und einen Conflict mit der Kammer zu ver— meiden. Allou meint dagegen, die Annahme dieses Antrags würde eine Aera von Conflicts— krisen eröffnen. Say und Waddington erklären, den Antrag abzulehnen, weil sie nicht wollen, daß man der Republik die Maßregeln der Willkür des Kaiserreichs vorwerfen könne. Die Generaldiscussion wird darauf geschlossen. Der Senat beschloß mit 140 gegen 139 Stimmen, in die Specialdiscussion einzutreten.(Lebhafte Bewegung.) Nachdem Devds lebhaft gegen Say sich gewendet und für den Autrag ge— sprochen, wird Artikel 1 mit 142 gegen 137 Stimmen abgelehnt, ebenso Artikel 2.— Das Senatsvotum erregt ungeheure Sensation— Die republikanische Kammermajorität beschloß bereits, das neue Cabinet zu interpelliren. Die Kam— mer ist ferner entschlossen, nach der constitutio— nellen Frist von 3 Monaten das Prinzengesetz der Regierung aufzuzwingen.— Tissot, fran⸗ zösischer Botschafter in London, hat demissionirt. — Prinz Napoleon wird nach Rom reisen.
— 18. Febr. In dem heute im Elysée ab— gehaltenen Ministerrath nahm Grevy desinitiv die Eutlassung des Cabinets an. Es heißt, Grevy werde Ferry rufen lassen.
Großbritannien. London, 17. Febr. Unterhaus. Die Adreßdebatte, die gestern be— gann, wurde schließlich vertagt. Von der Re— gierung wurden mehrere Bills eingebracht, dar— unter eine Novelle zu dem Patent- und Marken— schutzgesetze. Der Antrag auf Einbringung einer neuen Bill über die Eidesleistung wurde in mehrstündiger Debatte bekämpft und schließlich mit Zustimmung der Regierung die Berathung auf Montag vertagt.
— 17. Febr. Morningpost erfährt, die Donau⸗Conferenz hätte beschlossen, die Donau— Commission noch 8 Jahre fortbestehen zu lassen; Rußland verlange einen Vervollständigung seiner Arbeiten an der Kilia— mündung,
Dublin, 16. Febr. Ein Beamter des Bureaus der öffentlichen Arbeiten wurde unter Anschul—
digung der Theilnahme an dem Mordcomplot
gegen Beamte heute verhaftet; ebenso ist Harring— ton, Secretär der nationalen Liga, der jüngst wegen aufrührerischer Rede zu zweimonatlichem Gefängniß verurtheilt wurde, heute festgenom— men worden.
— 17. Febr. Der Complotprozeß wurde heute fortgesetzt. Stadtrath James Carey, einer der Angeklagten, ist als Kronzeuge auf— getreten. Derselbe sagte aus, daß 250 aus⸗ erlesene Irländer den Eid geleistet, bei Todes— strafe allen Befehlen des Geheimbundes zu ge— horchen. Zum Tode verurtheilt waren der frühere Vicekönig Cowper, Forster und Burke.
— 18. Febr. Im Complotproceß sagte Carey aus, die bei den Mordthaten angewen— deten Waffen seien aus London gesandt und die Handlungen der Mörder durch eine Londoner Depesche dirigirt worden. Carey identificirte sämmtliche Gefangenen, ausgenommen zwei, als Mitglieder der Mordverbindung. Forster wurde ganze Tage hindurch zwecks seiner Ermordung verfolgt. Carey erklärte, er sowie die anderen Verbindungsmitglieder meinten, die Fonds für die Mörder seien von der Landliga geliefert. Zur Zeit der Ermordung von Cavendish und Burke war das Haupt der Verschwörung in
Dublin eine mysteriöse Person, den Verschwörern
unter der Bezeichnung„Numero Eins“ bekannt, welche anscheinend viel Geld besaß. Carey be— richtet über die Ermordung: Bardy griff Burke an, während Cavendish ihn mit dem Regenschirm schlug; sodaun ermordete Bardy Cavendish, wendete sich darauf um, sah Burke an der Erde liegen und durchschnitt diesem die Kehle. Carey bestätigte die Aussagen der anderen Zeu— gen vollkommen. Während der Aussagen Carey's wurden die Gefangenen vom Schrecken überwältigt.
Türkei. Constantinopel. Die Agence Havas versichert, alle Botschafter unterstützten die Re— clamationen des Administrativrathes der Bond— holders in Betreff des Votums der ostrumelischen
gleichen Zeitraum zur
Landesvertretung, welche bekanntlich den im Ber— liner Vertrag festgesetzten jährlichen Tribut an die Türkei von 240,000 Livres um 60,000 Livres herabminderte.
— Zur Verständigung über die Besetzung des Gouveruneurposteus im Libauon an Stelle Rustem Paschas, dessen Funktionsdauer am 23. April abläuft, treten gemäß Protokoll vom 9. Juni 1861 die Botschafter am 20. Febr. c.
zusammen. — 17. Febr. Corti, heute in Abschieds—
audienz empfangen, geht auf Urlaub nach Rom, wahrscheinlich nach Beilegung des den zweiten italienischen Consul in Tripolis betreffenden Zwischenfalls.
Rumänien. Bukarest, 16. Febr. Die Kammer votirte die Errichtung eines Ackerbau— ministeriums. Die Regierung legte einen Ent— wurf betreffs der Aufhebung der Freihäfen in Galatz, Braila und Kustendsche vor. Für den— selben wurde die Dringlichkeit angenommen.
Griechenland. Athen, 16. Febr. Bei der Budgetberathung in der Kammer sprach sich die Opposition gegen die Bewilligung neuer Steuern aus, wenn nicht die Ausgaben gemin— dert würden.
Rußland. Petersburg. Giers telegraphirte an den Baron v. Mohrenheim, Rußland stimme zu, daß die Schifffahrts-Bedingungen bezüglich der Kilia-Mündung ähnliche wie diejenigen für die Sulina-Münduung seien.
Egypten. Kairo, 16. Febr. Der neue egyptische Verfassungsentwurf ist dem auswär— tigen Amte in London behufs Genehmigung durch die englische Regierung übersendet worden. Der letzte Theil der für den Sudan bestimmten Truppen ist heute abgegangen.
Aus Stadt und Land.
J. Friedberg. Die öffentlichen Prüfungen am hiesigen Schullehrer-Seminar finden am 15. März von Vormittags 9 Uhr ab statt und endigen mit einer Schlußfeier Nachmittags 3 Uhr. Der Unterricht wurde im vergangenen Jahre von 18 Lehrern inel. dem Director ertheilt. Besucht war das Seminar in 3 Klassen von 120 Zöglingen,(116 evangellschen, 4 katholischen); es waren Söhne von Landwirtben 63, von Lehrern 22, von Handel und Gewerbtreibenden 20, von Beamten 11, aus sonstigen Berufsklassen 4; aus Städten über 40,000 Einw. waren 4, aus Städten zwischen 10,000 und e Einw. 20, aus Orten unter 2000 Einw. 96; vor⸗ bereitet waren in der Präparandenanstalt zu Lich 67, von Lehrern 16, von Geistlichen 1, in Gymnasien 5, in Real- schulen 28, in sonstigen Bildungs anstalten 3; aus der Provinz Oberhessen waren 102, Starkenburg 14, Rhein- hessen 43 zur Zeit der Aufnahme waren im sechszehnten Lebensjahr 5, im siebenzehnten 23, im achtzehnten 33, im neunzehnten 3], im zwanzigsten 17, im einundzwan— zigsten und älter 8.
Butzbach, 15. Febr. Gestern Abend entsprang aus dem Hospital des Landeszuchthauses zu Marlenschloß ein dortselbst zur Beobachtung seines Geisteszustandes untergebrachter Sträfling, Namens Baier aus Selsen. Derselbe ist seit März v. J. in dem Landeszuchthaus und hat eine sechsjährige Strafe zu verbüßen. Die sofort von dem Vorfalle benachrichtigte Gendarmerie machte sich auf die Suche nach demselben. Heute früh gelang es dem Gendarm Burk, Nachtwächter Marx und Gerber Leierzapf von Butzbach, des Sträflings habhaft zu werden.
Darmstadt, 17. Febr. Von morgen ab wird der Personenverkehr auf der ganzen Odenwaldbahn wieder wie früher, nach dem Fahrplan vom 15. Oktober v. J., aufgenommen. Unterhalb der Station Gaimühle ist die Bahnlinie auf eine Länge voa 300 Meter verlegt worden und haben daher vorerst noch sämmtliche Züge diese Stelle langsam und vorsichtig zu befahren.
Allerlei.
st. Fraukfurt. Die Gedenkfeier für Richard Wagner im Frankfurter Opernhause wird vier Abende umfassen. Als Einleitung zu derselben geht Sonntag den 25. des Meisters„Lohengrin“ in Scene. Dtenstag den 27. folgt„Rheingold“, welcher Vorstellung sich ein Epilog, sowie der Trauermarsch aus der„Götter— dämmerung“ anschließt. Donnerstag den 1. März ge— langt dann die„Walküre“ und Samstag den 3. März „Siegfried“ zur Darstellung. Die drei Abende aus der Nibelungen-Trilogie, kommen bei dieser Gelegenheit zum ersten Male in eigentlichem Zusammenhange innerhalb einer Woche zur Darstellung.
Dortmund, 16. Febr. Heute Vormittag hat auf der Zeche Borussia bei Marten eine Wetterepplosion in Flötz 11 stattgefunden. Drei Personen sind todt, vier verwundet und zwei noch verschüttet. Der Grubenbetrieb wurde nicht gestört.
Rüdesheim, 17. Febr. Kurz nach Mitternacht verkündeten die Sturmglocken daß in unserer Stadt ein
Bei dem herrschenden Nordostwind und dem vorhandenen brenn— baren Materiale waren trotz eifriger Anstrengung der hiesigen, sowie von auswärts herbeigeeilten Feuerwehren bis heute früh 6 Wohnhäuser, sowie die dazu gehörigen Hintergebäude, Scheunen, und Stallungen ein Raub der
ganz erheblicher Brand ausgebrochen war.
Flammen. Elf Spritzen waren in Thätigkeit. Sämmt— liches Mobiliar, bei verschiedenen Gesellschaften verstchert, wurde mit verschwindenden Ausnahmen rechtzeitig in Sicherheit gebracht. Dagegen verbrannten größere Quan— titäten Futtervorräthe, die zum größten Theile unver— sichert waren.
Bayreuth, 17. Febr. Der Abgang der Leiche Wagner's begleitet von der Familie, erfolgte gestern in Venebig Nach— mittags zwei Uhr. Der broncerne Sarg ist im Renaissance— Styl gehalten. Der Bahnwagen war mit Sammt und Silber ausgeschlagen. Bis zum Bahnhof folgten der Chef der Municipalität, der Präfect, das Lyeeum Mar— cello und die Freunde der Famtlie, darunter die Maler Passini, Joukowski und Bankier Groß. Letzterer ersuchte am Bahnhofe den Graf Contin, Präsident des Lyeeum Marcello, sich bei der Familie zum Dolmetscher des schmerzlichen Gefühls zu machen, welches das künst— lerische Venedig empfinde. Die Leiche Wagner's traf in München heute 2½ Uhr Nachmittags auf dem Bahn— hofe ein, von dem Flügeladjutanten des Königs, Baron Lebret, empfangen. Einen riesigen Lorbeerkranz über— reichten die Münchener Maler. Die Deputationen sämmt— licher Münchener Gesangvereine waren mit umflorten Fahnen erschienen. Die Wagner-Vereine, alle Lorbeer— kränze tragend, bildeten Spalier. Der Zug fuhr unter den Klängen von Beethoven's Trauermarsch ein. Hier in Bayreuth ist die Leiche kurz vor 12 Uhr Nachts ein— getroffen und von dem Bürgermeister Muncker, dem hiesigen Wagnercomité, den Verwaltungsräthen des Theaters und vielen musikalischen und belletristischen Celebritäten auf dem Bahnhofe empfangen worden. Die Ehrenwache bei dem Leichenwagen bildeten 27 Mann der Bürgerfeuerwehr.
Neapel, 16. Febr. Der Ringkrater des Aetna schleudert glühende Lavastücke aus. Der Berggipfel ist Nachts durch fortwährende Lohe erleuchtet. Gestern fand eine starke sersmograph esche Erschütterung statt.
Newyork, 16. Febr. Der Ohio fällt. Die Unter⸗ stͤtzungen fließen von allen Seiten reichlich zu; jedoch
wird der Gesundheitszustand der überschwemmten Ge— genden als unbefriedigend geschildert. Eine Fieber— epidemie wird befürchtet, daher hat die Bildung von Sanitäts-Commissionen begonnen.— 17. Febr. Die Ueberschwemmungen haben nicht weiter zugenommen,“ das Wasser fällt. In New-Albany(Indiana) sind 1200 Häuser eingestürzt und 5000 Menschen obdachlos. Die verursachten Verluste werden auf eine Million Dollars geschätzt.
Gerichts saal.
Butzbach. Am 16. Februar erkannte das Schöffen— gericht: 1) gegen Jacob Weil VII. und Ehefrau von Rockenberg, wegen Hausfriedensbruchs, auf je 30 Mark Strafe event. je 6 Tage Haft und Tragung der Kosten; gegen Jacob Weil VII. ferner, wegen Körperletzung auf 10 M. Strafe event. 2 Tage Haft, Tragung der ent⸗ standenen Kosten und zur Zahlung einer 10 Mark be— tragenden Buße an die Eva Weil; 2) gegen Johannes Weil V. Ehefrau und deren Töchter Eoa und Margaretha Weil von Rockenberg, wegen Beleidigung und Mißhand— lung, auf je 10 M. Strafe event. je 2 Tage Haft, Tragung der Kosten und Zurückerstattung der der Weil VII. Ehefrau in dieser Sache entstandenen Auslagen; 3) gegen Adam Walther von Münzenberg, wegen Beleidigung, auf 5 M. Strafe event. 2 Tage Haft und Zahlung der
Kosten, sprach auch dem Beleidigten das Recht zu, den entscheldenden Theil des Urtheils innerhalb 14 Tagen f
einmal auf Kosten des Walther im„Wetterauer Boten“ bekannt machen zu dürfen; 4) gegen Heinr. Schäfer's Wittwe von Münzenberg, wegen Beleidigung, auf 7 Tage Gefängniß und Tragung der Kosten; 5) gegen Lehrer Müller und Consorten von Ober-Hörgern, wegen Ueber— tretung der Straßenordnung, auf je M. 1 Strafe; die 5) Klagesache gegen Katharina Lemp von Langenhain,
wegen Diebstahls, wurde der Geringfügigkeit halber 8 fallen gelassen. 8 Handel und Verkehr. 4
Friedberg, 17. Febr. Wochenmarkt. Butter kostete. per Pfd. M. 1.00—1.15, Eier 1 St. 6 Pf., 2 St. gr. 11 Pf.
Gießen, 14. Febr. Der heute und gestern dahier! abgehaltene Viehmarkt war sehr stark befahren und g meistens mit jungem und gutgenährtem Vieh. Es waren aufgetrieben: 1791 Stück Rindvieh und 697 Stück Schweine. Der Handel in Zucht- und Arbeits vieh war lebhaft und standen die Preise denen der früheren Märkte gleich, bei Schlachtvieh aller Art und Schweinen billiger. Nächster Markt Dienstag den 6. und Mittwoch den 7. März d. J.
Gießen, 17. Febr. Wochenmarkt. Auf dem heutigen
Markt kostete: Butter per Pfd. M. 1.00— 1.10, Eier e
per St. 5—6 Pf., Käse per Stück 5—9 Pf., Tauben das Paar M. 1— 1.40, Hühner pr. St. M. 1.50— 2.00, Hahnen per St. M. 1.70—2.50, Enten per St. M. 2.00 bis 2.30, Ochsenfleisch per Pfd. 66—70 Pf., Kuh⸗ und Rindfleisch 56—60 Pf., Kalbfleisch 54— 56 Pf., Schweine⸗ fleisch 62— 64 Pf., Hammelfleisch 66— 70 Pf., Kartoffeln per 100 Kilo M. 8.00—9, Zwiebeln per Ctr. M. 7.00 8,
Mainz, 16. Febr. Markt⸗Preise. Kartoffeln per 100 Kilo M. 8.00—10., Heu per Ctr. M. 3.25— 3.75
Stroh p. Etr. M. 2.25— 2.50, Butter ½ R. M. 1.00 bis 0
1.05, Butter in Parthien 75—85 Pf. Eier ½ Hunder
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