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Dion Han.—
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gegen die Ansprüche Englands auf die Santa Lucia-Bay. Meyer erklärt, die Bay sei der Neuen Republik abgetreten worden, welche sie in Besitz genommen und als einen allen Nationen geöffneten Freihafen eingerichtet habe.
— Die Eroͤffnungssitzung des internationalen Telegraphencongresses wird am 10. August im großen Hörsaal der Reichspostverwaltung statt— finden.
— Das Marine-Verordnungsblatt bringt Bestimmungen über eine Tropen-Ausrüstung für Offiziere und Maunschaften. Dieselbe besteht für die Offiziere hauptsächlich in langem weißen Rock aus Leinwand oder Baumwolle mit hohem Kragen und einem Tropenhelm aus indischem Schilf oder Kork mit weißem Tuch. Für die Mannschaften ist ein Strohhut, eine Leibbinde, Muskitonetz, Taschenfilter und für je 10 Mann ein Kochgeschirr vorgeschtieben.
Königstein i. T. Der König und die Königin von Rumänien werden am 15. August zum Kurgebrauch hier erwartet.
Bremen. Wie die„Weser-Ztg.“ schreibt, machte der im Auftrage der deutschen Regierung auf der Werft des„Vulkan“ erbaute, für den Gouverneur von Kamerun bestimmte Salon— dampfer am Sonnabend Nachmittag seine Probe— fahrt, die zu vollster Zufriedenheit ausfiel. Der Dampfer ging Montag auf dem Binnenwege von Stettin nach Hamburg ab und wird von dort auf einem Seedampfer nach seinem Be— stimmungsort übergeführt werden.
Ausland.
Frankreich. Paris, 30. Juli. Nachrichten aus Hüe zufolge sind die Banden der Aufstän— dischen desorganisirt. Die französischen Truppen haben den Vater Thuyet's, des Führers der Aufständischen, gefangen genommen.
— 1. Aug. In der heutigen Sitzung der Münzconferenz lehnten die Delegirten Frank— reichs, Italiens und der Schweiz die von Belgien beantragte Verlängerung der Münzcon— vention ab. Der auf Erleichterung der Liqui— dation bei Aufhebung der Münzunion gerichtete Antrag Belgiens wurde ebenfalls abgelehnt. Die belgischen Delegirten erklärten darauf, Belgien werde dadurch wahrscheinlich genöthigt sein, aus der Münzunton auszutreten. a
Großbritannien. London. Wenn sich die Meldung bestätigen sollte, daß der Herzog und die Herzogin von Connaught ihren dauern— den Aufenthalt fortan in Irland zu nehmen be— absichtigen, so würde man darin wohl einen Entschluß von politischer Bedeutung erblicken dürfen. Bei den in Irland gegenwärtig herrschen— den Zuständen, schreibt der„Hamb. Corr.“, ist nicht anzunehmen, daß das fürstliche Paar aus freien Stücken selnen Wohnsitz gerade auf irischem Boden gewählt haben sollte. Weit wahrschein— licher ist die Annahme, daß die englische Regier— ung mit dem bisherigen System von Gewalt— maßregeln brechen und Irland gegenüber eine Versöhnungspolitik versuchen will, bei deren wirksamer Durchführung fie auf die persönliche Mitwirkung des allgemein beliebten Herzogs— paares rechnet.
— 31. Juli. In der gestrigen Sitzung des Unterhauses überreichte Professor Stuart, libe— raler Vertreter des Londoner Wahlbezirks Hackney, eine wahre Monstre-Petition zu Gunsten eines besseren Schutzes für junge unmündige Mädchen. Die Petition ist mit 393,000 Unter⸗ schriften bedeckt, welche Mitglieder und Freunde der Heilsarmee in 17 Tagen gesammelt hatten. Sie war von der„Leibgarde“ der Heilsarmee mit klingendem Spiel auf einem von vier Pferden gezogenen Wagen nach dem Parlaments- gebäude gebracht worden. Der Minister des Innern, Sir R. Croß, leitete die Specialdebatte mit einer Ansprache ein, in welcher er bemerkt, dies sei eine Frage, welche ganz England von einem Ende bis zum andern in Aufregung ver— setzt habe. Die öffentliche Meinung sei empört darüber, daß die Neinheit des Familienlebens und die Ehre der Tochter des Landes Gefahren
ausgesetzt seien. Diesen Gefahren müßte ein Ende gesetzt werden. Wer die Vorlage in diesem Hause beanstande, würde sich dem Publikum und seinen Wählern gegenüber zu verantworten haben. Die Regierung sei entschlossen, die Reinheit des englischen Familienlebens aufrecht zu erhalten und diejenigen, die sich einer Ver— letzung derselben schuldig machen, strenge zu be— strafen. Hopwood, radicaler Vertreter für Stock— port, beantragt ein Amendement zu Gunsten weiterer Untersuchung und reiflicher Ueberlegung des Gegenstandes, ehe die darauf bezüglichen Gesetze erweitert und verschärft werden. Nach längerer Debatte wird das Amendement zurück— gezogen, worauf das Haus in die Einzelberath— ung der Bill tritt. Nach Erledigung der ersten zwei Paragraphen, von denen einer die Alters— grenze, bis zu welcher die Verleitung eines Mädchens zur Prostitution strafbar ist, auf das 21. Lebensjahr erhöht, wird die Debatte vertagt.
— 31. Juli. Das Unterhaus nahm die Bill über die Naturalisirung des Prinzen von Battenberg in allen Lesungen ohne Abstimmung an. Bourke erklärte, über die Entsetzung Kassala's fänden noch Erwägungen statt. Eine Mittheil— ung hierüber erscheine daher unthunlich. Haus nahm ferner in dritter Lesung die Bill, betreffend die Einführung des Six Pence-Tele- grammtarifs für das Inland an.— Das Ober— haus nahm in dritter Lesung die Bill, welche den auf Kosten der Armenpflege ärztlich behan— delten Personen das Wahlrecht gewäbrt, an.
— 1. Aug. Sir Henry Drummont Wolff reist in der nächsten Woche von Konstantinopel ab.— Generalmajor Fielding wird den Mans— vern in Deutschland als Vertreter Englands beiwohnen.
— Die„Morning-Post“ meldet: Giers ver— sicherte den Botschafter Thornton, der Czar halte eine schnelle Lösung der afghanischen Frage als sehr wichtig für den Frieden, welcher ihm ebenso am Herzen liege, wie den übrigen europäischen Mächten.
Rumänien. Bukarest, 30. Juli. Der Ministerpräsident Bratiano begab sich heute nach Sinai, um sich von dem Könige vor seiner Ur— laubsreise zu verabschieden.
Griechenland. Athen, 31. Juli. Die Kammer wurde heute, nachdem das Budget an— genommen, bis October vertagt.
Indien. Simla, 31. Juli. Die indische Regierung beschloß die Errichtung eines befestig— ten Lagers im Pischinthale. General Macgregor geht nach Quettah, um ein geeignetes Terrain auszuwählen.
Peschawur, 30. Juli. ist nach Kabul abgereist.
Amerika. Ottawa, 1. Aug. Die Jury von Regina hat gegen den Fuhrer der cana— dischen Aufständischen, Louis Riel, das Schuldig ausgesprochen, denselben aber gleichzeitig der richterlichen Milde empfohlen. Der Gerichtshof verurtheilte Riel zum Tode durch den Strang. Riel hat die Appellation angemeldet.
Aus Stadt und Land.
h. Bruchenbrücken, 2. August. In der Hofralthe des Ph. Best daher riß sich heute Morgen ein Pferd beim Putzen los, sprang drei Stufen hinauf in das Wohnhaus und in das Wohnzimmer, von hier aus in das anstoßende Schlafzimmer und von da zu dem etwa 10 Fuß von der Erde entfernten Fenster hinaus. Das Pferd hat außer einigen leichten Hautverletzungen keinen weiteren Schaden genommen. Im Zimmer hat es einige Demolirungen angerichtet; eine im Zimmer befindliche Frau konnte sich durch eine Seitenthür flüchten.
b. Bad⸗ Nauheim, 1. August. Heute Nachmittag ging in der Hauptstraße hier ein Pferd durch und sprang schlleßlich die Treppe an der Trinkhalle hinunter, wo es stürzte. Glücklicherweise waren um diese Zeit wenig Kurgäste in den Anlagen, es hätte sonst ein großes Unglück geschehen können.
Lich. Unsere Präparanden-Anstalt zählte im Schul— jahr 1884/85 54 Schüler, 50 aus Oberhessen, 4 aus Starkenburg. Während des Schuljahres gingen 5 Schüler ab. Im 15. Jahre standen 15, im 16. 23, im 17. 9, im 18. 5, im 19. und 20. je 1. 15 waren die Söhne von Lehrern, 17 von Landwirthen, 9 von Handwerkern und Geschäftsleuten, 7 von Beamten, 6 von Eltern anderen Standes. 23 waren in der 1,31 in der 2. Klasse.
Gleßen. In diesem Jahre kommen zum ersten Male
Das
Der britische Gesandte
dle Stipendien aus der hessischen Lutherstiftung, welche
bekanntlich gelegentlich des 1883er Luther-Jubiläums gegründet wurde, für Studirende der Theologie zur Ver⸗ thetlung. Refleetanten haben sich bei Prof. Dr. Stade, dem Vorsitzenden der betr. Stiftung dahler zu melden.
Allerlei.
Kreuznach, 30. Juli. Im Hötel du Nord brach gegen 6 Uhr Nachmittags ein großes Schadenfeuer aus, wobei der Dachstock und die zweite Etage vollständig abbrannten. Die Kurgäste haben keinerlei Schaden er⸗ litten, dagegen ist der dem Besitzer erwachsene Verlust ein bedeutender.
Handel und Verkehr.
Friedberg, 1. Autzust. Buttermarkt. Butter kostete per Pfd. M. 0.90— 1.05, Eier 1 St. 6 Pf., 2 St. 11 Pf.
Gießen, 1. August. Auf dem heutigen Markt kostete Butter per Pfd. M. 0.95— 1.00, Eier 1 St. 5—6 Pf., Käse per St. 4—9 Pf., Tauben per Paar M. 0.50— 0.70, Hühner per Stück M. 0.90— 1.3), Hahnen per Stück M. 0.50—0.75, Enten per Stück M. 1.40— 1.70, Ochsenfletsch per Pfund 68 Pf., Kuh⸗ und Rind⸗ fleisch 56—60 Pf., Schweinefleisch 50—60 Pf., Hammel⸗ fleisch 64—70 Pf., Kalbfleisch 48—50 Pf., Kartoffeln per 100 Kilo M. 4.50— 7.00, Zwiebeln per Ctr. M. 6.00,
Homburg, 1. August. Marktpreise. Kartoffeln per Malter(neue) M. 7—8, per Gescheid(neue) 8—9 Pf., Eier per Stück 6—7 Pf., Butter per Pfd. 1. Qual. M. 1.30, 2. Qual. M. 1.20.
Bekanntmachung.
Am 10. August treten in den Orten Rödgen, Stammheim und Wisselsheim Posthülfstellen in Wirksamkeit deren Verwaltung übertragen worden ist: in Rödgen dem Herrn Carl Truschel, in Stammheim dem Herrn Bürgermeister Thaler, in Wisselsheim dem Herrn Gemeindeeinn. Hch. Steinhauer.
Darmstadt, 31. Juli 1885.
Der Kaiserliche Ober-Postdirector. In Vertretung: Heyse.
Repertoir-Entwurf der vereinigten Stadt⸗Theater in Frankfurt. Opernhaus. Dienstag den 4.: Der fllegende Holländer. Mittwoch den 5.: Zum erstenmale wiederholt: Gasparone. Außer Abonn. Donnerstag den 8.: Die Hugenotten. Freitag den 7.: Der Trompeter v. Säkkingen. Außer Abonn. Samstag den 8.: Violetta(La Traviata). Sonntag den 9.: Margarethe.
Schauspielhaus.
Dienstag den 4.: Don Juans Ende.
Mittwoch den 5.: Fedora.
Donnerstag den 6. Geschlossen.
Freitag den 7.: Die relegirten Studenten.
Samstag den 8.: Der Hüttenbesitzer.
Sonntag den 9.: Zum erstenmale: Die Schulreiterin. Lustspiel in 1 Akt von Emil Pohl. Vorher: Die Widerspänstige.
Wasserwärme der Usa. 2. August Abends 16 Grad Reaumur. 3. August Mittags 17 Grad Reaumur. Walter.
Bekanntmachung.
Jacob Fourler von Wölfersheim beabsichtigt in seiner Hofraithe eine Schlachtstätte zu errichten. Pläne und Beschreibungen liegen auf unserer Registratur 14 Tage zur Einsicht der Interessenten offen und sind Einwend⸗ ungen gegen die Anlage in dieser Frist bei uns vorzu⸗ bringen, widrigenfalls dieselben unberücksichtigt bleiben werden.
Friedberg am 24. Juli 1885.
Großherzogliches Kreisamt Friedberg.
2699 Dr. Braden.
Oeffentliche Aufforderung.
Philipp Kaufmann und Philipp Welter VI. von Rodheim haben dargethan, daß sie die auf die Namen des „Johannes Kaufmann und Wehrheim, Philipp Heinrich Sohn Wittwe Erben“ im Grundbuch der Gemarkung Rodheim eingetragene, in Rodheim belegene Hofraithe Flur I. Nr. 1798,[O Meter 79 besitzen und haben glaub⸗ haft gemacht, daß sie diese Hofraithe durch Ersitzung erworben haben
Auf Antrag derselben werden Alle, welche Ansprüche auf die vorgeschriebene Hofraithe zu haben glauben, auf— gefort, ihre Ansprüche so gewiß
binnen 6 Wochen bei dem unterfertigten Amtsgericht geltend zu machen, als sonst unterstellt werden soll, sie wollten das Eigen— thum der Antragsteller an dem fraglichen Item an— erkennen und die zum Eintrag der Ersitzung im Mutattons- verzeichniß erforderliche Verfügung erlassen werden wird.
Vilbel am 30. Jult 1885.
Großherzogliches Amtsgericht Vilbel. Dr. Seriba.
2704 Weiß.
N 74* N* 8
Ein braves Kindermaͤdchen im Alter von 14 bis 16 Jahren kann sofort eintreten
Näheres bei der Exped. d. Anz. 218
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