Ausgabe 
19.7.1883
 
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Griechenland. Athen, 15. Juli. König Georg wird sich am 24. Juli nach Wiesbaden begeben und etwa sechs Wochen daselbst ver weilen. Während dieser Zeit wird er, wie es heißt, auf mehrere Tage nach Kopenhagen gehen.

Aus Stadt und Land.

kl. Friedberg. Seit einigen Tagen kann man

auf den Ockstädter Wiesen unter einer Schaar von Staaren

einen ganz weißen bemerken, gewiß eine Naturselten heit, die registrirt zu werden verdient. 5

b. Friedberg. Bei der Ergänzungswahl unserer evangelischen Kirchengemeinde-Vertretung am 17. d. M. waren 106 Wähler erschienen, wovon jedoch zwei nicht wählen konnten, weil sie nicht in der gesetzlich offenge legenen Wählerliste standen(einer davon gebörte übrigens einer anderen Confession an). Im Vergleich zur vorigen Ersatzwahl haben diesmal zwei mehr als die doppelte Zahl gewählt, das sind etwa 17 Procent aller Wahl berechtigten der hiesigen evangelischen Gemeinde. Die Stimmen haben sich zwar auf 26 Männer concentrirt, wovon 25 als gewählt erscheinen, doch sind im Ganzen 56 mit Stimmen bedacht worden.

Gießen, 15. Juli. Schon in aller Sonntagsfrühe trafen Turner und Gäste, namentlich mit den Ober⸗ hessischen Bahnen ein und wurden freudig begrüßt von den Vertretern der Comités und empfangen unter den Klängen unserer Regimentsmusik. Gegen 9 Uhr brachte ein Extrazug die Gäste aus Frankfurt, die sich ihre eigene Musik mitgebracht hatten. Kurz vor 10 Uhr trafen die Turner aus Mainz ein und als die Züge um 11½ Uhr anlangten und Hunderte von Turnern hier zurückließen, wimmelten die Straßen unserer Stadt von Menschen. Die eingetroffenen Turner begaben sich zu nächst nach ihren Standquartteren und nahmen dort ihre Quartierzettel entgegen. Wer um die Mittagszeit einen Spaziergang durch die Straßen machte, war überrascht von dem Anblick der prachtvoll geschmückten Häuser, die in Tannenbäumen, Kränzen, Fahnen und Gutrlanden völlig eingehüllt waren, nicht minder überrascht aber über das Gewühl der Menschen, die sich in den Straßen bewegten. Kurz nach 1 Uhr marschirten die einzelnen Turnvereine in musterhafter Ordnung nach dem Wall thor, wo der Festzug aufgestellt wurde. Zur festgesetzten Zeit setzte sich der imposante Zug in Bewegung. Im Festzug waren 6 Musikeorps vertheilt und nicht weniger als 66 Fahnen flatterten den Turnern voran. Nach dem Eintreffen des Zuges auf dem Festplatz stellten sich sämmtliche Turner in Reih und Glied auf, um dem nächst die Freiübungen vorzunehmen. Zuvor ergriff Dr. Weiffenbach das Wort und schilderte in trefflicher Rede die Bedeutung des Turnens. An die kurzen Frei übungen, an denen sich sämmtliche Turner betheiligten, reihte sich das Turnen der Musterriegen an. Das Preis gericht verkündete über die Leistungen der Musterriegen folgendes Resultat: Reck: Offenbach 11 Punkte(höchste Punktzahl), Coblenz, Turn-Gesellschaft, 8 Punkte(zweite Punktzahl), Gau Hessen 7 Punkte(als einziger Verein). Barren: 10 Punkte höchste Punktzahl. Frankfurt, Turn- verein, 9 Punkte(2. Punktzahl), Coblenz, Turnverein, 8 Punkte(3. Punktzahl). Pferd: Wiesbaden, Männer Turnverein, 10 Punkte(höchste Punktzahl), Gießen, Turnverein und Mainz, Turnverein, 8 Punkte(2. Punkt zahl, gemeinschaftlich). Doppelbock: Marburg(einzige Riege) 10 Punkte.

Castel, 16. Juli. In der verflossenen Nacht ent stand auf dem Wege zwischen hier und Erbenheim unter einer Anzahl Arbeiter ein Streit, der schließlich mit dem Messer ausgefochten wurde. Einer der Arbeiter wurde bei dieser Gelegenheit auf dem Platze todtgestochen, die Leiche hatte sieben Stiche in der Seite. Untersuchung ist eingeleitet.

Bingen. Ein furchtbares Hagelwetter brach am Sonntag Abend über die Umgegend von Bingen herein, welches einen bis jetzt unabsehbaren Schaden anrichtete, und die schönsten Hoffnungen mancher unbemittelten Wein bergs-Besitzer und Oeconomen mit einem Schlage zu Schanden machte.

Allerlei.

Frankfurt, 16. Juli. Gestern Abend 10 Uhr stießen der Homburger Zug und der Zug der Main-Weser Babn beim Einfahren zusammen, wobei der Postwagen, Packwagen und die Maschine des Zuges der Weser-Bahn stark, die Maschine des Homburger Zuges weniger be schädigt wurden. Es hätte hier ein großes Unglück passiren können, wenn der Führer des Homburger Zuges nicht langsam gefahren wäre und seinen Zug nicht hätte zum Stehen bringen können. Es handelte sich nur um wenige Meter, so wäre dle Maschine in die stark be setzten Personenwagen hineingerannt. Wie wir hören, trifft den Führer des Homburger Zuges keine Schuld an diesem Unfall, da die Signale vorschriftsmäßig zum Einfahren für denselben standen. Ob der Führer des Zuges der Weserbahn ohne Signal in den Bahnhof ein gefahren und in das Geleise, welches der Homburger Zug benutzen sollte, gekommen ist, oder ob die Schuld auf anderer Seite liegt, muß die Untersuchung ergeben. Wie verlautet, wurde auch hier das Signal zum Ein⸗ fahren gegeben.

st. Frankfurt. Zu der nächsten Wiederholung von WagnersRing der Nibelungen, welche Ende dieser Woche beginnt,(Samstag den 21. Rheingold. Sonntag den 22. Walküre. Dienstag den 24. Siegfried und Donnerstag den 26. Götterdämmerung), werden schon

gegengenommen und ist auch diesmal die Einrichtung getroffen worden, daß für alle vier Abende die Eintritts karten im Voraus ausgegeben werden.

Homburg, 16. Juli. Leute aus Oberstedten, welche sich heute auf den Altkönig zum Heidelbeerpflücken be geben hatten, mußten unverrichteter Sache auf den Heim- weg sich begeben, da der Altkönig mit einer vollständigen Schneeschicht überzogen war.

w. Hainchen. Am vergangenen Sonntage fand dahier das dritte Sängerfest des Nidderthalsängerbundes statt. Sämmtliche Vereine des Bundes waren erschienen und wurden sowohl von den Festdamen als von dem GesangvereinLledertafel zu Hainchen auf's freund lichste empfangen. Den Bundes-Präsidenten, Lehrer Scharmann aus Kaichen, beehrte eine der Festdamen durch eine besondere Ansprache und überreichte demselben ein Bouquet. Um 2 Uhr wurde der Festzug arrangirt, welcher sich durch das Dorf nach dem Festplatze bewegte. Hier erfolgte zunächst der Vortrag des gemeinschaftlichen BundesliedesEintracht v. Nägeli, welches der Bundes präsident dirigirte. Die Festrede des Lehrers Ruppel von Düdelsheim über die Bedeutung des Gesanges wurde mit dem größten Beifall aufgenommen. Nach derselben sangen die 12 Bundesvereine ihre Specialchöre und boten dieselben manches Interessante. Trotz der nicht sehr günstigen Witterung waren doch viele Festtheilnehmer erschienen und auf dem ganzen Festplatze herrschte bald eine gemüthliche Geselligkeit; wenn auch der Himmel noch einige Mal sich trübte, die Herzen waren heiter und machten sich in fröhlichen Gesängen Luft, bis die Nacht Einhalt gebot und die Gäste entführte.

o. Birstein. Gleichwie in der letzten Zeit an anderen Orten, sollte auch hier ein landw. Fest abge halten werden. Die Bewohner von Birstein, welche sich bereits sehr bedeutende Kosten für die Abhaltung ihres Festes gemacht haben, mußten die bittere Erfahrung machen, daß mit des Geschickes Mächten kein ewiger Bund zu flechten ist Während fast Alle schon in ge hobener Feststimmung sich befanden, das Festeomité auf dem Festplatze sich bereits permanent erklärt hatte, tritt auf einmal, ein Blitz aus heiterem Himmel, der Milz brand unter dem Wildpret in dem nicht sehr entsernt gelegenen Büdinger Walde auf. Leider ist in Folge von Uebertragung durch Fliegen eine verhältnißmäßig große Anzahl von Rindvieh, welches in den letzten acht Tagen den Büdinger Wald befahren hat, an dieser Krankheit in den um den genannten Wald gelegenen Orten bereits gefallen. In Folge polizeilicher Anordnungen, welche bei der Gefährlichkeit der Krankheit für Menschen und Vieh dankbarlichst anzuerkennen sind, ist sowohl die Ab haltung von Viehmärkten, wie auch jeder Zusammentrieb von Vieh zunächst verboten. Selbstverständlich mußte dann auch demgemäß das so viel versprechende landw. Fest verschoben werden. Aber aufgeschoben ist nicht auf gehoben und die Hoffnung Aller, welche sich um das Gelingen des Festes so große Mühe gegeben haben, geht dahin, daß bei dem für das Verschwinden einer der artigen Seuche jetzt so günstigen Wetter, dieselbe baldigst aushören wird. Ist dann dse polizeiliche Sperre aufge hoben, so wird das Fest in aller Kürze ganz programm mäßig abgehalten werden. Möge der Himmel, welcher uns jetzt so günstige Ernteaussichten zeigt, dann auch ein Einsehen mit der Abhaltung des landw. Festes haben und das Seine für einen recht schönen Verlauf des selben thun.

Pest, 16. Juli. Bei einer Feuersbrunst, welche die Stadt Lipto-Szent-Miklos und das Dorf Verbieza (Comitat Liptau) am 13. d. verheerte, haben viele Menschen ihr Leben eingebüßt; gegen 20 Menschen werden vermißt. Gestern wurden acht der Verunglückten beerdigt. Unter den Opfern des Brandes befindet sich auch der Stadt hauptmann.

Bern, 17. Juli. In Folge von Ueberschwemmungen der Rhone ist die Simplon-Bahn bel Granges-Siders unterbrochen. Zwischen Bern und Freiburg ist der Mühle thal⸗Tunnel auf eine Strecke von Meter eingestürzt; der Verkehr dürfte auf mehrere Tage unterbrochen sein.

Bern. Der von schweizerschen und franzssischen Unternehmern seit längerer Zeit geplante Simplontunnel wird bei einer Länge von 21,000 Meter(6000 mehr als der Gotthardtunnel) und einer Bauzeit von 7 Jahren 55 Million Franken kosten(etwa n 9 Million weniger als der Gotthardtunnel).

Venedig, 16. Juli. In letzter Nacht brach in dem Sanct Lazaro Kloster, dem Sitze des armenischen Mechi taristeneollegiums, Feuer aus. Menschen sind dabei nicht umgekommen. Die kostbare Bibliothek wurde gerettet.

Charkow, 16. Juli. In der Nacht vom Samstag auf Sonntag brannte hier eine Reihe Läden nebst den darin befindlichen Waaren nieder. Der Schaden ist be deutend. Die Nachbargebäude, darunter die Agrarbank, blieben unversehrt.

Alexandrien, 16. Juli. Die Cholera hat in mehreren Stadttheilen von Kairo zugenommen, im arabischen Viertel sind 4 Cholerafälle vorgekommen, da von einer tödtlich. Die Detachements mehrerer englischen Regimenter gehen am 18. Juli nach Heluan ab, beziehen dort ein Lager und falls der Abzug der britischen Truppen aus Kairo beschlossen wird, werden dieselben ebenfalls mitgehen. Von Sonntag bis Montag früh starben acht Personen an der Cholera in Mansurah, 42 in Schibin⸗ Elkom, 4 in Talka, eine in Mitschamar, 2 in Ghizeh, 2in Chobar, 7 in Shirbin und Umgegend, 10 in Mehallet, 3 in Menyalleh. Es starben vom 13. bis 14. Juli 52 Personen in Damiette, in den letzten zwölf Stunden

von heute ab Platzvormerkungen an der Theaterkasse ent

Cholera. Obwohl in Kairo amtlich nur drei Todesfälle angegeben werden, beträgt die Zahl der an der Cholera Gestorbenen nach allgemeiner Ansicht bereits 50. Eisenbahnzüge nach Alexandrien fahren von Morgen ab nicht mehr. Einer Meldung des Reuter'schen Bureau's

aus. Die Sanitätscommission beräth Maßregeln, um Alexandrien zu isoliren, woselbst neuerdings wieder ein choleraverdächtiger Fall vorgekommen ist.

Baderegeln.

Nie soll Jemand zu oft baden! Es gibt Wasserwüstlinge, welche zwei- und dreimal täg lich den Fischen ihren Besuch abstatten; diese unterbrechen aber die nach der kühlenden Ein wirkung des Wassers auftretende Reaction zu

Ruhe und Erholung kommen, können sich all mälig Herzkrankheiten zuziehen und rauben dem Körper mehr Wärme, als ihm gut ist. Das Wasser soll nicht unter 14 15 Grad Reaumur (19 Cel.) warm sein! Diese Regel gilt wenigstens für unsere Flußbäder; im Meere mit seinem Salzgehalte und kräftigerem Wellenschlage ver trägt man auch um mehrere Grade kuͤhleres Wasser. Zu kaltes Bad erzeugt ähnliche Nach theile, wie die zu häufige Wiederholung, erregt z. B. heftiges Herzklopfen, entzieht dem Körper zu viele Wärme und kann also wirkliche Erkält ung veranlassen. Nicht zu verwechseln ist hier⸗ mit die kalte Douche, welche man nur ganz kurze Zeit anwendet, und die deshalb kälter sein kann. Der Aufenthalt im Bade richte sich nach der Temperatur des Wassers. Wenn auch kräf tigere Constitution, Vollsaftigkeit und jüngeres Lebensalter ein längeres Verweilen im kuͤhlen Wasser gestatten, so sollte man doch ein Bad bei 15 Grad R. nicht über 5 und auch bei 20 Grad nicht über 15 Minuten ausdehnen. Die Zwischenstufen ergeben sich wohl von selbst. Maßgebend bleibt hierbei, wieviel Wärmeverlust ein Organismus ohne Schaden ertragen kaun. Wer im Wasser trotz kräftiger Bewegung zuttert, wessen Haut bläulich wird und wessen Zähne klappern, der entferne sich daraus so schnell als möglich. Der Neuling, dem das widerfährt, lasse sich aber nicht davon abschrecken, einige Gewohnheit vermindert die mehr das Nerven system beeinflussende Wirkung der Kälte. Man gehe nicht erhitzt in's kühle Wasser. Diese Regel wird von den Meisten am ängstlichsten befolgt, aber auch am merkwürdigsten mißdeutet. Wenn Jemand zum Bade geht und sich dort ohne Ueberhastung entkleidet, wenn er(und das wäre eigentlich das beste Kriterium!) fühlt, daß sein Puls nicht schneller schlägt als gewöhnlich in der Ruhe, so kann er ohne Zögern in's Wasser gehen. Ob der Körper bei heißer Außen luft noch etwas schwitzt oder warm ist, darauf kommt gar Nichts an; wie sollte man daun un Dampfbade sonst den schroffen Uebergang von vielleicht 38 Grad R. in eine 5 bis 9 Grad kalte Wanne oder unter eine solche Douche ohne Nachtheil ertragen? Steckt man nicht Fieber kranke(und diese haben dazu einen beschleunigten Pulsschlag) aus dem Bette in die kalte Wanne? Wenn die Personen, welche sich gar zu lange abzukühlen pflegen, dadurch nur ihre Zeit ver lören, wurden wir nicht so ausführlich über diesen Punkt sprechen. So schädigen sie sich aber geradezu sehr haͤufig, da sie den entblöͤßten Körper dem Luftzuge aussetzen, wie das ja bei offenen Flußbädern ohne Zellenanlagen oft nicht zu entgehen ist. Dabei erkälten sich die Meisten, denn sie stehen möglichst ruhig, um sich gründ lich(im Grund aber viel zu schnell), abzukühlen während sie im Wasser die dem Körper entzogene Wärme durch Bewegungen irgend welcher Art schueller ersetzen. Die Tageszeit zum Baden ist ziemlich gleichgültig. Es erscheint nicht gerade rathsam, die heißesten Mittagsstunden zu wählen, weil dann der gewünschte Effekt, der eigene Wiederersatz der verlorenen Körperwärme durch gesteigerten Stoffwechsel, offenbar geschmälert wird; aber auch der noch zu kühle frühe Morgen oder der zu späte Abend empfehlen sich nicht wegen der näher liegenden Gefahr einer Er

24 Personen. 17. Juli. Vom 16. Juli acht Uhr bis 17. Juli acht Uhr starben in Mansurah 56, in Samanud 22, in Menzaleh 42 Personen an der

kältung vor und nach dem Bade. Schwächliche

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zufolge breitet sich die Cholera immer mehr in Egypten

bäufig, lassen die Hautorgaue nicht genug zur

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Magen

die ern: nehmung ur Vor eunzusehe bringen

Erkältun dasselbe. geschützte lich ab.

Ankleide

Frtel per Pfd.

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