h. Friedberg. Heute am 31. October konnte ein Lokal für die Herberge zur Heimath dahier gequfrirt werden und, wenn alles günstig weiter geht, kann sie wohl am 1. Dezember nächsthin eröffnet werden. Die Verhandlungen wegen Gewinnung eines geeigneten Haus— vaters sind auch bereits im Gang. Zur Beschaffung der nöthigen Ausstattung der Herberge wird es genug Mittel und Wege geben, haben wir doch seither schon reichlich erfahren, daß es an mildherzigen Menschen noch ai fehlt, wenn es gilt, an dem bedürftigen und wankenden Bruder, der doch auch unseres Geschlechts ist, Liebe zu üben, ihn auf dem rechten Wege zu erhalten, oder ihn darauf zu führen und dafür zu sorgen, daß er in der Noth an Gott und guten Menschen nicht, verzwetfelt. So möge sich denn unsere Herberge zur Heimath den in Deutschland bestehenden, deren es bereits etwa 120 sind, in gesegneter Wirksamkeit würdig anrethen und soeciale Schäden mildern und heilen helfen. Die Mitglieder der Dekanatssynode aber werden es an Zuwendung ihres stets regen Interesses und ihrer Hülfe nicht fehlen lassen.
h. Friedberg. Am 3. Dezember nächsthin wird der älteste Mann unserer Stadt, Unteradjutant a. D. Peter Hafselbaum, 90 Jahre alt. Der hiesige Veteranen⸗ und Militärverein wird den bezüglich des hohen Alters selten vorkommenden Geburtstag nicht ohne freundliche, herzliche Ehrenbezeugung für den würdigen Mann und Veteranen vorübergehen lassen; aber auch von anderer Seite her wird dies vielfach der Fall sein, ist doch in Hasselbaum ein Stück echten Deutsch und Soldatenthums verkörpert. Einfach, fast bedürfnißlos, bieder, zuverlässig, innerlich und äußerlich stramm, kurz und bündig, aber freundlich im Sprechen, ein Freund gesetzlicher Ordnung, dem Landesfürsten und Kaiser ganz ergeben und anhäng lich, das ist das Wesen des hochbetagten Mannes. Seine brave Frau ist 80 Jahre alt. Beide werden von einer sorgsamen Tochter gepflegt. Die beiden Söhne wohnen in Mannheim. Seine militärtsche Laufbahn anlangend, so trat er 1814 als Freiwilliger in das 4. Großherzoglich hessische Infanterteregiment„Prinz Karl“ ein und nach— dem er nahezu 46 Jahre gedient hatte und 1814 und 1815 den Feldzug in Frankreich, 1848 in Schleswig— Holstein und 1849 das Gefecht in Baden mitgemacht hatte, 1859 ehrenvoll in den Ruhestand. Fünf milttärische Ehrenzeichen schmücken seine Brust: das Hessische und Badische Felddienstzeichen, das Verdienstkreuz Phtlipps des Großmüthigen, das militärische Ehrenzeichen für 25jährige Dienste und das Erinnerungszeichen an Ludwig J. Möge es dem ehrwürdigen Manne lange noch in unserer Mitte wohlergehen!
h. Friedberg. Dem Präsidium des Mainthalsänger— bundes ist offieiell die Mittheilung zugekommen, daß Ober— bürgermeister Ohly die ihm angetragene Würde eines Fest— präsidenten bei dem im Sommer nächsten Jahres in Darm— stadt abzuhaltenden Sängerfeste angenommen hat; auch hat Vorlage der bereits bestimmten Gesammtchöre statt— gefunden und der Festdirigent ist in der Person des Hof— musikers Reitz gewählt. Hiernach und nach allen im Gange befindlichen Vorarbeiten darf auf ein schönes Mainthalsängerfest in Darmstadt gerechnet werden.
ck. Groß⸗Karben, 2. Nov. Gestern Abend wurde unweit der Statton Groß-Karben, bei dem Bahnwärter— hause 230, die 80 jährige Schwiegermutter des Bahn— wärters Held vom Zuge erfaßt und sofort getödtet.
gerathen war, durch einen Stich in den Hals getödtet. Der Thäter soll ein kleiner, untersetzter Mann gewesen sein.
Kufstern. Man erinnert sich wohl aus den Berichten über das Innsbrucker Schützenfest der wunderhübschen Markedenterin der Kufsteiner Schützen, einer Schreiners— tochter mit Namen Therese Zöttl. Selbst Katser Franz Josef bewunderte die prachtvolle Erscheinung und Kalserin Elisabeth sandte der Schützenresi ein goldenes Kreuz mit Diamanten, als ihr der Kalser das Bild seiner bewun— derten Tyrolexin zeigte. Durch diese Berichte veranlaßt und durch das in den illustrürten Zeitungen enthaltene Bild des sauberen Diarndels begeistert, ist der Verleger des„Berl. Local Anzeigers“, August Scherl, vor Kurzem nach Kufstein gereist und hat sich um die Hand des Mäd⸗ chens beworben. Er hatte Glück. Die Verlobung ist bereits gefeiert und über's Jahr,„wann m'r d'Träubele
Handel und Verkehr.
Friedberg, 3. Nov. Fruchtbericht. Waizen M. 16.50 16.75, Korn M. 14.50— 14.75, Gerste M. 14.00— 15.50, Hafer M. 12.50— 13.50. Alle Preise verstehen sich auf 100 Ko.= 200 Zollpfund.
Friedberg, 4. Nov. Buttermarkt. Butter kostete per Pfd. M. 0.85— 0.90, Eier 1 St. 8 Pf.
Bußbach, 31. Oet. Wochenmarkt. Butter kostete per Pfund M. 0.95 1.00, Käse per Pfd. 45—46 Pf., Eier 2 Stück 12 Pf.
Grünberg, 31. Oct. Fruchtpreise. Walzen M. 16.60, Korn M. 14.40, Gerste M. 13.30, Hafer M. 12.50, Erbsen M. 14.70, Samen M. 19.
Gießen, 3. Nov. Auf dem heutigen Markt kostete Butter per Pfd. M. 1.00 1.05, Eier 2 St. 1315 Pf., Käse per St. 5—8 Pf., Tauben per Paar M. 0.45— 0.60, Hühner per Stück M. 0.90— 1.00, Hahnen per Stück M. 0.45— 0.80, Enten per Stück M. 1.40— 1.70, Ochsenfleisch per Pfund 62—64 Pf., Kuh⸗ und Rind⸗ fleisch 54 56 Pf., Schweinefleisch 50—60 Pf., Hammel⸗ fleisch 5664 Pf., Kalbfleisch 48—50 Pf., Kartoffeln per 100 Kilo M. 3.00, Zwiebeln per Ctr. M. 4.00, Weiß— kraut per Stück 3—8 Pf.
Homburg, 3. Nov. Marktpreise. Kartoffeln per Malter M. 3.50—4, per Gescheid 8— 9 Pf., Eier per Stück 7 und 8 Pf., Butter per Pfd. 1. Qual. M. 1.00, 2. Qual. 90 Pf.
Frankfurt, 2. Nov. Fruchtbericht. Hiesiges Weizen⸗ mehl Nr. 0 M. 32.— 33., Nr. 1 M. 26.50— 27.50, Nr. 2 M. 25.—26., Nr. 3 M. 23.—24., Nr. 4 M. 16.50 17.50, Nr. 5 N. 15.50 16.50, Milchbrod- und Brod— mehl im Verband M. 50.—52., norddeutsches und west— fälisches Weizenmehl 00 M. 23.— 23.50, Roggenmehl Nr. 0(hiesiges) M. 23.— 24., do.(/ do. M. 21.—22., do. 1 do. M. 19.50— 20.50, do. 2 do. M. 17.25— 17.50. Weizen ab unserer Umgegend M. 16.75— 17., frei ab Bahnhof hier M. 17.25, do. fremder je nach Qualität M. 17.75 18.50. Roggen hiesiger M. 14.75— 15. Gerste, Brauerwaare M. 15.50— 19., do. zu Mahlzwecken M. 12. Hafer je nach Qualität M. 13.25 14.50. Raps M. 22.50 — 22.75. Mais, bunter(mixed) M. 12.— 1.25. Kar⸗ toffeln M. 2.— 2.50. Heu M. 3.— 3.25. Roggenstroh Pe. 2. per Centn. Roggenkleie M. 4.75, Weizenkleie M. 4.25 per Centn. Ruͤböl im Detail M. 52.— 53. Stimmung ruhig.
Allerlei. Frankfurt. In der Nacht vom letzten Sonntag auf Montag wurde vor dem Hause Weidenbornstraße 9 der Taglöhner Wilhelm Müller von einem Manne, mit
dem er, von der Eulengasse kommend, in Wortwechsel!
Frankfurt, 2. Nov. Der heutige Viehmarkt war mit 354 Ochsen, 15 Bullen, 322 Kühen, Stieren und Rindern, 242 Kälbern, 541 Hämmeln und 175 Schweinen befahren. Die Preise stellten sich wie folgt: Ochsen 1. Qual. pro 100 Pfund Schlachtgewicht M. 66.—68., 2. Qual. M. 58.—62., Bullen 1. Qual. M. 40. 45.,
2. Qual. M. 35.—38., Kühe, Stiere und Rinder 1. Qual, M. 55.— 60., 2. Qual. M. 40.—50., Kälber 1. Qual, pro 1 Pfund Schlachtgewicht 58— 60 Pf., 2. Qual, 5052 Pf., Hämmel 1. Qual. 55—57 Pf., 2. Qual. 30—40 Pf., Schweine, inländische 5860 Pf.
Verloosungen.
Braunschweig, 2. Nov. Ziehung der Braun⸗ schweiger 20 Thaler-Loose. Serien: 49 100 134 296 406 602 849 1149 1152 1395 1418 1419 1540 1593 1735 1855 1908 2188 2255 2270 2275 2469 2731 2827 3059 3091 3167 3369 3387 4184 4543 4638 5325 5351 5513 5809 5895 5925 5936 6041 6043 6307 6439 7097 7126 7248 7463 7535 7626 7691
8974 9587 9689 9912.
Freiburger 15 Fr.⸗Loose vom Jahre 1861. Ziehung am 15. Oet. 1885. Gezogene Serien: Nr. 42 193 275 281 308 380 1077 1372 1680 1824 1902 2054 2119 2203 2541 2954 3080 3148 3192 3249 3267 3338 3356 3598 3878 3898 4079 4108 4196 4255 4301 4623 5372 5396 5453 5479 5508 5533 5608 5629 5750 5836 5879 6221 6244 6266 6302 6449 6627 6985 7233 7918 7941 7971.
Oesterreichische 500 fl.-Loose vom Jahre 1860. Ziehung am 2. Nov. 1885. Hauptpreise: Serte 496 Nr. 1 300,000 fl. Serie 7223 Nr. 10 50,000 fl. Serie 13892 Nr. 20 25,000 fl. Serie 7942 Nr. 9, Serie 17851 Nr. 1 10,000 fl.
Herberge zur Heimath.
Ferner gingen ein an Gaben von: Bäcker Kuntz in Schwalheim M. 3., Collecteur Weisel M. 2., Direetor Dr. Diegel M. 30., Erlös von Predigten durch: Helene Leierzapf M. 3.20, Grethchen Corvinus M. 3.26, Elise Hammerschlag M. 4.20, Herene Faatz M. 4.20, Lina Weisel M. 3. Wir sagen unsern herzlichsten Dank und bitten um weitere Gaben, da wir durch Anschaffung von Möbeln und Inventar für das zu diesem Zweck gemtethete Haus voraussichtlich große Ausgaben haben werden.
Friedberg den 2. November 1885.
7 Für den Vorstand: Der Rechner G. Schwarz.
Berichtigung.
In der Lokalnotiz über unseren Pferdemarkt muß es heißen Waschmüßhle statt Wachsmühle; ferner wurde übersehen aufzuführen, daß auch ein Saugfohlen des Oeconomen Kallenbach von Flensungerhof prämtirt wurde.
Briefkasten. Anonyme Einsendungen wandern, wie schon oft genug bemerkt, in den Papierkorb. Die Redaetion.
Israelitischer Gottesdienst in Friedberg.
Sabbathfeier vom 7. November 1885. Beginn:
Freitag Abends 4 Uhr 15 Min. Samstag Morgens 8 Uhr 30 Min. Samstag Nachmittags 3 Uhr 30 Min. Sabbathausgang 5 Uhr 15 Min. Wochengottesdienst von Sonntag den 8. November an Morgens 6 Uhr 45 Min, Nachmittags 4 Uhr. Sonntag den 8., sowie Montag den 9. November 1885: Neumond Kislev.
3185 Halbb. Wagen, neu, leicht, sol., eleg., preisw. Abb. grat. J. 6 Rumpf, Eis. Hand 18, Frankfurt a. M.(1827.)
Das Kleinmachen
von etwa 15 Raummeter Scheitholz ist an den Wenigst— fordernden zu vergeben. Offerten wolle man vor dem 8. d. Mts. schriftlich bei uns einreichen.
Frledberg am 4. November 1885. Großherzogliche Direktton des Schullehrer Seminars Schäfer. 3833
78 2— 3807 Konkurs-Verfahren
In dem Konknrs verfahren über das Vermögen des Kaufmanns Jacob Hahn J. von Ober-Mörlen ist in Folge eines von dem Gemeinschuldner gemachten Vor— schlags zu einem Zwangsvergleiche Vergleichstermin auf
Freitag den 27. November 1885, Vormittags 9½¼ Uhr, vor dem Großherzoglichen Amtsgerichte hierselbst an— beraumt.
Der Zwangsvergleichsvorschlag, sowie die Erklärung des Masseverwalters und des Gläubigerausschusses sind auf der Gerichtsschreiberei zur Einsicht der Betheiligten offen gelegt.
Auf der anberaumten Tagfahrt sollen gleichzeitig die nachträglich angemeldeten Forderungen geprüft werden.
Bad⸗Nauheim den 29. Oktober 1885.
S ch
Gerichtsschreiber des Großherzoglichen Amtsgericht. Der An- und Verkauf von
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wird bestens, billigst und diseret besorgt von 3482 G. Schulhof in Friedberg.
Ein Schweizer,
der gut melken kann, wird gesucht.
Bei wem? sagt die Exped. d. Anz. 381013813
Insbesondere empfehle auch einen guten ist gesorgt. Es bittet um geneigten Zuspruch
3837
Geschäfts- Empfehlung.
Einem verehrlichen hiesigen wie auswärtigen Publikum die ergebene Mittheilung, daß ich mit dem 1. November die seither von Herrn Bierbrauer Burck betriebene Wirthschaft an der Stadtkirche von Herrn Bierbrauer Windecker übernommen habe. Windeckersches Bier und gute Bedienung werde bestens besorgt sein.
Für gute Speisen, gutes Mittagstisch. Für Stallung zum Ausspannen
Hochachtungsvoll
Konrad Hess.
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Flaschenbier wird im Burckschen Hause, sowie in meinem früheren Lokale abgegeben.
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General- Depositär erhältlich ist. Prospe
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3150 d Ernst Weidemann, Liebenburg am Harz.
Faselochs-Versteigerung. Dienstag den 10. d. Mts., Vormittags 11 Uhr, soll ein der hiesigen Gemeinde gehöriger Faselochs im Rath haus dahier meistbietend versteigert werden. Reichelsheim den 2. November 1885. Großherzogliche Bürgermeisterei Reichelsheim. Schmid.
3826 Auf einem größeren Gute in Nassau finden
Oetonomie⸗Elcven praktische Ausbildung, auch An⸗
lernung im Hopfenbau. Anfragen wolle man unter
Nr. 2550 an die Annoncen⸗Exped. August Engert in
Limburg a. d. Lahn richten.(H. 64455.)
Ein großes, schön g Ndesgl. ein kleines Zimmer,
möblirtes zu vermiethen.
Kaiserstraße 116. 3824
7769 8032 8062 8333 8429 8542 8652 8794 8816 0
(Ho 25294.)
tr“ bef. Hansenstein e Vogler, Hannover.
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