Ausgabe 
5.5.1885
 
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Atrübein Don Jensch Nidd..

1885.

Dienstag den 5. Mai.

M 3.

Oberhe

sischer Anzeiger.

Wird hier und in Bad-Nauheim Montag, Mittwoch und Freitag Abend ausgegeben.

Kreisblatt für den Kreis Friedberg.

Erscheint dreimal wöchentlich und zwar Dienstag, Donnerstag und Samstag.

Die einspaltige Petitzeile wird bei Annoncen mit 11 Pf. berechnet, bei größerem Tabellen- oder Ziffersatz mit 14 Pf., bei Reclamen mit 22 Pf.; ei Annoncen von auswärtigen Einsendern(soweit Letztere nicht Jahresconto bei uns haben), welchen der Betrag nicht beigefügt ist, werden stets per Post nachgenommen.

ein Beleg kostet 9 Pf.

Betreffend: Unterhaltung der Kreisstraßen.

Amtlicher Theil. Arbeitsvergebung.

1

Donnerstag den 6. Mai l. J., Nachmittags um 4 Uhr, soll das Liefern von 90 Kubikmeter Unterhaltungssteinen(Basalt) auf die Kreisstraßenstrecken Dorn AssenheimWeckesbeim und Reichelsheim Heuchelheim in der Gastwirthschaft des Herrn Schleuninz zu Weckes heim öffentlich vergeben werden.

Friedberg den 30. April 1885. G 9

Großherzozliches Kreisamt Friedberg.

Dr. Braden.

Deutsches Reich.

Darmstadt, 1. Mai. Die Abreise der Königin Victoria und der Prinzessin Beatrice, sowie der Prinzessin Victoria von Battenberg über Vlissingen nach England fand heute Abend statt. Großfürst und Großfürstin Sergius werden am nächsten Dienstag die Rückreise nach Petersburg antreten.

Darmstadt. Der Distriktseinnehmer Fischer

in Fürth wurde nach Pfeddersheim und der Distriktseinnehmer Weimer in Nieder-Ingelheim

nach Groß-Umstadt versetzt, der bei dem Haupt zollamte zu Hamburg verwendete Hauptsteuer amts⸗Ass. 1. Kl. Stuckert, sowie der Hauptsteuer amts⸗Ass. 1. Kl. Schmidt in Gießen zu Distrikts

einnehmern in Nieder-Ingelheim und Ortenberg

und der bei dem Hauptzollamte zu Hamburg verwendete Finanzasp. Weber aus Darmstadt zum Hauptsteueramts-Ass. 2. Kl. ernannt.

Das Retierungsblatt Nr. 8 enthält: Gesetz, die Wittwen- und Waisenkasse der Volks schullehrer, insbesondere die Höhe der Pensionen und der jährlichen Beiträge betreffend.

Postpersonalnachrichten. Ernannt ist der Postsekretär Blümel in Darmstadt zum Ober Postdirectionssekretär. Versetzt sind der Post sekretär Venus von Darmstadt nach Hainsberg

Deuben in Sachsen, behufs Uebernahme der

Postmeister-Stelle daselbst, der Postsekretär Schreiber von Frankfurt nach Bensheim und die Postassistenten Conrad von Radolfzell nach

Heppenheim und Doldinger von Heppenheim

nach Radolfzell. Gestorben ist der Ober-Tele graphenassistent Gebauer in Darmstadt.

1. Mai. In der ersten Kammer ist von dem Fürsten Isenburg-Birstein und Freih. Riedesel folgender Antrag eingebracht werden:Hohe Kammer wolle Gr. Regierung um Vorlage eines Gesetzentwurfs ersuchen, wodurch der auf das Großherzogthum entfallende Antheil der in direten Reichssteuern(Zölle), nachdem der von dem Großherzogthum an das Reich zu zahlende Matrikularbeitrag in Abzug gebracht worden, den Gemeinden zur Bestreitung ihrer Lasten, insbesondere der Schullasten, überwiesen wird.

Berlin, 1. Mat. Reichstag. Der Gesetzentwurf, betr. die Ausdehnung der Unfall- und Krankenversicher ung, wurde bis§. 12 inel. fast durchgängig nach der

Regierungsvorlatze angenommen. 2. Mal. Der Reichs

tag erledigte ohne Debatte auf Grund des Berichts der Rechnungscommission einige außerordentliche Ausgaben und Einnahmen zum Etat von 1882 und 1883. Bet der Berathung des Antrags Ausfeld-Seipio, betr. das Inkrafttreten der Zolltarlfnovelle wird der Antrag Bött cher angenommen, die Termine für mineralische Schmier le bis zum 1. Jult hinauszuschieben, ebenso der Antrag

Franckenstein, die Einführungstermine für Cichorlen bis zum 1. Januar 1886 hinauszuschteben, im Uebrigen wer den die Commisflonsanträge angenommen, wonach die

Zollsätze für Branntwein, Kraftnehl, Puder, Stärke,

Stärkegumml, Nudeln und Maccaroni sofort, für Mohn,

Sesam und Erdnüsse vom 1. October, für Raps und Rübsagt und die übrigen Positlonen des§. 2 vom. Jult

in Kraft treten. Nach Ablehnung aller weiteren Anträge

bird bas Zollgesetz angenommen und der Rest des Un

allversicherungs gesezes nach unerheblicher Debatte ge

ehmigt. Hierauf wurde die zweite Berathung der Zucker

steuer-Vergütungsvorlage begonnen, schließlich jedoch ohne Beschlußfassung vertagt.

1. Mai. Das Abgeordnetenhaus nahm in Berathung des Antrags Huene den F. 2 in der Fassung der Commission an, wonach die Be träge aus den landwirthschaftlichen Zöllen den Kreisen zu überweisen sind, mit Ausnahme in den Hohenzollern'schen Landen.§. 3 wurde nach dem Autrage der Commission angenommen, wo nach die Vertheilung zu zwei Drittel nach dem Maßstabe der in den einzelnen Kreisen aufkom menden Grund- und Gebäudesteuer und zu ein Drittel nach der Civilbevölkerung erfolgt. 2. Mai. Fortsetzung der Berathung des An trags Huene bei§. 4, welcher bestimmt, daß bis zum Erlaß eines definitiven Verwendungs gesetzes die Ueberweisungen zur Erleichterung in den directen Communalabgaben und den Zu schlägen zu den directen Staatssteuern dienen sollen.§. 4 wird in der Commissionsfassung angenommen, ebenso der Rest des Antrages mit unerheblichen Abänderungen.

Daß Deutschland nunmehr noch einen Küstenplatz der afrikanischen Ostküste außer Zanzibar besitzt, steht nach den neuesten Nach richten fest. Ueber die Lage desselben geben die in Bezug auf diesen Theil Afrikas sehr mangelhaften Karten nicht genauen Ausschluß. Jedenfalls befindet der Ort sich etwas unter dem Aequator. Es scheint übrigens sicher zu sein, daß die Erwerbung nicht direct durch die deutsche Regierung gemacht worden ist, sondern durch eine private deutsche Expedition, welche sich, als die Mitglieder der ostafrikanischen Ge sellschaft in Zanzibar ankamen, dort bereits be fand. Die nächste Zeit wird hierüber mehr Licht verbreiten. Das Land, in welchem diese neueste deutsche Erwerbung sich befindet, ist übrigens durch Deutsche, die Decken'sche Expe dition, zum ersten Mal genauer erforscht worden.

3. Mai. DieNordd. Allg. Ztg. hört, daß der Abgeordnete Lingens sich nach Rom begeben habe, um im Auftrage des Bischof Melchers und Windthorst's mit der Curie zu verhandeln. Es verlaute, die Verhandlungen bezögen sich auf Ueberweisung der in Deutschland für die Errichtung einer Universität in Fulda gesammelten Gelder an denjenigen Fonds, welcher für die Begründung einer Universität in Salzburg bestimmt ist.

Hamburg,(1. Mai. Hiesige Rhedereien empfingen die Submissions-Bedingungen fur die Dampferlinien. Der Reichskanzler schreibt darin vor, daß das Angebot alle Linien zu unfassen habe.

Ausland.

Oesterreich-Ungarn. Pest, 2. Mai. Der kaiser ist gestern in Begleitung der General Adjutanten Baron Mondel und Frh v. Popp und des Hofrathes Papay zur Eröffnung der Landesausstellung hier eingetroffen. Das Bahn hofsgebäude war festlich geschmückt. Die feier liche Eröffnung der Ausstellung fand heute

Mittag durch den König statt, im Beisein des Kronpeinzenpaares.

Holland. Antwerpen, 2. Mai. In der Festhalle des Ausstellungspalastes fand heute die feierliche Eröffnung der Ausstellung statt, welcher das Königspaar, sämmtliche Minister, zahlreiche Mitglieder des Senats und die diplomatischen Vertreter der fremden Mächte beiwohnten.

Schweden. Stockholm. In Schweden wird gerüstet, gegen wen, wird sich wohl bald zeigen. Aus Stockholm wird gerüchtweise gemeldet, daß die Kriegsschule aufgelöst und die Schüler ihren Regimentern einverleibt werden sollen. Die Gar nisonen von Wafßholm, sowie von Oskar-Frede riksborg und Carlskrona sollen verstärkt werden. Am Sonnabend sollen fernere Mobilisirungs Ordres ausgefertigt sein, welche die Grenadier Corps von Smaland und des Leibregiments betreffen. Auch für das Westgotländische und Skarcborg's Regiment erwartet man baldige Mobiltsirungsordres.

Frankreich. Paris, 1. Mai. Eine De⸗ pesche General Briere's bestätigt, daß die Chi nesen Langson geräumt haben. Die Franzosen besetzten Dongsong und Thammoi. Die Aus führung der Friedensbedingungen schreitet regel mäßig fort.

2. Mai. DieAgence Havas meldet, der Vertreter Frankreichs in Egypten, Taillan dier, kehrte nach Kairo zurück. Eine Depesche aus Hanoi sagt: Die chinesischen Truppen am Nothen Flusse begannen den Rückmarsch nach Nünnan.

Großbritannien. London, 1. Mai. Das Unterhaus nahm das Budget in erster Lesung an.

Standard schreibt: Die neueste britische Note macht den Vorschlag, die Frage, ob Ruß land das Abkommen vom 17. März verletzt habe, dem Schiedsspruche eines gekrönten Hauptes in Europa zu unterbreiten. Es ver lautet, der König von Dänemark werde als Schiedsrichter erwählt werden, falls Rußland den Vorschlag Englands annimmt. f

1. Mai. Admiralitaͤt miethete weitere 9 große Dampfer, wovon jeder im Stande ist, über 1000 Mann zu transportiren. Wie verlautet, werde der Bestimmungsort der Truppen nur mittelst versiegelter Ordres be zeichnet werden.

Griechenland. Athen, 1. Mai. Das neue Cabinet hat sich gebildet und folgender maßen zusammengesetzt: Delyannis(Finanzen und Aeußeres), Papamikalopould(Inneres), Mavronniechell(Krieg), Antonopoula(Justiz), Zygomalas(Cultus) und Roma(Marine).

Wie verlautet, sollen aus Sparsamkeits gründen die Gesandten bei den auswaͤrtigen Maͤchten, ausgenommen derjenige in Konstanti nopel, abberufen werden. Die Ausführung der Geschaͤfte sollen erste Seeretäre erhalten.

Serbien. Nisch, 2. Mai. Die Skupsch tina nahm die Modifikation des Steuergesetzes im Sinne der Regierungsvorlage an.

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