Ausgabe 
8.1.1885
 
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reinigung sehr vernachlässigt ist, wegen stärkerer Wirksamkeit empfehlenswerther sein. Was spe ziell den Gebrauch der Zahnbürste betrifft, so soll die nicht zu harte Bürste nicht in horizon taler, sondern in vertikaler Richtung bewegt werden, so daß man sie also von der Schneide des Zahns gegen das Zahnfleisch und zurück gleiten läßt. Es hat diese Methode den Vor zug, daß man dabei leichter in die Zwischen räume der Zaͤhne gelangt und daselbst lagernde Speisenreste entfeenen kann.

Selbstverständlich sollen auch Kinder ihre Zähne mit der Bürste reinigen. Nun ist es aber in vielen Fällen trotz der sorgfältigsten Reinigung nicht möglich, die Zaͤhne gesund zu erhalten und besonders dem Hohlwerden vorzu beugen. Es liegen dann jene allgemeinen Dis positionen zu Grunde, gegen die allerdings Zahn bürste und Mundwasser vergebens kämpfen. Hohle Zaͤhne müssen sobald als möglich plom birt werden und zwar je eher desto besser. Häufig ist nun der Patient gar nicht im Stande, etwaige hohle Stellen an seinen Zähnen zu entdecken, da dieselben so versteckt liegen oder noch so unbe deutend sind, daß nur durch eine* rsuchung durch den Zahnarzt ihr Vorhandensein zu constatiren ist; es empfiehlt sich daher eine öfter wieder

kehrende zahnärztliche Untersuchung der Zähne, und zwar nicht nur der bleibenden, sondern

auch der Milchzahne. Hohle Zähne, welche in keiner Weise mehr zu erhalten, besonders nicht mehr zu plombiren sind, lasse man entfernen, und zwar deshalb, weil sie den Säuren und Speisenresten einen willkommenen Aufenthalts ort bieten und somit indirekt den Nachbarzähnen schaden, während sie selbst wenig oder gar keinen Nutzen mehr Zahnstein, der den Zahnsubstanzen nicht direkt schadet, der jedoch unter das Zahuyfleisch dringt

und die Zähne lockert, muß sobald als möglich

auf mechanischem Wege von sachkundiger Hand entfernt werden. Eines sehr häufig vor kommenden, die Krankheiten der Zähne begleiten den Leidens sei noch gedacht, nämlich des üblen Mundgeruchs. Sind die Zähne und die Weich theile des Mundes gesund und werden sie rein gehalten und gepflegt, so wird ein solcher Geruch nicht vorhanden sein(es sei denn, er kommt aus dem Magen oder den Lungen), sind aber hohle Zähne vorhanden und fehlt obendrein eine sorg fältige Zahnreinigung, so wird sich dies durch einen höchst unangenehmen Geruch aus dem Munde kund thun. Es ist dieser Zustand einer der Widerwärtigsten, welche es gibt; er hat Ehen aufgelöst und die innigsten Freundschafts bande gelockert. Er ist nicht so sehr wider wärtig für den damit Behafteten, als für Die jenigen, die gezwungen sind, mit ihm zu ver

kehren. Wir geben als Mittel und zwar als unfehlbares gegen den schlechten Mundgeruch

das übermangansaure Kali an, welches faulende Riechstoffe zersetzt und nicht, wie die gewoͤhn lichen Zahntinkturen, durch einen angenehmen Geruch wirkt, der schlechte Gerüche nur momentan beseitigen kann. Man nehme von dem über mangansauren Kali so viel zum Mundwasser, daß dasselbe eine hellrothe Farbe erhält, und wird nach dem Gebrauch desselben von dem Uebel befreit sein. Vom Gebrauch der Salicyl säure als Mundwasser ist man abgekommen und zwar, weil dieses sonst höͤchst schaͤtzenswerthe Medikament vermöge seiner sauren Beschaffen heit die Zahnsubstanzen angreift. Das Tabak rauchen ist den Zähnen nicht schädlich, vielmehr scheint dasselbe, abgesehen von dem unschönen, aber unschädlichen schwarzen Niederschlage, welcher sich bel Nauchern auf den Zähnen vorfindet, eher eine konservirende Wirkung auszuüben. Ganz anders verhält es sich mit dem Zuckergenuß, und zwar deßhalb, weil sich der Zucker bei längerem Verweilen in der Mundhöhle in Milch säure verwandelt, welche die Zahnsubstanzen auflöst. Wer also viel Zucker genießt, der sorge durch fleißige Reinigung für die Beseitig ung der zwischen den Zähnen zurückgebliebenen Reste. Zur Erfrischung und Belebung der

haben. Der Weinstein oder

Weichtheile der Mundhoͤhle, besonders des mit den Zähnen eng re Zahn fleisches, empfiehlt sich der Gebrauch eines aroma tischen schwach zusammenziehenden Mundwassers, welches in jeder Apotheke zu haben ist.

Handel und Verkehr.

Friedberg, 6. Jan. Fruchtber. Waizen M. 16.25. Korn M. 16.00, Gerste M. 1516, Hafer M. 12.00, Alle Preise verstehen sich auf 100 Kilo= 200 Zollpfund.

Friedberg, 7. Jan. Buttermarkt. Butter kostete per Pfd. M. 0.75 0.90, Eier 1 Stück 8 Pf.

Butzbach, 3. Jan. Wochenmarkt. Butter kostete per Pfd. M. 0.95 1.05, Käse per Pfd. 4647 Pf. Eier 1 Stück 8 Pf.

Grünberg, 3. Jan. Korn M. 16.00, Erbses M. 16.00.

Gleßen, 6. Jan. Auf dem heutigen Markt kostete Butter per Pfd. M. 0.80 0.90, Eiter 1 Stück 7-8 Pf., Käse per Stück 4 7 Pf., Tauben per Paar M. 0.60 bis M. 0.90, Hühner per Stück M. 100 1.20, Hahnen per Stück M. 1.40 1.80, Enten per Stück M. 1.70 2.30, Gänse per Pfd. 5064 Pf., Welsche M. 0.0000.00, Ochsenfleisch per Pfd. 6668 Pf., Kuh und Rind⸗ fleisch 5460 Pf., Schweinefleisch 50 60 Pf., Hammel fleisch 60 68 Pf., Kalbfleisch 5054 Pf., Kartoffeln per 100 Kilo M. 3.30 4.00, Zwiebeln per Ctr. M. 4, Weißkraut per Stück 47 Pf.

Homburg, 6. Jan. Marktpreise. Kartoffeln per Malter M. 4 4.50, per Gescheid 9 10 Pf., Eier per Stück 7, 8 und 9 Pf., Butter per Pfund 1. Qualttät M. 1.00, 2. Qualität M. 90.

Frankfurt, 5. Jan. Viehmarkt Der heutige Viehmarkt war stark befahren. Angetrieben waren: 357Ochsen, ca. 17 Bullen, ca. 451 Kühe und Rinder, ca. 328 Kälber. Die Preise stellten sich: Ochsen 1. Qual. M. 70, 2. Qual. M. 64-66, Kübe und Rinder 1. Qual. M. 58, 2. Qual. M. 45- 50, Kälber 1. Qual. M. 6570, 2. Qual. M. 55 60 per 100 Pfund Schlachtgewicht.

Frankfurt, 5. Januar. Fruchtmarkt. Mehl Nr. 0 M. 32½- 33½, Nr. 1 M. 2627, Nr. 2 M. 25 26, Nr. 3 M. 23 24, Nr. 4 M. 17, Nr. 5 M. 14½ 15, Milchbrod⸗ und Brodmehl im Ver band M. 48 50, norddeutsches und westfälisches Weizen mehl 00 M. 23½ 24 ½, Suppengries je nach Qual. [M.., Roggenmehl Nr. 0 Marke)

Fruchtpreise. Welzen M. 16.30, Gerste M. 15.00, Hafer M. 12.90,

Berliner M. 24 25½, do. 0/1 do. M. 2223½, do. 1 do. M. 2021, do. 2 do. M. 17, Weizen ab unserer Um

gegend M. 16½ 16%, do. frei ab Bahnhof hier M. 17,

do. fremder je nach Qual. M. 1617½. Roggen bies. M. 158/16, do. französischer M. 16½, do. Königsberger M. 15½, do. Petersburger. M. 00- 00, do. Galatz, Nieolajeff und Odessa M. 14.50 80. Gerste, Brauerwaagre [M. 1619, do. zu Mahlzwecken M. 13. Hafer je. nach Qual. M. 13½-14½. Raps M. 26½27½ [Mais, buntes(mixed) per Frühsahr M. 13. Roggen⸗ kleie M. 5. Weizenkleie M. 4 ¼. Rüböl im Detail M. 59. Die Preise verstehen sich sammtlich per 200 Pfd. Zollgewicht= 100 Kilo.

Mainz, 4. Jan. Viehmarkt. In der abgelaufenen Woche waren auf unserem Viehmarkte im Ganzen 834 Stück Vieh zugetrieben und zwar 5 Farren, 83 Ochsen, 220 Kühe, 186 Kälber und 336 Schweine. Die Preise stellten sich für Farren auf M. 45. 48., für Ochsen 1. Qual. M. 72. 74., 2. Qual. M. 66. 70., für Kühe 1. Qual. M. 65. 68., 2. Qual. M. 56.62. Alles per 50 Kilo Schlachtgewicht. Kälber kamen auf 65 bis 70 Pf., Schweine(inländische) auf 5355 Pf. per ½ Kilo Schlachtgewicht.

D. Frankfurt a. M., 6. Jan. Die Börse ver kehrte auch heute in lustloser und schwacher Tendenz und 5 Course der leitenden Papiere gaben langsam nach. Aus Prag wurde die Concursanmeldung seitens der Firma 2 Tschinkel berichtet und von London ein neues Falliment bekannt. Diese Nachrichten wirkten verstimmend auf die Speculatton ein, welche sich großer Reserve be fleißigte. Auf dem Rentenmarkte fanden lediglich Russen und Ortent gute Beachtung. Auch Serbische Rente gefragt und fest. Creditaetlen, gestern Abend 250, beute 250½ 249%218½/. Staatsbahngetten, gestern Abend 250½, heute 2499¾. Galizter, gestern Abend 220, heute 221219⅜. Lombarden, gestern Abend 1203,¼8, heute 120/% 120. Egypter, gestern Abend 64 ½, beute 645,1664½. Von Oesterr. Bahnen buͤßten Böhm. Nord. fl., Duxer 2 fl. ein. Schweizer Bahnen schwächer. Gotthard waren 10% rückgängig. Deutsche Bahnen nachgebend, nur Ludwigshafen-Bepbacher besser und zwar 3% höher. Von ausländischen Fonds: Türken etwas besser. Oesterr. Prioritäten sehr fest. Von Banken: Disconto Commandit 28/0½ ntedriger. Andere speeulative Bankenwerthe ebenfalls niedriger. Amerikan. Prioritäten fest. Denver-Rio höher. Von Industrieaetien: Bad. Zuckerfabrik 1% schwäͤcher. Von Wechseln: Wien billiger. Privat- Disconto 3¼0%,

Auszug aus dem Civilstands-Register der Stadt Friedberg. 1884.

Getraut: 9. Dez. Der Gastwirth August Albert Burck mit Margaretha Klein von Ockstadt. Der Kreiswlesenbaumetster Johannes Kehl von Ascherode mit Ottilte Sophie Karoline Katha rine Bindewald von Friedberg,

11. Dez.

Geboren:

30. Nov. Dem Großh. Gerichts vollzieher Karl König

1 Sohn.

6. Dez. Dem Stattonsassistenten Georg Adam Kümmel 1 Sohn.

8. Dez. Dem Metzger August Neuhof 1 Tochter.

9. Dez. Dem Metzger Samuel Neuhof 1 Sobn.

11. Dez. Dem Kreisingenleur Richard Limpert 1 Tochter.

11. Dez. Dem Metzger Georg Emmerich Wilh. Hanstein 1 Tochter.

13. Dez. Dem Schmied Friedrich Wilhelm Hanstein 1 Sohn.

19. Dez. Dem Kaufmann Johann Peter Arnold Otto Gatzert 1 Sohn.

29. Dez. Ein unehelicher Sohn.

Dem Gendarmen Friedrich? 1 Sohn.

Wilhelm Steinbach

Gestorben: Der Schuhmacher Jakob Jakobt, 65 Jahr alt. Adam Sulzbach, Söbnchen des Handarbeiters Christian Sulzbach, 7 Monat alt. Margarethe Helene Hohmann, Töchterchen des Russensteinmachers Johann Heinrich Hohmann, 1 Jahr, 8 Monat alt. Christine Abicht, geb. Treß, Pfarrers wittwe, von Hof- Marienpforte bet Kreuznach, 82 Jahr alt. Der Knecht Heinrich Langlitz von Hartmanns⸗ hain, 50 Jahr alt.

20. Dez. Friedrich Bornmann, Sohn des Seminar dieners Wilhelm Bornmann, 18 Jahr alt. ez. Johann Heinrich Krämer, Söhnchen des Bier⸗

brauers Johann Georg Krämer, 4 Jahr alt.

Mitgliedskarten,

a 30 Pfennig pro Jahr, zu der Generalfechtschule des Reichswaisenhauses in Lahr sind bei der Expedition des Anzeigers zu haben.

Geld Cours. Januar 1885.

Geber. Nehmer. M: Pf. M. Pf.

Frankfurt, am 6.

20⸗Frankenstücke

do. ///(0K Englische Sovereings.. 20. 40 20. 35 Russische Imperiales. 16. 73 16. 68 Ducaten.. 9 508

8 al Dollars in Gold..

Herr Johann Maria Farina gegenüber dem Jülichsplatz in Cöln

at uns den Debit des

allein ächten Cölnischen Wassers

übertragen und emp 8 wir dasselbe per Glas M. 1,50, 1/5

tzend Die Expedition des Anzeigers.

Arbeitsvergebung.

Die Ausführung nachverzeichneter Arbeiten in den Badehäusern 1 und II dahier, nämlich: Maurerarbeit im Ganzen veranschlagt zu 2519,40 M.,

Zimmerarbeit 1318,90 Dachdeckerarbeit 44,00 Schreinerarbeit 6515,40 Schlosserarbeit 64,00 Weißbinderarbeit 2053,10 Spenglerarbeit 20,00

soll auf dem Submisstonswege vergeben werden.

Die Bedingungen liegen vom 8. bis 14. d. Mts. auf dem Büreau der unterzeichneten Behörde zur Einsicht offen und sind Angebote längstens bis zum 14. d. Mts., Vormittags 11 Uhr, versiegelt und frankirt und mit der AufschriftArbeitsangebot versehen, einzureichen. Die Eröffnung der eingelaufenen Offerten findet im Termin in Gegenwart der erschtienenen Submittenten statt.

Bad Nauheim am 5. Januar 1885.

Großherzogliche Badedireetion Bad Nauheim. 115 Jäger.

Bekanntmachung.

Freitag den 9. Januar, Vormittags 11 Uhr, soll in hlesigem Rathhause die zur Einfriedigung des neuen Friedhofs erforderliche Zimmer- oder Schreinerarbeit an den Wenigstnehmenden in Accord gegeben werden.

Dazu gehoͤrt folgende Holzlieferung: 22 Stück flos tannene Pfosten à 2,50 m lang, rund 0, 15/0, 16 m stark; 16 Stuͤck dergleichen Stangen à 9,00 m lang, 0,12/0,18 m stark; 354 Stück Latten à 3,00 m lang, 0,03 m stark; ferner die Lieferung der erforderlichen Drahtstiften, so⸗ wie die Lieferung von 75 k Carbolineum, nebst dem Anstrich des sämmtlichen Holzwerks, Alles zusammen nel. Arbeitslohn, veranschlagt zu 225 Mark.

Friedberg den 6. Januar 1885

Großherzogliche Bürgermeisterei Friedberg. 122 Stein häußer.

Kragen, Mauschetten ae ede

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