und Inhelden, ebenfalls in der angegebenen Reihenfolge, prämiirt. Das Fest muß als ein wohlgelungenes be— zeichnet werden.
Malnz, 28. Aug. Während die Staatsanwaltschaft und Poltzet in fieberhafter Aufregung nach dem Thäter des heute Morgen entdeckten Verbrechens fahndete, durch— eilt die Nachricht von einem zweiten hier entdeckten Mord die Stadt. In der Nähe des„Fürstenbergerhofes“ nahmen die Umwohner gegen Mittag mehrere Blutspuren wahr, die Veranlassung gaben, die Staatsanwaltschaft aufmerksam zu machen. Im Verfolg der Blutspuren fand man in dem ersten Stock von Blut überströmt die Leiche der Frau eines Zuchthauscandidaten, des Schuhmachers Wothe, eine übelbeleumundete Person, die sich erst vor einigen Wochen mit ihrem früheren Zuhälter verheirathet hat. In einem angrenzenden, von einem zweiten Schuh⸗ macher, einem gewissen Herbst, einem erst vor kurzer Zeit nach Verbüßung einer mehrjährigen Haftstrafe aus dem Zuchthaus entlassenen Individuum bewohnten Zimmer fand man blutige Kleider und ein blutiges Messer. Da Herbst viel bei Wothe verkehrte, vermuthete man, daß er an dem Verbrechen betheiligt sei, Herbst und Wothe sind seit heute Früh verschwunden. Der Schlafgenosse von Herbst, ein Taglöhner Kranches von hler, ist einstweilen verhaftet worden. Der muthmaßliche Mörder der Frau Wothe, der Schuhmachergeselle Herbst, wurde heute Nacht in Laubenheim verhaftet und heute Morgen durch Gendarmerie hier eingebracht.— 29. Aug. Heute Morgen wurde Herbst auf den Friedhof gebracht, woselbst die Besichtig— ung der Leiche der ermordeten Wothe stattfand und zwar in Gegenwart der Staatsanwälte Dr. Gaßner und Ewald und des Medieinalraths Dr. Hellwig. Der Verbrecher betrug sich in einer ganz unverschämten, frechen Weise und sagte bei der Leiche, daß ihm viele Wohlthaten von der Verstorbenen wären erzeigt worden. Beim Einsteigen in den Wagen, der ihn zurück in das Gefängniß bringen sollte, äußerte er:„Das rührt mich nicht, das kann ich vier Wochen lang ansehen“. Im Uebrigen leugnet er entschieden, die That begangen zu haben, obwohl bereits unbedachte Aeußerungen und eine Reihe anderer Anzeichen darauf hindeuten, daß er entweder den Mord verübt, oder an demselben betheiligt war. Auf die Frage, daß Blut an seinen Kleidern gefunden worden, erklärte er: „Pah, Blut, das scheint nicht richtig zu sein!“ Heute Morgen wurde der Abort des Hauses untersucht, in welchem der Mord geschah, um dorten vielleicht mensch— liche Ueberreste zu finden; es wurde indessen Nichts ge— funden. Die Kleider, in welchen der am Rheinufer auf— gefundene Rumpf eingeschlagen war, wurden ganz bestimmt als das Eigenthum der ermordeten Frau Wothe anerkanat. Herbst hat also jedenfalls Beide ermordet. Im Laufe des gestrigen Nachmittags wurde nun auch constatirt, daß die Ermordete in der Nacht, in welcher das Ver— brechen geschah, in Gesellschaft von zwei Herren zum Fischthore hereinkam und sich dabei sehr aufgeregt betrug; am Fischthor trennte sich die Gesellschaft, um sich wahr— scheinlich später wieder zu treffen. Ein hiesiger Bürger, welcher um die angegebene Zeit einen Arzt zu einem erkrankten Kinde holte, hatte die Wothe in Gesellschaft der Herren gesehen und hat dies dem Staatsanwalt zur An zeige gebracht. Der Magen der Frau Wothe und der des am Rheine gefundenen Rumpfes enthielten dieselben Speisereste und in demselben Verdauungsgrad, so daß es kaum noch zweifelhaft ist, daß der Rumpf der des Wothe ist.
Wald Michelbach. Am verflossenen Samstag Nacht ertönten nach jahrelangem Schweigen wieder ein— mal die Sturmglocken. Es brannte auf der Höhe des mit Tannen und Eichen bepflanzten 550 Fuß hohen Kottenbergs. Es war im Dunkel der Nacht ein schaurig
schöner Anblick, man glaubte einen feuerspeienden Berg vor sich zu sehen. Durch das entschlossene Eingreifen der Bürgerschaft unter Führung des Forstassessors Weber und des Gemeinderaths Egner, wurde indeß das Feuer auf seinen Herd beschränkt. Am Sonntag Nacht brach auch in dem fisecalischen Wald bei Unter-Schönmatten— wag Feuer aus und verbrannte viel Eichenschälholz, das erst kürzlich versteigert wurde. Sonderbarer Weise soll nur Holz von aus wärtigen Steigerern verbrannt sein.
Allerlei.
Frankfurt. Der Consum des Pferde Fleisches nimmt in hlesiger Stadt und namentlich in Sachsenhausen immer mehr zu. Die aus demselben bereitete Wurst, Cotelets, Lendenbraten und das Kochfleisch sind sehr begehrt, was die Zahl der in sieben Monaten ge— schlachteten Pferde bewelst; es sollen deren nämlich gegen 800 sein.
Frankfurt. Ein größerer Affe aus dem zoologt— schen Garten, der dieser Tage dem Drang der Freiheit nicht widerstehen konnte und aus dem Garten fluͤchtete, wurde mehrere Tage lang vergebens verfolgt. Er hatte sich in einem Hause auf dem Sandweg verborgen und nachdem er sich in seinem Asyl auf dem Dache sicher fühlte, wagte er sich weiter vor und verfügte sich in die Kammer des Dienstmädchens, wo er sich behaglich zu Bett legte. Diese war überrascht, als sie in ihrem jungfräulichen Bette den Kopf eines bärtigen Mannes erblickte, als, dieser aber sich bei näherer Betrachtung als dem Geschlechte unserer Urahnen angehörig entpuppte, verwandelte das Erstaunen sich in großes Entsetzen. Erst fünf starken Männern gelang es, das Thier zu bändigen.
Toulon, 29. Aug. In den letzten 24 Stunden kamen 26 Choleratodesfälle vor.
Marseille, 28. Aug. Heute wurden hier 28 Choleratodesfälle constattrt.
Madrid, 27. Aug. Gestern sind in Spanien 4388 Personen an der Cholera erkrankt und 1498 der
Seuche erlegen.
New Pork. Ein furchtbarer Sturm, der in seiner verheerenden Macht einem Cyelon glich, hat vor wenigen Tagen über einen weiten Flächenraum der Vereinigten Staaten fürchterliche Vernichtung verursacht. Am Montag wurde eine intensive Hitze verspürt und die Hitzewoge dehnte sich auf alle östlichen und südlichen Staaten aus. Der Hitze folgte ein rascher Fall des Quecksilbers, und am Dienstag brach der Sturm in voller Wuth aus. Von allen Stationen längs der atlantischen Kuͤste liegen Berichte über mehr oder weniger erheblichen Schaden vor, aber die Telegramme aus Süd Carolina, Georgta und Florida lassen ersehen, daß der Sturm am ver heerendsten in dieser Richtung war. Eine Menge Schiffe wurden aus Gestade getrieben und haben vollständigen Schiffbruch erlitten, wobei viele Menschenleben verloren gingen. Am Ufer wurden große hölzerne Hötels und Häuser in bloßgestellten Lagen völlig niedergeweht. In Charleston selber sind ein Viertel der Haͤuser ihrer Dächer beraubt worden und eine große Menge ist gänzlich ein gestürzt. Der in dieser Stadt allein angerichtete Schaden wird auf eine Million Dollars geschätzt.
Salm M. 2.50, Hecht 90 Pf. bis M. 1.20, Aal M. 1 bis 1.50, Karpfen 90 Pf. bis M. 1.20, Krebse das Stück 710 Pf.— Gemüse: Neue Gurken 3—4 Pf., Kartoffeln per Gescheid 10 Pf., Blumenkohl 40—70 Pf., Romainsalat 1020 Pf, Kopfsalat 5—8 Pf., Bohnen per Pfd. 8— 10 Pf., frische Erbsen per Pfd. 15— 25 Pf., Spinat 40—50 Pf., Carotten das Gebund 10—12 Pf., Endivien 6— 10 Pf., Wirsing 12— 15 Pf., Kohlrabi 3—5 Pf., Weißkraut 20—25 Pf., Rothkraut 25—30 Pf., Einmachgurken 100 Stück 60 Pf. bis M. 1.00, dicke Bohnen der Korb M. 1.50—3, Mäusekartoffeln per Gescheid 25—30 Pf., Orangen 100 Stück M. 18, Citronen M. 7—10, franz. Trauben 40—60 Pf., hlesige 90 Pf. bis M. 1 per Pfd.
Repertoir⸗Entwurf der vereinigten Stadt-⸗Theater in Frankfurt. Opernhaus. Dienstag den 1. Sept.: Fidelio. Mittwoch den 2. Sept.: Die Hugenotten. Außer Abonn. Donnerstag den 3. Sept.: Das Glöckchen des Eremiten. Hierauf: Carnevalsfest(II. Act). Ballet. Freitag den 4. Sept.: Walküre. Außer Abonn. Samstag den 5. Sept.: Jessonda. Sonntag den 8. Sept.: Alida. Schauspielhaus. Dienstag den 1. Sept.: Die Leibrente. Mittwoch den 2. Sept: Emilia Galotti. Giers, als Antrittsrolle. Donnerstag den 3. Sept.: Geschlossen. Freitag den 4. Sept.: Arria und Messalina. Samstag den 5. Sept.: Die Schulreiterin. Freund Fritz. Sonntag den 6. Sept.: Fedora. Montag den 7. Sept.: Esther.
Bekanntmachung.
In Langenhain wird am 1. September 1885 eine Posthülfstelle errichtet, deren Verwaltung dem Herrn Karl Rumpf daselbst übertragen worden ist.
Darmstadt den 26. August 1885.
Der Kaiserliche Ober-Postdirektor. In Vertretung: Plaz. Bekanntmachung.
In Maibach wird am 1. September eine Post⸗ hülfstelle errichtet, deren Verwaltung dem Herrn Bürger— meister Saltenberger übertragen worden ist.
Darmstadt den 25. August 1885.
Der Kaiserliche Ober-Postdirektor: Hagemann.
Orsina: Frl.
Die Schauspielerin.
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Handel und Verkehr.
Friedberg, 29. Aug. Buttermarkt. Butter kostete per Pfd. M. 0.85— 1.00, Eier 1 St. 6 Pf.
Gießen, 29. August. Auf dem heutigen Markt kostete Butter per Pfd. M. 0.82 0.90, Eier 2 St. 11 Pf., Käse per St. 5—9 Pf., Tauben per Paar M. 0.40 0.65, Hühner per Stück M. 0 90— 1.40, Hahnen per Stück M. 0.40 0.75, Enten per Stuck M. 1.20— 1.50, Ochsenfleisch per Pfund 68 Pf., Kuh- und Rind fleisch 56 60 Pf., Schweinefleisch 50—60 Pf., Hammel⸗ fleisch 64— 70 Pf., Kalbfleisch 48—50 Pf., Kartoffeln perz 100 Kilo M. 5—6., Zwiebeln ver Ctr. M. 6— 7.
Frankfurt, 28. Aug. Auf dem beutigen Kälber—
markt waren 287 Stück zu 40—60 Pf. das Pfund Schlachtgewicht angefahren. Frankfurt, 29. August. Wochenmarkt. Es kostete
süße Rahmbutter per Pfd. M. 1.40, Wetterauer Butter 90 Pf. bis M. 1.10, Eier das Hundert M. 4— 5.50. Kartoffeln M. 5—7.— Fleisch: Ochsenfleisch das Pfd. 55—70 Pf., Rindfleisch 50-60 Pf., Kuhfleisch 50 bis 60 Pf., Hammelfleisch 55—70 Pf., Schweinefleisch 65 bis 70 Pf., Kalbfleisch 40-60 Pf.— Geflügel: Gans M. 4—8, Hahn M. 1.50—2.50, Huhn M. 1— 2, Ente M. 2—3, Taube 4060 Pf., Welsche M. 5— 10, Pou— larden M. 2.50.50, Capaun M. 3 50—4, Rebhuhn
Für die Brandbeschädigten in Appenrod gingen ferner ein: C. Hilbrecht 3 M.; Pfarrer Müller in Nieder⸗ Rosbach 3 M.; Pfarrer Kayser in Reichelsheim 2 M.; M. S. per Post 5 M.; L. Schudt in Friedberg 10 M.; Salinen-Rentmeister Nebhuth in Bad-Nauheim 3 M.; Ludwig Grödel hier 10 M.; Bernhard Grödel hier 5 M.; Taubstummen Lehrer Rühl 2 M. Bereits wurden an das Comité in Homberg a. d. O. von uns abgesandt 100 M.
Die Erpedition.
Brodpreise vom 1. bis 16. September. Nach eigener Angabe der Bäcker. Für Friedberg, Bad-Nauheim und Butzbach unverändert. Fleisch⸗ ꝛc. Preise vom 1. bis 16. September. Nach eigener Angabe der Meßger. Für Friedberg, Bad-Nauheim und Butzbach unverändert. In Bad⸗Nauheim kostet das ½ Kilo Schweinefleisch
52 Pfennig. Pergamentpapier
Carl Bindernagel,
80 Pf. bis M. 1.50, Reh per Pfd. 80 Pf.— Fische:
Friedberg— Bad Nauheim.
Bekanntmachung.
Johann Philipp Hahn von Melbach beabsichtigt in
Grummetgrasversteigerung.
Mittwoch den 2. September l. J., Vormittags
10 Uhr, wird das der Gemeinde gehörige Grummetgras
Melbach eine Schlachterei zu errichten. Pläne und Be- von elrea 200 Morgen Wtiesen in der Wirthschaft der schreibungen liegen binnen 14 Tagen auf unserer Reglstratur H. Ph Dauernheim Wittwe versteigert.
zur Einsicht der Interessenten offen und sind etwaige Reclamationen in dieser Zeit bei uns vorzubringen, widrigenfalls dieselben unberücksichtigt bleiben werden. Frledberg am 25. August 1885. Großherzogliches Kreisamt Frledberg. Dr. Braden.
öffentlich versteigert werden. Ober⸗Wöllstadt den 28. August 1885. Großherzogliche Bürgermelsterei Ober-⸗Wöllstadt. Feuerbach.
Kein Geheimmittel!
Eisen-Chocolade
Von den Aerzten gegen
2979
immer mit Erfolg angewendet; pro Packet 75 Pf. mit Gebrauchs Anwelsung. Depot in der Mohren Apotheke
1 in Frledberg(Hessen).(H. 14496.)
1
2977 von Franz Schulz, Solmser Hof“ in Hungen das Grummetgras von unge— Berlin, Hoflieferant. fähr 30 Morgen Wlesen im Grassee. Versteigert werden Bleichsucht und Blutarmuth Nr. 1 bis 1, Nr. 26 bis 45.
0 Nieder-Florstadt den 28. August 1885. ö Großherzogliche Bürgermeisterei Nieder-Florstadt. 2974 Alles.
Grummetgras-Versteigerung.
Das der Gemesnde Staden zustehende Grummetgras soll Freltag den 4. September, Vormittags 9 Ubr, in dem Gemeindehaus dahter meistbietend versteigert werden.
Staden, 28. August 1885.
Großherzogliche Bürgermeisterel Staden. Grteßmer.
ö 3* Grummetgras-Versteigerung im Grassee bei Hungen.
Am Freitag den 4. September d. J., Mittags 12 Uhr, verpachtet der Unterzeichnete bel Herrn Jockel„Zum
Hungen den 27. August 1885. v. Oven,
2991 Pachter des Hofgut Hungen.
Vreitheilige Matratzen
von Pflanzendaunen, an Qualität mindestens so gut als Roßhaarmatratzen, je nach Größe von 40 bis 52 Mark, Kunstwollmatratzen von 21 bis 34 Mark bei
2396 G. M. Reuss.
78. 7* 7 7 5—
Hessügeshof Rarl Raiß,
Mörfelden(Hessen) verkauft importirte, fast ausgewachsene, große, schwarze und bunte
Italiener-Hüßbner
do. mit gelben Füßen u 1.75,
halbgewachsene. bel Abnahme von Stück 25. billiger und franeo. 2920
Central-& Lefaucheur-Hülsen, sowie Schrot und Pulber empfiehlt billigst P. Theis,
2867 vormals G. Haustädt.
Eugl. Zucht⸗Eber u. Zucht⸗Sauen, reine Vorkshire, prämtirt mit den beiden ersten Staats- prelsen auf der landwirthschaftlichen Viehpreisverthellung zu Hungen, sind zu verkaufen bet N 2989 Reichelsheim. Wilhelm Rnöpp.
à M. 1.60,
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