zufolge wird die Reichstagssession voraussichtlich nächsten Mittwoch geschlossen werden.— 9. Mai. Der Reichstag überwies den Nachtragsetat von 150,000 Mark für das auswärtige Amt(Reichskanzlerpalais) der Budgeteom— mission. Bei der Berathung des Berichts der Arbeiter— schutzeommission(Aufhebung der Sonntagsarbeit) erklärt der Reichskanzler, daß die Vorlage in der jetzigen Gestalt unannehmbar sei, und befürwortet derselbe eine Enquete, da man vor allen Dingen die Stimmung der Arbeiter, selbst auch in den weitesten Kreisen, kennen lernen müsse. Haarmann ist für die Enquete, von Kleist-Retzow für die Sonntagsruhe, namentlich vom kirchlichen Stand— punkte aus. Fürst Bismarck erklärt sich ebenfalls für die Sonntagsheiligung. Es sei aber doch zweifelhaft, ob es den Arbeitern nicht viel lieber sei, die Arbeitszeit dadurch zu verkürzen, daß sie auch Sonntags etwas ar— beiten. Der Abgeordnete Gerlich brachte, unterstützt von der freien wirthschaftlichen Vereinigung, eine Resolutkon ein, der Reichstag möge die Regierung auffordern, eine Untersuchung der Lage der Handarbeiterinnen zu ver— anstalten.
— 9. Mai. Das Abgeordnetenhaus nahm den Gesetzentwurf betreffs Pensionirunz der Volksschullehrer in der vom Herrenhause abgeänderten Fassung an. Der Schluß des Landtags erfolgte heute in gemeinsamer Sitzung beider Häuser desselben durch den Vieepräsidenten des Ministertums v. Puttkamer.
Karlsruhe, 9. Mai. Die Stadt bereitete dem von Wien eintreffenden Erbgroßherzog einen festlichen Empfang. Schloß und Straßen prangten im Flaggenschmuck. Abends fand ein Fackelzug und darauf Festcommers in der Festhalle statt.
Baden-Baden, 10. Mai. Die Kaiserin empfing heute den Besuch der Kaiserin von Oesterreich, welche von Heidelberg eintraf und von hier die Rückreise nach Wien fortsetzte.
Ausland.
Schweden. Stockholm, 10. Mai. Der Reichstag genehmigte den vom Ausschuß vor— geschlagenen Gesetzentwurf, durch welchen die Uebungszeit der allgemeinen Wehr auf 12 Tage festgestellt wird und 2 Aufgebote mit je 6 Jahr— gängen anstatt der früheren 5 gebildet werden. Die Dauer der Dienstzeit im Landsturm wurde auf 6 Jahre festgesetzt. In der ersten Kammer stimmten 79 für und 50 gegen den Entwurf, in der zweiten 126 dafür und 83 dagegen. Der im Januar von der Regierung vorgelegte Ent— wurf, welcher die Uebungszeit auf 20 Tage fest— setzte, war von der ersten Kammer angenommen, von der zweiten abgelehnt worden.
Belgien. Brüssel. Die„Pol. Corr.“ meldet von hier, daß die Ernennung Stanley's zum Gouverneur des neuen Congostaates als sicher anzusehen sei. Die Congoregierung wird sich folgendermaßen zusammensetzen: Oberst Strauch, Präsidium, Inneres und Krieg; Vander— velde, Handel und Vanncus Finanzen. Der Sitz des Ministeriums ist Brüssel.
Großbritannien. London, 8. Mai. Unterhaus. Northcote kündigt an, die Oppo— sition werde Montag in der zweiten Lesung die Bill, betr. die Flüssigmachung des Elfmillion— Credits durch folgenden Antrag bekämpfen: Nach⸗ dem das Haus sich bereit erklärt hat, Geldmittel für die Sicherheit des Reichs zu bewilligen, verweigert es dieselben, bis es über die Zwecke der Verwendung informirt ist.
—„Standard“ schreibt, daß bei den Grenz— verhandlungen keine ernsten Schwierigkeiten er— wartet werden. Die Hauptfrage sei, ob Ruß— land, gemäß dem Wunsche Englands, sich ver— pflichten wird, auch später nicht über die Grenze vorzurücken.
— 9. Mai. Heute fand ein mehrstündiger Ministerrath statt. Die Admiralität erhielt heute Nachmittag Befehl, die Anordnungen für den Transport von 2000 Mann enzlischer Truppen nach Indien, deren Abgang am 14. d. M. er⸗ folgen sollte, wieder aufzuheben.
— Der„Standard“ erfährt über einzelne Punkte des englisch⸗deutschen Abkommens betreffs der Südsee-Inseln: Die Unterthanen einer Macht genießen in den Territorien der anderen Macht in jeder Hinsicht gleiche Rechte. Ausgleichszölle werden nicht erhoben. Die eine Macht darf Schiffe der anderen Macht nicht behindern. Waffen, Munition und Alkohol dürfen nicht verkauft werden. Die Salamon-Inseln, Neuhe— briden, Freundschafts- und Schiffer-Inseln sollen
als gemeinsame Actionsfelder offen bleiben, deren Unabhängigkeit nicht beeinträchtigt werden darf. Die Samoa-Fragen bleiben offen. Auf Grund des Berichtes der Fidschiland-Commission wurden dreien Deutschen zusammen 10,000 Pfd. Entschädigungen gewährt.
Italien. Rom, 8. Mai. Kammer. Cairoli, Crispi und Minghetti nahmen an der Discussion über die Colonialpolitik der Regierung Theil. Mancini verlangte ein bestimmtes und klares Kammervotum. Depretis erklärte Namens des ganzen Ministeriums dasselbe mit Mancini soli— darisch, hob die großen Wohlthaten der Allianz mit den europäischen Centralmächten hervor, welche den Frieden sichere, der für Italien, das innere Reformen durchzuführen habe, sehr wichtig sei. Depretis widerlegte die Behauptung, daß diese Allianz Italien lahm lege und seine Actions— freiheit beeinträchtige. Die Frage, was das Ministerium in Afrika thun werde, könne eine ernsthafte Regierung nicht beantworten; er könne nur erklären, daß die Regierung entschlossen die Ehre und Fahne des Landes vertheidigen werde. Depretis erklärte sich bereit, das von Tajani vorgeschlagene Vertrauens-Votum anzunehmen, worin die Kammer von den Erkläkungen des Ministeriums Act nimmt. Die Kammer nahm mit 188 gegen 97 Stimmen die Tagesordnung Tajani an.
Rußland. Petersburg. Der„Regierungs- anzeiger“ enthält über das Uebereinkommen Englands und Rußlands, Schiedsrichter bezüg— lich der Interpretation der Uebereinkunft vom 17. März einzusetzen, analoge Mittheilungen, wie sie Gladstone am 4. d. im englischen Unter— hause machte.
— 10. Mai. Heute fand die feierliche Ueber— führung der Leiche der hier verstorbenen Prin— zessin Marie von Montengro nach dem Mos— kauer Bahnhof statt. Der Kaiser und die Kai— serin, sowie sämmtliche hier anwesende Mitglie— der des kaiserlichen Hauses wohnten mit ihren Hofstaaten der Feier bei.
Amerika. Washington, 8. Mai. Der Präsident Columbiens theilte dem hiesigen Ge— sandten Columbiens die Herstellung der Ruhe in sieben von den neun Staaten der Republik mit. Lothrop und Boyd Winchester sind zu Gesandten in Petersburg resp. Bern ernannt worden.
New-Vork. Der Aufstand in Canada ent— wickelt sich zu immer größeren Dimensionen. Ein Indianerstamm nach dem anderen schließt sich den Insurgenten an und der Krieg wird mehr und mehr mit jener Grausamkeit, welche die Kriegführung der Indianer charakterisirt, geführt. Unter solchen Umständen wird die von General Middleton, dem Führer der Regierungstruppen, erlassene Proclamation, in welcher er allen Auf— ständischen, mit Ausnahme von dem Haupte der Bewegung, Riel, der Mitglieder seines Rathes und seiner Anführer, Pardon anbietet, wohl kaum irgend welche Wirkung üben.
Ottawa. Der Dampfer„Northcote“, welcher bisher zum Trausport verwendet wurde, wird in ein Kanonenboot umgewandelt und soll die Truppen gegen die Aufständischen unter Riel unterstützen. Die Indianer westlich von Battle— ford rüsten sich zum Krieg. Banden feindlicher Indianer raubten Weiber und Kinder mehrerer Ansiedler.
China. Tientsin, 8. Mai. Die Instruc⸗ tionen der französischen Regierung für die Er— öffnung der offiziellen Verhandlungen werden morgen erwartet. Der Boden hierzu wurde durch directen Meinungsaustausch zwischen den Cabineten von Paris und Peking geebnet.
Aus Stadt und Land.
h. Ostheim. Nächsten Mittwoch den 18. Mal, Nachmittags 2½ Uhr, findet dahier im Fett'schen Saale eine Conferenz der Lehrer des Bezirks Butzbach statt. Die Tagesordnung ist bekannt.
Mainz, 8. Mai. Gestern Abend wurde in der Rheinallee ein Raubanfall an einem jungen Mann aus Ehrenbreitstein verübt. Der Polizei gelang es alsbald nach der That, einen der Räuber, einen Metzgerburschen
aus dem Bayerlschen, zu verhaften.
K. Worms. Sonntag den 3. Mai fand dahter der N
N
g Delegtrtentag der„Hassia“ statt. Die Stadt hatte zu a Ehren des Tages reichen Flaggen-Schmuck angelegt, U. fle Sämmtliche Bezirke, mit Ausnahme von Waldmichel⸗ ch 96 bach, waren vertreten. Um 11 Uhr begannen in der 1000 64 Ebersburg die Verhandlungen. Nach Eröffnung der ah Versammlung Seitens des Vorsitzenden, Oberst Görlach, 5 hielt Pr. Lt. d. R. Gernsheim im Namen der Wormser 65 Kriegervereine die Begrüßungsrede. Hierauf wurde ug der Vorstand durch Acelamation wieder gewählt. Für N. 97 den nächsten Delegirtentag wurde Butzbach ausersehen. 990 Der Antrag des Präsidiums, wonach auch die Sol-[ Pfd. 5 daten, welche nach 1870/7 1 gedient haben, und die Suppen von einzelnen Localvereinen nur als passive Mitglieder N 905 aufgenommen werden, der Hassia gegenüber als voll— 20—2 berechtigte anzuerkennen seten, wurde beinahe einstimmig Gurken angenommen. Der Antrag von Osthofen zu§. 16 der der a Statuten statt 5 Pf. des Jahresbeitrag 10 Pf. zu setzen, 68 i wurde abgelehnt. Der Antrag Butzbach zu§. 18 der verände Statuten statt 1 Jahr, 3 Jahr zu setzen, dagegen an— N.% genommen. Auf Vereine, die sich neu bilden, findet diese ersen Bestimmung keine Anwendung. Der Rechenschaftsbericht das St des Verbands, kurz erstattet von dem Schriftführer des 10 N. Verbands, Dr. Vogt- Butzbach, wurde mit großer Be—. friedigung entgegengenommen. Die Rechnung wurde abgehört, für richtig befunden und dem Rechner Decharge Dal ertheilt. Dem Voranschlag pro 1885 wurden keine Ein— Rendezoe wendungen entgegengebracht. Für Unterstützungen sind Sitte. in 1885 statt 500 M., 900 resp. 1300 M. vorgesehen. Gebaute, Der nächstjährige Delegirtentag soll statt im Mal, im bach, fei Juni abgehalten werden. Kurz nach 1 Uhr waren die ich: D. Verhandlungen zu Ende. Der Vorsitzende schloß die le Versammlung mit einer herzlichen Ansprache. Der Ver— ath.— treter für Vilbel, Kamerad Will, dankt hierauf dem Großmut Präsidium für seine umsichtige Leitung und brachte einen 0 slustr. mit Begeisterung aufgenommenen Toast auf dasselbe N aus. An dem Nachmittags im Worret'schen Saale arrangirten Bankett betheiligten sich außer den Dele— 8 girten eine große Zahl von Ehrengästen. Es waren Vetreffen vertreten die Spitzen der Civil- und Militärbehörden, 5 das getlve Offiziereorps war fast vollzählig erschienen, Nach ebenso die Reserveoffiztere und eine große Anzahl von det Gen Bürgern der Stadt. Nach dem Toaste des Oberst von Orundftö Görlach auf den Kaiser, brachte Kreisrath v. Gagern des Ges das Hoch auf den Großherzog aus. Diesen Toasten legung d folgte noch eine Reihe anderer: Rittmeister Heil in auf Gru Worms toastete auf den Prinzen Heinrich von Hessen, Vorbestt Bürgermeister Küchler in Worms auf die Kriegervereine, zom erst Dr. Vogt auf die Stadt Worms, Lehrer Will in Vilbel unter d auf das Präsidium und die Ehrengäste, Pr.-Lt. d. R. nannten Gernsheim auf die Einigkeit und Kameradschaft u. s. w. Frsst we Unter den Klängen der Capelle des 118. Rgts. unter büchen der Leitung des Capellmeisters Kern, verlief das Mahl tationsbe in der ungetrübtesten Heiterkeit. Erst spät trennten sich neldunge die Festtheilnehmer mit dem Bewußtsein, einen schönen ba der Tag, einen Tag ächter Kameradschaft erlebt zu haben. lelsen, Wir wünschen fröhliches Wiedersehen in Butzbach. Büchern handelt Allerlei. 1 Calcutta. Ein Telegramm von hier meldet, in legungsl Rangun sei die Cholera ausgebrochen. buche ff Verloosungen. 1 Bukarester 20 Franes⸗Loose von 1869. 2. D Serien- und Gewinn-Ziehung vom 1. Mai.— Heim⸗ aber wel zahlung am 5. Sept. 1885. Gewinne: S. 3237 Nr. 67 A. Febn 50,000 Fr. S. 2353 Nr. 2 10,000 Fr. S. 6535 des Erw Nr. 70 5000 Fr. S. 3064 Nr. 7, S. 5524 Nr. 96, Alt. 281 S. 5829 Nr. 64 à 2000 Fr. S. 1266 Nr. 63, S. 2282 iu lassen Nr. 54, S. 2983 Nr. 72, S. 3057 Nr. 43, S. 4899 des Best Nr. 40 à 1000 Fr. S. 1609, Nr. 68, S. 1837 Nr. 95, gestellt w S. 2026 Nr. 83, S. 3237 Nr. 56, S. 5111 Nr. 63, 9. 2 S. 5524 Nr. 58, S. 5829 Nr. 23, S. 5837 Nr. 68, Orundbue S. 6372 Nr. 15, S. 7411 Nr. 90& 500 Fr. S. 666 oder eine Nr. 26, S. 688 Nr. 28, S. 777 Nr. 34, S. 1616 und Rück Nr. 85, S. 1837 Nr. 53, S. 2192 Nr. 30, S. 3986 Giseges Nr. 66, S. 3057 Nr. 77, S. 3206 Nr. 43, S. 3312 Gtzenthut Nr. 87, S. 5104 Nr. 78, S. 5152 Nr. 85, S. 5764 keen Nr. 44 86, S. 5787 Nr. 15, S. 6204 Nr. 10, S. 6535 termin Nr. 73, S. 6755 Nr. 100, S. 7196 Nr. 84, S. 7401 ohne dies Nr. 61 à 100 Fr. Die übrigen Gewinne können auf„beschrän unserem Bureau eingesehen werden. lesen 9 Oesterr. Credit fl. 100 Loose von 1858. wech Serien- und Gewinn-Ziehung vom 1. Mai 1885.— lassen: Heimzahlung am 1. Nov. 1885. Serien: Nr. 99 162 Ukunde 613 676 728 1058 1320 1755 1863 2053 2423 2804 wahren 2902 3403 3621 3671 3940 4020 4191. Gewinne: Gegners S. 2804 Nr. 9 à fl. 150,000. S. 4020 Nr. 74 Bischen à fl. 30,000. S. 728 Nr. 7 à fl. 15,000. S. 1863 bezüglich Nr. 14, S. 2902 Nr. 72 à fl. 5000. S. 2423 Nr. 57, zustelend S. 3671 Nr. 55 à fl. 2000. S. 613 Nr. 82, S. 1058 healttr Nr. 23 à fl. 1500. S. 162 Nr. 86 89, S. 613 Nr. 25, ab S. 1320 Nr. 7 à fl. 1000. S. 613 Nr. 20, S. 676 wülche f Nr. 3 32, S. 728 Nr. 30 40, S. 1058 Nr. 5 69 70 Et 75 81 89 99, S. 1320 Nr. 13 58, S. 1757 Nr. 67, Fidel S. 1863 Nr. 72, S. 2053 Nr. 12, S. 2423 Nr. 5, 1 85 S. 2804 Nr. 7 66 70, S. 2902 Nr. 26 38 59 80 100, ut. 37. S. 3403 Nr. 10 12 38 49 91, S. 3021 Ar noch 8 S. 3671 Nr. 31 63, S. 3940 Nr. 89, S. 4191 Nr. 59 Fan A fl. 400. Auf alle übrigen in vorstehenden Serien ent⸗ vorbeh haltenen und hier nicht aufgeführten Nummern entfällt Sep alt der geringste Gewinn von fl. 200. in 70 pot Handel und Verkehr. aten Friedberg, 9. Mai. Buttermarkt. Butter kostete een per Pfd. M. 0.95— 1.10, Eier 1 St. 5 Pf., 2 St. 9 Pf. wegen Gießen, 9. Mai. Auf dem heutigen Markt kostete he Butter per Pfd. M. 0.90— 1.00, Eier 1 Stück 4—5 Pf., nn


