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Ausland. Oesterreich⸗-Ungarn. Wien, 24. Febr. Der Kronprinz Rudolph geht am Dienstag nach Berlin.

Prag, 23. Febr. Berliner Blätter vom 15. Februar sind heute hier confiscirt worden und zwar wegen eines, die österreichische Regier ung, sowie einzelne hohe Funktionäre sehr heftig angreifenden Artikels, angeblich voneinem Deutschböhmen geschrieben.

Holland. Haag. Der König beauftragte den Marine-Minister mit den Geschäften des Colonial⸗Ministers, dessen Demission angenom men wurde.

Belgien. Brüssel, 24. Febr. Anläßlich einer in einem Dorfe bei Bruͤssel gestern er folgten Dynamit-Explosion sind zwei Männer verhaftet worden, wovon der eine selbst tödtlich verwundet ist. Das Verhör hat festgestellt, daß dieselben Cyvat und Metayer heißen und beide wegen der Theilnahme an den Unruhen in Monceau⸗les-Mines verurtheilt waren.

Frankreich. Paris, 23. Febr. Der zum Brigadegeneral beförderte Oberst Riou ist der Patrie zufolge ein s. Z. bei der Belagerung durch die Deutschen aus Metz entwichener Offizier.

24. Febr. Deputirten-Kammer. Der Bonapartist Jolibois interpellirt die Regier ung über die Stelle der Minister-Erklärung, betreffend die der Regierung zustehenden höchsten Rechte und fragt, ob dies ein Recht bedeute, das über dem Gesetz stehe. Ferry erwiederte, es sei das legitime Recht der Vertheidigung, welches der Republik vor Allem zustehe, weil sie direct aus der nationalen Souveränetät ent springe. Es sei unmöglich, die Grenze, worin dieses Recht sich bewegen werde, genau zu be stimmen; er rathe aber den Bonapartisten, die republikanische Langmuth nicht zu sehr auf die Probe zu stellen. Der Opportunist Ranc brachte einen Antrag ein, welcher das Vertrauen in die Festigkeit der Regierung ausspricht, daß sie den republikanischen Institutionen Achtung verschaffen werde. Jolibois brachte einen Antrag ein, worin er erklärt, die Kammer wolle, daß die individuelle Freiheit Aller unterschiedlos respectirt werde. Der Antrag Jolibois wird mit 395 gegen 92 Stimmen abgelehnt, der Antrag Ranc mit 368 gegen 93 Stimmen an genommen. Prinz Leon interpellirt die Re gierung wegen der Anwendung des Gesetzes von 1834 und hält dasselbe auf die Prinzen nicht anwendbar. Cassagnac bekämpft die Maß⸗ regeln unter Berufung auf die Interessen der Armee. Reille spricht gegen die Maßregeln der Regierung, welche ihre Gerechtsame über schritten. Auf einen Zwischenruf Cassagnac's antwortend, erklärt Ferry, die Decrete, be treffend die Zurückziehung der dienstlichen Ver wendung der Prinzen, seien gestern unterzeichnet worden. Die Kammer nahm schließlich mit 393 gegen 103 Stimmen die Tagesordnung Margaine an, welche erklärt, die Kammer billige im Vertrauen auf die Regierung die Maßregeln, welche diese hinsichtlich der Prätentenden zu ergreifen gedenke. Damit wurde die Sitzung geschlossen.

In diplomatischen Kreisen hält man die Stellung des Kriegsministers Thibaudin für absolut unhaltbar. Es wird angenommen, der selbe werde nur noch kurze Zeit im Amte bleiben, bis die Decrete gegen die Prinzen zur An⸗ wendung gebracht wären. Dann würde doch Campenon an Thibaudin's Stelle treten und letzterer wieder ein größeres Commando über nehmen.

25. Febr. Das Journal offiziell ver öffentlicht die Decrete, denen zufolge die Herzöge von Aumale, von Chatres, und von Alencon in Disponiblität versetzt sind.

Großbritannien. London, 24. Febr.

Die Donauconferenz trat heute zu einer Sitzung zusammen. Vertreten waren Alle außer Bul⸗ garien und Rumänien. Die Conferenz discutirte heute und entschied principiell fast alle Haupt⸗

fragen, nahm jedoch keine Kenutniß von der Absicht Rumäniens, die Freihäfen Galatz, Braila und Kustendsche aufzuheben. Dieser Absicht ge schah überhaupt keine Erwähnung.

25. Febr. Der Prinz von Wales ist gestern nach Berlin abgereist.

Dublin. In Irland werden 10 weitere Verhaftungen erwartet. Die Polizei glaubt nun alle agrarischen Morde und Mordanfälle auf das Commando der gleichen Organisation zurück führen zu können.

Italien. Rom, 23. Febr. Einer Meldung der Agenzia Steffani aus Tripolis zufolge, stattete der Generalgouverneur, einem Befehle des Sultans gemäß, dem italienischen Consul einen offiziellen Besuch ab und drückte demselben sein lebhaftes Bedauern über den letzten Zwischen fall aus.

Einer Meldung der Agenzia Steffani zufolge, verwies die Anklagesection des Appell gerichts Rigatieri vor die Assisen, nachdem derselbe durch die Revolverschüsse anf das Wappenschild des österreichischen Botschafters das Land der Kriegsgefahr ausgesetzt hatte. Die Verhandlung des Rekurses Valeriani findet am 5. März statt.

Türkei. Constantinopel, 23. Febr. Frank⸗ reich hat den Generalconsul in Wien, Nasri Bey, auf der Libanon-Conferenz zum Gouver neur des Libanon in Vorschlag gebracht. Nasri Bey ist Katholik.

Bulgarien. Sofia. Die seinerzeit viel- besprochene Arab-Tabia- Angelegenheit ist nun mehr, und zwar zu Ungunsten Bulgariens er ledigt. Es ist bereits eine an die bulgarische Regierung seitens der Mächte gerichtete Auf forderung signalisirt, Delegirte zu ernennen, die im Verein mit den rumänischen Delegirten die Uebergabe Arab-Tabia's an Rumänien durch führen sollen.

Griechenland. Athen, 23. Febr. In der Deputirtenkammer erklärte der Minister präsident, eine Reduction der Ausgaben und Steuern sei unmöglich; die Herstellung des Budget- Gleichgewichts und Beibehaltung der Gesandtschaften und militärischen Maßnahmen sei nothwendig. Beides war von der Oppo sition angefochten worden.

Amerika. Washington. Das vom Senat beschlossene Tarifgesetz würde die Staats-Cin nahmen um 41 Million reduciren. Eiseuerz soll 50 Cents, Roheisen 6 ½, Stahlschienen 15.62 Dollars Zoll tragen, Bessemer-Stahl um 10 pCt. höher, Baumwollwaaren und Woll waaren um 35 pCt. niedriger tarifirt werden.

New⸗Pork, 23. Febr. Der durch Carey's Aussagen der Theilnahme an den Dubliner Mordthaten verdächtige Irländer Sheridan er klärte dem Redacteur der Iris World gegen über, er habe Carey niemals im Leben gesehen; Carey's Angaben seien pure Erfindungen.

Aus Stadt und Land.

Friedberg. Wie der Taunusb. wissen will, beab sichtigt Kaiser Wilhelm im August oder September auf einige Tage nach Homburg v. d. H. zu kommen. Während dieser Zeit nämlich, wo das 11. Armeecorps, welches in diesem Jahre Kaisermanöver hat und zwischen Friedberg, Butzbach, Mainkur ꝛc.(nach anderer Lesart zwischen Windecken, Vilbel, Hanau) Uebungen abhält, soll das kaiserliche Hauptquartier nach Homburg gelegt werden. Die N. Hess. Volksbl. schreiben: Die Uebungen des 11. Armeecorps im kommenden Herbste sind an Zahl der dabet betheiligten Truppen die größten bis jetzt stattge⸗ fundenen, indem sie das große Manöver zu Ende der 70er Jahre bei Wabern noch überschreiten. Im Ganzen werden dabei betheiligt sein: 42 Bataillone Infanterie, 30 Escadrons Cavallerie und 108 Geschütze. Kolossale Vorkehrungen in Betreff der Verpflegung der Truppen und der Fouragelieferungen werden schon jetzt getroffen. Ein bedeutender Fremdenverkehr steht aus Anlaß des Manövers in der Rhein- und Maingegend in Aussicht.

W. Friedberg. Nächsten Mittwoch, Nachmittags 2 Uhr, findet eine Versammlung des Bezirkslehrerver⸗ eins Bad⸗Nauheim bei Gastwirth Ulrich dahier statt. Die Tagesordnung lautet: Berichterstattung der in voriger Sitzung ernannten Commission und Feststellung des An⸗ trags für die General-Versammlung des Hess. Landes- lehrervereins.

Melbach. Beim Unkergang derCimbria hat auch unser Ort ein Opfer zu beklagen. Es ist dies der 24 Jahr alte Kellner Hermann Graf, welcher seine Ge⸗ schwister in New-Nork besuchen wollte. Graf war ein

in Friedberg im Hotel Trapp, im Palmengarten in Frank furt a. M. und in Karlsruhe. Die Todes⸗Nachricht ist der hiesigen Bürgermeisterei mitgetheilt worden. f B. Staden. 1. Dezember v. J. errichtet wurde, hat sich bis daher in erfreulicher Weise entwickelt. Dieselbe zählt Ende Februar bereits 47 Einleger mit M. 254.05 Einlagen, Es ist dies für unsere klelne Gemeinde und in Anbe⸗ tracht der Zeit, in welcher am wenigsten im Jahr ver⸗ dient wird, gewiß ein sehr günstiges Resultat. Mainz, 25. Febr. Staudernheim ein Güterzug. Der Zugführer blieb so⸗ fort todt, zwei Waggons wurden tokal zetrümmert.

Allerlei.

Kaiserslautern, 24. Febr. In der Baumwoll-

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spinnereiKampersmühle bei Kalserslautern ist eine

Feuersbrunst ausgebrochen, welche die alte Spinnerel mit 12,000 Spindeln zerstört hat; mit 8000 Spindeln wurde gerettet. 5

Jena, 21. Febr. Man schreibt demReichs boten; Jena ist in dieser Woche in große Aufregung und Be⸗ stürzung gerathen. Es sind hier nämlich an einem Tage 21 Mensuren gewesen und zufällig die Schläger, die ge⸗ braucht wurden, nicht gründlich gereinigt worden. In⸗ folge dessen ist bei fast allen Studenten Blutvergiftung eingetreten und sie liegen nun schwer an der Kopfrose darnieder. Ein liebens würdiger und bei allen beltebter junger Mann von der Burschenschaft Arminia vergiftete sich dabei, wahrscheinlich in einem Anfall von Wahnsinn infolge des Flebers, mit Strychnin und ist schrecklich gestorben. Er war der einzige Sohn seiner Eltern. Am nächsten Tag starb der zweite, auch ein Armine, Tags darauf ist der dritte gestorben und nun liegen noch zwölf im Krankenhause so schwer darnieder, daß wenig Hoff⸗ nung ist, sie am Leben zu erhalten.

Boten. Auf der Südbahn und der Tiroler Linke Lienz-Abfalters bach haben neuerdings Erdrutschungen statt⸗ gefunden. Die Bewegung der Erdmassen dauern fort, Viele Arbeiter sind gefährdet.

Kopenhagen, 23. Febr. Der dänische Gesandte in Petersburg meldet von Lipina(unweit Obdorsk), daß die nach dem Nordpolfahrer Dyphna angestellten Re⸗ cherchen erfolglos geblieben wären. Dorthin am 6. Jan. zum Markt gekommene Samojeden sagten einstimmig aus, sie hätten kein Schiff im Meere gesehen, auch Nichts von Schiffbrüchigen gehört.

Trautenau, 20. Febr. Hier wurde gestern gegen 4 Uhr Morgens ein heftiges Erdbeben verspürt. Auch in Metcovich wurde es bemerkt.

New⸗Nork, 23. Febr. Der Ohio fällt, ebenso der Mississippi oberhalb Cairo; vom unteren Laufe wird noch ein Steigen gemeldet, ohne daß aber bisher nennens⸗ werther Schaden dadurch verursacht worden wäre.

Veracruz. In Mexico ist die Cholera ausge⸗ brochen. In der Stadt Tustla fielen 800, in Tanala 1000 Menschen der Epidemie zum Opfer. In vielen Orten rafft die Seuche einen ansehnlichen Theil der Be⸗ völkerung hinweg. Bisher wurde von der Epidemie nur die sogenannte heiße Zone berührt.

Gerichts saal.

Gießen. Zum Vorsitzenden des am 28. März seinen Anfang nehmenden Schwurgerichts der Provinz Ober⸗ hessen für das erste Quartal l. J. wurde der Großh⸗ Landgerichtsrath Wiener ernannt.

Altenstadt. Donnerstag den 1. März findet dahier eine Schöffengerichtssitzung statt, wobei folgende Fälle zur Verhandlung kommen werden: 1) Strafsache gegen Georg Crispenz von Glauberg, wegen Pfandveräußerung; 2) Strafsache gegen Konrad Goll II., Karl Nickel, Aug. Nickel, Wilh. Birz II. und Karl Winter, sämmtlich von Glauberg, wegen Uebertretung des§ 368 pos. 8 des St.⸗G.⸗B.; 3) Privatklagesache der Karoline Glas von Stockheim gegen Katharina Nickel von Glauberg, wegen Beleidigung.

Verloosungen.

Nassauische fl. 25⸗Loose von 1837. Ziehung vom 1. Februar 1883. Heimzahlung am 1. Mal 1883. Nr. 79576 fl. 20,000. Nr. 73292 fl. 4000. Nr. 101318 fl. 2000. Nr. 92439 fl. 1000. Nr. 65380 70527 je fl. 400. Nr. 71483 99583 je fl. 200. Nr. 70073 92638 je fl. 100. Nr. 5542 6368 17994 18095 32168 34860 35595 38860 50152 53878 57595 59431 67884 79601 80260 83570 89874 92956 94351 96110 a fl. 65. Nr. 296 467 1818 4711 6136 7827 8802 10931 11206 13258 14358 15684 14843 15152 15721 16687 16692 19961 20783 22019 23784 24410 30431 30547 31454 31550 33036 36833 37026 37402 38764 39535 42850 43911 44768 48128 50002 54234 54636 55287 59004 62637 65100 66789 70467 73333 76742 77404 77822 85877 86488 86441 86987 89630 92705 92763 92874 92983 94815 95355 96541 97333 98071 98190 99874 100558 100602 102702 102727 102794 à fl. 55.

Stadt Freiburg Fr. 10⸗Loose von 1879. Serien⸗ Ziehung vom 15. Februar 1883. Nr. 398 407 506 553 705 830 1346 1607 1701 1722 1736 2006 2009 2221 2337 2509 2712 2978 3333 3840 4119 4159 4269 4354 4425 4491 5405 5409 5463 6905 6926 6955 6969 7535 7551 7959 8129 8214 8374 8414 9594 9689 10151 10280 10502. Die Gewinn⸗ Ziehung findet am 15. März 1883 statt.

Handel und Verkehr. Friedberg, 24. Febr. Wochenmarkt. Butter kostete

per Pfd. M. 1.001.15, Eier 1 St. 6 Pf., 2 St. 11 Pf

sehr solider, braver, junger Mensch, conditionirte früher

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Heute Morgen entgleiste bet.

die neue Spinnerel

Unsere Pfennigsparkasse, welche am 4

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