Unfallversicherungs-Gesetzes werden gegenwärtig von einer Ministerialcommission berathen; die— selben dürften dem Abgeordnetenhause im Laufe des nächsten Monats zugehen.
— 27. Jan. Minister Giers hatte heute eine Besprechung mit dem deutschen Botschafter.
— Die Wiener Zeitung veröffentlicht die kaiserliche Verordnung, wonach die Bestimmungen betreffs der Gerichtsbarkeit der österreichisch— ungarischen Consulargerichte in Egypten vor— läufig bis 1. Februar 1884 in Geltung bleiben.
Pest, 26. Jan. Im Liberalen-Club kam in Anwesenheit des Ministerpräsidenten F. 21 des Wuchergesetzes über den Wirthshaus-Credit zur Verhandlung und wurde auf Antrag des Grafen Bauffy beschlossen, den Minimalcredit mit 2 fl., den Mapimalcredit mit 8 fl. festzusetzen. Diesem Vorschlage trat auch der Ministerpräsident bei—
Frankreich. Paris, 26. Jan. Der Mar⸗ seille-Correspondent des Evenement telegraphirt: Der Graf von Chambord ist in Frankreich, ich habe ihn gestern am Bahnhof von Portvendres erkannt.
— 27. Jan. Der Ministerconseil beschloß gestern auf der Basis des Antrages Fabre eine Verständigung einzugehen. Der Antrag Fabre reproducirt den Regierungsentwurf und fügt nur das Verbot für die Prinzen der ehemals regie— renden Häuser hinzu, Wahlfunctionen auszuüben und Aemter oder sonstwie Stellungen im Civil— oder Militärdienst zu bekleiden. Der Marine— minister nahm daraufhin seine Entlassung. Der Kriegsminister erklärte, er lehne eine solche Maß— regel ab, willigte aber darein, provisorisch sein Portefeuille zu behalten, um nicht eine allge⸗ meine Ministerkrisis zu veranlassen. Ueber die Ansichten des Ministerpräsidenten selbst, der krank ist und Niemanden empfangen kann, ist zur Zeit noch Nichts bekannt. Die Commission für das Prätendentengesetz wurde von dem Be— schlusse des Cabinets benachrichtigt, und nahm dann mit 6 gegen 5 Stimmen Fabres Autrag au. Der bereits zum Berichterstatter ausersehen gewesene Abgeordnete Marcon demissionirte als solcher, woraufhin Fabre selbst zum Berichter— statter gewählt wurde. Derselbe brachte seinen Bericht zum Schluß der heutigen Kammersitzung ein.— Die Kammer lehnte den 1. Artikel des Commissionsentwurfes, betreffend die richterlichen Beamten, welcher die Unabsetzbarkeit der Richter aufheben will und die Wahl derselben einführen wollte, ab. Sodann verlas Fabre den Bericht der Commission, betreffend die Maßregel gegen die Prätendenten. Der Bonapartist Bourgeois protestirte hiergegen und beantragte die Vorfrage zu stellen. Der Bonapartist Cuneo d'Ornano protestirte ebenfalls. Die Vorfrage wurde mit 440 gegen 98 Stimmen abgelehnt und die Dis— cussion des Berichts auf Montag festgesetzt.
— 28. Jan. Die Minister, welche dem heutigen Conseil beiwohnten, haben ihre De⸗ mission gegeben. Dieselbe ist von Grevy noch nicht acceptirt. Es bestätigt sich nämlich, daß Duclerc das von der Commission genehmigte und von den übrigen Ministern mit Ausnahme des Marineministers acceptirte Amendement Fabre's ablehnte und an dem Regierungsent— wurf festhält.
Großbritannien. London, 27. Jan. Davitt, Healy und Quinn verweigerten die Cautionsstellung. Sie erhalten demnach je sechs Monat Gefäugniß.
Dublin, 27. Jan. Heute wurde die Ver— handlung im Prozeß gegen die 22 wegen Theil⸗ nahme an dem Mordcomplot gegen verschie— dene Polizeioffizianten und Staatsbeamten An— geschuldigten wieder aufgenommen. Ein Zeuge recognoscirte zwei der Angeschuldigten als die— jenigen, welche im November den Geschworenen Field mit Dolchen angefallen haben.
Spanien. Madrid. Die nordöstlich von Borneo gelegene Insel Tavitavi ist, wie der General-Gouverneur der Philippinen tele— graphisch nach Madrid berichtet hat, von einem Delachement spanischer Truppen besetzt worden. Tavitavi ist die westlichste Jusel des Sulu—
Besitz ergriffen und ihn nominell der Philippinen— Colonie einverleibt hat. Italien. Rom. Der Moniteur begrüßt mit großer Befriedigung ein neues Schreiben des Kaisers Wilhelm au den Papst, und sagt, dasselbe sei ein neuer Beweis der friedlichen Gesinnungen und wohlwollenden Absichten des Kaisers. Das Blatt spricht insbesondere seine Anerkennung über die in Aussicht gestellte Re— vision der Maigesetze aus, welche stets vom Papstthum reclamirt worden sei; eine große Majorität des preußischen Landtags sei übrigens für Revision. Türkei. Constantinopel, 26. Jan. Nach— richten aus Skutari zufolge ist Hoffnung vor— handen, es werde der Energie und Geschicklich— keit des Delegirten der Pforte, Bedri Bey, ge— lingen, die Schwierigkeiten zu begleichen und einen Conflict zu vermeiden. Bedry Bey erhielt von der Pforte diesbezügliche Instructionen. Bulgarien. Sofia, 26. Jau. Das neue Cabinet besteht aus: General Soboleff, Minister— präsident und Juneres; General Kaulbars, Krieg; Grecoff, Justiz; Stocloff, Aeußeres; Notchorich, Finanzen und Arbeiten; Theoharoff, Unterricht. Montenegro. Cettinje, 26. Jan. Die Grenze zwischen Montenegro und der Türkei von Meegured bis Skutariaske ist programm— mäßig abgesteckt. Die dalmatinischen und her— zegowinischen Flüchtlinge überreichten dem Fürsten eine Petition, worin sie um seine Beihülfe zur Erwirkung einer allgemeinen Amnuestie bitten. Egypten. Kairo, 26. Jau. Lächerliche Gerüchte, welche von einem zwischen England und Frankreich ausgebrochenen Krieg wissen wollten, verursachten eine große Aufregung unter den Eingeborenen.— Die Meldung des Stan— dard, betreffend die Ernennung Colvins zum finanziellen Rathgeber der egyptischen Regierung, ist verfrüht. Die Ernennung ist zwar unmittel⸗ bar bevorstehend, aber noch nicht erfolgt, da England die Zustimmung zu dem Entwurf des bezüglichen Decrets noch nicht angezeigt hat. Amerika. Washington, 25. Jan. Das Repräsentantenhaus begann heute die Berathung der Tarifvorlage. New⸗Vork. Die Revolution in Ecuador dauert noch fort. In Guayaquil selbst ist zwar Alles ruhig, doch lehnt die dortige Regierung die Verantwortlichkeit für die Sicherheit des Eigeuthums der Ausländer ab.
Aus Stadt und Land.
h. Friedberg. Das Sängerfest des Mainthal— Sängerbundes, welches im nächsten Sommer in Offen⸗ bach stattfinden sollte, ist wegen der entstandenen Wasser⸗ Calamität ausgesetzt worden.
W. Bad⸗Nauheim. Nächsten Mittwoch den 31. Jan., Nachmittags 2 Uhr, findet eine Versammlung des Be— zirkslehrer⸗Vereins Bad⸗Nauheim auf dem Hartmann'schen Felsenkeller dahier statt und wird sich hieran nach Be⸗ endigung der Tagesordnung die Berathung eines auch die übrigen Bezirksvereine des Kreises Friedberg be— treffenden Gegenstandes anschließen. Die Tagesordnung lautet: Einkassterung der Vereins beiträge, sowie der Bei— träge zur Bezirksvereinskasse; Wahl des Bezirksvor⸗ standes; Wahl eines Delegirten für die diesjährige Generalversammlung; Referat über die Fortbildungsschule; Berathung des gemeinschaftlichen Gegenstandes. Mit Rücksicht auf den ersten und dritten Punkt der Tagesord⸗ nung wird um möglichst vollzählige Betheiligung gebeten, eventell möge man sich durch einen Collegen vertreten lassen. Zugleich wird an die Mitglieder der Bezirks Conferenzen Butzbach, Melbach und Vilbel die Bitte gerichtet, sich ebenfalls zu dieser Versammlung recht zahlreich einzufinden.
„w. Bad-Nauheim. Am 23. l. Mts. wurde dle zweite Generalversammlung der hiesigen Pfennigsparkasse im Fritz schen Saale abgehalten. Nachdem durch Rent⸗ meister Nebhuth die Versammlung eröffnet und von Lehrer Wagner die Protokolle der im Laufe des letzten Jahres stattgefundenen Sitzungen verlesen waren, gab Ersterer in längerer Abhandlung einen Rückblick auf die Ent⸗ wickelung des Sparkassewesens. Aus dem darauf zur Verlesung gekommenen Rechenschaftsbericht entnehmen wir folgende Mittheilungen: Die Pfennigsparkasse trat am 1. Juli 1881 in's Leben. Von da bis Ende 1881 wurden mit Einschluß der Zinsen 2855 M. 36 Pf. gesam⸗ melt. Für 1882 summiren die Sammlungen 4443 M. 85 Pf., die Zinsen 138 M. 58 Pf., in Summa also 4582 M. 43 Pf. Seit dem Bestehen der Pfennigspar⸗ kasse, also in 1½ Jahr, betragen die Einlagen inel. der
Archipels, von welchem Spanten bereits 1876
Zinsen 7487 M. 79 Pf. Hiervon gehen ab an Rück—
1882: 720 M. 70 Pf., in Summa also 1330 M. 69 Pf., das Guthaben unserer Sparer beträgt demnach jetzt noch 6107 M. 10 Pf. Die Zahl der Sparer betrug Ende 1881: 518, Ende 1882: 510. Sehen wir uns indessen die Zahlen etwas näher an, so werden wir zu folgendem, nicht ganz erfreulichem Resultat gelangen. Nach den im ersten halben Jahr gemachten Einlagen berechneten wir, in der Voraussetzung, daß in dieser Weise weiter gesammelt würde, auf den Kopf unserer Einwohnerschaft pro Jahr 2 M. 20 Pf. In diesem Jahre dagegen er— gaben die Sammlungen per Kopf 1 M. 78 Pf., also ist eine Abnahme von 42 Pf. zu constatiren. Ferner wurden 9002 einzelne Einzahlungen im Ganzen geleistet. Dividiren wir 9002 durch 510, die Zahl unserer Sparer, so kommen auf einen Sparer nur 18 Einzahlungen im Jahr, während wöchentlich, also 52 Mal das Jahr über eingezahlt werden sollte. Revidiren wir unsere Sammel⸗ listen, dann finden wir bei unseren Sparern 52 ohne jegliche Einzahlung, 25 mit je einer Einzahlung und 21 mit je nur zwei Einzahlungen. Hiernach nun zu urthellen, scheint es noch gar sehr an der Beharrlichkeit im Sparen zu fehlen, ohne welche das Sparen auf schwachen Füßen steht. Einen besseren Willen für unsere Pfennigsparkasse finden wir dagegen bei unsern Sammlern. Die 9002 Einzahlungen haben nach genauer Ermittelung an Ar⸗ beitsstunden erfordert: Bei Sammelstelle 1: 74, 11: 63 und 111: 31. Rechnen wir für die Hauptsammelstelle dasselbe Arbeitspensum, so verursacht die hiesige Pfennig⸗ sparkasse ihren Sammlern 336 Arbeitsstunden. Nachdem sich noch in dem Referat für Nichteinführung des Spar— markensystems in hiesiger Stadt ausgesprochen, sowie des Vorschuß und Creditvereins in Friedberg anerkennend für seine Bemühungen bei Aufstellung der Pfennigsparkassen⸗ Statistik für Oberhessen, wonach 98 Pfennigsparkassen mit einem ersparten Kapital von über 83000 M. bestehen, gedacht war, suchte Pfarrer Walz, nach allseitiger Be⸗ leuchtung des moralischen Zwecks dieser Kassen, auf Grund einer statistischen Veröffentlichung nachzuweisen, wie nicht nur allein hier, sondern auch an anderen Orten ein Rückgang derselben im zweiten Jahre eonstatirt werden müsse, welche Erfahrung man ja bei allen Neuer⸗ ungen mache, weßhalb man gerade noch nicht den Muth verlieren dürfe. fielen die Stimmen wieder auf Rentmeister Nebhuth, Pfarrer Walz und Lehrer Wagner. Der Vorsitzende schloß hierauf die Versammlung mit dem Wunsche, daß dite Sparstimmung im begonnenen Jahre eine bessere werde, als im abgelaufenen.
s. Kaichen. Auch im fernen Westindien gedenkt man der Wasserbeschädigten unseres Landes. Wie man uns nämlich soeben mittheilt, wird auf der Insel Trinidad, einer britischen Colonie, von den dort ansässigen Deutschen, nachdem ihnen aus den Zeitungen von dem großen Elende durch die Ueberschwemmung Kunde geworden, für die vom Unglück heimgesuchten Brüder gesammelt. Es be— stehen auf Trinidad mehrere bedeutende deutsche Ge— schäftshäuser, deren Inhaber zum Theil ausgewanderte Hessen sind, welche unter sich recht zusammenbalten und den Geist deutscher Stammes-Verwandtschaft pflegen. Möchte es dem„Deutschen Kegelklub“ im fernen Indien gelingen, seinen Eifer zum Besten der Brüder in der Heimath von gutem Erfolg begleitet zu sehen.
Allerlei.
st. Frankfurt. Um vielfachen Anfragen zu be⸗ gegnen, sei hier besonders mitgetheilt, daß das Mittwoch den 31. Januar im Opernhause stattfindende Concert der Violin⸗Virtuosin, Fräul ein Teresina Tua, außer Abonnement und bei den im Opernhause üblichen Preisen stattfinden wird. Ferner sei hler bemerkt, daß Fräulein Tua, von anderweitigen Verpflichtungen gedrängt, nur an diesem einen Abend in Frankfurt auftreten kann. Straßburg. Der am 1. Juli d. J. zu eröffnende neue Bahnhof in Straßburg wird eine großartige elek— trische Beleuchtung erhalten. Dle erste Anlage auf dem neuen Bahnhof wird nicht weniger als 1200 Glühlicht⸗ lampen und 65 Bogenlichtlampen umfassen, welche Zahlen sich mit der weitern Fertigstellung der andern Gebäude noch sehr bedeutend vermehren werden. Das Gas wird vollkommen verbannt sein.
Gerichtssgal.
Butzbach, 27. Jan. Das gestrige Schöffengericht erkannte 1) gegen Ph. Krausgrill 9r. von Niederweisel, angeklagt, auf der Weiselerstraße auf dem Wagen sitzend ohne Leine gefahren zu haben, auf Freisprechung von Strafe und Kosten; 2) gegen Johs. Metzger von Butzbach, angeklagt, seinem Bruder Wilh. Metzger von hier zwei Stallhasen gestohlen und in Griedeler Gemarkung 8 Krauthäupter rechtswidrig angeeignet sich zu haben, wegen des ersteren Vergehens auf 8 Tage Gefängniß und wegen der letzteren Uebertretung auf 1 M. 80 Pf. Geldstrafe; 3) erkannte das Gericht den Johs. Zeiß ir. von Gam— bach des Diebstahls eines Apfelbäumchens für schuldig und verurtheilte denselben zu 10 Tagen Gefängniß und zur Tragung der Kosten; die 5. Sache, Schile Krämer von Butzbach betr., endigte mit Freisprechung desselben von Strafe und Kosten; 6. Sache, Lehrer Müller und Genossen von Oberhörgern betr., wurde wegen Ladung neuer Zeugen auf den 16. Febr. vertagt. Die 7. Sache der gestrigen Tagesordnung, kam ebenfalls nicht zur Verhandlung, indem sich die Streitenden verglichen.
Altenstadt. Donnerstag den 1. Februar findet dahier eine Schöffengerichtssitzung statt, wobei die nach⸗ folgenden Fälle zur Verhandlung kommen werden: 1) Strafsache gegen Georg Berg von Altenstadt, wegen
zahlungen im Jahr 1881: 609 M. 99 Pf. und im Jahr
Unterschlagung; Y Strafsache gegen Wilhelm Protzmann
Bei der Neuwahl des Curatoriums
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