Wohnungen der Verhafteten wurden Gewehre, Revolver und Höllenmaschinen gefunden.
Italien. Rom, 17. Mai. Deputirten— kammer. In der fortgesetzten Berathung der
Tagesordnung Nicotera's legt Mancini dar, daß die Beschuldigung, das Cabinet habe die liberalen Ideen der eigenen Partei verlassen und nach den Grundsätzen der Gegenpartei regiert, un— begründet sei. Derselbe weist den Vorwurf zurück, daß er, sich dieser Politik des Cabinets anschließend, die Principien preisgegeben habe, welche ihn sonst geleitet hätten.
Türkei. Constantinopel, 15. Mai. Lord Dufferin ist nach Wien abgereist. Die englischen Erklärungen über die definitiven Ziele der eng— lischen Politik in Egypten machten einen un— günstigen Eindruck auf den Sultan. Lord Dufferin vermeidet darin jede bestimmte Angabe über das Ende der Occupation. Der Sultan beabsichtigt, um das Ansehen der Pforte in Egypten zu heben, einen Special-Gesandten mit Orden an den Khedive zu senden und telegraphirte bereits dem Khedive seine Zustimmung zu dessen Verhalten, ihm versichernd, daß er nicht auf— höre, über die Interessen seiner egyptischen Unterthanen zu wachen. Dieses Telegramm überreichte Kadri Pascha dem Khedive einen Tag nach der Abreise Lord Dufferin's.
Rußland. Petersburg. Die jüdische Zeit— schrift Woschad begrüßt die Ernennung des Grafen Pahlen zum Präsidenten der Judencommission sympathisch und rühmt seine völlige Unpartei— lichkeit. Die Juden hätten stets überall nur Unparteilichkeit und strenge Gerechtigkeit für sich verlangt, sie könnten mit der Ernennung Pahlen's sehr zufrieden sein.
Egypten. Kairo. Einer Depesche des Temps aus London zufolge neigt die englische Regierung zu der Ansicht Dufferins, daß Egypten kein Interesse habe, die Provinzen Darfur und Kordofan von Mahdi zurückzuerobern; wenn der Khedive einverstanden, werde England mit ihm unterhandeln um die Stellung Egyptens und Mahdi's im Sudan zu regeln.
Amerika. New- Pork, 16. Mai. Einer Meldung aus Valparaiso zufolge wurde der Friedensvertrag zwischen Chile und Peru durch Novoa, als Vertreter Chile's und General Fglesias, dem Präsidenten Nord-Peru's unter— zeichnet. Nach den Vertragsbestimmungen tritt Peru Tacna und Arica an Chile für 10 Jabre ab. Nach Ablauf dieser Zeit soll durch Volks— abstimmung entschieden werden, welchem Lande die Provinzen angehören sollen; derjenige Staat, welcher dieselben erwirbt, würde dem anderen Entschädigung zahlen. Dem auswärtigen Amte in Washington ist noch keine Bestätigung der Unterzeichnung zugegangen.
China. Pecking. Japan hat China die Herstellung eines gemeinschaftlichen Protectorats über Corea als Lösung der zwischen den zwei Staaten betreffs dieser Halbinsel schwebenden Streitfrage in Vorschlag gebracht. Die japa— nesische Regierung glaubt, daß dadurch ein herz— liches Einvernehmen mit China gesichert werden könne. Die Chinesen dagegen sind nicht geneigt, auf den Vorschlag einzugehen.
Afrika. Durban, 12. Mai. Cetewayo ist von Usibepu mit starken Verlusten besiegt worden und bereitet sich auf einen neuen An— griff vor. Usibepu wird dem Vernehmen nach von den Transvaalboers unterstützt.
Aus Stadt und Land.
Friedberg. Ueber einen Eisenbahnunfall am 1. Feier— tage sind abenteuerliche Gerüchte im Umlaufe; die ganze Affaire redueirt sich dem W. B. zufolge auf das Nach— stebende: Der am ersten Pfingstfelertage Mittags 12 Uhr 7 Min. von Butzbach abgegangene Personenzug erlitt unterhalb Ostheim einen Unfall. An einem mit Passagteren vierter Klasse besetzten Wagen kam nämlich ein Bandagen— bruch vor, der erst von dem Zug- resp. Maschinenführer wahrgenommen wurde, als der Zug bereits eine mehrere hundert Meter lange Strecke durchfahren hatte. In der Nähe des Wärterhauses Nr. 199, wo der Zug zum Stehen gebracht wurde, fiel die Bandage, in zwei Stücke getheilt, zur Erde. Der Boden dieses Wagens hatte durch das Auf- und Abschlagen während der Fahrt be⸗ deutende Beschädigungen erlitten, so daß sich theilweise
die geängstigten Passagiere in einen der vorderen Wagen
geflüchtet hatten. Die große Aufregung mochte wohl auch die Veranlassung gewesen sein, daß die Signalleine, — welche sich stets an der rechten Außenseite des fahren⸗ den Zuges befindet— vor,, statt nach rückwärts gezogen wurde. Nachdem die Passagiere des defeeten und der folgenden Wagen in die vorderen Wagen umgestiegen und diese leeren Wagen abgehängt waren, setzte der Zug seine Fahrt fort.
Allerlei.
Karlsruhe. Das Enthebungs-Gesuch des General⸗ Directors Eisenlohr ist vom Großherzog nicht angenommen worden, auch Schupp bleibt. Ambros, Lamey und Davans in Mannheim werden pensionirt. Das technische Element in der Behörde wird durch einen Beamten verstärkt.
Köln, 15. Mai. Bei dem Casernenbrande sind die Montirungskammern zweier Compagnien ganz und die Montirungskammer einer Compagnie theilweise zerstört worden. Von den Bataillons- und Regimentskammern sind 7 zerstört worden. Der Schaden wird auf 200,000 Mark geschätzt.
Petersburg, 16. Mai. Gestern Mittag fand die Beisetzung der Leiche des Fürsten Gortschakoff in der Familiengruft im Sergiuskloster statt.
Der Hausbettel.
Unter dieser Ueberschrift enthält das Frankfurter Journal vom 1. Feiertage folgenden beberzigenswerthen Artikel:„Vom Armen Verein erhalten wir folgende Mittheilung: Beim Einkassiren der Beiträge für den Armenverein werden von den Mitgliedern sehr häufig die bittersten Klagen laut, daß der Hausbettel gar nicht abnehme, die Bettler im Gegentheil immer häufiger kämen und stets zudringlicher würden. Da heißt es: „Das Geld ist hinausgeworfen; man hält mir die Bettler doch nicht ab“, oder:„Warum wendet sich der Vorstand nicht an die Polizei, daß diese uns Ruhe schafft?“ oder: „Warum soll ich noch einen Beitrag bezahlen? Die Bettler kommen doch zu mir und belästigen mich“. Ein Herr klagte dieser Tage:„Es wird täglich ärger. Die Bettler sind jetzt so unverschämt, daß sie nicht mehr die Treppe heraufgehen; sie schellen unten an der Haus— thüre und halten den Hut auf“. Auf alle diese Klagen ist nur Eines zu erwiedern: Weder die königliche Polizet, noch die Stadt, noch der Armenverein kann den Bettel abschaffen, das können nur die Bürger selbst thun, in— dem sie absolut Nichts mehr geben und jeden Bettler ohne Ausnahme an die betreffende Behörde oder Stelle verweisen. Das ist das sehr einfache und sichere Mittel gegen die Bettelplage. Wenn in Frankfurt Nichts zu bekommen ist, bleiben die Bettler von selbst weg; so lange aber der Hausbettel doch so einträglich ist, kommen nicht nur Arme und Bedürftige von weit und breit in unsere Stadt und lassen sich hier er— halten, sondern auch der Arbeitsscheuen große Schaar— und zwar nicht blos aus den nächstgelegenen Dörfern, sondern auch von weiterer Entfernung. Dem Vorstand des Armenvereins sind Fälle bekannt, daß Personen allwöchentlich auf der Eisenbahn nach Frankfurt reisen und sich an einem Tage zusammenbetteln, was sie für die übrigen sechs Tage brauchen. Wer consequent jeden Vorsprechenden abweist(was ja nicht barsch und unfreundlich zu geschehen braucht) wird in verhältniß— mäßig kurzer Zeit nicht mehr belästigt werden. Die Bettler gehen nicht dahin, woes Nichts gibt.“
Handel und Verkehr.
Frankfurt, 16. Mai. Wochenmarkt. Blumenkohl (hies), per Stück 70 Pf. bis 1 M., Rotbkraut 3550 Pf., Kohlrabi 5—6 Pf., frische 25 35 Pf., Erdkohlrabi 8 bis 10 Pf., gelbe Rüben per Pfd. 5 Pf., Spinat 30 Pf., Römisch-Kohl 30 Pf., Spargeln prima 60 Pf., geringe Sorte 30—40 Pf., frische Erbsen 60 Pf., Schwarzwurzel 50 Pf., frische Bohnen 100 Stück M. 1.50—2, Gurken per Stück 45— 60 Pf., frischer Rettig 12 Pf., Häupter— salat 10—15 Pf., Carotten per Pack 0—25 Pf., Ra⸗ dieschen 3—5 Pf., Zwiebeln per Ctr. M. 3—4, per Gescheid 10—12 Pf. Kartoffeln per Ctr. M. 4.40, Wetterauer M. 3.80, per Gescheid 17—20 Pf., rothe Mäuschen per Ctr. M. 7.50, per Gescheid 25 Pf., neue Kartoffeln per Ctr. M. 20—24, per Pfd. 25—30 Pf. — Butter en gros Preis M. 130- 133 per Ctr., per Pfd. M. 1.50— 1.60.— Eier per Hundert M. 4.50, 25 Stück M. 1.20, per Stück 5 Pf.— Wildpret und Geflügel wie zuletzt notirt.— Heumarkt. Die Zufuhr bestand in ca. 30 Wagen Heu und 20 Wagen Stroh und wurde bezahlt per Ctr. für Heu M. 33.80, für Stroh M. 1.70— 2.20.
Frankfurt, 17. Mai. Waizen fest, M. 20.75 bis 21 frei hier, auf dem Lande abzunehmen M. 20.25 bis 20.50, fremde Sorten stramm gehalten, aber nicht leb— baft, ungarischer M. 22.50— 24, Redwinter M. 23 bis 23.50, norddeutscher 19.50— 20.50, bayerischer 18.50 bis 20, geringer mit Geruch 16.50— 17.50. Roggen, nament— lich Königsberger im Umsatz zu M. 16.50— 16.75, die russischen Sorten, ebenso französischer 16.75, hies. Land— roggen M. 15.50— 15.75, bayerischer M. 15— 16 je nach Qual. Gerste, bayerische M. 14—15, ganz geringe 12.25 bis 12.50. Hafer ohne Leben, feine Sorten M. 14.25 bis 14.50, mittel 13— 13.50. Huüͤlsenfrüchte umsatzlos. Mais ruhig, wir fordern M. 15 für amerikanisches mixed. Raps, eff., Waare fehlt, per September-Oktober liefer— bar würden ungarischen zu M. 31 verkaufen. In Mehl bat die Tendenz keine wesentliche Aenderung erfahren. Roggenmehl/ wurde ab auswärts höher gehalten, die
zweite Hand gibt a M. 25 und Null allein a M. 27
*
bis 27.50 ab, die ganz ordinären Sorten vernachlässigt. Roggen⸗ und Waizenkleie coulant verkäuflich.
Frankfurt, 17. Mai. Viehmarkt. Der heutige Markt war in sämmtlichen Viebgattungen weitaus über den Bedarf befahren. Einschließlich der bereits gestern verhandelten Stücke waren angetrieben ea. 120 Ochsen, 35 Kühe und Rinder und etwas über 300 Kälber. Für Ochsen gingen nicht nur die Preise wesentlich herab, es blieb auch nahezu die Hälfte des Standes unverkauft. Die Preise für 1. Qual. stellten sich per Ctr. Schlacht⸗ gewicht auf M. 66—68, für 2. Qual. auf M. 62.— Die Preise von Kühen und Rindern sanken im Verhält⸗ niß und wurde auch hier nicht der ganze Zutrieb an⸗ gebracht. Bezahlt wurde für 1. Qual. M. 58% für 2. Qual. M. 50— 52.— Kälber erreichten bei sehr schwerem Verkauf für beste Qual. nicht über 52 Pf. per Pfd., geringere Qual. war bis 40 Pf. herunter verhandelt worden. Von nächster Woche an werden außer Montags auch noch am Mittwoch und Freitag Kälbermärkte ab⸗ gehalten.
Newyork. Nach einer Schätzung der Newyorker Tribüne wird die diesjährige Weizenernte einen mittleren Ertrag und zwar etwa 425 Million Bushels gegen 502 Million des Vorjahres liefern.
Volksbad. Wasserwärme der Usa am 17. Mai 170 Reaumur. Walter.
* Die häufigen Klagen über die Exfolglosigkett einer Annonce und das dafür weggeworfene Geld würden verstummen, wenn man von Haasenstein& Vogler in Frankfurt(Main) über die Form, den Inhalt und die geeigneten Zeitungen zuvor fachmännischen Rath einholen möchte. 573
Geld⸗Cours. Frankfurt am 17. Mai 1883. 20-Frankenstücke„„ do. in% ũncᷓ¹E] ꝗ—, Englische Sovereigns... 20. 39— 44 Russische Imperiales. 16. 73—78 Ducale nn „ al mare,, Dollars in Gol!
Kirchliche Anzeigen für Friedberg. Evangelische Gemeinde. Trinitatisfest. Pfarramtswoche: Herr Pfarrer Meyer.
Gottesdienst in der Stadtkirche:
Vormittags 9 Uhr: Herr Pfarrer Weiffen bach.
(Confirmation der Mädchen und Abendmahl.) Nachmittags 2 Uhr: Herr Pfarrer Baur.
atholische Gemeinde. Samstag 5 Uhr: Beicht. Sonntag 10 Uhr: Hochamt mit Predigt. 6 Uhr: Malandacht. Predigt: Herr Kaplan Wald.
Arbeits-Vergebung.
Das Graben und Aus mauern eines Brunnens auf meinem Bauplatze am südlichen Bahnhofe, Gemarkung Fauerbach, soll an den Wenigstnehmenden vergeben werden.
Die Bedingungen können bei mir in der Burg bis zum 24. d. M. eingesehen werden.
Friedberg den 18. Mai 1883.
IBB W. Gökus.
Nächsten Montag den 21. Mai, Nachmittags 2 Uhr, will Johs. Rahn in seiner Behausung wegen Abzug nach verzeichnete Gegenstände versteigern lassen: 1 voll⸗ ständiges Bett,! Kleiderschrank,! Eckschränkchen, 1 kleinen Schrank, 1 Schrank mit Glasaufsatz, Tische, Stühle, 1 Kiste, Haus- und Küchengeräthe, Bilder, Spiegel, 1Hausgebalgten Bussart, 1 guten Wagen Dung.
Ferner läßt Peter Hofmann mehrere Gegenstände versteigern, als: 1 Backmulde mit Deckel und Gestell, neu, mit Anstrich, für Wirthschaft geeignet, 1 transpor— tablen Herd, noch wie neu, 1 Waage, 1 Steigleiter, 1 Schleifstein, 6 Hühner, 1 Hahn, etwas Weißzeug und sonst noch verschiedene Gegenstände. 1854
Nieder-Wöllstadt.
Die Freimaurerei
in zehn Fragen und Antworten. Zur Aufklärung für das Volk und dessen Freunde. 70 Scheitlin& Zollikofer in St. Gallen.
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