und Dubrica umgrenzte Land dem Kapitän durch einen am 2. Januar mit dem Koͤnige abge— schlossenen Vertrag unter deutsches Protektorat gestellt. Das Aufhissen der deutschen Flagge erfolgte Abends 5 Uhr in Gegenwart des Kapi— täns Chueden, des Kapitän-Lieutenants du Bois, der Offiziere der„Ariadne“, sowie des Königs von Capitay mit seinen Unterthanen.
Leipzig. Das Reichsgericht beraumte den Termin zur Verhandlung in der Landesverraths— sache gegen Kaufmann Janssens aus Lüttich und Geschaͤftsmann Knipper aus Birkenfeld auf den 2. März an. Es handelt sich um Veruntreuung geheimer militärischer Acten und Pläne.
— Nach der„L. Z.“ hat der Kaiser in Betreff der verurtheilten Hochverräther eine Ent— schließung noch nicht gefaßt.
Ausland.
Oesterreich-Ungarn. Wien. Der Strike der parlamentarischen Berichterstatter ist beige— legt. Das Bureau des Abgeordnetenhauses ist geneigt, den Reportern vollste Satisfaction und größere Freiheiten als bisher zu gewähren.
Holland. Haag. Die verwittwete Prin— zessin Heinrich der Niederlande hat sich mit dem Prinzen Albert von Sachsen-Altenburg verlobt.
Norwegen. Christiania, 3. Febr. Der Kronprinz eröffnete heute das Storthing. Die Thronrede kündigt mehrere Gesetzvorschläge an, unter Anderem über die Wehrpflicht und Ab— ändernng der Criminalprozeßordnung; dieselbe hebt die gute Finanzlage des Landes hervor.
Frankreich. Paris, 2. Febr. Kammer. Bei Berathung des Cultusbudgets beantragt Paul Bert einen Zusatzartikel, dahingehend, die im Concordat nicht spezificirten Grundstücke, welche Cultuszwecken dienen, zu Gunsten der Schulkassen zu verkaufen. Der Justizminister bekämpfte den Antrag lebhaft, mit dem Hinweis auf die Schwierigkeiten der Ausführung, indem er gleichzeitig hinzufügte, es wäre ungerecht, die Priester aus Seminaren zu vertreiben, nachdem sie dieselben 80 Jahre im Besitz gehabt; es würde aber auch eine wahrhafte, für die Repu— blik gefährliche Kriegserklärung sein, denn man dürfe nicht vergessen, daß der Katholicismus in Frankreich eine Macht sei, mit der man rechnen müsse. Der Antrag Bert's wurde mit 274 gegen 180 Stimmen abgelehnt und bierauf das ge— sammte außerordentliche Bugdet angenommen.
— 3. Febr. Der Kriegsminister brachte den Gesetzentwurf über die Recrutirung ein. Baudry d'Asson(conserv.) begründete seine In— terpellation über die landwirthschaftliche Krisis, wurde mehrere Male zur Ordnung gerufen und die von ihm vorgeschlagene dem Cabinet feind— liche Tagesordnung abgelehnt. Die Kammer begann die Berathung des Gesetzentwurfs betr. Erhöhung der Getreide- und Viehzölle. Langlois sprach dagegen, Leroy dafür; die Berathung wird fortgesetzt.
— 3. Febr. Meldung des Admirals Courbet aus Kelung: Eine aus 1500 Mann mit 4 Ge— schützen bestehende französische Colonne nahm am 25. Jan. mehrere befestigte Werke, welche den durch die südöstlichen Positionen gedeckten Zugang zu den Minen bedrohten. Die Franzosen machten vor einer steilen, stark befestigten Hochfläche Halt und befinden sich auf fester Basis. Sie setzen ihre Operation fort, sobald die Truppen ausgeruht haben. Der Widerstand des Feindes war heftig, das Feuer desselben vorzüglich.
— 2. Febr. Der Prinz Wales ist heute hier eingetroffen und reist morgen Abend nach Cannes zurück.
Großbritannien. London, 2. Febr. Der verhaftete John Gilbert Cunningham erschien heute vor dem Polizeigerichte von Bowstreet. Der Staatsanwalt theilte mit, bei dem Verhafteten sei eine kleine Maschine gefunden worden, geeignet, eine Dynamitexplosion herbeizuführen. Auf die Fragen der Polizei konnte der Verhaftete keine genügende Auskunft über sein Thun und Treiben seit seiner Ankunft in London geben. Aus seinem
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Absteigequartier ließ der Verhaftete einen aus Amerika mitgebrachten Reisesack verschwinden.
Italien. Rom, 2. Febr. Die Deputirten— kammer lehnte mit 164 gegen 117 Stimmen den Antrag Cairoli's, die Agrarfrage zuerst zu berathen und die Verhandlung über die Eisen— bahn⸗Conventionen zu suspendiren, ab.— Die Zoll-Euquetecommission verwarf jedwede Erhöh— ung der Getreidezölle, sowie die Einführung eines Reiszolles.
— Unter den Deputirten circulirt ein Ge— rücht, das Ministerium werde nach Annahme der Eisenbahnconventionen die Kammer vertagen, um ungestört seine colonialen Pläne in Afrika auszuführen. Der Minister des Aeußeren, Man⸗ eini, habe verschiedenen Politikern angedeutet, er hoffe bis August Tripolis besetzen zu können.
— Der belgische Gesandte beim Vatican wird demnächst erwartet. Nachdem derselbe seine Cre— ditive dem Papste überreicht haben wird, wird der päpstliche Nuntius für Belgien den Befehl erhalten, nach Brüssel abzugehen.— Der Be— ginn der Verhandlungen zwischen Montenegro und dem Vatikan zur Lösung obschwebender Kirchenfragen ist bevorstehend.
— 2. Febr. Einer„Rassegna“-Meldung zufolge wird die italienische Expedition in zwei Tagen in Massannah landen und dort die ita— lienische Flagge aufhissen. Ein Theil der Truppen geht sodann nach Assab weiter. Die italienische Occupation am Rothen Meere wird sich von Assab bis Suakin erstrecken, wohin durch ein Einvernehmen mit England eine zweite Expe— dition abgehen sollte, welche schon bereits reise— fertig sei.
— Wegen drohenden Conflicts zwischen Ita— lien und der Türkei wird die Regierung von Montenegro den Kriegsminister Plamenaz als außerordentlichen Gesandten nach Rom senden.
Türkei. Constantinopel. Ein Telegramm der„Daily News“ aus Varna besagt, daß die Pforte ein Rundschreiben an die Mächte gerichtet habe, worin sie gegen jede Besetzung eines Hafens im Rothen Meere protestirt.
Egypten. Kairo, 3. Febr. General Wol⸗ seley zeigte dem Kriegsminister in einer Depesche aus Korti vom Montag 9 Uhr Abends an: Carle besetzte am Sonntag das vom Feinde ge— räumte Berti. Die Nilschifffahrt ist sehr schwierig. Die Colonne Carle überwand aber bisher alle Schwierigkeiten.
Amerika. New-Pork, 2. Februar. Auf Odonovan Rossa wurden heute, als er die Straße passirte, von einer jungen Frau fünf Revolverschüsse abgefeuert. Rossa fiel zur Erde, soll aber nicht schwer verwundet ein. Die Attentäterin wurde verhaftet, sie heißt Neslet Dudley und soll unter dem Vorwande, Geld für die irische Sache beisteuern zu wollen, Rossa zu einer Unterredung eingeladen haben. Als Rossa mit ihr durch Chamberstreet ging, blieb sie einen Augenblick zurück und schoß auf Rossa. Dieselbe soll die Wittwe eines britischen Offi— ciers sein und sei stets in Aufregung gerathen, wenn in ihrer Gegenwart die Rede von Dyna— mitarden war. Mehrere ihre Freunde hielten sie für geisteskrank. Seit ihrer Verhaftung ist sie vollständig ruhig.— Gestern Abend fand eine Versammlung von Socialisten und Anar— chisten statt, die in einer allgemeinen Schlägerei endete. Die Polizei räumte den Saal und verhaftete die Veranstalter der Versammlung.
Aus Stadt und Land.
t. Friedberg, 3. Febr. Heute Mittag ereignete sich ein Eisenbahnunfall im hiesigen Vahnhofe, der glücklicherweise ohne ernste Folgen blieb. Beim Ein— fahren des Berliner Courterzuges sprang eine Bandage an einem Wagen dritter Classe. Der Wagen wurde hier ausrangirt und der Zug setzte nach kurzem Aufent— halte seine Fahrt fort.
m. Friedberg. Im Monat Januar wurden in der Volksküche gegen Marken 1230 und an Passanten 11 Liter Suppe verschenkt. Gegen Zahlung wurden 345 Liter n 10 Pf. und zu einem höheren Betrag 13 Liter ab—
gegeben. Im Ganzen wurden 1599 Liter, demnach täglich 50 Liter dargereicht. Elingenommen wurden 38 M. 71 Pf.
Allerlei.
Mannheim, 1. Jan. Die gestern früh bei Tages- anbruch in der Nähe der Houtchinson'schen Gummifabrik aufgefundene weibliche Leiche ist nunmehr als diejenige
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der Margarethe Ries aus Weisenheim a. S.(Pfalz) ü
agnoscirt worden. Die Ermordete war „N. B. L. Z.“ bis Ende Nov. v. J. hier in Diensten, ging dann nach auswärts und kam vor zwel oder drei Tagen hierher zurück, wahrscheinlich in der Absicht, wiederum eine Dienststelle zu suchen. Der ganzen Sach- lage nach ist die Möglichkeit nicht ausgeschlossen, daß eln Lustmord vorliegt. Darauf deuten wenigstens die weiteren Umstände der Auffindung der Leiche. Die Er— mordete wurde von allen hiesigen Personen, die sie kannten, wie auch von thren Dienstherrschaften als ein solides, anständiges Mädchen geschildert.
Mannheim. Am Tage nach der Ermordung des Poltzetraths Rumpff wurde hier ein Schlosser aus Böhmen verhaftet, der sich bei seiner Vernehmung offen als Anarchist bekannte. Er wurde bald wleder entlassen, ist jedoch am Samstag Abend auf's Neue verhaftet worden. Der Grund seiner neuerlichen Festnahme ist bis jetzt nicht bekannt.
St. Goarshansen, 2. Febr. Nachdem heute früh 5 Uhr das Eis an der Loreley mit größem Getöse zer— sprungen und ist in großen Blöcken hier vorbeitrieb, hat sich dasselbe jetzt wieder festgesetzt und übereinandergeschoben und steht haushoch aufgethürmt an der Loreley fest.
Wien, 3. Febr. Während der gestrigen Vorstellung im Wiedenertheater entstand ein Kaminfeuer durch Ruß— entzündung, dasselbe wurde rasch gelöscht und so war große Gefahr vermieden. Dem Publikum blieb dem Zwischen— fall unbekannt.
Pest, l. Febr. Die Polizei eonstatirte einen zwei⸗ tägigen Aufenthalt Lieske's, des muthmaßlichen Mörders des Polizeiraths Rumpff, hierselbst. Dieselbe vollzog mehrere Verhaftungen und fand conspiratorische Docu— mente von größter Wichtigkeit vor. Gestern reiste ein Pester Polizeibeamter mit Schriften nach Frankfurt ab.
London, 3. Febr. Heute wurde vor dem Poltzei— gerichte zu Great Varmouth die Verhandlung gegen die Fischer Ruß, Chalk und Jarvis, welche wegen Beraubung
des deutschen Kutters„Dietrich Anna“ angeklagt sind, 1
wieder aufgenommen. Die Angeklagten wurden vor die Geschworenen verwiesen und gegen Caution freigelassen.
Gerichtssaal.
Butzbach. Nächsten Freitag den 6. Febr., Vorm. 9 Uhr, findet am hiesigen Amtsgericht eine außerordent⸗ liche Schöffengerichtssitzung statt. Zur Verhandlung kommen folgende Strafsachen: 1) gegen Peter Anton Ott von Schwanheim, wegen Landstreicherel und Bettelns; 2) gegen Wilh. Aug. Ernst von Beilstein, wegen Land— streschereil und Gebrauchs falscher Legitimattions papiere; 3) gegen Johs. Bopf von Kirchzöns, wegen Uebertretung.
Handel und Verkehr. Friedberg, 4. Febr. Buttermarkt. Butter kostete per Pfd. M. 0.75—0.85, Eier 1 Stück 8 Pf. Friedberg, 3. Febr. Fruchtber. Waizen M. 17.25, Korn M. 16.50, Gerste M. 16.25, Hafer M. 13.50,
Alle Preise verstehen sich auf 100 Kilo S 200 Zollpfund.
Butzbach, 31. Jan. Wochenmarkt. Butter kostete per Pfd. M. 0.80 0.85, Käse per Pfd. 45—46 Pf. Eier 1 Stück 8 Pf.
Gießen, 3. Febr. Auf dem heutigen Markt kostete Butter per Pfd. M. 0.70— 0.85, Eter 1 Stück 7—8 Pf., Käse per Stück 4—8 Pf., Tauben per Paar M. 1.00, Hühner per Stuck M. 1.30— 1.50, Hahnen per Stück M. 1.50 2.40, Enten per Stück M. 2.00— 2.50, Gänse per Pfd. 50—60 Pf., Welsche M. 0.00 00.90, Ochsenfleisch per Pfd. 66—68 Pf., Kuh- und Rind⸗ fleisch 54—60 Pf., Schweinefleisch 50— 60 Pf., Hammel⸗ fleisch 60-68 Pf., Kalbfleisch 50—54 Pf., Kartoffeln per 100 Kilo M. 3.80 4.50, Zwiebeln per Ctr. M. 4, Weißkraut per Stück 4— 7 Pf.
Grünberg, 31. Jan. Fruchtpreise. Welzen M. 17.10, Korn M. 16.30, Gerste M. 15.70, Hafer M. 14.10.
Frankfurt, 2. Februar. Fruchtmarkt. Mehl Nr. 0 M. 32½—33½ꝗq Nr. 1 M. 26—27, Nr. 2 M. 25— 26, Nr. 3 M. 23— 24, Nr. 4 M. 17, Nr. 5 M. 14½— 15, Milchbrod- und Brodmehl im Ver— band M. 48—52, norddeutsches und westfälisches Weizen⸗ mehl 00 M. 23½—24½, Suppengries je nach Qual. M.—.—, Roggenmehl Nr. 0(Berliner Marke) M. 25—26½¼ß, do. 0/1 do. M. 23—24½, do. 1 do. M. 21— 22, do. 2 do. M. 18, Weizen ab unserer Umgegend M. 17½ /, do. frei ab Bahnhof hler M. 178¾, do, fremder je nach Qual. M. 17—19. Roggen hies. M. 16—½¼, do. franz. M. 16½, do. Königsberger M. 16, Nicolajeff M. 15½ /, Odessa, Galatz und Taganrog M. 15¼, Gerste, Brauerwaare M. 16-19, do. zu
Mahlzwecken M. 13, Hafer je nach Qual. M. 14—15½, 1
Raps M. 26—/, Mais, buntes(mixed) M. 130. (Alles per 200 Pfd. Zollgewicht= 100 Kilo. Roggen⸗ klele M. 5—7¼, Weizenkleie M. 4½—½½ per 50 Kilo. Rüböl im Detail M. 69. Simmung fest.
Die Getrelde-Verschiffungen aus den Vereinigten Staaten von Nord-Amerika nach Europa betrugen in den letzten 4 Wochen 3 Million Centner Welzen und 3½¼ Million Centner Mais.
nach der
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Die auch von uns gebrochen monie Meda
von Einführung besonderer Postwerthzeichen für Sol— datenbriefe wird jetzt in einem an eine Oberpostdirektio um 20. d. M. erlassenen Bescheide des Reichspostamt richtig gestellt. Danach wird gestattet, daß Sendunge
an die in Reih und Glied stehenden Soldaten bis zum
Abe des l Cheval Sr. N pielte folg. hierauf Coneer mitzun Zimer im B. Dann aus B Plant
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da di beden Brink


