dahin nicht im Interesse Lüderitz, sondern Na— mens der Berliner Disconto-Gesellschaft.
Ausland. N
Oesterreich-Ungarn. Pest, 6. Febr. Das Abgeordnetenhaus nahm mit 229 gegen 140 Stimmen das Budgetgesetz pro 1885 an.
Frankreich. Varis. Die Hast, mit welcher italienischerseits rücksichtlich der Oecupationen an der Kuste des Rothen Meeres vorgegangen wird, wird in hiesigen politischen Kreisen vielfach auf die Absicht zurückgeführt, die Besitzergreifungen zu realisiren, noch bevor der Schluß der afri— kanischen Conferenz erfolgt und bevor die Be⸗ schlüsse der Conferenz in Kraft treten konnen.
J 7. Febr. Mehrere Anarchisten, welche am Börsenplatze einen Aufruf zu einem Meeting auf Montag Nachmittag auf dem Opernplatz vertheilten, wurden verhaftet. Die Behörden treffen umfassende Maßregeln, um die projektirte Mantifestation zu verhindern.
— Eine Depesche des Admirals Courbet aus Kelung vom 3. d. Mts. meldet: In der Nacht vom 31. Januar zum 1. Februar wurden die neuen Positionen der Franzosen von(—2000 Chinesen angegriffen. Der Feind wurde nachdrück— lich zurückgeschlagen.— General Briere de l'Isle meldet aus Dongsong vom 6. d., daß die fran— zösischen Truppen am 5. d. Mittags die aus drei Forts bestehende Befestigung, welche das befestigte Lager von Dongsong beherrschte, an— gegriffen und dieselben genommen haben.
Großbritannien. London. Der„Observer“ meldet, daß General Wolseley auf eine specielle Anfrage seitens der Regierung dahin instruirt worden sei, daß der Feldzug, selbst für den Fall, daß Gordon nicht mehr am Leben sein sollte, bis zur Unterdrückung der Insurrection fortgeführt werden solle.
Portugal. Lissabon. Es wird mit Be— stimmtheit in Abrede gestellt, daß die portugie— sische Flagge an der Mündung des Congo auf— gehißt worden sei. Die Portugiesen haben zwar diese Absicht gehabt, dieselbe aber in Folge energischer Proteste des Befehlshabers des eng— lischen Kanonenbootes, das den portugiesischen Schiffen den Congofluß aufwärts gefolgt ist wieder aufgegeben.
Italien. Rom, 6. Febr. Die Kriegs— schiffe„Vespucci“ und„Gottardo“ sind vor Massauah angekommen und haben eine Ab— theilung Bersaglieri und eine halbe Batterie gelandet, welche den Platz occupirten.— Die Regierung beantwortete die Note der Pforte bezüglich Egyptens und bestätigte die früheren Erklärungen in Betreff der Achtung vor der Souveränetät und den territorialen Rechten des Sultans. Die Regierung bemerkt, sie be— finde sich durchaus nicht im Widerspruche mit diesen Erklärungen. Die Occupation einiger Punkte am Rothen Meere sei durch die ge— bieterische Nothwendigkeit veranlaßt, nach Zurück— ziehung der egyptischen Garnisonen die verlassenen Ortschaften zu sichern. Mehrere Zeitungen wollen wissen, Italien werde außer Beilul und Massauah auch Mader und Hanfila besetzen. — Nachrichten aus Tripolis zufolge herrscht dort große Aufregung und mehrere arabische Scheichs und andere Würdenträger sind ver— haftet worden. Von Italienern sind bedeutende Landankäufe gemacht worden. Auch in Benghazi herrschten erregte Zustände.
— 7. Febr. Die Kammer berieth über die
Eisenbahnconventionen. Das Amendement Bac— carini's und Zanardelli's, welchem die Regierung nicht zustimmte, wurde mit 188 gegen 127 Stimmen verworfen. Febr. In Folge des Falles von Kharthum verpflichtete sich die Regierung, den Engländern ein Hilfscorps von fünfzehntausend Mann, aus zwei Infanterieregimentern, einem Regiment Bersaglieri, einem Artillerie- und einem Reiterregiment, sowie einem Plonierba— taillon bestehend, zu stellen.
— 7. Febr. Die„Agenzia Stefani“ mel⸗ det: Mancini ersuchte den italienischen Bot—
— 7
schafter in Konstantinopel, Korti, auf den von
ihm erbetenen Urlaub zu verzichten, um jeden
Zweifel über die zwischen Italien und der Pforte
bestehenden guten Beziehungen zu benehmen
Rumänien. Bukarest, 6. Febr. Der rumänische Gesandte in Brüssel, Vacaresco, wurde in gleicher Eigenschaft nach Rom versetzt. Die rumänische Regierung beabsichtigt, den Haudelsvertrag mit Oesterreich-Ungarn am . April zu kündigen und an eine Revision des rumänischen Zolltarifs zu schreiten.
Egypten. Kairo, 6. Febr. Eine neuere Depesche Wolseley's bestätigt die Details über die Mission Wilson's und fügt hinzu, daß auf dem Regierungsgebäude Khartums, welches zer— stört schien, keine Fahne wehte. Ueber das Schicksal Gordon's eirculiren die verschieden— artigsten Gerüchte. Man sagt, Farag Pascha hätte den Truppen des Mahdi verrätherischer Weise die Thore Khartums geöffnet. Die Auf— ständischen in Metamneh werden auf zwei- bis dreitausend geschätzt. Wolseley sendete Boten aus, um Näheres über das Schicksal Gordon's zu erfahren.
Aus Stadt und Land.
h. Friedberg, 9. Febr. War das eine vortreffliche Unterhaltung, die uns der Turnverein gestern Abend geboten hat! Das reichhaltige und mannigfaltige Pro— gramm bot des Interessanten viel und jede Nummer wurde in ganz gelungener Weise ausgeführt. Die zahl— reichen Zuschauer und Zuhörer fühlten sich höchlichst animirt und geizten nicht mit Beifallsbezeugungen. Man kann geradezu behaupten, daß kaum je eine Gesellschaft vergnuͤgter und freudiger beisammen war, als die gestrige. Bei solchem Humor, Witz und guter Laune wird Muth und Frische gewonnen fur die folgende Arbeit des Be— rufs- und Alltagslebens und die Sorte und der Zwie— spalt möglichst verscheucht. Man sieht, bei unserem Turnverein geht körperliche und geistige Gewandtheit Hand in Hand. Wir sind ihm und seiner Leitung An— erkennung und Dank schuldig
Allerlei.
Berlin. Dem II. Garde Regiment sind 12 Marok⸗ kaner, die das deutsche Exereittum lernen sollen, zu— gewiesen worden und bereits in den Dienst getreten. Dieselben haben das Grand Hötel am Alexanderplatz, wo sie seilther wohnten, verlassen und wurden in eine gemeinschaftliche Wohnung für die Dauer ihres Aufent⸗ baltes in Berlin einquartirt. Ein Unteroffizier vom II. Garde-Regiment holte die neuen„Rekruten“ vom Hötel ab und führte sie in ihr neues Quartier, mit Benutzung von J Droschken. streng nach den Satzungen ihrer Religion, sie genießen weder Bier, noch Wein, oder Schnaps, nur Wasser oder Limonade, und essen Nichts vom Schwein, in welcher Form das Fleisch auch zubereitet sein mag oder in den Handel kommt.
Cöln. Wehl die letzten Gefangenen aus dem Kriege 1870/1, meint die„Köln. Volksztg.“, haben das Deutsche Reich verlassen. Am 27. Januar passirten, von Wesel kommend, den Kölner Centralbahnhof die— jenigen Turkos, welche während ihrer Kriegsgefangenschaft einen Wächter ermordet hatten und deßhalb zu lang— jähriger Festungsstrafe verurtheilt waren. Dle Leute sahen recht gut aus; die französische Regierung hatte sie mit neuer Montirung versehen.
Handel und Verkehr.
Friedberg, 7. Febr. Buttermarkt. Butter kostete per Pfd. M. 0.75 0.85, Eier 1 Stück 7 Pf.
Gießen, 7. Febr. Auf dem heutigen Markt kostete Butter per Pfd. M. 0.75— 0.85, Eier 1 Stück 7-8 Pf., Käse per Stück 4— 8 Pf., Tauben per Paar M. 1.00, Hühner per Stück M. 1.10— 1.50, Hehnen per Stück I. 1.50— 2.50, Enten per Stück M. 2.00 2.20, Gänse per Pfd. 55—60 Pf., Welsche M. 0.00—00.00, Achsenfleisch per Pfd. 66—68 Pf., Kuh- und Rind⸗ fleisch 5460 Pf., Schweinefleisch 50— 60 Pf., Hammel⸗ flelsch 60— 68 Pf., Kalbfleisch 50—54 Pf., Kartoffeln per 100 Kilo M. 4.00, Zwiebeln per Centner M. 4, Weißkraut per Stück 4— 7 Pf.
Frankfurt, 6. Febr. Buttermarkt. Für Butter wurde im Engroshandel bezahlt per Centner M. 75., im Kleinverkauf je nach Güte der Waare per Pfd. M. 0.90—1.
Frankfurt, 7. Febr. Wochenmarkt. Preise der Kartoffeln per Malter(200 Pfd.) M. 4—5, per Ge— scheid 9g und 10 Pf., bessere Sorte und Salat— kartoffeln 12 Pf., Mäuschen rothe 20 25 Pf., gelbe 25—30 Pf., Weißkraut per Hundert M. 10—12, Zwiebeln per Ctr. M. 4.50—5, per Gescheid 1820 Pf., italtenischer Blumenkohl korbweise per Stück 32 Pf. Obst: Kochäpfel per Pfd. 12— 14 Pf., Reinette 16 bis 20 Pf., Kochbirnen 10— 12 Pf., Tafelbirnen 15—30 Pf., Kastantien 17— 20 Pf. Maronen 18 Pf., 1 Kiste Citronen (300 Stück) M. 18, per Stück 8—9 Pf., 1 Kiste Orangen(420 Stück) M. 24, per Stück 8—9 Pf., Knoblauch 100 Stück M. 1.50— 1.80. Eier per Hundert, deutsche M. 6—7, italienische M. 8-10. 0
*
Die fremden Gaͤste leben;
Eingesandt. f 0 Das am nächsten Mittwoch dahler stattfin dende Künstler⸗Concert kann gewiß ein interessantes ge?“ nannt werden. Ein Schwarzer, ein wirklicher, wasch⸗ ächter Schwarzer, der Edelmann, und mehrfach mit Orden geschmückt ist und der von den allerhöchsten Per⸗ sonen mehrfach ausgezeichnet wurde, als Geigen virtuos, eine Klavierkünstlerin, welche wir vor etwa 10 Jahren als Wunderkind hörten, und eine Sängerin, deren Er- scheinung und Stimme glänzend genannt werden— mehr kann man nicht verlangen. Hoffen wir, daß der Coneert⸗ Unternehmer, Herr Sachs aus Berlin, mit dem pekunlären Erfolg zufrieden sein kann, damtt uns auch in der nächsten Saison dergleichen Genüsse geboten werden g koͤnnen. s—
Eingesandt.
Theater. Die ersten beiden Vorstellungen brachten uns auch in diesem Jahre den Beweis, daß Director Herrmann es versteht, Kräfte heranzuziehen, die in jeder Beziehung ihren Platz ausfüllen und die das Interesse an den Vorstellungen wesentlich steigern werden. Ließ uns die erste Vorstellung die Leistungen des Ensembles im Lustspiel im besten Lichte erscheinen, so kamen am Sonntag auch die Gesangskräfte zur Geltung vor allen Anderen Soubrette und Komiker. Fräul. Sommer ist eine äußerst routinirte Sängerin mit schöner Stimme und Herr Voigt ist ein Komiker von solch zwerchfell⸗ erschüttender Naturwahrheit, daß wir uns speelell durch ihn viele vergnügte Stunden versprechen dürfen. Von den übrigen nennen wir noch Herrn Direetor Herr⸗ mann, der den„Kalau“ sehr komisch wiederzugeben 2 wußte, und Frau Voigt als„Lottchen“ welche beide f auch in gesanglicher Bezlehung viel zum Gelingen des Ganzen beizutragen wußten, und nach ihrem Duett leb⸗ haft applaudirt wurden. Am Dienstag sollen außer g einem Gesangsstückchen:„Die Augen der Liebe“ auf: geführt werden, wobei ein Theil der neuen Dekorationen, die Direktor Herrmann für das Gleßener Stadttheater U hat malen lassen, zur Verwendung kommen soll. P. a
Repertoir⸗Entwurf Opernhaus. 2 Dienstag den 10.: Barbier von Sevilla. Ballet. 2 Mittwoch den 11. geschlossen. 4 Donnerstag den 12.: Die Favoritin. 4 Freitag den 13.: Zum Gedächtnisse Richard Wagners. Vorstellung bei ermäßigten Preisen. Tannhäuser.
Außer Abonnement. Samstag den 14.: Don Juan. Sonntag den 15.: Afrikanerin.
Schauspielhaus. Dienstag den 10.: Angot. Mittwoch den 11.: Die große Glocke. Donnerstag den 12. geschlossen. Freitag den 13.: Pitt und Fox Samstag den 14.: Nathan der Weise. Sonntag den 15.: Der vornehme Schwiegersohn. Man sucht einen Erzieher. Montag den 16.: Neu einstudirt: Wallenstein's Lager. Hierauf: Die Piecolomint. Mittwoch den 18.: Wallenstein's Tod.
Holzversteigerung.
Mittwoch den 11. d. Mts., Vormittags 10 Uhr, sollen im Reichelsheimer Gemeindewald versteitzert werden: 23 Raummeter Buchen-Scheiter,
54 5 Buchen⸗Knüppel, 188 15 Buchen ⸗Reisig, 77 5 Buchen⸗Stöcke, ö 3 5 Eichen⸗Scheiter, 1 38 75 Eichen⸗Knüppel, ö 226 2 Eichen-Reisig, ö
138 85 Weichholz-Reisig. Die Zusammenkunft ist am Tanzplatz. Reichelsheim den 5. Februar 1885. Großherzogliche Buͤrgermeisterel Reichelsheim. 496 Schmid.
m 5 Versteigerungs-Anzeige.
Montag den 16. Februar l. J., Nachmittags 2 Uhr, werden vor dem hiesigen Rathhause drei Pferde und
11 zwel Kühe öffentlich an die Meistbtetenden gegen Baar⸗ N
der vereinigten Stadt⸗Theater in Frankfurt.* 7 a
*
FFF
.—„—::T50! ör. ˙ 0* ‚ͤ.. ÄAAe. r nn 8 i 3
5
—
zahlung zwangsweise versteigert. 1
Bad-Nauheim am 9. Februar 1885. 9 1 Weitzel, 5
N Gerichtsvolzieher. — 0 5 Holzversteigerung.
Freitag den 13. Februar, Vormittags 9 Uhr anfangend, sollen im Mockstädter Markwald, Distrikt Kirchwald, zur Versteigerung kommen: ö
240 Meter Kiefern-Stammprügel,
1700 Stück Klefern⸗Astwellen,
54 Kiefern-Stämme, 12 Festmeter haltend. 8 Die Zusammenkunft ist zur bestimmten Stunde bei Holznummer 1. ö 4
Das Holz liegt nahe bei Ober-Mockstadt und ist gut abfahren. 3
Nieder- Mockstadt den 7. Februar 1885.
Großherzogliche Bürgermeisterei Nieder-Mock 503 Reuther.
stad
„ 8*


