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Bekanntmachung.
Betreffend: Die Erbauung einer Kreisstraße von Beienheim nach Weckesheim.
Das Anfahren von 1000 Kubikmeter Chaussirsteinen auf rubr. Straßenstrecke soll abtheilungsweise(à 50 Kubikmeter) Samstag den 17. d. Mts., Nachmittags um 2 Uhr, zu Weckesheim in der Wirthschaft des Herrn Schleuning öffentlich vergeben werden.
Friedberg den 6. Januar 1885.
Großherzogliches Kreisamt Friedberg. J. V.: Dr. v. Gemmingen.
Deutsche, Reich.
Darmstadt. An die Zweite Kammer ist nachstebende Proposition gelangt: Zur Aus— führung des Artikels 81 des Gesetzes vom 16. Juni 1874, das Volksschulwesen im Groß— herzogthum betreffend, waren für Unterstützungen von Gemeinden bei Schulhausbauten fuͤr die Finanzperiode 1876—78 und 1879—82 je 36,000 M. und da diese Summe sich als durchaus unzureichend erwies, für 1882—85 die Summe von 72,000 M. in das Staats— budget eingestellt worden. Der gleiche Betrag ist auch in dem Staatsbudget für die Finanz periode 1885—88 unter Kapitel 80 Tit. 45 vorgesehen. Die Großh. Regierung konnte schon bei Aufstellung des Budgets sich nicht verhehlen, daß diese Summe voraussichtlich nicht ausreichen werde und glaubt daher nachträglich eine weitere Summe zu diesem Zwecke anfordern zu sollen und ergeht an die Stände das An— sinnen: statt der vorgesehenen 72,000 M. die Summe von 100,000 M. der Gr. Regierung zur Verfügung stellen zu wollen.
Berlin, 9. Jan. Reichstag. Der Reichstag beschloß die vorläufige Sistirung des gegen den Abg. Rödiger schwebenden Strafverfahrens. Es folgt hierauf Berathung des Etats. Zu Capital 9, Oberseeamt, veranlaßt Geb⸗ hard eine Erklärung des Staatssekretärs v. Bötticher, daß die Novelle zum Seeunfallgesetze in Vorbereitung sei. Bei Capitel: Reichsgesundheitsamt, fragt Lingens, wie die von der Choleracommission gesammelten Erfahrungen verwerthet werden sollen und wie man den andauernden Wein⸗ und Bierfälschungen entgegentreten wolle. Geheim rath Köhler entgegnet, daß das Material der Com— mission theoretisch verwerthet worden sei, es praktisch zu verwerthen, sei Gott sei Dank kein Anlaß gegeben, da die Cholera im Jahre 1884 Deutschland verschont habe. Es seien ärztliche Cholerakurse abgehalten worden, an denen 150 Aerzte aus den verschiedensten Landestheilen sich betheiligten. Dies sei ein sehr wichtiges Moment. Was die andere Frage angehe, so set nicht mit Sicherheit vorauszusagen, ob nach dieser Richtung in nächster Zeit eine wirksame gesetzgeberische Maßregel in Angriff genom men werden könne. So sehr in Bezug auf die theoretische Lösung der Angelegenheit Einigkeit herrsche, so groß seten andererseits die Schwierigkeiten auf wirthschaftlichem Gebiete. Nach weiterer Debatte wird der Etat des Ge— sundheitsamtes bewilligt, ebenso die weiteren Capitel. Zu Capitel 3 Titel 3, 150,000 M. Beihilfe zur Er forschung von Centralafrika, beantragt die Budgeteom mission, nur 100,000 M. zu bewilligen und 50,000 M. abzusetzen, was Referent Bunsen rechtfertigt. Witte bittet, denen, die gegen das Plus stimmen, nicht falsche Motive unterzulegen. Wenn die Regierung Nova beibringe, könne aus Nein noch Ja werden. Er beantragt die Rückverweisung an die Budgeteommission. Der Reichs kanzler: Andere Nationen werden mit Colonisationen nicht warten, bis wir die Gegenden erforscht und bereist haben. Eile ist noth. Die Colonisationsbestrebungen Deutschlands seit zwei Jahren haben in dem Volke leb— haftesten Anklang gefunden, so daß wir wohl erwarten dürfen, daß der Reichstag als Träger der öffentlichen Meinung unsere Posttion durch geringe Mehrbewilligungen stärken wird. Es handelt es sich um Necognosetrungen. Colonialpolitik können wir nur treiben, wenn die Re— gierung eine enthusiastisch gesinnte nationale Reichsmehr— heit hinter sich hat. Ohne diese wird die Regierung sich damit begnügen müssen, das Beste gewollt zu haben. Nach weiterer Debatte wird der Antrag Witte auf Zurück— weisung des Tit. 3 in die Commission in namentlicher Abstimmung mit 135 gegen 128 Stimmen angenommen. Dagegen stimmten belde conservative Fracttonen, die Nattonalliberalen und der deutsch⸗freisinnige Abg. Lorenzen. Der Rest des Extraordinariums und die ganze Einnahme werden ohne Debatte genehmigt. 10. Jan. Erste Lesung des Nachtragsetats von 180,000 M. zum Bau einer Dampfbarkasse für den Gouverneur von Kamerun. Windhorst bemerkt: Mir scheint Deutschland vor einem der bedeutendsten Schritte zu stehen, vor dem Schritte von der Landmacht zur Seemacht, die aber dann auch so mächtig sein muß, daß sie den übrigen Seemächten gewachsen ist. Ich glaube, wir werden dadurch leicht in auswärtige Verwickelungen kommen. Ich werde unseren Marineminister fragen, ob er unsere Maxine für fähig hält, allen Anforderungen zu genügen. Ich beantrage daher, diese Vorlage der Budgeteommisston zur schleunigen Berathung zu überweisen. Der Reichskanzler bittet
die Vorlage anzunehmen und sich für Belbehaltung und Befolgung der bisherigen Colonialpolltik zu entschelden. Abg. Richter: Es ist ja möglich, daß später die Colonial politik doch über den beabsichtigten Rahmen hinausgehen wird, die heutige Forderung aber halte ich für durchaus in den Rahmen passend, den der Reichskanzler als für
unsere Colontalpolitik maßgebend erklärt hat, ebenso paßt auch noch die Anstellung eines Gouverneurs, der Nichts anderes ist, als ein Consul mit anderem Namen. Wir hätten Nichts dagegen, wenn eine große Partei die Berathung in der Commission verlangt, einer solchen zuzustimmen. Hier aber liegt die Sache so, daß die Schiffe zum Sommer fertig gestellt sein sollen und eine sofortige Bewilligung nothwendig ist, sonst hätte der ganze Nachtragsetat keinen Zweck. Wir werden deshalb für die unbedingte Bewilligung stimmen. Windhorst zteht den Antrag zurück, weil er keine Hoffnung für seine Annahme habe.„Ich werde für die Position stim⸗ men, ohne mich jedoch mit Bezug auf die Weiterentwickel⸗ ung der Colonialpolitik irgendwie zu engagieren.“ Hterauf wird der Nachtragsetat in erster und zweiter Berathung angenommen.
— 9. Jan. Gegenüber von hier coursirenden Gerüchten über ein Unwohlsein des Kaisers ist zu bemerken, daß der Kaiser heute Vormittag wie gewöhnlich den Regierungs-Geschäften ob— gelegen hat.
— 9. Jan. Die Budget-Commission des Reichstags hat in ihrer heutigen Sitzung in Betreff der von der Reichsregierung beantragten nachträglichen Genehmigung der für das Militär, die Marine und die Post über den Etat pro 1883/84 gemachten Mehrausgaben beschlossen, Indemnität zu ertheilen, soweit dieselben die Militär-Verwaltung betreffen. Bezüglich der Post und Marine wurde der Beschluß noch ausgesetzt. Die Regierungsvertreter hatten ent— schieden diese von Huene beantragte Fassung bekämpft und an dem bisherigen Gebrauch der einfachen nachträglichen Bewilligung festgehalten. — In der heutigen Sitzung der Dampfersub— ventionscommission erklärten sich Staatssekretär v. Bötticher und Woermann für Triest als Aus— gangspunkt der Hilfslinie nach Alexandrien, Bamberger für Genua. Auf Antrag Racks's wird zur Prüfung der Kostenvoranschläge eine Subcommission, bestehend aus Stiller, Nacks, Graf Behr, Woermann und Meier gebildet, gegen die Bötticher spricht, weil ein zuverlässiger Anschlag unmöglich sei.— Nach der„Voss. Zeitung“ würde der Reichstags-Abgeordnete Oechelhäuser im Namen der Nationalliberalen einen Börsensteuerentwurf einbringen, der auf dem Princip des Schlußnotenzwanges mit steigen— den Staffelsätzen beruht.— 10. Jan. Die Budget⸗ Commission des Reichstages bewilligte den Marine— Etat. Caprivi erklärte, die Mehrforderung von 5 Million sei eine Folge der Colonialpolitik, die voriges Jahr nicht ganz so zu übersehen gewesen sei.
— Contreadmiral Knorr, Chef des west— afrikanischen Geschwaders, der sich mit den Schiffen„Bismarck“ und„Olga“ vor Kamerun befindet, telegraphirt an die Admiralität:„Bis— marck“ und„Olga“ haben am 20., 21. und 22. Dezember aufrührerische Negerparteien in Kamerun mit Waffengewalt niedergeschlagen. Mehrere Häuptlinge und eine größere Zahl Krieger sind gefallen, vertrieben oder gefangen. Mehrere Ortschaften wurden vernichtet. Unter den schwierigen klimatischen und Terrainverhält— nissen war die Haltung der Truppen eine vor— zügliche. Die diesseitigen Verluste sind: Der Matrose Bugge von der„Olga“ todt, vier schwer, vier leicht verwundet, unter Letzteren Unterlieutenant von Ernsthausen. Die Autorität der deutschen Flagge und die Ruhe am Ort ist wiederhergestellt.“ Der Kaiser befahl, dem Ge— schwader die allerhöchste Anerkennung auszu— sprechen.
Ausland.
Frankreich. Paris. Vier von der Re— gierung gemiethete Dampfer gehen mit 5000 Mann und reichlichen Vorräthen zwischen dem 10. und 13. d. M. nach Tonkin ab.
— In Betreff der französischen Gegenvor— schläge in der egyptischen Angelegenheit meldet
eine einzige unter gemeinsamer Garantie der Mächte stehende Anleihe von 9 Million Pf. St. zu 3½ Procent vorschlagen; außerdem sollen die in Egypten wohnenden Ausländer fortan eine Personalsteuer zahlen. Die Vorlegung dieser Gegenvorschläge ist um Mitte Januar zu erwarten.
Großbritannien. London, 10. Jan. Betreffs der von der Regierung von Neuseeland geforderten Annexion Samoas durch England findet mit einer Colonialmacht Schriftwechsel statt. Lord Derby antwortete bereits der Regierung von Neuseeland derartig, daß die Ausfuhrung dieses Verlangens unwahrscheinlich sei.
Spanien. Madrid, 10. Jan. Botschafter Silvela in Paris demissionirte wegen Meinungs— verschiedenheit zwischen der Regierung und ihm, betreffs einer inneren spanischen Angelegenheit, der Universitätsfrage. Wie Silvela erklärt, ver— bleibt er bei der conservativen Partei.
Italien. Rom. Die Congo-Expedition ist nicht aufgegeben, sondern hat sich blos ver— zögert. Nur die Schiffe„Garibaldi“ und„Ves— pucci“ betheiligen sich daran und geht deren Fahrt über Suez und das Cap der guten Hoff— nung. Die Schiffe begleiten die für Assab be— stimmte Garnison nach diesem Punkte.
— Nach einer Depesche„Esecritos“ von Spezzia, 9. Januar, ist dort der Befehl ein— gelangt, die disponiblen Panzerschiffe in Bereit— schaft zu setzen. Der Contre-Admiral Caini, der Commandant des„Vespucci“, hatte zwei versiegelte Ordres erhalten, welche auf hoher See zu eroͤffnen seien und auf eine Mission des Commandanten des„Vespucci“ und„Gari— baldi“ Bezug hätten.
— 9. Jau. Im Modenesischen herrscht un— geheure Aufregung wegen verübter Agrarver— brechen. In St. Martino haranguirte ein Unbekannter die Landbevölkerung und predigte
Eine 500 Mann starke Bauernbande hat an die Gutsbesitzer Drohbriefe Cesolo wurde ein Herrengut umzingelt und wurden rings um dasselbe Scheiterhaufen ange— zündet und Feuerbrände geschleudert. Die Bande wurde mit Flintenschüssen zurückgetrieben.
Türkei. Constantinopel, 10. Jan. Der Justizminister Hassan Fehmi ist heute in außer— ordentlicher Mission via Varna nach London abgereist.
Rußland. Petersburg. Nach einer Meld— ung aus Blgawestschentsk traf dort jüngst der chinesische Praͤfect von Aigum ein, um die russi— schen Behörden zum Einschreiten gegen russische Unterthanen zu veranlassen, welche die auf dem chinesischen Ufer des Amur befindenden Gold— felder ausbeuteten. Der russische Gouverneur lehnte eine Einmischung ab und stellte den Chinesen anheim, sich selbst zu schützen. Wie verlautet, seien darauf 500 chinesische Truppen zum Schutze der Goldfelder abgesandt worden. Amerika. Washington, 9. Jan. Das Repräsentantenhaus nahm eine Resolution an, nach welcher Auskunft uber die Congoconferenz verlangt wird. 8 New Vork, 10. Jan. Dem irischen Natio— nalisten Thomas Phelan, welcher Aufseher des Arbeitshauses zu Kansas City(Missouri) ist, wurde in Odonovan Rossa's Bureau in New— Vork von einem Manne, dessen Name angeblich Richard Short ist, eine erhebliche Stichwunde beigebracht, weil er die Geheimnisse der irischen Invincibles verrathen habe.
— 10. Jan. Eine Depesche aus Washing⸗ ton constatirt, daß der britische Botschafter keine Mittheilung über das angebliche Vorhandensein einer Dynamitgesellschaft in Pennsylvanien er— halten hat.
die„Gazette diplomatique“, dieselben würden
Bestätigung des Gerüchtes vor.
Kampf bis auf's Messer gegen die Gutsbesitzer. 9
abgesendet. In
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Auch aus New⸗Vork liegt keine
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