und Waisen gemäß dem Antrag v. Lieber auf 60(statt 50) Procent des Arbeitsverdienstes fest und nahm in provisorischer Abstimmung den ganzen Paragraphen mit diesen Abänderungen an.
Posen, 6. Mai. In einer heute statt— gehabten, von über tausend Personen besuchten polnischen Volksversammlung wurde eine Petition an den Cultusminister beschlossen, in welcher um die gänzliche Aufhebung des Erlasses vom 7. April, betreffend die Anwendung der deutschen Sprache bei Ertheilung des katholischen Religions— unterrichtes ersucht wird.
Ausland.
Oesterreich-Ungarn. Wien, 8. Mai. Das Abgeordnetenhaus vollzog in seiner letzten Sitzung die Delegationswahlen. Die Wahl der Delegirten Böhmens ergab nach dreimaligem Wahlgange Stimmengleichheit. Die Entscheid— ung des Looses fiel auf fünf böhmische und fünf deutsche Abgeordnete.
Frankreich. Paris, 7. Mai. Kammer. Desroys interpellirte die Regierung über das Ver— fahren bei der Beschaffung von Armeeausrüstungs— Gegenständen, und bekämpfte das System der freihändig vergebenen Lieferungen. Er verlangte, daß zum Submissionsverfahren zurückgekehrt werde, welches sowohl für den Staatsschatz wie die Armee vortheilhafter sei. Der Kriegsminister erklärte, daß die Armeeverwaltung beschlossen habe zum Submissionsverfahren zurückzukehren. Die Kammer nahm schließlich die vom Kriegs- minister acceptirte einfache Tagesordnung an. — 8. Mai. Der Gesetzentwurf, betreffend die rückfälligen Verbrecher, wurde in erster Lesung angenommen. Lanjuinais bedauert Namens der Rechten, daß man von den Mitteln absehe, welche die Religion zur Hebung der Sittlichkeit biete. Er stimme trotzdem für das Gesetz, da solches in Anbetracht der religionslosen Schulen noth— wendiger als je sei.
— 8. Mai. Der heutige Ministerrath billigte den Entwurf der Reorganisation der Festungs— Artillerie.
Großbritannien. Halifax. Die Stadt ist beunruhigt durch Gerüchte über Attentate, welche die Fenier am 14. Mai, als dem Hin— richtungstag der Phönixparkmörder beabsichtigen sollen. Der Gouverneur erhielt einen Brief, der auf die Ankunft zweier verdächtigen amerikanischen Schiffe aufmerksam macht. Anderweit verlautet, die Schiffe seien mit fenischer Schiffs mannschaft und Torpedos von Boston ausgelaufen, um die Handelsschiffe zu zerstören. Im hiesigen Hafen wurden Vorsichtsmaßregeln getroffen.
Italien. Rom, 8. Mai. Die Antwort der preußischen Regierung auf die letzte Note Jacobini's wurde am Montag durch Schlözer überreicht. Die Antwort verspricht Straffreiheit für das Sakramentespenden und das Messelesen, wenn der Papst das Einspruchsrecht bei An— stellung der Geistlichen gestattet.
Türkei. Konstantinopel, 7. Mai. Die Begleichung der mit Montenegro obschwebenden Differenzen ist, Privat-Nachrichten zufolge, un— mittelbar bevorstehend.
— Hafiz Pascha ist nach Kreta abgereist, 6000 Mann Truppen aus Skutari und Albanien werden ihm folgen
— 8. Mai. Die Mächte zeigten der Pforte im Laufe des gestrigen Tages ihre Zustimmung zur Ernennung Vassa Effendi's als Gouverneur des Libanon an.
— 8. Mai. troffen.
Rumänien. Bukarest, 8. Mai. Bei den Kammerwahlen des 3 Wahlcollegiums erlangte die Opposition von 55 Sitzen nur einen Sitz.
Egypten. Alexandrien. Die Pforte hat dem Khedive die Londoner Reise abgerathen.
Aus Stadt und Land.
i. Bad Nauheim. Am verflossenen Sonntage fand der Verbandstag der Kriegerkameradschaft„Hassia“ da— hier statt. Die Verhandlungen, welche als Hauptpunkt den Statuten Entwurf für die Eintheilung des Landes— verbandes in Bezirke betrafen, wurden im Saale des Deutschen Hofes abgehalten und waren sehr zahlreich
Lord Dufferin ist hier einge—
sowohl seitens der Delegirten, als auch von Mitgliedern der Kriegervereine aus Nähe und Ferne besucht. Um 2 Uhr traf Prinz Heinrich von Hessen nebst Gefolge ein und nahm derselbe an den Verhandlungen bis zum Schlusse um 3½ Uhr Theil. Nach diesen versammelte sich der größte Theil der Festtheilnehmer im großen Saale des Kurhauses, wo ein Festessen mit darauf folgendem Ban— kette den geselligen Theil des Tages bildete. Die Kur⸗ kapelle trug die Musikstücke des Programms in präeiser, schwungvoller Weise vor, ebenso verdienen die Chorge— sänge unter L. Marguth's Direction der Erwähnung und Anerkennung. Der erste Toast wurde seitens des Prin- zen Heinrich auf den Kaiser ausgebracht und diesem folgte der Toast auf unseren Großherzog, den erhabenen Pro— tector der Kriegerkameradschaft Hassia. Das von dem Großherzog verliehene Verbands abzeichen war noch vor dem Verbandstage zur Vertheilung gekommen und schmückte sämmtliche Festtheilnehmer. In schönster Weise verlief das Fest unter weiteren Toasten und Ansprachen, bis in später Stunde die Festtheilnehmer sich trennten in dem Bewußtsein, einen Schritt weiter gethan zu haben nach dem Ziele der Vereinigung sämmtlicher Krieger-Vereine des Landes unter den Verband und somit der fortge— setzten Pflege der Kameradschaft sich bewußt.
s. Ober⸗Wöllstadt. Dem Wetterauer Sänger— bund sind ferner beigetreten der Gesangverein Liederkranz! zu Groß-Karben und der Gesangverein Frohsinn zu Okarben. Der Bund wird nun eine Gesammtstärke von 400 Sängern repräsentiren.
Offenbach. Aus dem Main wurde am Samstag in der Nähe der Obermainbrücke in Frankfurt die Leiche eines zum Theil in Verwesung übergegangenen 13 Jahre alten Mädchens gezogen. In demselben ist nunmehr die seit dem 2. März d. J. vermißte Sophie Mandt aus Offenbach erkannt worden.
Worms, 7. Mai. Bei einem Bediensteten der Hess. Ludwigsbahn dahier wurden gestern die Blattern con⸗ statirt und wurde derselbe sofort im hiesigen Blattern— haus untergebracht. Alle erforderlichen Maßregeln in sanitätlicher Hinsicht wurden in sämmtlichen Räumen, worin sich der Erkrankte aufhielt, sofort in umfassender Weise angeordnet.
Allerlei.
Frankfurt, 7. Mai. Böse Buben legten gestern Morgen während des Gottesdienstes an der Paulskirche sogenannte Frösche. Die Detonationen machten die Pferde eines Zweispänners scheu und sie gingen durch. Eine muthige junge Dame fiel den Pferden in die Zügel und hielt sie zum nicht geringen Erstaunen des ängstlich zuschauenden Publikums auf.
st. Frankfurt. Alle Theaterbesucher, welche der Aufführung von Wagner's„Ring des Nibelungen“ im Frankfurter Opernhause Aufmerksamkeit geschenkt haben, dürfte es interessiren zu erfahren, daß in dieser Woche der letzte Theil des gewaltigen Werkes zur Aufführung gelangt:„Die Götterdämmerung“. Die erste Aufführ— ung findet nämlich Donnerstag den 10., die zweite am Pfingst⸗Montag statt. Die Aufführungen der„Götter— dämmerung“ haben keine Erhöhung der Preise zur Folge gehabt, sondern werden die bei großen Opern in Frank— furt üblichen normalen Preise erhoben. Bestellungen auf Plätze werden an der Casse des Opernhauses im Vor— aus entgegengenommen.
Limburg, 5. Mai. Der Basaltberg„Stephans hügel“, von der Stadtgemeinde zur Gewinnung von Chaussee-Material an den Staat verkauft, hat heute, Mittags um 2 Uhr, seinen Kopf verloren, indem ein Basaltblock von etwa 50,000 Centnern mit allem, was darunter saß, zu Thal ging. Das Gesammtgestein, welches da in wenigen Minuten herunterkam, wird auf über 100,000 Centner geschätzt.
Kassel, 6. Mai. In der hiesigen Garde du Corps— Kaserne sind 30 Husaren plötzlich erkrankt, wie man ver⸗ muthet in Folge einer Milchvergiftung.
Berlin, 8. Mai. In dem neuen See im Thier— garten fand man heute früh den Häuser-Administrator Luhn, mit einem Knebel im Munde, ertränkt. Die Geld— tasche desselben, worin 28,000 Mark sich befunden haben sollen, wurde leer auf dem Spandauer Bock aufgefunden.
Bremen, 8. Mai. Der Dampfer„Habsburg“ ist, von der„Anglia“ und„Cimbria“ bugsirt, heute Nach— mittag von Falmouth abgefahren.
Gemeinderathssitzung.
St. Friedberg, 7. Mai. In der heutigen Ge— meinderathssitzung wurde zunächst von dem Vorsitzenden die Mittheilung gemacht, daß der zweite Dampfkessel für das Maschinenhaus der Wasserleitung, mit einer neuen Feuerplatte versehen, von Berlin angekommen ist. Die Grasverpachtung erhält die Genehmigung des Gemeinde— raths. Die neugewonnenen Grabstücke am langen Weiher, welche nach den früheren Intensionen des Gemeinderaths nur auf 1 Jahr verpachtet und dann mit Grassamen eingesäet werden sollten, waren versuchsweise auf sechs Jahre verpachtet worden. Der Erfolg war ein durch— schlagender. Anstatt der bisher für die Grabstücke er— lösten 68 M. wurden 240 M erzielt, so daß nach Abzug der 4% Zinsen für das aufgewendete Capital von 1000 M. für Ausfüllungsarbeiten immer noch eine Mehreinnahme von 132 M. verbleiben. Gemeinderath dieser Verpachtung auf 6 Jahre seine Ge— nehmigung. Den Pächtern wird aufgegeben einen Zugangs-
gleich für Grabland und Begrasung die Grenze bildet, liegen zu lassen. Ebenso soll ein ein Meter breiter Zugangsweg nach dem Seebachgraben hergestellt werden, welcher den Be— wohnern der mittleren Stadttheile es ermöglicht, dorten
Mit Rücksicht hierauf ertheilt der
weg für alle Stücke an der Flurgrenze entlang, welcher zu-
Wasser zu holen. Der Vorsitzende theilt sodann dem Gemeinderath die in einem Amtsblatt des Großh. Kreis— amtes dahier mitgetheilten Maßregeln gegen das Vagan— tentbum mit und schlägt vor, einen Theil der noch nicht ausgefüllten Grabstücke am langen Weiber(als Stromer— Versuchsfeld) zum Zwecke der Beschäftigung für Va⸗ ganten liegen zu lassen. Der Gemeindecath will mlt Rücksicht auf den guten Zweck, der durch die Maß- nahmen erreicht werden soll, die Sache unterstützen, hält aber dafür, damit die Ausfüllung nicht gar zu lange verzögert werde, daß auch ein kleiner Theil genüge, um den Zweck vordersamst zu erreichen. Für den Winter könne man ja den beabsichtigten Kinderspielplatz am Viereichenplatz als Arbeitsfeld überweisen. Die zu diesen Arbeiten nöthigen Gerätbschaften sollen aus Gemeinde— mitteln angeschafft werden. Im Uebrigen soll die demnächst bevorstehende Generalversammlung des dahier bestehen— den Armenvereins nach Rücksprache mit dem Vorsitzenden desselben dazu benutzt werden, um Hand in Hand mit den Leitern dieses Vereins die praktische Ausführung der entsprechenden Maßnahmen zu beschließen. Zum Zwecke der Begießung der Straßen soll ein Hydrantenständer mit Gummischlauch angeschafft werden, mittelst dessen der Straßenkehrer die Gießapparate füllen kann. Das am 15. November 1880 vom Ministerium genehmigte Polt— zeireglement über die Benutzung der öffentlichen Brunnen soll an den Brunnenständern angeschlagen werden, da neuerdings vielfach gegen Art. 6 des Reglements, wonach das Wasserholen an öffentlichen Brunnen für Bauge— werbe oder technische Zwecke untersagt ist, gehandelt wurde.
Der Aussichtsthurm auf dem Winterstein.
Der Taunuselub„Wetterau“ beabsichtigt einen Aus- sichtsthurm auf dem Winterstein zu errichten und glaubt damit vielfachen Wünschen entgegen zu kommen und einer gemeinnützigen Sache zu dienen. Dieser Thurm, auf welt und breit hin sichtbar, wird eine Zierde der Wetterau werden, dem Besucher des schönen und historisch interes— santen Taunusgebirges einen Ruhe- und Zielpunkt bieten und die Freude an dem herrlichen Aus- und Fernblick vom Steinkopf, dem höchsten Punkt des Wintersteins, auch bei wieder aufgeforstetem Walde, erhalten und ver— mehren. Der gesegnete Landstrich Wetterau mit seinem schönen, wellenförmigen Land, auf dem sich Ortschaft an Ortschaft reiht, den Bahnlinien und Flüßchen durch- ziehen, wird nach Osten hin zunächst überblickt, nach Westen hin dann das romantisch gelegene Nassau und „lieblich und weh“ schweift der Blick in größerer Ferne zum Vogelsberg, dem Odenwald und zu den Höhen des Rheins. Wie der Blick, so werden sich Herz, Sinn und Gedanken des Wanderers heben und erweitern und hohe Freunde aus und an der Natur, die des Menschen so würdig ist, wird thren nachhaltig erfrischenden und wohl- thätigen Einfluß nicht verfehlen. Aber Sinn, Freude und Verständniß für die Natur wecken und fördern heißt auch: Menschen besser und glücklicher machen. Der Taunus⸗ club„Wetterau“ darf darum wohl zuversichtlich annehmen, daß das hier in Rede stehende Unternehmen desselben bei den Bewohnern der Wetterau in Stadt und Land, in der Nähe und Ferne, freudigen Anklang und Unter- stützung finden wird. Wer die Heimath liebt, thut ja auch gern Etwas für sie. Veranschlagt ist die Erbauung des Thurms, der bei 3,40 m Durchmesser eine Höhe von 15 m haben soll, zu 1300 M.
Mitbürger und Mitbewohner der Wetterau, nehmt unsere Bitte freundlich und entgenkommend auf! Die unterzeichneten Vorstands-Mitglieder des Taunuselubs, sowie die Expedition des Oberh. Anzeigers sind zur Empfangnahme von Gaben bereit, auch werden wir uns erlauben, in der Nähe eine Liste eireuliren zu lassen. Ueber empfangene Gaben soll öffentlich Rechenschaft ab— gelegt werden.
Friedberg und Bad-Nauheim.
Der Vorstand des Taunuselubs„Wetterau“: Foucar, Postmesster; Soriba, Bürgermeister; Wahl, Seminarlehrer; Reuß, Lehrer; Schneider, Taub— stummenlehrer; L. Weis, Kaufmann; Chr. Grüne⸗
wald, Rentier; Blensdorf, Hoftapezier.
Bereits gingen ein: von Carl und Hans, zwei kleinen Taunustouristen, M. 10.—, von Elsa und Kurt, zwei ganz kleinen, die aber erst bis zur Weinstraße kamen, M. 10.—, Wahl M. 3.—, Rechtsanwalt Jöckel, M. 20.—, Taubstummenlehrer Schneider M. 3.— Die Exped.
Jsraelitischer Gottesdienst in Friedberg. Sabbathfeier vom 12. Mai 1883. Beginn: Freitag Abends 6 Uhr 55 Min. Samstag Morgens 8 Uhr. 5 Nachmittags 4 Uhr— Min. Sabbathausgang 8 Uhr 25 Min. Wochengottesdienst von Sonntag den 13. Mai an Morgens 6 Uhr, Nachmittags 5½ Uhr und Abends 8 Ubr 20 Min.
m
Arbeits-Vergebung.
Mittwoch den 16. d. Mts., Nachmittags 1 Uhr, soll die zur Reparatur des Thurm- und Kirchendaches nöthige Dachdeckerarbeit mit Materiallieferung, veranschlagt zu 132 Mark, auf dem Gemeindezimmer zu Bruchen⸗ brücken öffentlich vergeben werden.
Friedberg den 8. Mai 1883.
Zörb II.,
1767 Bezirks bauaufseher.
Mittw. auf dem 2 verzeichnet
Maurer Stelnh! Schrein Weiß bi Pflasten Lieferu Räumu
öffentlich Frie
168
Mittu sollen au stehende werden:
Maure Stein! Pflaste Chausf Lieferu 15 * 55
* Brechen
Mfahre Fried
4769
0
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Die al wald anbe nicht an
abgehalte zum Aus


