Ausgabe 
8.1.1885
 
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5. Jan. Das Canalgeschwader erhielt Befehl von der Admiralität, sich zum sofortigen Auslaufen bereit zu halten. Deu Blättern ging ein Communiqus der Admiralität zu, worin es heißt, daß hinsichtlich der Bewegungen des Ca⸗ nalgeschwaders keinerlei anderweitige Bestimm ung erlassen sei. Die Ordre, sich segelfertig zu halten, sei dem Geschwader bereits vor 3 Wochen gegeben, damit dasselbe in der Lage sei, bereits am 7. d. Mts. zu der gewöhnlichen Winterreise in See zu gehen.

DieTimes bringt einen Artikel, welcher sich gegen die Politik der Regierung in Egypten mit Entschiedenheit ausspricht und den Ministern empfiehlt, lieber zu demissioniren, als ein gegen das Cabinet gerichtetes Votum des Unterhauses abzuwarten.

Anläßlich der Verheirathung der Prin⸗ zessin Beatrice mit dem Prinzen von Battenberg wird die Regierung vom Parlament eine Mit⸗ gift von 30,000 Lst. und eine Jahresrente von 6000 est. für die Prinzessin beantragen. Wie verlautet, würde die Hochzeit im April d. J. staitfinden. Seinen Wohnsitz soll das junge Ehepaar in dem nahe bei Windsor gelegenen Schlosse Frogmore nehmen.

Hiesige Depeschen melden, der englische

Premierminister sei fest entschlossen, den Vor⸗ schlag zu einer neuen egyptischen Conferenz nicht

zu genehmigen, wenn nicht London zum Sitze derselben gewahlt, und demForeign office nicht gestattet werde, das Programm der Con⸗ ferenz aufzustellen.

Italien. Rom. Mancini, der Minister des Aeußern, wird schwerlich noch lange sein Portefeuille behalten, weil seine Politik von Mißerfolgen begleitet wird, für welche ihn Freunde und Feinde verantwortlich machen. Bald nach der Wiedereröffnung des Parlaments soll er mit Fragen und Interpellationen be⸗ stürmt werden, die er nicht nach dem Wunsche der Deputirten-Mehrheit wird beantworten können, so daß sein Sturz nur noch eine Frage der Zeit zu sein scheint.

Amerika. New⸗Pork. Lancaster undKearsage erhielten Befehl, zum Schutz der amerikanischen Interessen an der westafrikanischen Kuste zu kreuzen. Irgend⸗ welche besondere Bedeutung wird dieser Maß regel nicht beigelegt.

Washington. Der Congreß hat am 5. ds. die Sitzungen wieder aufgenommen. präsentantenhause wurde eine Resolution ein⸗ gebracht, welche erklärt, daß die Allianz, wie sie durch die Verhandlungen der Berliner Con- ferenz angezeigt sei, der traditionellen Politik der Union widerspreche. Die Resolution ersucht gleichzeitig den Präsidenten Arthur, dem Hause

Die Kriegsschiffe

Aufklärung zu geben über die Ernennung der

amerikanischen Delegirten zur Berliner Con ferenz, sowie darüber, ob die Instruction der

Delegirten irgend welche Vorbehalte oder Ein- schränkungen bezüglich der Ausübung ihrer Be⸗

fugnisse enthielten, oder ob sie eine unbeschränkte Vollmacht, als amerikanische Delegirte zu han deln, erhalten hätten.

Afrika. Durban. DerTimes wird von hier gemeldet: Eine an Lord Derby ge richtete Petition ist hier unterzeichnet worden, welche die Ausdehnung der britischen Herrschaft über ganz Zululand verlangt, als das einzige Mittel, weitere Verwickelungen zu verhindern, die britischen Interessen in Südwestafrika zu schützen und das Wohlergehen der eingeborenen Bevölkerung zu sichern.

Aus Stadt und Land. l Friedberg. Die Signalleine bei den Eisenbahn zügen, welche bisher über die Waggons hinwegkief, ist bei allen Zügen seit kurzer Zeit an der rechten Seite des Zuges, der Fahrrichtung entsprechend, oberhalb des Fensters angebracht, so daß es jedem Passagier ein Leichtes ist, dieselbe vom Coupé aus zu erreichen, um bei eintretender dringender Gefahr dem Locomotiv- resp. Zugführer ein Nothsignal zu geben. 6 befinden sich Placate, welche die Handhabung der Leine erläutern. Diese Einrichtung wird von dem reisenden Publikum mit Freude begrüßt.

gebäude beschädigt wurde.

In jedem Coupé

Allerlei.

Frankfurt, 5. Jan. Der Feldberg wurde gestern vom Taunuseclub bestiegen. An dem Ausflug betheiligten sich die statiliche Anzahl von 68 Mitgliedern, darunter 4 Clubisten von Wiesbaden, 4 von Idstein, 8 von Schmitten. In Anbetracht der eolossalen Schneemassen konnte Auf- und Abstieg nur über Eronberg genommen werden; doch wurden die Tourksten durch einen fast voll⸗ ständig blauen Himmel auf dem Gipfel des Berges für die nicht geringe Mühe des Steigens überraschend be lohnt. Die mit Schnee und Reif belasteten Waldungen boten einen wunderschönen Anblick, so daß nur eine Stimme der Genugthuung über diese gelungene Winter tour zu hören war.

Rödelheim. Vormittag die Leiche eines

Aus der Nidda wurde am Sonntag jungen Mannes gezogen.

Dem Vernehmen nach ist sie als die eines in der Mühle

zu Hausen bedlensteten Menschen agnoseirt worden, der vor ca. 4 Wochen verschwand und von dem man alsbald vermuthete, daß er auf dem Nachhausewege bezw. bei dem Versuche das verschlossene Thor zu übersteigen, in die Nidda gestürzt und ertrunken sei.

Hanau. Die Grimm⸗⸗Feier ist hier, in der Vaterstadt der berühmten Brüder, ernst und würdevoll und doch zugleich als wahres Volksfest verlaufen. Alles, was nur Anspruch auf öffentliches Wirken hat, war bei der Feier vertreten, welche in einer Festvorstellung im Theater und

einem Festbankett im Saale derKrone bestand.

Fulda, 2. Jan. Gestern wurde ein Artillerist hiesiger Garnison am Hirzrain von zwei Knechten er⸗ schlagen. Nach derH. M. Z. soll Eifersucht der Be⸗ weggrund zur That sein.

Mülhausen. DerExpreß stellt die Nachricht einiger Zeitungen, es sei der vierte Theilnehmer an den Straßburger und Stuttgarter Mordthaten in der Person eines gewissen Marowski in Mülhausen entdeckt worden, dahin richtig, daß die Polizei von Mülhausen wirklich eine gehetmnißvolle Persönlichkeit verhaftet habe, die sich weigert, Auskunft über Namen, Beruf, den letzten Aufenthalt ꝛc. zu geben; indessen set Grund zur An⸗ nahme vorhanden, daß dieses Individuum an den Atten taten von Straßburg und Stuttgart Theil genommen habe.

London, 6. Jan. Der Bischof von London ist heute plötzlich gestorben.

Edinburg, 6. Jan. Auf der Nordwestbahn zwischen Bushbury und Wolverbampton stieß am Montag der schottische Courierzug mit einem Güterzuge zusammen. Der Locomottvführer und der Heizer des Personenzuges sprangen von der Locomotive, als sie sahen, daß eine Collision unvermeidlich sei, und retteten so ihr Leben.

Die Güterwaggons wurden in Splitter zerschmettert. Die z.

Passagiere des Courierzuges trugen fast alle Verletzungen davon, 7 darunter solch schwere, daß sie nach dem Hospftal in Wolverhampton geschofft werden mußten.

Madrid, 6. Jan. Montag Abend wurde in Malaga wiederum eine leichte Erderschütterung gespürt, in Granada

fand dagegen ein starker Erdstoß statt, wobei das Präfeetur Ebenso wurden in Motrtl

und Loja Erderschütterungen wahrgenommen. Nach

amtlicher Feststellung wurden durch die jüngsten Erd beben in Alhama 1300 Häuser zerstört und 302 Per-

sonen getödtet, sowie 280 verwundet. Philadelphia. Nach einem

Komet wieder erschienen ist.

Telegramm der (Times von hier vom 4. d. hat Professor Barnard Im Re⸗ von der Vanderbilt-Untoersity in Nashyille, Tennesee, die Entdeckung gemacht, daß der verloren geglaubte Encke'sche

ursachen, entfernen lassen sollen. Die Zaͤhne sollen als Kauorgane die Speisen zermalmen und zur Verdauung geeignet machen, indem sie dieselben mit Speichel vermengen, ohne welchen eine gute Verdauung nicht stattfinden würde. Hat nun aber Jemand hohle und schlechte Zähne oder sind dieselben nicht vollzählig, so ist es klar, daß sie diesen wichtigen Akt nicht gründ⸗ lich ausführen können. Dazu kommt noch, daß sich in hohlen und schlecht gereinigten Zähnen faulende Speisereste, Säuren, Parasiten, über⸗ haupt Elemente befinden, welche, mit den Speisen vermischt, in den Magen gelangen, der Schleim haut des letzteren keine willkommenen Gäste sind. Die Zähne dienen ferner dem Prozeß der Sprache und Tonbildung(jeder Sänger und jede Sängerin, weiß dies aus Erfahrung) und geben den Lippen und Wangen eine angenehme Rundung. Man denke hierbei nur an dieein⸗ gefallenen Backen beim Fehlen der Backenzähne. Wir wissen, daß die Ursachen der Erkrankung der Zähne begründet sind in einer vorhandenen allgemeinen Anlage oder in örtlichen Veranlass ungen. Zu ersteren gehören ursprünglich mangel- hafte Bildungen, welche auf Erblichkeiten oder dem Mangel irgend welcher nothwendigen Er⸗ nährungsstoffe beruhen, sowie Altersanlagen. Im Kindesalter wie im späten Alter haben Krankheiten der Zähne höhere Bedeutung als im mittleren Alter; im ersteren Falle deshalb, weil sie die Gesammtorgane leichter in Mitlei⸗ denschaft ziehen, und im späten Alter deshalb, weil die Produktion der für die Ernährung der Zähne nöthigen Stoffe geringer geworden ist. Wichtiger als die allgemeinen Anlagen sind an dieser Stelle die äußeren Schädlichkeiten, und zwar unterscheiden wir mechanische, chemische und thermische Einflüsse. Die mechanischen Schäd lichkeiten bestehen in mancherlei ungeeigneten An⸗ griffen, welche die Zähne zu erleiden haben, B. durch einen heftigen Druck, Stöße und Schläge. Es gehören u. a. dazu das Nußknacken und Korkausziehen mit den Zähnen, abgesehen von anderen mit den Zähnen ausgeführten brod losen Künsten. Was die thermischen Einflüsse betrifft, so ist allerdings erwiesen, daß schneller Temperaturwechsel den Zahnsubstanzen direkt sehr selten schadet, indem z. B. ein Zahn, der aus eiskaltem in siedendes Wasser versetzt wird oder umgekehrt, in den allermeisten Fällen völlig un⸗ verletzt bleibt; es wird jedoch durch plötzlichen Temperaturwechsel, also durch zu heiße oder zu kalte Speisen und Getränke jedenfalls haufig eine Reizung des Zahnkeims oder desNerven,

Gerichtssaal. Butzbach.

gerichtssitzung statt. Strafsachen: 1) gegen Anton Fett von Langenhain wegen Langenhain, wegen Diebstahls;

Lorenz Wenderoth und Adolf Clawunder von Butzbach wegen Uebertretung und Beleidigung.

Nächsten Freitag den 9. Jan., Vorm. 9 Uhr, findet am hiesigen Amksgericht eine Schöffen⸗ Zur Verhandlung gelangen folgende

Betrugs; 2) gegen Konrad Möckel VII. von 3) gegen Moritz Heß von Schmitten, wegen Uebertretung; 4) gegen Konrad Reinigung sorge man stets auf das Sorgfältigste; Engel von Holzheim, wegen Uebertretung; 5) gegen es genügt nicht,

sowie der Wurzelhaut des Zahns ausgeübt. Die chemischen Schädlichkeiten bestehen in Säuren und faulenden Produkten, die man unschädlich zu machen suche durch sorgfältige Reinigung mit Stoffen, welche die Säuren neutralisiren und faulende Produkte entfernen. Für eine solche

daß man, wie es wohl jeder reinliche Mensch thut, die Zähne morgens reinigt;

Wie sollen wir unsere Zähne pflegen?

auf die Krankheiten der Zähne anzuwenden

für ihre seien, um allmählich hohl zu werden und aus

andererseits schlecht gepflegte, schmutzige Zähn einen Ckel erregenden Anblick gewähren; si sind auch eine der Grundbedingungen, welch

Organismus zu schaden; jeder hat an seine

die Natur hat uns sicher nicht so viele Zähn

Das Verhüten einer Krankheit ist leichter als die Heilung derselben. Dieser Satz ist auch

Für die leider nicht geringe Anzahl derer, welche Zähne überhaupt nichts thun, und die Mittel. glauben, daß die Zähne nur dazu vorhanden

zufallen, schicken wir folgende Bemerkungen vor aus: Gute, wohlgepflegte Zähne sind nicht nur der schönste Schmuck des Menschen, während

zum allgemeinen Wohlbefinden erforderlich sind. Denn man glaube ja nicht, daß von 32 Zähnen gern einige verloren gehen können, ohne dem

Stelle seinen bestimmten Zweck zu erfüllen, und

gegeben, damit wir dieselben verkommen lassen, oder sobald sie uns nur geringe Schmerzen ver

mindestens zweimal am Tage, am besten nach jeder Mahlzeit, sollte es geschehen, will man die Zähne gesund und in einem reinlichen, appe titlichen Zustande erhalten. Wie sollen nun aber die Zähne gereinigt werden? Es gibt zur Reinigung der Zähne mechanische und chemische Es genüge, wenn wir, als zu ersteren gehörig, die allgemein bekannte Lindenholzkohle, - gepulverten Bimstein, gebranntes Brot anführen. Zu den chemischen Mitteln gehören erstens die Alkalien, die rein chemisch wirken, also die Säuren neutralisiren, z. B. doppelt kohlensaures Natron, e kohlensaure Magnesia; dann solche, die chemisch e und mechanisch zugleich wirken, z. B. Korallen⸗ e pulver, präparirte Austerschalen u. a. m. Das beste Zahnputzmittel ist die Schlemmkreide, die bei gut erhaltenen Zähnen in chemischer und mechanischer Hinsicht vollkommen genügt. Diese r Mittel kommen nun in verschiedener Form, als Pulver und als Pasten oder Seifen zur Au e wendung. Es ist von keiner sehr großen Be deutung, ob man Pulver oder Zahnpasten an wendet, doch wird das Pulver da, wo die Zahn