sollen sofort nach der Heimath zurückberufen werden. Der Fürst forderte den Oberst Rödiger auf, seine Entlassung zu nehmen. Rödiger ver— weigerte dies und erhielt hierauf eine 24stündige Frist, um Sofia zu verlassen. Oberst Kotelnikoff hat mit Zustimmung des russischen Agenten Jonin die interimistische Verwaltung des Kriegsmini— steriums übernommen. Griechenland. Athen, 27. Oct. Der König und die Königin sind gestern hier wieder eingetroffen. Rußland. Petersburg, 26. Oct. er bulgarische Minister des Auswärtigen, Bala⸗ banoff, welcher am Mittwoch hier eingetroffen ist, wurde vom Minister des Aeußern, v. Giers, empfangen. Balabanoff ist bekanntlich gekommen, um die Conventionsurkunden betreffs der Rück— zahlung der russischen Occupationskosten aus— zutauschen. Der mit ihm angekommene General Lessovoy verbleibt in Rußland; es erweist sich sowit die Nachricht von dessen Designirung zum bulgarischen Kriegsminister als unbegründet. — In Warschau scheint's in den höheren Töchterschulen russischer Gründung recht erbaulich herzugehen. Von der Verhaftung eines Dutzend junger adliger Russinnen und ihrer Lehrerin wegen nihilistischer Beziehungen wurde bereits berichtet. Jetzt wird weiter gemeldet: Die ge— heime Druckerei der Nihilisten, in welcher die Zeitschrift„Das Proletariat“ hergestellt wurde, sei im kaiserlichen Marien-Institut in Warschau entdeckt worden. Zwei Lehrerinnen des Instituts wurden verhaftet.
Amerika. New⸗Vork. Die an dem Handel mit China betheiligten amerikanischen Kaufleute haben den Marinesecretär dringend ersucht, im Hinblick auf mögliche Verwickelungen die Flotten— macht der Union in den chinesischen Gewässern zu verstärken. Wahrscheinlich wird diesem Ge— suche Folge gegeben werden, obgleich nur wenige Schiffe verfügbar sind.
Afrika. Kapstadt, 24. Oct. Das britische Kriegsschiff„Boadicea“ hat Befehl erhalten, nach Angra Pequenna abzugehen, weil Schwierig— keiten zwischen den dortigen Deutschen und den dortigen Colonial-Kaufleuten, die dort Handel treiben und Eigenthum besitzen, erwartet wer— den; erstere erheben nämlich Einspruch dagegen, daß Waaren von Colonial-Schiffen gelandet werden.
Asien. Hongkong. Ueber die Lage in Tonkin wird dem Standard gemeldet: Es ist schwer, sich über die wirkliche militärische Situ— ation in Tonkin ein Urtheil zu bilden. Nach den Aussagen General Mesny's(eines in chinesische Dienste getretenen Engländers) bestand die chinesische Macht au der Grenze von Pünnan vor zwei Monaten aus 18 Batalllonen zu 500 Mann, die sämmtlich mit Hinterladern bewaffnet waren. Nur zwei Bataillone waren jedoch nach
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Plettenthaler hergestellt und nur durch Gewicht und Klang erkennbar sind.
europäischer Art gedrillt. Es ist höchst wahr— scheinlich, daß die Franzosen in kurzer Zeit die Chinesen aus Tonkin vertreiben werden; der eigentliche Kampf beginnt jedoch erst dann, wenn die Grenze erreicht ist. Tonkin wird dann zu einem zweiten Atschin, nur in wesentlich größerem Maße, werden. Die einzige Lösung scheint in einem Vergleiche mit China oder in einem Marsche auf Peking zu liegen.
Aus Stadt und Land.
st. Beienheim. Bei der am 26. October dahier stattgehabten Bürgermeisterwahl wurde der seitherige Beigeordnete August Stein mit 46 Stimmen gewählt. Der Gegenkandidat Philipp Faist erhielt 40 Stimmen.
D. Dorn⸗Assenheim, 27. Oct. Bei der heute stattgehabten Beigeordneten-Wahl wurde der seitherige Beigeordnete R. Bedker mit 76 Stimmen einstimmig wiedergewählt.
Gießen, 28. Oet. Der wegen Raubmord zum Tode verurtheilte Schneiber von Willofs wird Morgen früh 7 Uhr im Hofe des Prov.-Arresthauses mittelst der Gulllotine hingerichtet.
Gießen. Die Gesammtzahl der Studirenden auf der Landesuniversität Gießen betrug im Sommersemester d. J. 464, darunter 119 Neu-Immatrleulirte. 375 ge— hörten dem Großherzogthum, 89 anderen Ländern an. Von den Neu-Immatriculirten waren mit Gymnasial— Maturität 80, mit Realschul- Maturität 23, mit Reife füt ihr Fach 7, ohne Maturität 4. Der Heilkunde widmeten sich 83, der evangelischen Theologie 68, der Rechts wissenschaft 63, der Forstwissenschaft 38, der Philologie 56 Studirende. Offenbach. In einer durch die hiesige Buͤrger— meisterei erlassenen Bekanntmachung ist anläßlich der Auf— findung eines hier geschlachteten trichinssen Schweines zur Vermeidung falscher Voraussetzung mitgetheilt, daß zur Zeit keine mikroskopische Fleischbeschau hierorts aus— geübt werde; es sind vielmehr nach§ 367 Absatz 7 des R. Str. G. die Verkäufer, gleichviel ob mit oder ohne Vorwissen des Vorhandenseins von Trichinen, strafbar. Auch kann von den durch Genuß von trichinenhaltigem Fleisch geschädigten Personen Klage auf Körperverletzung gestellt werden. Aus den Motiven zum Strafgesetze geht außerdem hervor, daß die Metzger und die Verkäufer von Eßwaaren sich vorher von der unschädlichen Beschaffen— heit auf eigene Kosten zu überzeugen haben. Pfungstadt. Dieser Tage fand eine hiesige Wirthin unter ihren Steinkohlen einen nabezu 250 Gramm Sprengpulver enthaltenden Beutel, den offenbar ein nachlässiger Bergmann in der Grube verloren hatte. Die genannte Menge Pulver dürfte hinreichend gewesen sein, um, namentlich wenn es sich um eine Kesselfeuerung gehandelt haben würde, eine Explosion hervorzurufen, deren Folgen ungemein verhängnißvoll hätten werden können. Man achte also ja auf jeden fremden Körper, der sich in den Steinkohlen vorfindet.
Allerlei. Langenschwalbach. In dem nahen Oberselfen ist ein schauderhaftes Verbrechen verübt worden. Ein Mädchen, das längere Zeit nicht ausgegangen war und dann durch ihr schlechtes Aussehen auffiel, gerieth in den Verdacht, niedergekommen zu sein und ihr Kind er⸗ mordet zu haben. Als die Behörde einschritt, stellte sich heraus, daß der Vater des Mädchens zugleich Vater des Kindes war, welches von dem Unmenschen ermordet und im Garten vergraben wurde. Tochter und Vater sind verhaftet und sehen ihrer Strafe entgegen. München. Wie wir hören, sind hier falsche 0 Mark Stücke aufgetaucht, welche ähnlich wie die
Molsheim zwei Männer, als der Mordthat verdächtig, verhaftet worden. Es ist dies ein stellenloser Apotheker⸗ Gehülfe und ein früherer Lehrer. erwiesen, die Mordnacht hier zugebracht. Sie wollen sich aber in der Herberge zur Heimath hier die Nacht über aufgehalten haben. Das Weitere wird die Unter⸗ suchung ergeben.
Cöslin, 23. Oet. klagte Korrigende Mohnke wurde von dem hiesigen Schwurgerichtshof für schuldig erklärt und zum Tode und zu 12 Jahren Zuchthaus verurtheilt. Die Oeffent⸗ lichkeit war nicht ausgeschlossen.
Taschkent, 27. Oet. Heute früh 2 Uhr 20 Min. wurde hier eine Erderschütterung mit heftigem unter— irdischem Getöse wahrgenommen.
New⸗Nork, 23. Oet. Ein Eisenbahnzug stürzte gestern im Norden New Norks durch eine Brücke, welche uber den Champlain⸗Kanal führt, wobei 3 Personen getödtet und 22 verletzt wurden. Thatfächlich trugen sämmtliche Passagiere des Zuges, mit Ausnahme eines Knaben, Verletzungen davon und alle Waggons wurden zertrümmert, obgleich die Lokomotive die Brücke passirt hatte.
New⸗Nork. Das Project, durch die Halbinsel Florida einen Schiffscanal zu legen, gewinnt, einer Newyorker Correspondenz der Kreuzzig. zufolge, an Boden.
Jamaica, 28. Oct. Der Ort Port Antonlo ist am 18. October durch eine Feuers brunst fast gänzlich zerstört worden. Der Verlust übersteigt 1 Million Doll.
Smyrna. Einen Begriff von der Heftigkeit des letzten Erdbebens liefert folgende Stelle eines Privat: briefes von hier:„Als ich das Telegraphenamt gegen 4 Uhr verließ, fühlte ich mich plötzlich unwohl und schwindelig und suchte nach irgend einer Stütze, um mich am Umfallen zu verbindern. Plötzlich bemerkte ich, daß sich Alles in meiner Umgebung in höchst beunruhigender Weise herumdrehte. Erst dann begriff ich, daß ein furcht⸗ bares Erdbeben im Gange sei. Um einen Begriff von der Dauer der Erschütterung zu geben, mag ich hinzu⸗ fügen, daß ich von der Rue Parallele bis zum Rande des Quai, eine Distance von etwa Hundert Ellen, buch⸗ stäblich kroch und mich dann an einen Lampenpfahl fest⸗ klammerte und noch immer dauerte die Erschütterung fort. Alle Elnwohner eilten nach dem Quat, sich be⸗ kreuzend und den Schutz der heiligen Jungfrau anflehend. Die Erschütterung wurde ganz deutlich an Bord aller im Hafen liegenden Dampfer verspürt. Mehrere Ge— bäude wurden beschädigt, namentlich die am Quai. Alexandrien, 27. Oet. Gestern kamen hier acht Choleratodesfälle vor.
Repertoir⸗Entwurf der vereinigten Stadt Theater in Frankfurt. Opernhaus. Dienstag den 30. Oet. Martha. Letzte Vorstellung im Abonnement Nr. 188. Mittwoch den 31. Oet. Geschlossen. Donnerstag den 1. Nov. Die Maccabäer. Freitag den 2. Geschlossen. Samstag den 3. Nov. Lueia. Sonntag den 4. Nov. Fidelto.
Schausplelhaus.
Dienstag den 30. Oet. Zum ersten Male wiederholt: Frau Scarro. Hierauf: Die Bekenntnisse.(Letzte Vorstellung im Abonnement A. Nr. 141.) Mittwoch den 31. Oet. Graf Essez. Im Abonnement. Donnerstag den 1. Nov. Geschlossen.
Freitag den 2. Nov. Zum ersten Male: Das Gnaden— brod. Schausplel in 2 Akten von Turgenlew. Deutsch von L. Pietsch. Hierauf: Zum ersten Male: Im Bunde der Dritte. Lustsp. in 1 Akt von Paul Heyse. Samstag den 3. Nov. Der Bettelstudent.
Sonntag den 4. Nov. Fedora.
Mittwoch den 7. Nov. Graf Königsmark von Paul Heyse.
Oeffentliche Aufforderung.
Nachdem der Herr Graf Wilderich v. Walder⸗ dorf zu Molsberg darum nachgesucht hat, ver— schiedene in den Gemarkungen Vilbel, Kloppenheim, Okarben und Petterweil gelegene Immobilien, über welche Grundbuchsauszüge daher vorgelegt worden sind, dem früher errichteten Familien⸗Fideicom— misse einzuverleilben, werden in Gemäßheit des Gesetzes vom 13. September 1858 alle hierbei Betheiligten und etwa vorhandene unbekannte Gläubiger hierdurch auf— gefordert, etwaige Einsprüche gegen die Fideicommiß Errichtung binnnen einer Frist von drei Monaten unter dem Rechtsnachtheil dahter vorzubringen, daß nach fruchtlosem Ablauf dieser Frist, ohne Rücksicht auf solche Einsprüche, Beurkundung dahin, daß der Erricht— ung des Fidelcommisses in rechtlicher Be⸗ ztlehung nichts im Wege stehe, ertheilt werden wird.
Vilbel den 25. September 1883.
Großherzogliches Amtsgericht Vilbel. Wegelin.
3540 Weiß.
Tüchtige Steinbrecher und Schlä ger,
6—8 Mann, werden bei danernder Arbeit und
N aner gutem Lohn angenommen im Basaltsteinbruch
Wagner in
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bedeutend wirksamer als Theersei dingt alle Arten Haut⸗
Bekanntmachung.
Betreffend: Die Legalisirung des Grundbuchs für die Gemarkung Ober- und Nieder-Rosbach. Am 23. Mai 18834 geht die durch Art. 36 des Gesetzes über Erwerbung des Grundeigenthums vom 21. Februar 1852 festgesetzte zehnjährige Frist zu Ende, wonach das obengenannte Grundbuch nebst den dazu gehörigen Karten bezüglich ihrer Angaben über Lage, Größe und Begrenz—⸗ ung der einzelnen Grundstücke unbedingte Beweiskraft mit Ausschluß des Gegenbeweises erlangt, soweit nicht die betreffenden Angaben durch gerichtlich erhobene Klagen vorher angefochten worden sind. Es werden daher Diejenigen, welche mit Wahrung ihrer Rechte noch im Rückstande sind, an den Ablauf obiger Frist mit dem Anfügen erinnert, daß spätere
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Bekanntmachung.
Joseph Hoffmann, Inhaber der Firma Jos. Hoff⸗ mann dahier, hat seiner Ehefrau Margaretha, geb. Korn, Procura ertheilt.
Eintrag in's Firmenregister ist erfolgt. Friedberg am 25. October 1883. Großherzogliches Amtsgericht Friedberg. Herzverger. Hohenstein, Hülfsgerichtsschreiber.
Verkauf 5
alter Inventarien und Materialien. Freitag den 2. November d. J., Vormittags 9 Uhr,
Anfechtungsklagen als gesetzlich unzulässig abgewiesen werden müssen.
Friedberg am 23. October 1883. Großherzogliches Amtsgericht Friedberg. Süßffert.
Weber. nhersmann's 2
2834 Cheerschwefel-Seife, e, vernichtet sie unbe— Unreinigkeiten und erzeugt in
Rödgen bei Bad-Nauheim.
Anmeldungen beim Schachtmeister im Bruch. 3829
lürzester Frist eine reine,
bleudend weiße Haut.
werden im Badehaus 1 dahier und Inventarstücke, darunter eine Parthle Leinen und Zettungspapiler meistbietend verstelgert.
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elegante, dauerhafte eignet für Hochzeits⸗ sende unter Garantie 9 an per Stück.
abgängige Materialien
Bad⸗Nauheim am 27. Oktober 1883. Großherzogliche Badedirection Bad-Nauheim. Jäger.
Makartbouquets,
Zimmerdecoration, vorzüglich ge⸗
und Geburtstagsgeschenke, ver⸗
uter Ankunft schon von 3 Mark IH. Bergner,
Vorrätbig à Stück 50 Pf. bei Apotheker Lühn.
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Blumenhandlung Zeil 15, Frankfurt a. M.(Kaffee Göthe).
Straßburg, 24. Oct. Heute Morgen sind in
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