Academie de Medeeine einen Bericht über die Cholera-Impfung des
spanischen Doctors Ferran. Die Hartnäckigkeit des
Doctors Ferran, das Geheimniß seines Präparates für
sich zu behalten, eine Hartnäckigkeit, welche allen, in allen Ländern und bei allen Gelehrten üblichen wissenschaftlichen
Gebräuchen zuwider ist, gilt dem berühmten französischen
Speclallsten als sicheres Anzeichen eines empirischen Ver⸗ fabtens. Brouardel bestreitet deßhalb durchaus den wissenschaftlichen Werth der angeblichen Endeckung des spanlschen Arztes.
Madrid. In der Provinz Valencia kamen 484 Er⸗ krankungen und 216 Todesfälle an Cholera vor. In einigen Städten von Valencia nimmt die Cholera ab, anderswo aber mehren sich die Fälle in schreckener⸗ regender Weise. Große Holzfeuer, in welche Schwefel hineinzeworfen wird, werden in den Straßen angezündet.
Konstantinspel, 8. Juli. Ein heftiger Sturm zerstörte in Kirhebir(Vllajet Angora) über 300 Wohn⸗ gebäude.
Handel und Verkehr.
Frledlerg, 11 Juli. Buttermarkt. Butter kostete per Pfd. M. 0.70— 0.80, Eier 1 St. 6 Pf., 2 St. 11 Pf.
Gießen. Auf dem am 7. und 8. d. Mts. abge⸗ haltenen Viehmarkt waren aufgetrieben: 1697 Stück Rindvieh und 953 Schweine. Der Handel bei Zucht⸗ und Jungvieh war lebhaft und die Preise höher, als am lezten Markte, dagegen machte sich bei Schlachtvieh aller Art eine Aenderung nicht merklich. Auf dem am zweiten Tage mit abgehaltenen Krämermarkt(Kirschen⸗ markt) waren 400- 450 Centner Kirschen angefahren und wurden dieselben das Pfund von 6— 25 Pf. ver⸗ kauft. Nächster Markt Dienstag den 21. d. Mts.
Gießen, 11. Juli. Auf dem heutigen Markt kostete Butter per Pfd. Me. 0.70— 0.80, Eier per St. 5—6 Pf., Käse per St. 5—9 Pf., Tauben per Paar M. 0.60— 0.80, Hühner per Stück M. 0.80— 1.20, Hahnen per Stück M. 0.60— 1.00, Enten per Stück M. 1.50— 1.80, Ochsenfleisch per Pfund 68 Pf., Kuh⸗ und Rind⸗ fleisch 56 60 Pf., Schweinefleisch 50—60 Pf., Sammel⸗ fleisch 64—70 Pf., Kalbfleisch 48—50 Pf., Kartoffeln ver 100 Kilo M. 5.00, Zwiebeln per Ctr. M. 8—9, Kirschen per Pfd. 7— 12 Pf.
Frankfurt, 11. Juli. Auf dem heutigen Markte kostete Butter im Centner 75—80 M., im Detail 90 Pf. bis M. 1.10, Eier das Hundert M. 4.10— 5.20, Kar⸗ toffeln, alte das Malter 7 M., neue Sachsenhäuser das Malter 12 M., das Pfd. franz. Bohnen 35— 40 Pf., Schneidbohnen das Hundert 1 M., Erbsen der Centner 10 M., das Pfd. 12 Pf., das Hundert Nüsse 60- 70 Pf., der Liter Heidelbetren 8 Pf., Walderdbeeren 50 Pf., Klosterbeeren 12— 18 Pf., krause Salat 20 Pf., Weiß⸗ kraut 15— 20 Pf., Kohlrabi 3—4 Pf., Salat und übrige Gemüse unverändert, ebenso Flach- und Gefluͤgelpreise.
Repertoir⸗Entwurf
der vereinigten Stadt⸗Theater in Frankfurt. Opernhaus. Gastspiel der Muͤnchener ze.
Dienstag den 14.: Zum ersten Male: Der Proßzenbauer. Gebirgsposse mit Gesang und Tanz in 4 Akten von Hartl-Mitius.
Mittwoch den 15.: Zum ersten Male: Der Geigenmacher von Mittenwald. Volksstuͤck in 4 Akten von Gang⸗ hofer und Neuert.
Donnerstag den 16.: Der Froßzenbauer.
Freitag den 17.: Der Geigenmacher von Mittenwald.
Samstag den 18.: Der Protzendauer.
Sonntag den 19.: Zum letzten Male: Im Austrag stübchen.
Montag den 20.: Abschledsvorstellung: Zum letzten Male: Der Herrgottschnitzer.
Wasserwärme der Usa.
12. Juli Abends 20 Grad Reaumur. 13. Juli Mittags 21 Grad Reaumux, Walter.
Aufforderung.
Forderungen an den Nachlaß der Jacob Jacob Eheleute in Friedberg sind binnen 8 Tagen bei dem Vormunde Eduard Nuths in Frledberg anzumelden.
Friedberg am 3. Juli 1885.
Großherzogliches e Friedberg. S
fert. 2504 Weber.
Englische Ferkel,
reine Vorkshire, thellweise noch zur Nachzucht verwend⸗
bar, bringe ich nächsten Mittwoch, als den 15. Jull, auf den Friedberger Markt zum Verkauf. 2487 Relchels heim. Wilhelm nöpp.
Corsetten e
billig bel K. Friedrich.
Versteigerungs-Anzeige.
Mittwoch den 15. Juli l. J., Vormittags 9 Uhr, werden in dem Pfandlokal zu Schwalheim folgende Moblliargegenstände:
2 Betten, 4 Kleiderschränke, 2 Commoden, 1 Sopha, 1 Schrelbpult, 4 Tische, 12 Stühle, 2 Bänke, 3 Kisten, 1 Wanduhr, 1 Obstkelter, 1 kupferner und! eiserner Kessel, 1 Küchenschrank, sowie ver— schiedene Haus- und Küchengeräthschaften
öffentlich an die MWeistbietenden gegen Baarzahlung zwangs— weise versteigert. Bad Nauheim am 9. Juli 18885. Weitzel,
Gerichtsvollzleher. Der untere Stock
meines Vorderhauses ist vom
ö ersten September ab zu vermlethen. 2509
2477
M. Sehrt Wittwe.
— e Submission.
Das Brechen von Mauersteinen und die Lieferung der nöthigen Russensteine(loço Fabrik) zur Erweiterung der Schulgebäude zu Ilbenstadt soll auf dem Sub- misstonswege vergeben werden.
Voranschläge und Bedingungen liegen vom 18. bis 20. d. Mts. auf dem Bureau des Unterzeichneten offen, woselbst Angebote bis zum 21. d. Mts., Vormittags 9 Uhr, einzureichen sind.
Friedberg den 13. Juli 1885.
ö rb II., 2510 Bezirksbauaufseher.
Fruchtreffe, Fruchtsensen und Jicheln
2469 Carl Bauer.
empfiehlt
Assenheim.


